Case Study Center for Modular Construction

Projektdaten

KategorieNachwuchs
Art der ArbeitBachelorarbeit
BetreuerInProf. Dr. Riklef Rambow
PrüferInProf. Ludwig Wappner
BearbeiterInNoemi Vivien Welk
Studiengang/HochschuleKarlsruher Institut für Technologie, Architektur

Der Entwurf besteht aus drei Baukörpern: einem öffentlichen Bereich mit Ausstellungs- und Büroflächen, einer zentralen Werkhalle und einem Wohnbereich mit Einzelzimmern für Forschende. Unterschiedliche Längen, Höhen und Funktionen prägen das Ensemble. Gleichzeitig fügt sich der Entwurf mit seiner quadratischen Form, städtebaulich in den gegenüberliegenden USM-Komplex ein.

Das Projekt zeichnet sich durch eine präzise Organisation der Erschließung aus. Zwei Haupteingänge an der Vorderseite führen direkt in den öffentlichen Bereich. Die horizontale Verbindung integriert die drei Baukörper funktional, während die vertikale Erschließung gezielt an den Schnittstellen zur Werkhalle positioniert ist. Dadurch entstehen kurze Wege, klare Blickbeziehungen und eine intuitive Orientierung. Im öffentlichen Baukörper befinden sich flexibel nutzbare Ausstellungsflächen, die durch eine großzügige Treppenanlage ergänzt werden. Diese dient nicht nur als vertikales Erschließungselement, sondern auch als Auditorium – ein hybrides Raumangebot für Präsentationen, Vorträge und informelle Zusammenkünfte.

Über den Ausstellungsflächen liegen Bürobereiche, die durch ihre Nähe zur Halle den direkten Austausch zwischen Forschung und Entwicklung fördern. Die Werkhalle bildet das funktionale und räumliche Zentrum des Entwurfs. Sie verbindet die beiden anderen Baukörper und schafft Raum für Werkstätten und Labore. Großzügige Arbeitsflächen im Erdgeschoss ermöglichen unterschiedliche Forschungs- und Produktionsprozesse. Eine abgehängte Konstruktion im oberen Bereich erweitert die Nutzbarkeit vertikal und bietet zusätzliche, flexibel bespielbare Ebenen. Die Halle wird so zu einem adaptiven Raumgerüst, das auf sich wandelnde Anforderungen reagieren kann, ein entscheidender Faktor für die langfristige Zukunftsfähigkeit des Gebäudes. Von der Halle aus besteht ein direkter Zugang zu den Wohnbereichen. Die 24 Wohneinheiten für Forschende befinden sich bewusst in unmittelbarer Nähe zur Werkhalle. Dieses räumliche Kontinuum zwischen Forschung und Wohnen fördert den interdisziplinären Austausch und spontane Begegnungen.

Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal des Projekts ist die markante Schrägseilkonstruktion der Werkhalle. Diese entsteht aus der funktionalen Anforderung, eine stützenfreie Halle mit einer Spannweite von 40 Metern zu realisieren. Anstatt diese Herausforderung rein technisch zu lösen, hat sie sich während dem Prozess zum identitätsstiftenden Gestaltungselement weiterentwickelt. Die Konstruktion prägt das äußere Erscheinungsbild, macht die Noemi Vivien Welk innere Logik des Gebäudes nach außen ablesbar und zielt auf ein wiederholbares System ab. Dieses ist durch die klaren Raster und die horizontale Erweiterung möglich. Die Konstruktion verbindet Effizienz und Ausdruck. Durch die Reduktion auf wenige tragende Elemente entsteht ein offener, flexibel nutzbarer Innenraum. Gleichzeitig wird Material gezielt und ressourcenschonend eingesetzt, da die Kräfte über Seile und schlanke Tragglieder effizient abgeleitet werden. Die Tragstruktur ist somit nicht nur ein Mittel zum Zweck, sondern ein integraler Bestandteil des architektonischen Konzepts.