Ausstellungshalle mit Büro und Lager

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInOfen Renz GmbH
PlanerInBüro Graf Architekten GbR
Planungs- und Realisierungszeitraum09.2018 - 09.2019
OrtIllertissen
BildnachweisJochen Graf, Büro Graf Architekten GbR

Ausgangssituation

Die Firma Ofen Renz, ein traditionsreicher Familienbetrieb aus Illertissen, der 1933 gegründet wurde, hat sie auf den handwerklichen Bau von Öfen in bester Qualität spezialisiert. Aufgrund der über die Jahre zu eng gewordenen Lager- und Ausstellungsflächen im Stadtzentrum, wollte der Betrieb unter Leitung von Bernd Renz an den Stadtrand aussiedeln.

Neubau

Der Käufer des Bestandsgebäudes wollte kurzfristig wieder vermieten, der Neubau musste also schnell abgewickelt werden. Deshalb haben sich Bauherr und Planer für eine Holzkonstruktion entschieden. Das neue Gebäude bildet städtebaulich den Auftakt eines 2017 erschlossenen, kleinen Industriegebietes am Stadtrand von Illertissen.

Auf 400 m² bietet Ofen Renz ein exklusives Sortiment an Kaminen, Kaminöfen und Herden. Seit Sieben Jahren ist Renz bereits Ruegg-Studio. (Schweiz) Durch den Neubau konnten auch extravagante Hersteller wie Focus – Kamine aus Frankreich bei der Planung des Neubaus berücksichtigt und für die Ausstellung gewonnen werden.

So pendelt z.B. ein schwarzer Focus Kamin von der 6m hohen Decke ab und wird in der ebenso hohen Fassade zur Schau gestellt. Ein absoluter Blickfang.

Konstruktion

Es handelt sich um eine Holzrahmenkonstruktion mit Brettstapeldecken.
Die Fassade der Halle ist funktional mit Trapezblech-Sandwich-Paneelen verkleidet, Büro- und Verkaufsflächen etwas hochwertiger mit Putz und Glas. Die Halle ist vom Grundkonzept mit der Fläche 40 x 20 Meter so aufgeteilt, daß 50 % Lager und 50 % Verkaufsfläche sind, die Verkaufsfläche ist mit einem oberen Stockwerk versehen, welches mit den Büroräumen ausgestattet wurde. Dieser Bereich ist über den weiß verputzten Kubus mit vorgelagertem Balkon abgesetzt und bildet gleichzeitig den baulichen Sonnenschutz für den Ausstellungsraum. Die Verglasung Richtung Süden beträgt rund 175 qm und wurde mit Sonnenschutzglas ausgeführt. Dieser Bereich wird mit LED-stripes beleuchtet, um auch bei Dunkelheit Aufmerksamkeit zu erregen.

Nachhaltigkeit / Gebäudetechnik

Das Regenwasser wird gesammelt und mittels einer Tunnel-Rigole abgeführt, bzw. versickert. Das gesamte Grundstück wurde bis auf zwei Grünflächen versickerungsfähig gepflastert und bewusst nicht durch Teerflächen versiegelt.

Der Großteil der Baukonstruktion besteht aus Holz, welches aus der näheren Umgebung (Allgäu) stammt. Die Halle wird zur Grundlastheizung mit einer Gastherme versorgt.

Da die Bauweise jedoch die Kfw-55 Kriterien erfüllt, ist der zu erwartende Energieverbrauch – zumal es ja regelmäßig Heizvorführungen mit Holzöfen gibt – sehr gering.

Die erste Gasabrechnung hat dies mehr als deutlich bewiesen. Die Beheizung der Büro- u. Verkaufsfläche erfolgt mittels Fußbodenheizung, bzw. Kernbodenaktivierung im EG. Die Bodenplatte ist flügelgeglättet und versiegelt.

Auf dem Dach haben wir eine PV-Anlage mit 75 kw/p. Seit Juli 2019 erreichen wir hier, in Verbindung mit einer Batterie, die eine maximale Ladekapazität hat, eine Autarkiequote von bis zu 97 % an sonnigen Tagen. Der schlechteste Monat war bisher der Januar 2020 bei dem immer noch eine Autarkie von 65 % erreicht wurde. An einem sonnigen Tag erreichen wir einen verbleibenden Netzbezug von gerade mal 2,26 kw/h u. produzieren währenddessen bis zu 380 kw/h am Tag.

Beleuchtungs- und Temperaturregelung über smart-home

Im gesamten Gebäude wurde die Beleuchtung ausschließlich mit LED-Technik konzipiert, kombiniert mit zahlreichen Bewegungsmeldern und Zeitschaltungen. Wenn z. B. jemand durch den Showroom geht, geht zwar das Licht an, aber wenn der Bewegungsmelder eine gewisse Zeit keine Bewegung mehr registriert, schaltet sich das Licht wieder ab. Gleiches gilt für die meisten Räume, wie Lager, Büro´s, Zwischengänge usw. Zudem wurde über das integrierte Loxone-Smarthome-System eine Gesamtschaltung angebracht, dass wenn die Halle über die Hauptzugangstüre abgesperrt wird, sich alle Lampen u. Beleuchtung im Gebäude abschalten. Über diese Smarthome-Steuerung wurden auch alle Türen u. Fenster mit einem Kontakt versehen, so dass jederzeit von außen auf dem Smarthome geprüft werden kann, ob Fenster geöffnet sind, Licht brennt und welche Raumtemperaturen herrschen. Alle Parameter können dann auch über das Smarthome verändert und ferngesteuert werden, also Licht, Temperatur und Gebäudeüberwachung hinsichtlich Sicherheit.

Gebäudeabsicherung

Durch die exponierte Lage wurde darauf geachtet, dass im EG kein herkömmliches Fenster vorhanden ist, sondern nur ein Lichtband, welches auf 2 Meter Höhe beginnt und nur eine Höhe von 50 cm aufweist. Die einzige Zugangsmöglichkeiten besteht über die Haupteingangs- und separate Studio – Eingangstüre – somit wurde auch einem potentiellen Einbruch bestmöglich ein Riegel vorgeschoben. Das Smarthome-System würde melden, wenn eine Türe oder Fenster geöffnet werden würde. Durch die Bewegungsmelder würde bei unerwünschtem Zutritt in das Gebäude in den jeweiligen Räumen das Licht angehen, durch die Loxone Alarmsteuerung würde im gesamten Gebäude die Beleuchtung zu blinken beginnen, was potentielle Einbrecher hoffentlich ausreichend verscheuchen sollte.