Projektdaten
| Kategorie | Realisierte Bauwerke |
|---|---|
| BauherrIn | Andreas Layher & Geschwister GmbH & Co. KG |
| PlanerIn | BFK architekten |
| Fertigstellung | 12.2023 |
| Ort | Korntal-Münchingen |
| Weitere Projektbeteiligte | BFK plan GmbH (Generalplanung) |
| Bildnachweis | Achim Birnbaum |
Drei Halleneinheiten mit jeweils vorgelagerten, zweigeschossigen Kopfbauten für Büro- und Sozialräume, Empfang und Aufenthaltsbereich mit Teeküche für Mitarbeitende, sowie Technik- und Sanitärräume bilden ein funktional und gestalterisch präzise abgestimmtes Ensemble.
Die klare Rasterstruktur, die getrennte haustechnische Erschließung der Mieteinheiten sowie die robuste und zugleich differenzierte Konstruktion gewährleisten eine hohe Flexibilität. Produktions-, Lager- und Büroflächen können unabhängig voneinander angepasst und weiterentwickelt werden. Die Weiterentwicklung kann sowohl durch die Zusammenlegung von Mieteinheiten durch Anpassung der Grundrisse, als auch durch flexibel austauschbare Fassadenmodule erfolgen, und bildet damit einen entscheidenden Faktor für die nachhaltige Nutzung des Gewerbeparks.
Erschließung
Die drei Gebäudeeinheiten werden jeweils über separate LKW-Zufahrten von der Siemensstraße erschlossen. Je Halleneinheit sind zwei stationäre Überladebrücken sowie ein ebenerdiges Sektionaltor vorgesehen. Die Anlieferung erfolgt über die Raiffeisenstraße im Westen, die weitere Erschließung über einen Stichweg von der Siemensstraße im Osten. Durch die räumliche Trennung der Verkehrsflächen werden die unterschiedlichen Verkehrsströme funktional voneinander getrennt. Südlich der Gebäudeeinheiten ist ein Parkplatz für den PKW-Verkehr angeordnet, der über einen Zugang an den Gewerbepark angebunden ist. Vor jeder Gebäudeeinheit ist ein Stellplatz für Menschen mit Behinderung vorgesehen. Die drei Gebäudeeinheiten sind fußläufig und barrierefrei über Rampen zugänglich.
Gestalt und Funktion
Die Hallenfassaden aus Sichtbeton-Sandwichelementen und dunklen Isopaneelen verleihen dem Baukörper eine ruhige, prägnante Identität. Großflächige Verglasungen sowie eine transparente Pfosten-Riegel-Fassade in den Kopfbauten schaffen helle Innenräume und ermöglicht eine direkte Einsicht in die betrieblichen Abläufe. Die zweigeschossigen Kopfbauten an der Westseite bündeln Büro-, Sozial- und Technikflächen. Die im 1. Obergeschoss angeordneten Büroflächen sind über eine interne Treppenanlage mit der darunterliegenden Hallenfläche verbunden, wodurch ein unmittelbarer Zugang zur Produktionsfläche gewährleistet ist. Eine raumhohe Ganzglaswand im Obergeschoss ermöglichen außerdem direkte Sichtbezüge in die Halle und fördern kommunikative Arbeitsabläufe.
Konstruktion
Das Tragwerkskonzept der Hallen basiert auf einer Stahlbeton-Fertigteilkonstruktion mit Stützen und Dachbindern im Raster von ca. 12,00 m x 18,00 m. Diese Struktur ermöglicht große, flexibel nutzbare Spannweiten und schafft langfristige Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Nutzungsanforderungen. Die Außenwände kombinieren – je nach Fassadenbereich – Pfosten-Riegel-Konstruktionen, Thermowände, Sandwich- und Stahlbeton-Sandwichelemente mit geglätteter Sichtbetoninnenschale und hochwertiger Wärmedämmung. Die Konstruktion ist so vorbereitet, dass die unterschiedlichen Fassadenmodule auch später noch nutzerbezogen ausgetauscht werden können. Die Büro- und Sozialbereiche wurden in Ortbetonbauweise mit hohem Fertigteilanteil realisiert. Halbfertigteile, Vollfertigteilstützen und Elementdecken mit Aufbeton verbinden konstruktive Effizienz mit hoher Ausführungsqualität. Das integrale Konstruktionsprinzip sichert eine ökonomische Bauweise bei gleichzeitig hoher Dauerhaftigkeit.
Gebäudetechnik und Nachhaltigkeit
Der Gewerbepark erfüllt energetisch den KfW-40-EE-Standard. Die Wärmeversorgung erfolgt jeweils separat pro Hallen- bzw. Mieteinheit über Luft-Wasser-Wärmepumpenkaskaden. Die Hallen werden über Industriebodenheizungen temperiert, die optional auch zur Kühlung eingesetzt werden können. Büro- und Sozialbereiche sind mit Heiz-/Kühlsegeln beziehungsweise Fußbodenheizung ausgestattet und in ein zentrales Lüftungssystem integriert. Extensive Dachbegrünungen verbessern das Mikroklima und tragen zur Regenrückhaltung bei. Ergänzend erzeugt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach regenerative Energie direkt vor Ort.







