Projektdaten
| Kategorie | Realisierte Bauwerke |
|---|---|
| BauherrIn | EJOT SE & Co.KG |
| PlanerIn | pwpMAS Architekten PartG mbB (bis 2023: Pahl + Weber-Pahl Planungsgesellschaft) |
| Fertigstellung | 10.2023 |
| Ort | Bad Laasphe |
| Weitere Projektbeteiligte | Bauart Konstruktions GmbH (Tragwerk, Bauphysik) | Rehling Energie -Technik GmbH (HLS) | Elfas GmbH (ELT) | Chr. Müller (Brandschutz) | UBEG GbR (Geothermie) |
| Bildnachweis | Martin Granacher | Roman Mensing |
Nun sollten ebenfalls Teile der Forschung und Entwicklung, des Marketings und Vertriebs hier gebündelt werden. Den Ort prägen einerseits die Bestandsbauten sowie der beeindruckende Baumbestand und die erhaltenen Grünflächen. Das neue Tec Center ergänzt als neues Gegenüber den baulichen Bestand zu einem Ensemble mit einem großzügigen grünen, baumbestandenen Zwischenraum. Produktion, Forschung, Entwicklung sowie Schulung und Verwaltung des Bauherrn konnten so hier vereint werden. Die neue Eingangssituation nimmt die Richtung des Bestandsgebäudes auf und reagiert mit einem tiefen Einschnitt in der Gebäudekubatur auf das zweigeschossige Eingangsportal des Bestandswerks. Dieser erlaubt die Belichtung des tiefen Gebäudevolumens im Ober- und Erdgeschoss.
Programm & Raum
Auf gut 2.300 m² sind Nutzungen von Forschung und Entwicklung, Schulung sowie Verwaltung synergetisch miteinander verknüpft. Der Showroom als Schnittstelle zur Öffentlichkeit öffnet sich zum Campusplatz. Er zeigt in veränderbaren Konfigurationen die aktuellen Produkt- und Entwicklungsschwerpunkte des Bauherrn. Der Sichtbezug zum Außenraum und seinem baulichen Gegenüber bleibt dabei immer präsent. Ergänzt wird das Erdgeschoss durch die erforderlichen Sanitär- und sonstigen Nebenräume.
Der sich anschließende Seminarraum fungiert als Auditorium mit Stufenanlage. Er ist Schnittstelle zur im Erdgeschoss anschließenden Testhalle samt Werkstatt und Prüflaboren, sowie zu den im Obergeschoss gruppierten Büro- und Besprechungsflächen.
Die Gebäudestruktur erlaubt durch die Trennung von Tragwerk und Ausbau in großen Teilen des Obergeschosses eine flexible Anordnung und Organisation der Büroflächen. Ebenso ist denkbar, die große Testhalle in einem möglichen Zukunftsszenario zu Produktionszwecken umzunutzen.
Material / Konstruktion / Nachhaltigkeit
In der Materialisierung des Tec Centers wurde Wert auf CO2-Reduktion in Betrieb und Erstellung sowie auf Rückbaubarkeit der Konstruktion gelegt. In Holz-Hybrid Bauweise errichtet, werden große und kleinere Spannweiten in Abhängigkeit der jeweiligen Nutzungen kombiniert.
Das Haupttragwerk trägt eine Holz-Beton-Verbund-Geschossdecke mit integrierter Bauteiltemperierung sowie eine Brettstapeldecke als Dachtragwerk. Die Spannrichtung des Tragwerks aus Baubuchestützen und -bindern ist gleichzeitig Ordnungs- und Tragstruktur.
Zur Gründung liegt eine einfache Stahlbetonbodenplatte mit integrierter Bauteiltemperierung auf einer Baugrundverbesserung aus Rüttelstopfsäulen und einer Dämmung aus Glasschaumschotter. Im Sinne des Brandschutzes und zur Aussteifung wurden die Treppenhäuser in Stahlbeton errichtet. Wo immer sinnvoll machbar, sind die tragenden Bauteile als raumbildende Konstruktion belassen.
Ein großer Teil des Trockenbaus ist in Holzständerbauweise mit Lehmtrockenbauplatten ausgeführt. Diese wirken sich vorteilhaft auf das Raumklima sowie den Schallschutz aus.
Die Westfassade nimmt die prägenden weißen Metallfassadentafeln des Bestands auf, löst diese aber gleichzeitig auf und verortet mit ihrer Grünfassade das Gebäude in seinem faktischen sowie ideellem Kontext.
Geplant und umgesetzt wurde nach den Vorgaben der KfW 40 EE Förderung.
Aufgrund des hohen Vorfertigungsgrad des Holzbaus konnte dieser in nur gut zwei Monaten gestellt werden.
Technische Anlagen
Die haustechnischen Anlagen und Leitungsführungen sind in großen Teilen sichtbar belassen. Beheizt wird das Gebäude über eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die Verteilung erfolgt über Bauteiltemperierung sowie Deckenstrahlplatten.
Eine Lüftungsanlage mit adiabater Kühlung sorgt für die erforderliche Kühlung. Die Stromversorgung wird in großen Teilen durch eine PV-Anlage mit ca. 290 m² gedeckt. Die Dachfläche ist großflächig begrünt und dient als Retentionsvolumen des Niederschlagwassers.





