Neubau Fundusgebäude mit Fahrzeughalle

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInStadt Friedrichshafen
PlanerInFritz Hack Freier Architekt BDA/SRL
Planungs- und Realisierungszeitraum08.2019
OrtFriedrichshafen-Ailingen
BildnachweisFritz Hack Freier Architekt BDA/SRL

Das Seehasenfest wird als Kinder- und Heimatfest seit 1949 in Friedrichshafen gefeiert. An verschiedenen Aktivitäten und am Festumzug sind bis zu 4500 Schüler und viele ehrenamtliche Helfer beteiligt. Viele Requisiten, Festwägen und Kleidungsstücke, die rund um das ganze Fest benötigt werden, sollen in einem geeigneten Lagergebäude (Zentrallager/Zentraldepot) zusammengeführt werden.

Die Aufgabe der Stadt Friedrichshafen an uns Architekten und Ingenieure bestand darin, ein neues Gebäude mit Arbeitsräumen für den Seehasenfundus, sowie eine Halle für Fahrzeuge (Festwägen) und andere Requisiten zu planen und zu realisieren. Darüber hinaus waren in der Halle noch Lagerflächen für Requisiten des Kulturbüros (Kulturufer) zu integrieren.

Der Entwurf gliedert sich in zwei Baukörper: den Seehasenfundus mit Arbeitsräumen und Lagerräume für Kostüme / Requisiten und in eine Halle für Fahrzeuge und Requisiten.
Die gestellte Zielvorgabe lag in der Entwicklung eines klimaneutralen Gebäudes in einfacher und robuster Ausführung, das mit dem begrenzten Budget realisierbar war. Die spezifischen klimatischen Anforderungen resultierten aus den teilweise empfindlichen Requisiten und der gleichzeitigen Schaffung von Arbeitsplätzen und Räumen für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Schneiderei und Wäscherei und im
Büro.
Hieraus entstand die Idee, die beiden Bauwerke in Holz zu konstruieren und die Materialität auch sichtbar zu machen. Die Reduktion auf das Notwendige bot zugleich eine Chance: Durch die geringen Anforderungen an den Schall- und Wärmeschutz konnten alle Bauteile auf das Notwendigste reduziert werden. Einfachstes und ressourcenschonendes Bauen konnte umgesetzt werden.

Das viergeschossige Fundusgebäude ist in einem Raster aus Stützen und Unterzügen aufgebaut, die zur Bildung der Dach- und Geschossdecken mit Brettsperrholzplatten belegt sind. Aus diesem industriellen Produkt sind auch sämtliche Aussen- und Innenwände gefertigt, die innen komplett sichtbar sind und somit dem Haus seinen Charakter geben.

Im Bereich des stützenfreien Anprobe- und Mehrzweckraumes im 1. OG wurden die darüberliegenden Lagerräume mittels Baubuchenträger als abgehängte Sonderkonstruktion ausgeführt.

Alle Installationen sind konsequent nachrüstbar und sichtbar geführt. Die
Befestigungsmöglichkeiten an Decken und Wänden könnte einfacher nicht sein. Der notwendige Feuerwiderstand wurde über Abbrandraten im Brandfalle nachgewiesen. Die geforderten nichtbrennbaren Oberflächen im notwendigen Treppenhaus wurden mit nichtbrennbaren Materialien bekleidet.

Die Fahrzeughalle ist ein zweischiffiger Hallenbau nach Industriebaurichtlinie. Es sind die gleichen Werkstoffe wie im Fundusgebäude verwendet worden. Die Konstruktion als filigraner Holzskelettbau wurde mit Einfeldträgern im Raster von 2.50m ausgeführt. Im Vordergrund stand die Entwicklung von immer wiederkehrenden Details, verbunden mit dem Ziel einer sauberen Durchbildung der gesamten Holzkonstruktion.

Insgesamt stellt das Projekt sicher einen Beitrag zum mehrgeschossigen und klimaneutralen Holzbau dar.
In Anbetracht zunehmend notwendiger Ressourcenschonung und steigender Baupreise liegt die wahre Chance in der Reduzierung, Vereinfachung und im Verzicht.