Transformationsräume – Living Lab

Projektdaten

KategorieNachwuchs
Art der ArbeitBachelorarbeit
BetreuerInDipl.-Ing. Alexander Lenk, Architekt
PrüferInUniv.-Prof. Dr. Christian Stoy, Prof. Dipl-Ing. Martina Bauer
BearbeiterInAlexa Dellas, Nicole Britner, Anastiasiia Panchuk, Melissa Straub
Studiengang/HochschuleUniversität Stuttgart, Architektur und Stadtplanung

Hier verbindet sich Forschung und soziales Miteinander mit Architektur, um neue Antworten auf eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu finden – die weltweite Zunahme von Demenzerkrankungen. Jedes Jahr gibt es rund 10 Mio. Neuerkrankungen.

Das Living Lab stellt sich der Frage, wie ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben mit dieser Krankheit in Zukunft aussehen kann. Hier wird Wohnen mit Demenz-Wohngemeinschaften vereint und sorgt dafür, dass Betroffene ein Zuhause finden, das sowohl Schutz bietet als auch soziale Teilhabe ermöglicht. Hier werden die Bewohnerinnen und Bewohner von festen Betreuungs- und Pflegepersonen begleitet um
einen geregelten Tagesablauf zu schaffen.

Das ehemalige Industriegelände wird zu einer Plattform für studentische Forschungsprojekte, die sich mit Themen wie Demenz, Pflege, Sozialräumen oder neuen Wohnkonzepten auseinandersetzen. Die Alltagserfahrungen der an Demenz Erkrankten können direkt in soziale und technologische Innovationen einfließen. Hochschulen wird ein praxisnahes Umfeld für Studien und Abschlussarbeiten geboten.

Gleichzeitig öffnet sich das Living Lab bewusst zur Gemeinde. Durch einen Supermarktdiscounter entsteht die Möglichkeit einer bezahlbaren Einkaufsmöglichkeit für die Bürger der Gemeinde. Ein Veranstaltungssaal für öffentliche Veranstaltungen und Räumlichkeiten der Vereine in der Mehrzweckhalle im Shedbau, ein Restaurant und Café im Fachwerkhaus sowie einer Rooftopbar im 7. Obergeschoss des Hochbaus schaffen Begegnungen zwischen allen Bürgerinnen und Bürgern des Bühlertals und der benachbarten Ortschaften. Ein neuer Ärztekomplex sowie Rehabilitations Einrichtungen
direkt auf dem Campus sichern eine umfassende medizinische Versorgung im Ort.

Verschiedene Freizeitmöglichkeiten im Freiraum wie dem Gemeinschaftsgarten der Demenz-Wohngemeinschaften, dem Bewegungspark für alle Generationen mit Outdoor-Sportgeräten sowie einem Spielplatz mit Wasserspielen und dem Park der Begegnung machen den Ort zu einem lebendigen Treffpunkt.

Durch öffentliche Workshops, Events und Bildungsangebote entsteht ein lebendiger und sozialer Austausch, der Berührungsängste abbaut und das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Somit wird das Living Lab Bühlertal zu einem Raum, der Architektur, Forschung, Gemeinschaft und Alltag vereint.

Ein zentrales Element des Projekts ist zudem die konsequente Integration von Nachhaltigkeit und Klimaanpassung. Bestehende Asphaltflächen werden durch Sickerpflaster und Schotterflächen teilweise entsiegelt, sodass Regenwasser vor Ort versickern kann und die natürliche Bodenfunktion gestärkt wird. Ergänzend dazu werden im Park Retentionsflächen geschaffen, die bei Starkregen Wasser aufnehmen und
zwischenspeichern können.

Eine Wasserrinne, die sich als gestalterisches Element durch das gesamte Areal zieht, verbessert das Mikroklima durch Verdunstungskühlung und schafft zugleich einen identitätsstiftenden Aufenthaltsraum. Ausgewählte Dächer werden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, um erneuerbare Energie direkt vor Ort zu erzeugen und den Energiebedarf nachhaltig zu decken. Fassadenbegrünung an ausgewählten Gebäuden tragen zusätzlich zur Verbesserung der Luftqualität, zur Reduzierung der sommerlichen Aufheizung und zur ökologischen Aufwertung des Quartiers bei.

So verbindet das Living Lab soziale Innovation mit ökologischer Verantwortung und schafft eine zukunftsfähiges, klimaangepasstes Umfeld für Mensch und Gemeinschaft.