Two in One

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInISOLIERUNGEN LEIPZIG GMBH
PlanerInAtelier of Architecture
Fertigstellung2025
OrtLeipzig
BildnachweisAtelier of Architecture

Auf dem eigenen Gelände stand ein vermietetes Bürogebäude mit Lager aus den Mitte 90er Jahren. In Zeiten der Ressourcenschonung und unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit wurde entschieden das Gebäude nicht abzureißen, sondern Kern zu sanieren, das Lager in eine moderne Werkstatt umzuwandeln, ein Coillager anzubauen und den Bürobereich durch einen Anbau zu vergrößern.

Two in One steht für die Verbindung von zwei Standorten zu Einem, mit dem Ziel in Zukunft eine bessere
Zusammenarbeit und die Möglichkeit für einen stärkeren Austausch zu ermöglichen. Two in One steht auch für die Verbindung der Funktionen Verwaltung (Büronutzung) und der Funktion Produktion (Werkstattnutzung) und es steht für das architektonische Zusammenspiel der beiden Nutzungsarten in einem Gebäude.

Um diesen Ideen architektonisch gerecht zu werden, wurde das Erscheinungsbild des EINEN Gebäudes klar erkennbar in ZWEI Teile geteilt. Der Büroteil wurde in eine Holzfassade gehüllt. Fensterformen wurden aus dem Bestand übernommen, aber durch das Spiel von durchgängigen Holzlattungen vor Teilen der Fenster, die Monotonie der ursprünglichen Einteilung genommen.

Da der neue Standort auch gleichzeitig die Firmenzentrale werden sollte, wurde darauf Wert gelegt eine entsprechende Eingangssituation zu schaffen. Erreicht wurde das durch die einzige Schräge in der Gebäudehülle und die große Auskragung, die den Eingang architektonisch klar akzentuiert. Die Werkstatt und das Coillager als deutlicher Kontrast zur Holzfassade umschließt eine Polycarbonat Fassade mit zwei unterschiedlichen Transparenzgraden. In erster Linie soll auf diese Weise zus. Licht ins Innere gelangen und nach Außen eine abwechslungsreiche Fassade erkennbar werden, um auch hier eine zu monotone Erscheinung zu verhindern.

Um den Aspekt der Nachhaltigkeit nicht allein auf den Erhalt des Bestandes zu beschränken, wurden weitere Maßnahmen getroffen. Der Büroanbau wurde als Hybridbauweise Konzipiert mit einem Stahlbetontragwerk und Außenwänden in Holständerbauweise. Es wurde bewusst eine mit natürlichen Ölen vorgegraute Holzfassade verwendet. Diese ist zu dem Wartungsfrei, was eine zukunftsorientierte und ökonomische Lösung für den Betrieb bedeutet. Es wurde auf ölbasierte Dämmstoffe weitestgehend verzichtet. Mehr noch, für die neuen Dachdämmungen wurden eine Dämmung aus bis zu 80 Prozent Biomasse und anorganische Rohstoffe verwendet. Das Tragwerk des Coillagers wurde aus Holzträgern und Holzstützen errichtet. Im Innenraum wurden Materialien verwendet, die in Teilen aus recyceltem Material besteht. So ist der Garn für den Teppichboden aus 100% recycelten Materialien hergestellt. Die Akustikdecken bestehen zum größten Teil aus zertifiziertem Holz. Dabei wird im gesamten Produktkreislauf Wert daraufgelegt, die Umweltbelastung zu minimieren sowie den Ressourcenverbrauch, die Materialgesundheit und die Prozesse zu optimieren. Die Absorber, die zum Einsatz kommen, bestehen aus 60% recycelten PET Flaschen.

Für die Beleuchtung wurden ausschließlich LED verwendet, die umgeplant, repariert und wiederverwendet
werden kann. Am Ende des Lebenszyklus können die einzelnen Komponenten leicht demontiert und recycelt werden.

Bei der Gebäudetechnik wurde die neuste Technik für Heizung und Kühlung verwendet. Eine moderne Wärmepumpe und die durchgehende LED Beleuchtung im Zusammenspiel mit einer PV-Anlage sind aktuell, auch wirtschaftlich, die sinnvollste Lösung. Eine bestehende und relativ neue Gastherme wurde nicht entsorgt, sondern in das Haustechnikkonzept integriert. Sie unterstützt die Heizung bei sehr niedrigen Außentemperaturen, wenn die Wärmepumpe an Ihre Leistungsgrenze kommt.

Ein weiterer wichtig Aspekt für die Optimierung des Energiebedarfs ist eine zentral gesteuerte Nachtauskühlung. An einigen Fenstern wurden Motoren vorgesehen, die sich dann öffnen, wenn im Sommer die Außentemperaturen in der Nacht tiefer liegen als im Innern. Das bringt ein besseres Raumklima am Morgen und spart Energie, weil an Hitzetagen später die Kühlung zum Einsatz kommen oder im Besten Fall ganz auf die Kühlung verzichtet werden kann.

Die Grundrisse im Bürobereich wurden als OpenSpace konzipiert, mit hoher Flexibilität für Änderungen auf der einen Seite, aber auch um den Veränderungen in der Arbeitswelt gerecht zu werden. Die offenen Grundrisse sollen die Idee, Menschen zusammenzubringen, weiter stärken und Orte des Austausches ermöglichen. Es wurde bewusst auf eine vielfältige und wohnliche Materialwahl Wert gelegt, damit in Zeiten von Homeoffice und verwaisten Büroflächen, die Mitarbeiter gerne ins Büro kommen. Es wurde eine zukunftsorientierte Bürolandschaft geschaffen.

Auch wenn in der Produktionshalle mit Holzelementen an den Wänden vergleichsweise wenige Maßnahmen getroffen werden konnten, so nutzen die Mitarbeiter die gleiche Cafeteria wie die Büroangestellten, die ebenfalls einen wohnlichen Charakter hat. Auch die Sanitärräume für die Werkstattmitarbeiter wurde bewusst so gestaltet, dass eine Wohlfühlatmosphäre entsteht.

Das Projekt Two in One zeigt beispielhaft, wie man das Potential von bestehende Gewerbeimmobilien nutzen und diese in zukunftsorientierte, qualitativ hochwertige Arbeitsumgebungen umwandeln kann, die gleichzeitig die Herausforderungen an Energieverbrauch und schonenden Umgang mit Ressourcen meistern.