Case Study Center for Modular Construction

Projektdaten

KategorieNachwuchs
Art der ArbeitBachelorarbeit
BetreuerInProf. Riklef Rambow
PrüferInProf. Ludwig Wappner
BearbeiterInHelena Bronner
Studiengang/HochschuleKarlsruher Institut für Technologie, Architektur

Dieser Entwurf mit integralem Ansatz beschäftigt sich mit der Modularität einer Tragstruktur, die verschiedene Nutzungsanforderungen wie Arbeiten, Forschen, Wohnen und Ausstellen vereint und daraus vielfältige räumliche Qualitäten schafft.

Das geplante Case Study Center for Modular Construction soll am südlichen Stadtrand von Münsingen in Nachbarschaft zur Firmenzentrale von USM entstehen. Vor dem Hintergrund aktueller ökologischer und ökonomischer Herausforderungen wird ein zukunftsweisendes Gebäude entwickelt, das alternative Materialien, kreislauffähige Konstruktionen und modulare Systeme kombiniert und so langfristig anpassungsfähig bleibt.

Im Zentrum des Entwurfes stehen sechs Holzstützen, die jeweils aus acht zusammengesetzten Massivholzwänden bestehen. An diese Stützen können unterschiedliche Bauteile anschließen, gleichzeitig übernehmen sie die vertikale Erschließung sowie die gebäudetechnische Leitungsführung. Dadurch werden Konstruktion und Technik räumlich gebündelt und effizient organisiert. Auf die Stützen wird eine Fachwerkträgerkonstruktion aufgelegt, von welcher die tragende Decken mit Unterzügen von Stahlseilen abgehängt werden. Dieses System ermöglicht große Spannweitem bei reduziertem Materialeinsatz und schafft stützenfreie, flexibel nutzbare Flächen.

Im Erdgeschoss entsteht so ein weitgehend flexibel einteilbarer Raum, der als ein Cafe, ein Auditorium und eine große Ausstellungsfläche genutzt werden kann. Durch den Rücksprung des Erdgeschosses erweitert sich die Nutzung in einen überdachten Außenraum und schafft eine fließende Verbindung zwischen Innen und Außen. Um auch mit Gabelstaplern und großen Materialien ins Obergeschoss gelangen zu können, befindet sich im hinteren Bereich des Gebäudes eine abgehängte Rampe.

Im ersten Obergeschoss befindet sich die 1800qm große, stützenfreie, doppelgeschossige Werkhalle, die ebenfalls flexibel unterteilt werden kann und so verschiedenste Nutzeranforderungen erfüllen kann. Im selben Geschoss wird sie umschlossen von Lagerräumen, Laboren und einem Modellbaubereich, während sich im zweiten Obergeschoss Büroräume, Ateliers und Besprechungszimmer um die Werkhalle anordnen. Durch das abgehängte Tragwerk bleiben auch diese Räume frei nutzbar und einteilbar. In den klar definiertem Gebäudeecken befinden sich in allen Ebenen Gemeinschaftsräume, die den Austausch fördern.

Auf der Fachwerkträgerkonstruktion stehen Holzmassivwände, die die Wohnnutzung im gleichen Rhythmus gliedern. Es entsteht jeweils eine Spange in der Breite des Stützenrasters. In dieser Spange werden Eingangsbereiche und Bäder untergebracht, während dazwischen unterschiedliche Wohntypen ausgebildet werden. So verbindet das System konstruktive Klarheit mit funktionaler Vielfalt.

Eine besondere Qualität erhalten die Wohnungen durch die verschiedenen Dachgärten, die zwischen den Fachwerkträgern über der Halle eingehängt sind. Zum einen kommt so natürliches Licht in die Halle, zum anderen entstehen verschiedene Felder, die für Grünflächen, Sportflächen und Aufenthaltsflächen genutzt werden können. So zieht sich das System der Stützen und der Fachwerkträger bis ins oberste Geschoss durch und wird effektiv genutzt.

Von außen wird der Holzbau bekleidet durch grünes Trapezblech, welches sowohl alle geschlossenen Fassadenteile umhüllt, als auch dem Dach eine Farbe verleiht und so das ganze Gebäude zusammenwachsen lässt. Die äußere Gestalt macht so das konstruktive System ablesbar und fasst das vielfältige Raumprogramm unter einem klaren architektonischen Ausdruck zusammen.