Projektdaten
| Kategorie | Realisierte Bauwerke |
|---|---|
| BauherrIn | Bundesbau Baden-Württemberg, Staatliches Hochbauamt Stuttgart |
| PlanerIn | brixner architekten BDA |
| Fertigstellung | 07.2024 |
| Ort | Böblingen |
| Weitere Projektbeteiligte | IB Dr.-Ing. Volker Schreiber, Beratende Ingenieure (Tragwerksplaner), Smoltczyk & Partner (Geologe), SF Rommel (Ausführende Firma) |
| Bildnachweis | Achim Birnbaum |
So erhielt der stromerzeugende Generator mit seiner Zu-/Abluftführung einen sep. Raum/Baukörper und der Themenbereich NSHV (Niederspannungshauptverteilung), die MS-Schaltanlage (Mittelspannung) sowie die beiden Trafos, die BMZ / das FIZ sowie die Wechselrichter samt Pufferspeicher der Photovoltaik den anderen davon abgelösten Baukörper. Über den gesamten Baukörper spannt sich ein alles zusammenfassendes gleichförmiges Sheddach samt Laubengang. Sämtliche Wartungszugänge befinden sich entlang der Ostfassade – geschützt durch die Laubengang-Dachauskragung, wohingegen sich die Westfassade vollständig schließt. Im Süden des Gebäudes schließt sich ein 20.000 Liter Erdtank an, welcher eine 72h andauernde Stromversorgung ohne Nachbetankung gewährleisten soll.
Tragwerkskonzept/Geometrie
Die Außenabmessungen betragen LxBxH = ca.36mx8mx5,6m. Das technische Gebäude wird als hybride Konstruktion aus Stahl und Stahlbeton geplant. Das Tragwerk wird durch eine Stahlskelettstruktur gebildet welche ihre Aussteifung durch eine Kombination mit einem Stahlbetonkern/bzw. mit Stahlbetonwandscheiben erhält. Das Sheddach wird durch Trapezbleche hergestellt. Dieses hat eine Spannweite/Achsraster von 2,50m.
Aussteifung
Die Aussteifung erfolgt im Achsbereich 13-18 in Längs und -querrichtung durch Stahlbetonwände. Im Achsbereich 4-13 erfolgt die Aussteifung in Längsrichtung durch eine Kopplung der Stahlstützen mit Pfetten in Dachträgerebene an die Stahlbetonwänden in Achse B und C. In Querrichtung erfolgt die Aussteifung über Kragstützen in Achse C / 4-13. Die Stahlbetonwände werden mit unterschiedlichen Wandstärken von 20cm, 24cm und 30cm ausgeführt. Die Stützen – die tragenden Stahlstützen HEB140 in Achse C/4 bis C/12 sind Kragstützen, die mit einem Einbauteil in die dortige STB-Konstruktion eingespannt werden. In Achse B/4 bis B/12 werden geschoßhohe Pendelstützen HEB140 ausgeführt.
Gründung
Im Achsbereich 5 – 13 gibt es eine freitragende Bodenplatte d=25cm, die auf einem Trägerrost aus Gründungsriegeln aufliegt. Die Gründungsriegel werden mit punktuellen Tieferführungen Ø90cm auf den tragfähigen Grund geführt. Im Achsbereich 13 – 18 wird eine tragende Bodenplatte d=30cm (elastisch gebettet) ausgeführt. Gemäß der geotechnischen Stellungnahme (Smoltczyk & Partner) kann der charakteristische Werte des Bettungsmodul mit ks,k = 10 MN/m³ angesetzt werden. Im Randbereich auf 1m Breite kann er auf ks,k = 20 MN/m³ erhöht werden.
Grundwasser
Gemäß dem geotechnischen Bericht (Smoltczyk & Partner) wurde während der Erkundung kein Grundwasser angetroffen. Gemäß dem Bericht dürfte das Grundwasser im Bereich des Baufelds bei etwa 500 m ü. NN liegen und damit mehr als 10m unter Gelände.
Brandschutz
Die tragenden Innenwände im Achsbereich 13-18 werden hochfeuerhemmend (R60) ausgeführt. Das übrige Tragwerk hat keine Brandschutzanforderungen.
Hülle / Fassadenkonstruktion
Die Fassade wird sowohl aus Sichtklinkermauerwerk gebildet (Westfassade) wie aus einer transluzenten Glasbausteinwand (Aggregate-/Motorenraum) und einer geschlossenen Wandkonstruktion inklusive einer Aluminiumlammellenverkleidung im Bereich der Elektroschalt-/Trafoanlagen.
Dachkonstruktion
Die Dacheindeckung erfolgt mit Akkustiktrapezprofilblechen als Einfeldverlegung aufgrund der Scheddachform. Das Dach ist mit einer druckfesten mineralischen Dämmung der WLG 030 (t=150mm) gedämmt. Die bewitterte wasserführende Schicht/Außenhülle wird durch Aluminium-Fertigteilscharen gebildet.
Innenraum
Der komplette Innenraum besteht aus Sichtoberflächen (Sichtbeton, bzw. Sicht- Klinkermauerwerk) und Sichtinstallation. Der komplette Boden wird durch einen modularen Doppelboden gebildet, welcher die Wartung und Nachinstallation in jedem Bereich auf einfache Weise gewährleistet.
Technische Einbauten/Energetisches Konzept
Aufgrund der Randbedingung, dass das Notstromaggregat kein „Kaltstartverhalten“ aufweisen darf, muss der komplette Motorblock dauerhaft auf mindestens 25°C erwärmt werden/bleiben. Dieser Energiebedarf wird über die Ganzjahresbilanz mittels einer Photovoltaikanlage samt Pufferspeicherbatterie gewährleistet. Diese Photovoltaikanlage besteht aus zweierlei Modulen – im Bereich des Laubenganges aus polykristallinen rahmenlose Ganzglasmodulen, im weiteren Bereich der restlichen Sheddachfläche aus handelsüblichen monokristallinen Modulen inklusive Rahmen. (Ertex Solar 298Wp 2200mm x 1000mm; 28 Stück sowie Sharp NU-SC 375 Format 1765mm x 1048mm; 56 Stk. ergibt einen Jahresertrag von knapp 30 kWp).




