Neubau einer Kelterei mit Weinlager

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInWilly-Besitzgesellschaft bR
PlanerInKuon + Reinhardt GmbH
Planungs- und Realisierungszeitraum07.2019
OrtNordheim
BildnachweisRaisa Elena Kuon

Die Privatkellerei Rolf Willy hat ihren Ursprung und Firmensitz im Ortskern von Nordheim. Im Verlauf der Jahre, bedingt durch das stetige Firmenwachstum, bot das Grundstück innerhalb der Ortschaft keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr.

Es entstanden am Ortsrand von Nordheim, und heutiger Hauptsitz, nach drei Erweiterungen Flaschenlager, Barriquekeller, Kelterei und Flaschenabfüllung sowie die Verkaufts-, Büro- und Veranstaltungsräume. Aufgrund des stetigen Wachstums der Firma, im Jahr 2018 waren es ca. 2,5 Millionen verkaufte Flaschen, reichten die Kapazitäten nicht mehr aus.

Die Aufgabe war also ein Gebäude zu schaffen, dass genügend Platz für die neue Traubenannahme aus ca. 250 ha Rebfläche, die Weinbereitung und das Tanklager bot und vereinte. Entstanden ist ein Gebäude mit einem Bruttorauminhalt von 33.800 m³, sowie eine Nutzfläche von 4.600 m², die sich auf verschiedene Ebenen verteilen.

Funktion

Platz für den Neubau bot das gegenüberliegende Gelände mit 9 Meter Höhenunterschied, worin auch die Schwierigkeit bei der Entwurfsplanung gelegen ist.

Es entstanden 4 Ebenen, die den natürlichen Ablauf der Kelterei wieder spiegelt und für kurze Wege im Betrieb sorgen. So beginnt ebenerdig, auf oberster Ebene, die Traubenannahme gefolgt von der „gläsernen Produktion“ über Pressen und Tanklager bis zum Barriquekeller, intern erschlossen über einen Lastenaufzug.

Um den Neubau an den Bestand anzubinden war ein 70 Meter langer Tunnel erforderlich, der dazu diente, die Gebäude fußläufig und stufenlos zu verbinden und auch zur Leitungsführung zwischen den Gebäuden genutzt werden konnte.

Auf oberster Ebene entstand eine Veranstaltungslounge mit Dachterrasse mit einem herrlichen Blick über ganz Nordheim und die Weinberge.

Konstruktion, Gestaltung und Ökonomie

Die tragende Konstruktion besteht aus Stahlbeton. Maßgebend waren hier die hohen Lasten und die großen Raumhöhen, erforderlich für das spätere Einbringen der Edelstahltankanlagen.

Die Dachkonstruktion besteht aus Leimholzbindern aus natürlichem Material (nachwachsender Rohstoff), ausgerichtet in Nord-/ Südrichtung als Sheddach-Konstruktion, so dass hier eine blendfreie, natürliche Belichtung der Innenräume geschaffen wurde und gleichzeitig ein Richtung Süden ausgerichtetes Dach, welches ausreichend Fläche für die dort installierte Photovoltaikanlage geboten hat.

Die Fassadenverkleidung besteht aus wartungsfreien HPL-Platten welche durch verputzte Gebäudeteile aufgelockert wurde. Die Keltereitechnik wurde nach dem neuesten Stand der Technik eingebaut. U.a. wurde durch eine eigene Brunnenanlage mit Rückführung über einen Schluckbrunnen in das Grundwasser, das Kühlwasser für die großen Tanks generiert.

Die Fertigstellung der Baumaßnahmen war im Juli 2019, nach knapp zwei Jahren Bauzeit.