Firmengebäude Kost Kamm Holzmassivbauweise Windelsbach

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInFirma Kost Kamm Windelsbach
PlanerInbeuchle wiesner architekten
Planungs- und Realisierungszeitraum2018
OrtWindelsbach
BildnachweisMelanie Wiesner, Architektin Keltern

Naturholz. Nichts als dieser älteste natürliche Werkstoff, bearbeitet mit traditionellem handwerklichem Wissen und hoher Sorgfalt. Aus diesem Zusammenspiel entstehen bei Kost Kamm seit Generationen hochwertige Kämme: auf das Wesentliche reduzierte, natürliche und dabei hochfunktionelle Produkte.

So entstand ein nachhaltiges, konsequent material- und nutzungsoptimiertes Gebäude für Büro, Versand und Präsentation.

Nachhaltigkeit: Durch klare Formensprache und naturbelassene Holzbaustoffe fügt sich der Neubau dezent in die bestehende ländliche Umgebung ein. Ein neu konzipierter Werkhof verbindet bestehende Gebäude mit dem Neubau und eröffnet flexible Nutzungsmöglichkeiten, wie etwa Ausstellungen. In Holzkonstruktion und Dämmung wird bei diesem Massivholzbau nachhaltig CO² gebunden.

Die langjährige Erfahrung des Unternehmens in der Kammproduktion aus Naturholz setzt die Präliminarien des Gebäudekonzepts. Decken sowie Innen- und Außenwände sind in sichtbaren Massivholzelementen ausgeführt. Anstelle Bekleidungen, Verbundwerkstoffen und Beschichtungen werden bewusst geschliffen und geölt ausgeführt Innenoberflächen eingesetzt. Lediglich der Boden ist mit leicht tauschbaren zementgebundenen Spanplatten belegt. Durch Holzweichfaserplatten gedämmte und mit senkrechten Weißtannenleisten verkleidete Außenwände zeigen den Werkstoff Holz und die Nachhaltigkeit auch nach außen. Die Konsequenz dieses Denkens belegen die Fensterausschnitte: Was ansonsten als Abfall gilt, wurde hier mitgeliefert und im Gebäude als Arbeitstische weiterverwendet.

Die Größe und Anordnung der Fenster definieren die unterschiedlichen Funktionsbereiche. Elektroinstallationen und Heizleitungen sind im Inneren sichtbar gestaltet. Durch die offene Gestaltung im Untergeschoss wird der Einsatz von Betonwänden auf ein Minimum reduziert. Stützen aus Stahl und ein wasserdurchlässig gepflasterter Boden setzen diesen Gedanken fort. Der Verzicht auf Verbundwerkstoffe gewährleistet die Recyclingfähigkeit der Baustoffe.

Eine zentrale Holzscheitheizung in Kombination mit einem Pelletkessel im UG des neu errichteten Firmengebäudes versorgt das neue Gebäude und auch den Bestand aus Werkstatt sowie zwei Wohnhäusern über eine Fernleitung mit Heizungswärme und Warmwasser. Die Holzscheitheizung wird vorrangig mit Holzresten aus der Holzkammproduktion befeuert. Die vorhandene Solar- und die PV-Anlage auf den Bestandsgebäuden wurden in das Gesamtkonzept eingebunden.