Projektdaten
| Kategorie | Realisierte Bauwerke |
|---|---|
| BauherrIn | Continental AG |
| PlanerIn | HENN |
| Fertigstellung | 12.2023 |
| Ort | Hannover |
| Bildnachweis | Simon Menges |
46 000 Quadratmeter bieten Raum für etwa 1 200 Arbeitsplätze, die mit einer Desksharing-Ratio von 0,5 flexibel genutzt werden. Das dynamische Design des Neubaus verkörpert die Entwicklung des Unternehmens vom Reifenhersteller zu einem innovativen Technologiekonzern der deutschen Automobilindustrie.
In urbaner Umgebung mit Büro- und Verwaltungsgebäuden, Hotels und Industrie ist für Continental ein Unternehmenscampus mit vernetzten Einzelgebäuden entstanden. Er ist auf zwei getrennten Grundstücken gelegen, die durch eine achtspurige Straße getrennt sind. Aus dieser Lage entwickelt das Design die zentrale Entwurfsidee: ein Gebäudeensemble mit einem von Motorsportrennstrecken inspirierten Grundriss, das über eine Brücke mit 70 Metern Spannweite Gebäude nördlich und südlich der Straße verbindet.
Der Loop, der im zweiten Obergeschoss durch alle Bauten und über die Brücke hinweg verläuft, ist ein dynamisches Raumkontinuum, das alle Gebäude und Mitarbeiter*innen vernetzt. Als kommunikatives Zentrum der neuen Unternehmenszentrale bietet er eine Vielfalt an Räumen: kollaborative Arbeitsflächen sowie Orte für Wissensaustausch und informelle Begegnungen. So entsteht neben den Zonen für konzentriertes Arbeiten ein sozialer Raum, in dem Menschen zusammenkommen.
Der Loop schafft ein horizontales Netzwerk von Büro- und Meetingräumen, Cafeteria und Gesundheitsbereich. Im Norden und im Süden ist er über zwei Touchdowns mit der Erdgeschossebene verbunden. Dort befinden sich die beiden Atrien, die Mitarbeitende und Gäste im Gebäude empfangen und an die sich die Unternehmenskantine und ein TV-Aufnahmestudio angliedern. Eine Kindertagesstätte mit Spielplatz im Freien ist ebenfalls Teil des Campus.
Die konzeptionelle Grundidee des Entwurfs bleibt dadurch nach innen und außen deutlich wahrnehmbar. An der glatten Glasfassade mit dunkelgrauen Profilen markieren farbig bedruckte Glaspaneele umlaufend den Loop und verbinden alle Gebäude visuell zu einem Ganzen.
Das Ensemble ist in eine großzügige, öffentlich zugängliche Landschaft eingebettet, die den Baumbestand des umgebenden Landschaftsraums bis in den Campus hineinführt. Die einzelnen Gebäude umschließen privatere, bepflanzte Innenhöfe, die neben Aufenthaltsorten auch Arbeitsplätze im Freien bieten.
Die ‚Active Cavity Transition‘-Fassade kombiniert die Fassadenkomponenten Isolierverglasung, innerer Blendschutz und mechanische Lüftung zu einem adaptiven Fassadensystem. Der bei Bedarf herunterfahrbare Sonnenschutz ist dabei innen angeordnet. Sonnenlicht gelangt so ins Gebäude, wird jedoch vom speziell beschichteten Screen des Sonnenschutzes abgefangen und erwärmt zunächst nur den Raum zwischen Screen und Scheibe. Die erwärmte Luft des Zwischenraums wird abgesaugt und gelangt so gar nicht erst in die Büroräume. Die Zuluft erfolgt am Boden, ebenfalls in Fassadennähe. Zusätzlich sind entlang der Fassaden Heiz- und Kühlsegel installiert und die thermischen Massen zur Pufferung von Lastspitzen aktiviert. All diese Maßnahmen sichern komfortable Raumtemperaturen in den Büroetagen – bei geringem Energieverbrauch. Die Heiz- und Kühlenergie für das Gebäude wird durch eine Geothermie-Wärmepumpenanlage bereitgestellt. Ein Großteil des für den Gebäudebetrieb genutzten Stroms soll künftig von Photovoltaikanlagen auf den begrünten Dachflächen der beiden Parkhäuser geliefert werden. Insgesamt ist der Nachhaltigkeitsstandard an die Kriterien für DGNB Platin angelehnt.
Die neue Continental Unternehmenszentrale verkörpert die Idee von Kommunikation und Kooperation und vereint Menschen unter einem Dach, die hier gemeinsam die Zukunft der Mobilität gestalten.





