Brauwerk Baden GmbH

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInKronenbrauerei Offenburg GmbH
PlanerInLieb + Lieb Architekten BDA
Planungs- und Realisierungszeitraum08.2017
OrtOffenburg
BildnachweisGerhard Lieb, Lieb Architekten BDA

Nach der Fertigstellung des neuen Firmensitzes in der Nähe des Offenburger Güterbahnhofs gab das 1847 gegründete KRONEN-Brauhaus seinen innerstädtischen Standort auf. Der Umzug in den Neubau im Industriegebiet Offenburg-Rammersweier ermöglichte eine Optimierung interner Prozesse sowie die Überholung der Marke Kronenbrauerei, welche künftig unter dem Namen »Brauwerk Baden« firmieren würde.

Vordringlichstes Ziel am neuen Standort sollte sein, durch die neue Brauanlage viel flexibler zu sein, um dann weitere Biersorten – auch in kleineren Abfüllmengen – anbieten zu können. Zudem sollte sich das neue Brauwerk mit Biergarten, Gastronomie und Schaubrauerei in der Umgebung als Adresse für Feierlichkeiten und Freizeitaktivitäten einen Namen machen.

Die Herausforderung des Entwurfs bestand darin, die unterschiedlichsten Nutzungsbereiche miteinander zu verknüpfen und ein gesamtheitliches Bild der neuen Marke Brauwerk Baden nach außen zu transportieren. Der Produktionsbereich umfasst Sudhaus, Gärkeller, Fassabfüllung und Nebenräume wie Labor, Hopfen- und Malzlager. Daran angeschlossen sind eine Lagerhalle für Voll- und Leergut und die Sozialbereiche für die Mitarbeiter. Außerdem beherbergt der Gebäudekomplex einen Verwaltungstrakt und einen Gastronomiebereich, welcher sich in Gaststätte mit Schaubrauerei und Biergarten sowie Barlounge mit Dachterrasse untergliedert.

Da der Großteil des Gebäudes von der Produktions- bzw. Lagerhalle eingenommen wird, war eine reduzierte Formensprache und die kubistische Gebäudeform maßgebend für den Gesamtkomplex. Als Fassadenmaterial stand Klinker frühzeitig fest. Vor allem der stirnseitige Bereich, wo die Gastronomie verortet ist, sollte dadurch einerseits die Referenz zum alten verklinkerten Brauereigebäude herstellen, andererseits den Werkscharakter des neuen Gebäudes widerspiegeln. Der Hallenbereich ist mit Polycarbonatplatten verkleidet – ein zeitgenössisches Fassadenmaterial für eine moderne Produktion – und verzahnt sich an den Längsseiten des Gebäudes mit der Klinkerfassade. Eine Sichtbetonattika umspannt die verschiedenen Nutzungen und krönt das Gebäude mit dem eingelassenen Schriftzug „Brauwerk Baden“. Auch im Innern wurden die Oberflächen zumeist in Sichtbeton belassen.

Die Formensprache und die Verwendung traditioneller Materialien wie Klinker lassen das Brauwerk als ein Gebäude mit typischem Werkscharakter erscheinen. Durch das Kombinieren mit Elementen aus Stahlbeton und Glas entsteht ein Bauwerk, das traditionelles Brauhandwerk im modernen Kontext verkörpert.

Um eine angemessene Aufenthaltsqualität in dem Industriegebiet für Gastronomie mit Biergarten zu schaffen, wurde der Geländeaushub entlang der Grundstücksgrenze in Richtung Schienen und anderer Lärmquellen als Wälle angelegt. Dadurch wird eine Oase ohne störende Einflüsse von Aussen kreiert und gleichzeitig kann die Steigung als Tribüne für beispielsweise Public Viewing genutzt werden.