Brunner Innovation Factory

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInBrunner GmbH
PlanerInHENN
Planungs- und Realisierungszeitraum06.2015 ,03.2017-08.2018
OrtRheinau
BildnachweisHGEsch

Im badischen Rheinau befindet sich der Standort des Möbelherstellers Brunner. Die Erweiterung einer Produktionsstätte integriert neben der Produktion, Versuchs- und Forschungswerkstätten, Büros, ein Bistro und Showrooms in eine kompakte Bauform. In dem zweigeschossigen Gebäudeteil findet die Endmontage der Möbel statt, in der rückwärtigen Halle befinden sich die Werkstatt und der Versand.

Als Architekt und Generalplaner war für HENN die besondere Herausforderung der Brunner Innovation Factory, unterschiedliche Programme räumlich und funktional zu vereinen. Insgesamt werden Entwicklung, Design, Prototyping, Endproduktion samt Versand, offene Arbeitsräume, Showrooms und Kantine im hybriden Innovationszentrum unter ein Dach gebracht. Von der Kantine oder dem Café als Schnittstelle zur Produktion lassen sich Montageabläufe beobachten; es ist ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Das Konzept beruht auf dem Gedanken eines „Marktplatzes“, der als kommunikatives Zentrum für Mitarbeiter und Besucher gedacht ist.

Das modular aufgebaute Holztragwerk der Produktionshalle stellt ein besonderes Merkmal des Projekts dar. In Analogie zu den Manufakturgedanken und Techniken der Möbelfertigung werden die Träger der Dachkonstruktion an den Knotenpunkten zusammengefügt. Es unterstreicht den hohen Anspruch an Nachhaltigkeit, natürlicher Ästhetik und Aufenthaltsqualität des Projekts.

Die im Hallenraum sichtbare Konstruktion setzt sich aus Holzfachwerkträgern mit Spannweiten bis zu 15,75 m zusammen. Die Träger bestehen aus formstabilen Furnierschichtholzlamellen. Das Tragwerk gliedert sich in Haupt-, Neben- und Tertiärträger. Hierfür ist die Anzahl der Lamellen entscheidend: Die Gurte der Hauptträger haben drei, die der Querträger zwei und die Tertiärträger eine Lamelle. Das Dach konnte frei von Auskreuzungen gehalten werden, indem die Scheibenwirkung des Dachtrapezblechs die Wirkkraft übernimmt. Beleuchtet wird die Halle durch technische Lichter in den Fachwerkträgern.

Ein besonderes Augenmerk wird auf Offenheit und Transparenz des Gebäudes nach außen und innen gelegt. Das Montageverfahren kann in der Halle Schritt für Schritt nachvollzogen werden. Die Glaswände und eine sich durch die gesamte Gebäudelänge streckende Galerie stellen bewusst Sichtachsen zwischen dem Produktionsbereich und den Arbeitsbereichen im Obergeschoss her. Die vielfältig konzipierten Büroräume ermöglichen sowohl ruhiges konzentriertes Arbeiten als auch Besprechungen und Teamarbeit.