Flächenmanagement in der chemischen Industrie: Potentiale zumUmgang mit Standortfaktoren zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Projektdaten

KategorieNachwuchs
Art der ArbeitMasterarbeit
BetreuerInDr. Carsten Toppel
PrüferInUniv.-Prof. Dr. Christian Stoy
BearbeiterInElizabeth Victoria Graze
Studiengang/HochschuleUniversität Stuttgart, IREM Industrial Real Estate Management

Gestiegene Energiepreise, mangelnde Fachkräfteverfügbarkeit und zunehmende Regulierungen sind Standortnachteile mit denen Unternehmen in Deutschland kämpfen. Standortfaktoren spielen bei der Wahl des geeigneten Standorts eine entscheidende Rolle.

Standortfaktoren können einmalig wirken, wie beispielsweise der Kaufpreis eines Grundstücks. Viele Faktoren beeinflussen den Standort und somit das Unternehmen jedoch kontinuierlich. Die Bedeutung einzelner Standortfaktoren kann im Laufe der Zeit variieren. Standortfaktoren verändern sich durch äußere Einflüsse und durch Entwicklungen können neue Standortfaktoren entstehen. Standortvorteile können zu Standortnachteilen werden und umgekehrt. Die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmensstandortes hängt maßgeblich mit den dort wirkenden Standortfaktoren zusammen.

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Standorte der chemischen Industrie in Deutschland auf Standortfaktoren reagieren können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Dabei wird das Flächenmanagement als Schlüsselressource betrachtet, welches in Wechselwirkung mit verschiedenen Standortfaktoren steht und somit Einfluss auf die Gestaltung, die Effizienz und die Kostensituation von Unternehmensstandorten hat.

Um dies zu untersuchen, wird zunächst die Ausgangslage der chemischen Industrie 2024/25 und die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland beleuchtet. Es werden die theoretischen Grundlagen des Flächenmanagements sowie die relevanten Standortfaktoren, die insbesondere die chemische Industrie betreffen, dargestellt. Es wird aufgezeigt, dass harte Standortfaktoren wie Infrastruktur, Rohstoffverfügbarkeit und Fachkräfteverfügbarkeit sowie weiche Standortfaktoren wie Lebensqualität und Innovationskraft eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung und Nutzung von Unternehmensflächen spielen. In diesem Zusammenhang wird die Bedeutung eines effektiven Flächenmanagements zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit deutlich.

Anschließend werden spezifische Herausforderungen des Flächenmanagements in der chemischen Industrie detailliert analysiert. Es wird untersucht, wie Unternehmen durch die gezielte Anpassung auf Standortfaktoren reagieren können, um Standortvorteile zu erwirken.

Die empirische Forschung stützt sich auf Interviews mit Branchenexperten, um praxisnahe Einblicke in das Flächenmanagement der chemischen Industrie zu gewinnen. Die Ergebnisse veranschaulichen, dass ein vorrausschauendes Flächenmanagement, welches mit dem Unternehmen und der Unternehmensstrategie abgestimmt handelt, erheblich zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts beitragen kann.

Die Arbeit zeigt auf, dass Flächenmanagement nicht nur als operatives Werkzeug, sondern als strategischer Faktor verstanden werden sollte. Das Flächenmanagement steht in enger Verbindung mit verschiedensten Standortfaktoren und trägt somit maßgeblich zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie bei.