Neubau Feuerwache in Bruchsal

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInStaatliches Hochbauamt Karlsruhe
PlanerInPlanungsgruppe Gestering | Knipping
Planungs- und Realisierungszeitraum12.2016 - 03.2020
OrtBruchsal
Bildnachweismarkus guhl fotografie; atelier altenkirch

Auf der Seite des Bauherrn – des Staatlichen Hochbauamtes Karlsruhe – bestand der Anspruch, in den Punkten Gestaltung, Ökonomie und Nachhaltigkeit nach hohen Standards zu bauen.

Bauherr und Architekt verfolgten nach zahlreichen Untersuchungen die Verwendung des Materials Dämmbeton (Leichtbeton) als Sichtbeton. Das innovative Material Dämmbeton sollte dergestalt Verwendung finden, dass seine Eigenschaften nachvollziehbar bleiben und seine Oberflächenwirkung die elegante und ruhende

Form des Gebäudes unterstützt.

Der Baukörper spiegelt die innenräumliche Situation wider. Der in seiner Längsrichtung geteilte Grundriss besitzt unterschiedliche Anforderungen an die Raumhöhen. Es entstanden ein hoher und ein niedriger Körper. Diese Höhenstaffelung erzeugt ein Spannungsverhältnis der Baumassen zueinander, obgleich dem Auseinanderfallen durch die glatten, verbindenden Stirnseiten in Sichtbeton entgegengewirkt wird.

Der Einsatz von Dämmbeton ermöglicht eine monolithische, einschalige Konstruktion der Außenwände. Dies ist insofern innovativ, als dass die gängige Praxis des mehrschaligen, gedämmten Wandaufbaus obsolet wird. Der mehrschalige Wandaufbau erweist sich zunehmend in baulogistischer, baukonstruktiver und bauphysikalischer Hinsicht, aber auch unter dem Gesichtspunkt der späteren Entsorgung der Baumaterialien nach Abbruch des Gebäudes als problematisch. Hier bedeutet die Verwendung von Dämmbeton eine deutliche Vereinfachung.

Auch aus ökonomischer Sicht kann die einschalige Bauweise als vorteilhaft betrachtet werden, trotz vergleichsweise hoher Herstellungskosten. Da anders als bei der zweischaligen Sichtbetonkonstruktion sowohl der Arbeitsschritt der Kerndämmung, als auch derjenige des erneuten Schalens der Wandaußenseite entfällt, werden Terminrisiken und potenzielle Mängel verringert. Weniger Gewerke sind beteiligt, was die Taktung der Arbeitsschritte vereinfacht und das Risiko infolge von Schnittstellen unterschiedlicher Gewerke deutlich verringert.