Neubau eines Büroensembles, Mannheim-Neuostheim für ADLER Immobilien Investment, Viernheim

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInADLER Immobilien Investment
PlanerInSTUDIO SF Simon Fischer & Architekten GmbH
Fertigstellung11.2024
OrtMannheim
BildnachweisSTUDIO SF

Als Leuchtturmprojekt im Umfeld des Mannheimer Flughafens übernimmt das Ensemble eine identitätsstiftende Rolle für die Weiterentwicklung des Gewerbestandorts.

Städtebau und architektonische Gestalt
Das Ensemble besteht aus vier klar proportionierten, in Kammstruktur angeordneten Gebäuderiegeln, die über einen gläsernen „Connector“ räumlich und funktional miteinander verbunden sind. Diese Figur erzeugt differenzierte Außenräume, klare Adressbildungen und eine präzise stadträumliche Kante zur Hans-Thoma-Straße. Die Komposition aus orthogonalen Baukörpern und verbindendem Glasbaustein formuliert Offenheit und Vernetzung zugleich. Der transparente Connector fungiert als kommunikatives Rückgrat des Quartiers und schafft visuelle Durchlässigkeit zwischen den Gebäudeteilen. Die Fassaden sind als hochwertiger Sichtbetonbau in Sandwich-Bauweise ausgeführt. Unterschiedlich bearbeitete Weißzementoberflächen – glatt geschalt oder sandgestrahlt – erzeugen eine subtile Differenzierung innerhalb eines klar definierten Materialkanons. Hellbronzen eloxierte Aluminiumfenster und raumhohe Verglasungen präzisieren das Erscheinungsbild und unterstreichen die zeitlose Eleganz der Baukörper. Die Architektur verbindet Robustheit und Wertigkeit mit einer ruhigen, dauerhaft beständigen Formensprache. Ein naturnah gestalteter Grünraum ergänzt das Ensemble als ökologisch wirksame Ausgleichsfläche und stärkt die Aufenthaltsqualität. Das ergänzende Parkhaus ist funktional integriert und ordnet die verkehrlichen Anforderungen des Standorts.

Funktion und Organisation
Die Gebäudestruktur folgt einem konsequent wirtschaftlichen und flexiblen Rasterprinzip. Ein durchgängiges Achsmaß von 1,35 m sowie eine reduzierte Anzahl tragender Elemente ermöglichen variable Grundrisskonfigurationen und langfristige Anpassungsfähigkeit. Die Konzeption richtet sich explizit an Multi-Tenant-Nutzungen und zukünftige Arbeitswelten. In jedem Gebäuderiegel befindet sich ein zentraler Erschließungskern mit Technik- und Sanitärbereichen. Diese kompakte Organisation minimiert Verkehrsflächen und maximiert nutzbare Büroflächen. Die Obergeschosse nehmen flexibel teilbare Arbeitsbereiche auf, während im Erdgeschoss ein Betriebsrestaurant, großzügige Konferenzzonen sowie repräsentative Eingangssituationen angeordnet sind. Die räumliche Organisation fördert Kommunikation und Vernetzung – sowohl innerhalb einzelner Mieteinheiten als auch gebäudeübergreifend. Der gläserne Connector fungiert als gemeinschaftliche Begegnungszone und stärkt die Quartiersidentität. Die funktionale Offenheit des Systems gewährleistet langfristige wirtschaftliche Nutzbarkeit. Flächen können ohne Eingriffe in die Tragstruktur neu organisiert, zusammengelegt oder geteilt werden. Damit wird eine hohe Zukunftssicherheit über den gesamten Lebenszyklus gewährleistet.

Konstruktion, Materialität und Gebäudetechnik
Das Ensemble ist als konstruktiv präziser Sichtbetonbau in Sandwich-Bauweise konzipiert. Vorgezogene Detailplanung und frühzeitige Abstimmungen mit dem Fertigteilwerk sicherten eine hohe Kongruenz zwischen Entwurf und Ausführung sowie Termin- und Kostensicherheit. Die Fassaden bestehen aus Betonfertigteilen mit integrierter Mineralwolldämmung. Die Sandwich- Konstruktion verbindet konstruktive Effizienz mit dauerhafter Materialqualität. Der hohe Vorfertigungsgrad reduzierte Bauzeiten und erhöhte die Ausführungsgenauigkeit. Technik wird als integraler Bestandteil der Architektur verstanden. Recycelbare Metalldecken mit integrierten Heiz- und Kühlregistern verbinden thermische Effizienz mit gestalterischer Klarheit. Die technische Infrastruktur ist auf flexible Nutzungsanforderungen abgestimmt und ermöglicht Anpassungen ohne grundlegende bauliche Eingriffe. Die kompakte Baukörperstruktur, robuste Materialwahl und langlebige Fassadenkonstruktion gewährleisten geringen Instandhaltungsaufwand und langfristige Wirtschaftlichkeit.

Energie- und Nachhaltigkeitsstrategie
Das Gebäude erfüllt den KfW-40-Standard und ist als im Betrieb CO2-neutraler Bürostandort konzipiert. Gebäudehülle, Konstruktion und technische Systeme wurden als integrales Gesamtsystem entwickelt. Wärmepumpen in Kombination mit einer groß dimensionierten Photovoltaikanlage bilden die regenerative Grundlage der Energieversorgung. Der externe Energiebedarf wird signifikant reduziert. Eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung sichert hohe Luftqualität bei minimierten Wärmeverlusten. Sensorgestützte Steuerungen für Heizung, Kühlung, Lüftung und Beleuchtung reagieren nutzungsabhängig und ermöglichen einen ressourcenschonenden Betrieb bei gleichzeitig hohem Komfort. Die kompakte Bauform unterstützt zusätzlich die energetische Effizienz. Die langlebige Sandwich-Fassade, das flexible Raster und die robuste Materialwahl tragen zu einer nachhaltigen Nutzung über den gesamten Lebenszyklus bei. Ergänzend stärkt das naturnahe Freiraumkonzept mit ökologischer Ausgleichsfläche Biodiversität und Mikroklima.

Architektonische und konstruktive Gesamtkomposition
„CONNECT4“ steht für ein integrales Planungsverständnis, in dem Gestalt, Funktion, Konstruktion, Ökonomie und Gebäudetechnik nicht additiv, sondern systemisch miteinander verknüpft sind. Die klare städtebauliche Setzung, die präzise Fassadenarchitektur in Sandwich-Bauweise und die hochflexible Grundrissstruktur bilden die räumliche Grundlage für nachhaltige, zukunftsfähige Arbeitswelten. Das Ensemble zeigt, wie sich wirtschaftliche Effizienz, konstruktive Stringenz und energetische Innovationskraft zu einer dauerhaften architektonischen Qualität verbinden lassen. Als Leuchtturmprojekt für Mannheim-Neuostheim setzt „CONNECT4“ neue Maßstäbe für die Entwicklung hochwertiger Gewerbeimmobilien im urbanen Kontext.