Innovationszentrum der Heidelberger Druckmaschinen AG

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInHeidelberger Druckmaschinen AG
PlanerInARGE congena & Renz Solutions
Planungs- und Realisierungszeitraum11.2015 - 11.2018
OrtWiesloch
BildnachweisHDM; Roger J. Schwarz / Renz Solutions

Von der Industriehalle zur Stadtlandschaft

Dass Büroarbeitsplätze in ehemaligen Industriebauten durchaus attraktiv gestaltet sein können, zeigen zahlreiche Beispiele. Diese zumeist sehr offen gehaltenen Lofts mit wenigen Arbeitsplätzen und reduzierter Möblierung konnten dem Vorhaben bei der Heidelberger Druckmaschinen AG jedoch nicht als Vorbild dienen. Denn mit einer Größe von 300 x 120 Metern, also 36.000 m² Grundfläche oder umgerechnet fünf Fußballfeldern spielt die mitten im Werksgelände liegende Halle in einer anderen Dimension.

Auf dieser Fläche ein weltführendes Innovationszentrum der Druckmaschinenbranche mit 1.000 Arbeitsplätzen für Forschungs- und Entwicklungsingenieure einzurichten, stellte daher eine besondere Herausforderung dar. Eine dezidierte Planung der raumphysikalischen Parameter Akustik, Licht und Klima zur Sicherstellung einer hohen Arbeitsplatzqualität waren somit vorrangige Planungsaufgabe. Parallel dazu gab es jedoch eine weitere spannende wie anspruchsvolle Aufgabe: die Konzern-Mitarbeitenden als künftige Nutzer des Objekts davon zu überzeugen, dass sie nicht in eine ausgemusterte Montagehalle abgeschoben werden, sondern dass sie Teil eines innovativen und einmaligen Vorhabens sein dürfen, welches ihnen herausragende Arbeitsbedingungen bietet. Und nebenbei mit jeder Menge Charme aufwartet, anstatt sich mit den Standards eines typischen Bürogebäudes zu begnügen.

Die Planungspartner congena und Renz Solutions entwickelten dazu gemeinsam ein Konzept, wie diese Herausforderung in den gegebenen Randbedingungen bewältigt werden konnte. So entstanden 16 Quartiere, die sich als Stadtlandschaft um einen zentralen Park anordnen. Jedes Quartier besteht wiederum aus einzelnen Häusergruppen, welche den Mitarbeitenden Heimat und Identifikation bieten. Baulich konnten diese Quartiere durch ein speziell entwickeltes Integralkonzept realisiert werden, bei dem alle Gewerke vom Doppelboden über das Deckensystem und die Wandsysteme bis hin zu allen technischen Gewerken wie Lüftung, Klima, Elektro, Akustik, etc. ineinander greifen und optimal aufeinander abgestimmt sind. Dadurch entstanden nicht nur große wirtschaftliche Vorteile gegenüber konventionellen Bauweisen, sondern auch eine hohe Flexibilität des Ausbausystems für spätere Veränderungen. So sind beispielsweise die meisten Wände lediglich ins Deckensystem eingesteckt und ermöglichen so minutenschnelle und zerstörungsfreie Umbauten unter vollständiger Wiederverwendung der vorhandenen Bauteile. Dies generiert nicht nur eine unerreichte Wirtschaftlichkeit für den gesamten Lebenszyklus der Immobilie, sondern unterstreicht ebenso den Anspruch der Nachhaltigkeit dieses besonderen Projekts – im Kleinen wie im Großen.