Neubau Verwaltungs- und Logistikzentrum Hammerbacher GmbH

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInHammerbacher GmbH
PlanerInDistler Architekten & Ingenieure
Fertigstellung08.2025
OrtNeumarkt i.d.Opf.
Weitere ProjektbeteiligteLERZER ING+Plan GmbH (Tragwerksplanung) | Dipl. Ing. Maria Boßle Binderholz GmbH (Landschaftsarchitektur)
BildnachweisRainer Taepper Architekturfotografie

Der Entwurf reagiert auf die besondere städtebauliche Situation mit einer klaren, identitätsstiftenden Architektur, die Arbeits- und Aufenthaltsqualität gleichermaßen in den Mittelpunkt stellt.

Städtebauliches Konzept und Organisation
Das Ensemble aus Verwaltungsgebäude und Logistikhalle positioniert sich als präzise gesetzter Baustein im Übergang zwischen Stadt und Landschaft. Über einen gemeinsamen Haupteingang gelangen Besucherinnen, Besucher und Mitarbeitende in das Gebäudeensemble – ein bewusst gesetztes Zeichen für Gleichwertigkeit und Transparenz im Arbeitsumfeld. Cafeteria und Terrasse am firmeneigenen Teich schaffen Orte der Begegnung und Erholung. Eine Brücke verbindet die Logistikhalle mit dem Verwaltungsgebäude und symbolisiert die funktionale und kommunikative Verbindung beider Bereiche.

Konstruktion und Materialität
Das dreigeschossige Verwaltungsgebäude ruht auf einem Sockel aus CO₂-reduziertem Beton. Die darüberliegenden Geschosse wurden vollständig in Holzbauweise errichtet. Tragwerk, Holz-Alu-Fassade, raumakustisch wirksame Decken und Innentüren bestehen aus Fichtenholz mit einheitlicher Oberflächenbehandlung – ein durchgängiges Materialkonzept, das Wärme und Klarheit vermittelt. Großzügige, raumhohe Glasflächen öffnen die Arbeitsbereiche zur umgebenden Natur. Außenliegende Textilscreens dienen als Sonnen- und Blendschutz und sind am Wartungsbalkon montiert. Durch die entstehende Kaminwirkung kann Stauwärme effektiv abgeführt werden – ein Beitrag zum sommerlichen Wärmeschutz. Die offene Grundrissstruktur organisiert sich um einen zentralen Funktionskern. Akustisch optimierte Oberflächen, Teppichböden und Schallschutzsegel aus dem eigenen Produktportfolio des Bauherrn schaffen eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Wo räumliche Trennungen erforderlich sind, kommen gläserne Elemente zum Einsatz. Die Räume werden mechanisch be- und entlüftet, die Fußbodenheizung übernimmt im Sommer zusätzlich die Funktion einer Flächenkühlung. Der charakteristische Wartungsbalkon ist mit markanten X-förmigen Holzstützen ausgebildet – ein wiederkehrendes Gestaltungsmerkmal des Projekts.

Logistikhalle und Fassadenkonzept
Die Logistik- und Werkstatthalle wird durch ein wellenförmiges Dach mit großzügigem Überstand geprägt. X-förmige Stützen gliedern die Fassade und vermitteln zwischen Funktionalität und architektonischem Ausdruck. Die klar strukturierte Baukörperkomposition fügt sich selbstverständlich in das Umfeld ein und definiert zugleich die stadträumliche Kante entlang der Bundesstraße. Der Logistikhof ist zur Straße hin abgeschirmt, sodass sich nach außen ein geordneter, ruhiger Betriebsablauf präsentiert.
Alle Funktionsbereiche sind durch die „lesbare“ Architektur intuitiv auffindbar, sodass keine Beschilderung erforderlich ist.

Nachhaltigkeit und Energiekonzept
Das Gebäude übertrifft die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes deutlich und wird mit dem DGNB-Zertifikat in Silber ausgezeichnet. Eine Ökobilanzierung wurde durchgeführt. Das wellenförmige Dach trägt eine extensive Begrünung sowie eine nahezu vollflächig installierte Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 2 MWp. Damit erzeugt das Logistikzentrum mehr Energie, als es selbst verbraucht. Heizung und Kühlung erfolgen über eine Wärmepumpenanlage in Kombination mit Eisspeichern. Der jährliche Primärenergieverbrauch liegt bei etwa 18 kWh/m²a – ein außergewöhnlich niedriger Wert für ein Gebäude dieser Nutzungskategorie. Sämtliche Niederschlagswässer werden auf dem Grundstück versickert.

Realisierung und Ausblick
Die Umsetzung erfolgte in Einzelgewerken. Das Grundstück bietet die Möglichkeit, die Logistikflächen in südlicher Richtung um eine weitere Halle gleicher Größe zu erweitern – ein zukunftsfähiges Konzept mit architektonischer und technischer Klarheit.