Projektdaten
| Kategorie | Nachwuchs |
|---|---|
| Art der Arbeit | Masterarbeit |
| BetreuerIn | Prof. Dr. Doris Österreicher |
| PrüferIn | Prof. Dipl.-Ing. Martina Bauer |
| BearbeiterIn | Valentin Rombach |
| Studiengang/Hochschule | Universität Stuttgart, Architektur und Stadtplanung |
Als bedeutendes Zeugnis der Industriegeschichte und integraler Bestandteil des städtischen Hafenensembles erhält das denkmalprägende Gebäude eine neue Funktionalität, die Tradition und Digitalisierung auf exemplarische Weise verbindet.
Der Entwurf überträgt die ursprüngliche Speicherlogik in die Gegenwart – nach dem Leitmotiv „Daten sind das Getreide des 21. Jahrhunderts“. Die robuste, geschlossene Struktur des ehemaligen Silos bildet die bauliche Grundlage für einen hochsicheren Datenspeicher, während die offeneren Gebäudeteile in ein vielfältiges öffentliches Programm überführt werden. Café, Ausstellungen, Coworking, Medienlabore und ein Innovations-Lab schaffen eine neue Adresse für Austausch, Bildung und Kreativität am Wasser. Ein vertikales Atrium durchdringt das Gebäude und verwandelt den ehemals introvertierten Speicher in einen lichtdurchfluteten, räumlich klar strukturierten Ort, der Bewegung, Orientierung und Begegnung ermöglicht.
Das Energiekonzept demonstriert den konsequenten Anspruch an Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz. Die Abwärme des Rechenzentrums wird im Winter zur Beheizung des öffentlichen Bereichs genutzt und bei Überschuss in das Fernwärmenetz eingespeist. Im Sommer übernimmt eine Kombination aus freier Kühlung, Rückkühlern und bedarfsgesteuerter maschineller Kälte die thermische Entlastung. Ein großflächiges Photovoltaiksystem auf Dach und Fassade – mit farblich angepassten,
architektursensiblen Modulen – erzeugt einen wesentlichen Teil der benötigten elektrischen Energie. Die raumklimatische Stabilität wird durch ein Zusammenspiel aus Wärmerückgewinnung, natürlicher Schwerkraftlüftung über das Atrium und baulicher Verschattung gewährleistet.
Die Transformation des Getreidespeichers stärkt den Rheinhafen Kehl als historischen Infrastrukturstandort und positioniert ihn zugleich als Impulsgeber für eine moderne Wissens- und Datenökonomie. Das Projekt zeigt, wie bestehende Industriearchitektur durch präzise Eingriffe, nachhaltige Technologien und neue Nutzungsschichten zu einem identitätsstiftenden Baustein zeitgemäßer Stadtentwicklung werden kann.





