Projektdaten
| Kategorie | Realisierte Bauwerke |
|---|---|
| BauherrIn | Max Weishaupt SE |
| PlanerIn | WWA Architekten Wöhr Heugenhauser Johansen PartmbB |
| Fertigstellung | 11.2025 |
| Ort | Schkeuditz |
| Weitere Projektbeteiligte | Bauer + Partner GbR (Tragwerksplanung) | zieher technic ingenieurbüro beratende ingenieure partg mbb (Technische Gebäudeausrüstung (TGA)) | IFP-Weber GmbH & Co. KG (Fachplanung Fassade) | BauGrund Süd Gesellschaft für Geothermie mbH (Geothermie Baugrunduntersuchung) | Neuberger Gebäudeautomation GmbH (Gebäudeautomation) | Strunz &. Strunz Systembau GmbH (Generalübernehmer) | Rupert App GmbH & Co. (Fassade) | Jung GmbH (Technische Ausrüstung in der praktischen Schulung) | Jaeger Ausbau GmbH + Co KG Leipzig (Innenausbau) |
| Bildnachweis | Max Weishaupt SE |
Der Neubau vereint Büro-, Lager- und Schulungsflächen und ist als modernes, funktionales und nachhaltiges Gesamtkonzept gestaltet. Künftig werden über 50 Mitarbeitende von Weishaupt sowie den Tochterfirmen Baugrund Süd und Neuberger in der neuen Niederlassung arbeiten.
Das neue Gebäude steht auf einem 16.500 m² großen Grundstück im Airport-Gewerbepark Schkeuditz, weithin sichtbar direkt an der Autobahn A9. Der 100 Meter lange Neubau umfasst rund 2.000 m² Lagerfläche, 1.300 m² Bürofläche sowie 530 m² Schulungsfläche sowie eine Tiefgarage mit 25 PKW-Stellplätzen.
Mehr als die Hälfte des Grundstücks ist angelegte Grünfläche. Das gesamte Regenwasser der Dach- und Erschließungsflächen wird gesammelt, vorgereinigt und einer Zisterne zugeführt – das Grauwasser wird zur Gartenbewässerung und zur Reinigung der Bohrfahrzeuge genutzt.
Der Baukörper gliedert sich in zwei Teile: einen zweigeschossigen Büro- und Verwaltungsriegel mit Unter-kellerung und einen nahezu kubischen Baukörper mit zwei Lagerhallen für Weishaupt und Baugrund Süd sowie Schulungsräume und eine Technikzentrale.
Beide Teile sind über ein dreigeschossiges Treppenhaus verbunden, das als zentraler Erschließungskern fungiert. Der Haupteingang zum Gebäude sowie die Tore zur Lagerhalle Weishaupt werden vom Innenhof erschlossen. Da die Halle der Tochterfirma Baugrund Süd aufgrund der Wartung von Bohrgeräten eine höhere Raumhöhe benötigt, wird sie direkt von der Straße erschlossen. Dadurch entsteht ein Höhenunter-schied von ca. 2,80 m.
Die Räume im Verwaltungsbau sind flexibel gestaltbar. Nichttragende Innenwände aus Gipskarton und Glastrennwände ermöglichen Anpassungen an zukünftige Anforderungen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Schulungszentrum, das sowohl theoretisches als auch praktisches Training für Fachhandwer-kerinnen und Servicetechnikerinnen bietet. Die Praxis-Schulungen sind vollständig mit funktionsfähigen Produkten ausgestattet: erdgekoppelte Wärmepumpen, Luft/Wasser-Wärmepumpen, bodenstehende und wandhängende Brennwertsysteme für Gas und Öl sowie Prüfflammrohrkessel für die Brennerschulungen. So können Fachhandwerker*innen direkt am Produkt lernen und die Systeme praxisnah testen. Ein hinter der Wand gelegener Installationsgang ermöglicht ein zusätzliches Training von der Rückseite der Geräte.
Die zwei Lagerhallen haben jeweils eigene Zufahrten. So werden logistische Abläufe optimiert und interne Wege verkürzt. Die einfache, fast kubische Form nutzt die Fläche optimal und ermöglicht flexible La-gerstrukturen.
Die Tragkonstruktion des Gebäudes besteht aus Stahlbeton oder Stahlbetonskelettbau, was große Spann-weiten, Stabilität und Langlebigkeit sicherstellt. Außerdem speichert der Beton Wärme, was Teil des Ener-giekonzepts ist.
Die Fassadengestaltung besteht aus geschlossenen Fassadenelementen mit weißen Aluminium-Verbund-platten und einem teilweise 3,0 m hohen Sichtbetonsockel. Die großflächigen Fensterelemente sorgen für viel Tageslicht und bestehen aus Festverglasungen und integrierten Öffnungsflügeln zur manuellen Lüf-tung. Das Obergeschoss auf der Ostseite ist als Doppelfassade ausgeführt. Diese bietet Lärmschutz von der Autobahn, wirkt als thermischer Puffer und unterstützt den sommerlichen Wärmeschutz.
Die Dachgestaltung ist auf die jeweiligen Gebäudeteile abgestimmt: Das Büro- und Verwaltungsgebäude hat ein Flachdach ohne Gefälle, mit innenliegender Entwässerung, Notentwässerung und Kiesschüttung. Die Lagerhalle erhält ein flachgeneigtes Foliendach ohne Kiesschüttung, auf dem eine Photovoltaikanlage installiert ist. Durch die Höhe der Attiken ist die Absturzsicherung für die Wartung gewährleistet.
Das Energiekonzept erfüllt den Standard Effizienzhaus 40. Die Wärmeversorgung der Niederlassung er-folgt mit 3 Sole-Wasser-Wärmepumpen, die als Wärmequelle insgesamt 21 Erdwärmesonden mit je 90 m Länge nutzen. Zusätzlich kann die Abwärme der praktischen Schulung in das Gebäudenetz eingespeist werden. Im Sommer wird die Geothermie zur Kühlung (und zur Regeneration der Sonden) genutzt. Im Bü-robereich erfolgt die Wärmeübertragung mittels Flächenheizungen (Heiz-Kühl-Decken & Fußbodenhei-zung / -kühlung), in der Lagerhalle wird hierfür eine Betonkernaktivierung genutzt. Eine PV-Anlage auf dem Dach versorgt die Wärmepumpenkaskade mit Strom. Dadurch sinken die Betriebskosten und der Komfort steigt.
Das Anlagenkonzept mit extrem niedrigen Systemtemperaturen im Winter sorgt für eine ideale Nutzung der gesamten Anlagentechnik. Die Anlage wird von der HTWK Leipzig im Rahmen von verschiedenen Se-mesterarbeiten überwacht und dokumentiert. Auf Basis des Monitorings werden zukünftig weitere Opti-mierungen möglich sein.
Insgesamt spiegelt die Niederlassung die Werte der Max Weishaupt SE wider: technologische Kompetenz, Energieeffizienz, Qualität und Innovationskraft. Klare Formen, integrale Planung und das Zusammenspiel aller Komponenten ergeben eine nachhaltige, wirtschaftliche und funktionale Lösung. Nachhaltigkeit wird umfassend gedacht: langlebige Bauweise, flexible Grundrisse, wartungsarme Materialien und hohe Ener-gieeffizienz sichern die Zukunftsfähigkeit. Transparente Räume, viel Tageslicht und Lüftungsmöglichkeiten fördern das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Die Niederlassung ist damit nicht nur Arbeitsplatz, sondern Ausdruck einer modernen, zukunftsorientierten Baukultur.






