AEB Headquarters

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInAEB SE
PlanerInRiehle+Assoziierte, Stuttgart
Planungs- und Realisierungszeitraum11.2015 - 06.2017
OrtStuttgart
BildnachweisRoland Halbe

Moderne Arbeitswelten leben von einem vielschichtigen Angebot unterschiedlicher Arbeitsformen, die folgerichtig unterschiedliche Raumkategorien erfordern. Großflächige Open Space-Bereiche zum gemeinschaftlichen, kollektiven Arbeiten können nicht ohne das Angebot von kleinteiligen Rückzugsräumen zum konzentrierten Arbeiten existieren.

Dementsprechend alterniert die ringförmige Grundrissfigur zwischen L-förmigen Großraumbereichen und zellulären Arbeitsräumen, situiert hinter dem Erschließungs- und Versorgungskern. Offen am Atrium platzierte Balkone bieten eine dritte räumliche Kategorie, die der informellen Kommunikation und dem interdisziplinären Arbeiten dienen. Die Mitte der ringförmigen Grundriss-Struktur bleibt unbesetzt. Ein fünfgeschossiger Luftraum versorgt die Bürobereiche mit Tageslicht, nimmt als Umlauf die Erschließung der verschiedenen Bürobereiche auf und bietet auf Erdgeschossniveau eine flexibel programmierbare Atriumfläche, freigehalten von festen Einbauten. Der Einsatz rahmenloser Verglasungen am Atrium erlaubt transparente Übergänge zwischen den einzelnen Innenräumen sowie Ein- und Durchblicke in die verschiedenen, tageslichtdurchfluteten Arbeitsbereiche. Der zentrale Luftraum wird zum kommunikativen Herz, zur neuen visuellen Mitte des Unternehmens.

Die Grundriss-Disposition ist geprägt von einer strukturellen Offenheit, die als Stahlbetonskelettbau ein maximales Maß an Flexibilität generiert. Das Gebäude ist im Sinne einer spezifischen Neutralität flexibel in seiner Grundstruktur und gleichzeitig differenziert bespielbar in seinem Ausbau und seiner Möblierung. Die Schnitt-Disposition zeigt die Idee verschieden hoher, gestapelter Räume. Die von Geschoss zu Geschoss alternierenden Balkone erlauben intimere, geschützte eingeschossige Raumbildungen oder extrovertierte, doppelgeschossige Raumsequenzen mit starkem visuellen und räumlichen Bezug zum 21 Meter hohen Atriumluftraum.

Die Materialisierung der Innenräume basiert auf der Idee von Architektur als Hintergrund, die gleichsam als Bühne für verschiedenste Entfaltungsmöglichkeiten für Akteure und Aktivitäten im Gebäude dient. Eine

reduzierte Materialpalette aus wenigen qualitativ hochwertigen Materialien für die Gebäudestruktur und den Ausbau lässt Raum für die spezifische Bespielung der neutralen Büroflächen und unterstützt die Veränderbarkeit bzw. Anpassungsfähigkeit des Gebäudes über Zeit. Die Architektur erscheint zeitlos und entzieht sich bewusst Tendenzen von Mode und Zeitgeist.