Projektdaten
| Status | Nominierung |
|---|---|
| Kategorie | Realisierte Bauwerke |
| BauherrIn | Becherer Möbelwerkstätten-Innenausbau GmbH |
| PlanerIn | Justies Architekten BDA |
| Fertigstellung | 08.2024 |
| Ort | Elzach |
| Weitere Projektbeteiligte | Isenmann Ingenieure GmbH |
| Bildnachweis | Yohan Zerdoun Photography |
Um die Produktionsprozesse zukunftsfähiger und effizienter zu gestalten soll die bestehende Logistikhalle mit rund 1000m2 Fläche erweitert werden. Ein neuer Trockenraum, Platz für die Vormontage und den Warenversand, zusätzliche Lagerfläche und Büros waren Vorgabe für die Planung.
Die Schreinerei mit ihren bestehenden Produktions- und Lagerflächen befindet sich in Elzach, idyllisch gelegen in einem Seitental des Schwarzwaldes, nördlich von Freiburg. Am nordwestlichen Rand des Gewerbegebietes zwischen dem Bauhof der Gemeinde und den bestehenden Betriebsgebäuden, hatte die Schreinerei bis dato einen Teil des Grundstücks als unbeheizte Lagerfläche für Material genutzt. Auf dieser Fläche soll der Betrieb von Becherer Möbelwerkstätten erweitert werden.
Im Erd- und Obergeschoss des Erweiterungsbaus sind in einer zehn monatigen Bauzeit rund 1.000m2 neue Fläche für die Schreinerei entstanden. Im Erdgeschoss in unmittelbarer Nähe, angrenzend an das bestehende Betriebsgebäude, fand ein neuer Trockenraum, Fläche für die Vormontage, Lagerfläche für Materialien und ein großzügiger Logistikbereich mit 4 Laderampen Platz.
Im Obergeschoss verfügt der Erweiterungsbau über 200m2 neue Bürofläche, für zusätzliche Arbeits- und Besprechungsräume. Zusätzliche Lagerfläche und die Technik der Lüftungsanlage wurden ebenfalls auf dieser Zwischenebene untergebracht. Die Ausführung der Höhen im Erdgeschoss und Obergeschoss wurde für einen reibungslosen Produktionsablauf von der Anlieferung bis zum Versand in der neuen Logistikhalle präzise auf den Gebäudebestand abgestimmt.
Ein hoher Grad an Vorfertigung war für den Bauablauf im laufenden Betrieb, wie auch die Baustellenlogistik sehr wichtig. Die gesamte Betriebslogistik musste über die Bauzeit von November 2023 bis August 2024 in einem Provisorium ausgelagert werden.
Eine hybride Bauweise aus Holz und Stahl mit präziser Planung im Vorfeld sorgte für die zügige Errichtung des Rohbaus. Die Außenwände wurden in Holzrahmenbauweise errichtet, die Tragstruktur für die notwendige Stützenfreiheit der Logistikhalle als Stahlbau und die erforderlichen Brandschutzwände in Stahlbeton. Die Geschoss- und Dachdecken sind aus Brettsperrholzelementen gefertigt. Die unterschiedlichen Baumaterialien wurden ihren spezifischen Eigenschaften entsprechend eingesetzt. Weit auskragende Vordächer in Brettschichtholz überdachen die Laderampen und ermöglichen eine trockene An- und Ablieferung der Möbelstücke. Für die Fassadenbekleidung wurde eine geschosshohe Lattung aus lokaler Weisstanne gewählt. Fenster und Türen sind größten Teils als Holz-Aluminium Elemente aber auch als reine Holzfenster ausgeführt. Ein hoher Anteil an sichtbaren Holzoberflächen war für die Schreinerei ein selbstverständlich erklärtes Ziel.
Die dunkle Gebäudehülle aus Holz und Beton steht im Kontrast zu den hellen und naturbelassenen Oberflächen im Inneren der Logistikhalle. Große Verglasungen und offene Arbeitsplätze in den Produktions- und Bürobereichen spiegeln die Firmenphilosophie und den Anspruch des Unternehmens im Sinne der „gläsernen Manufaktur“ wider.
Der Erweiterungsbau wurde nach KfW 40 Standard für Nichtwohngebäude errichtet. Die flügelgeglättete Bodenplatte ist bauteilaktiviert und sorgt mit der Pelletheizung, die mit den betriebseigenen Holzabfällen betrieben wird, für die notwendige Beheizung des Gebäudes. Die eigens zur Trocknung der lackierten Möbeloberflächen eingebaute Lüftungsanlage konditioniert die Luft vor und sorgt für eine staubfrei Trocknung der veredelten Oberflächen. Eine Gebäudeautomation und die vorgeschrieben Brandmeldeanlage sind weitere Komponenten der haustechnischen Gebäudeausstattung.



