Projektdaten
| Kategorie | Realisierte Bauwerke |
|---|---|
| BauherrIn | Bsp. Boehringer Ingelheim |
| PlanerIn | Holzbau Dawen GmbH |
| Fertigstellung | 12.2024 |
| Ort | Saarburg |
| Bildnachweis | Holzbau Dawen GmbH |
Die KAMBI-Station setzt bewusst an dieser Stelle an und versteht die Trafostation als kleines Infrastrukturgebäude, das Entwurfslogik verdient: Maßstab, Proportion, Materialität und Ort. Architektonische Qualität entsteht hier nicht als Sonderlösung, sondern als Systemqualität. Ein ruhiger Baukörper, ein klares Raster und definierte Schnittstellen bilden die Grundlage, damit die Station in verschiedenen Maßstäben und Situationen funktioniert – ohne jedes Mal neu erfunden zu werden.
FUNKTION — FASSADENOFFENHEIT UND KONTEXTUELLE INTEGRATION
Die zentrale architektonische Qualität ist die Fassadenoffenheit. Die KAMBI-Station ist nicht an eine feste Optik gebunden, sondern kann unterschiedliche Fassadenprinzipien aufnehmen: Holz, Metall oder industrielle Bekleidungen bis hin zu projektspezifischen Oberflächen. Damit wird die Station kontextfähig: robust im Gewerbegebiet, integriert am Firmen-Campus, zurückhaltend im sensiblen Umfeld. Exemplarisch zeigt eine lotrechte Holzfassade aus 4/6-Latten, wie Tiefe und Ordnung entstehen und wie aus dem reinen Technikobjekt ein gestalteter Baustein wird. Die Station wird nach IEC 62271-202 zertifiziert und ist störlichtbogengeprüft – technische Perfektion und gestalterischer Anspruch schließen sich hier nicht aus.
KONSTRUKTION — BRETTSPERRHOLZ ALS ARCHITEKTONISCHE GRUNDLAGE
Konstruktive Basis der KAMBI-Station ist Brettsperrholz (BSP). Das Material ermöglicht eine präzise Fügung und eine ruhige Baukörperlogik. Entscheidend für die Serientypologie: Detailqualität wird wiederholbar. Damit wird Gestaltung nicht zum Baustellenrisiko, sondern planbar – genau dort, wo Infrastrukturgebäude sonst häufig an improvisierten Lösungen scheitern.
ÖKONOMIE — LEICHTBAU ALS ENTWURFSHEBEL
Die KAMBI-Station wiegt ca. 50 % weniger als eine vergleichbare Betonstation. Das ist nicht nur ein logistischer Vorteil, sondern wirkt auf die Setzung: Transport und Montage werden einfacher, Eingriffe am Ort können geringer ausfallen – insbesondere dort, wo Nähe zum Bestand, enge Areale oder sensible Freiräume die Qualität bestimmen. Es entsteht ein stabiler, planbarer Bauprozess – passend zu Industrie- und Gewerbestandorten mit knappen Zeitfenstern und klaren Abläufen.
NACHHALTIGKEIT — KOHLENSTOFFSPEICHER STATT ALIBI
Der Holzbau speichert biogenen Kohlenstoff langfristig im Bauwerk. Auf Basis allgemein anerkannter Ökobilanz-Ansätze kann – je nach Stationsgröße, Holzanteil und Bilanzgrenze – die COn-Bilanz im Materialteil bilanziell negativ ausfallen. Nachhaltigkeit ist damit nicht aufgesetzt, sondern im Baustoff und System verankert. Die zugrunde gelegten Standardannahmen werden transparent dokumentiert.
ALLEINSTELLUNGSMERKMALE
— Serienprodukt: System und Variation statt Einheitsobjekt – wirtschaftlich und kontextsensibel zugleich
— Fassadenoffenheit: Integrierbar in nahezu jedes architektonische Umfeld von Industrie bis Campus
— BSP-Baukörper: Präzise Fügung, wiederholbare Detailqualität, sichtbares Holz innen wie außen
— Zertifiziert: Getestet nach IEC 62271-202, störlichtbogengeprüft (5 t/m², 18.000 °C)
— Klimawirksam: COn-Bilanz im Materialteil je nach Bilanzgrenze bilanziell negativ (Kohlenstoffspeicher)
— Leichtbau: Ca. 50 % leichter als Betonstationen – geringere Setzung, einfachere Logistik und Montage
Mit ca. 600.000 Trafostationen im Bestand und rund 25.000 Neubauten pro Jahr liefert die KAMBI-Station eine skalierbare Antwort auf eine übersehene Bauaufgabe: Infrastruktur, die Architektur sein darf.







