BBürogebäude klimaneutral und schadstoffarm

Projektdaten

KategorieRealisierte Bauwerke
BauherrInLioba + Wolfgang Keienburg
PlanerInKeienburg Architekten PartmbB
Planungs- und Realisierungszeitraum02.2019
OrtEttenheim
BildnachweisLioba Keienburg

Im März 2019 bezog das Architektenbüro Keienburg das neue Domizil in der Stückle-Straße in Ettenheim.

Bürogebäude einmal anders. Das Gebäude aus Brettsperrholzwänden und Decken zeigt Räume mit Charakter. Holzbauten haben im Südbadischen Raum in der Bevölkerung noch immer einen etwas umstrittenen Ruf. Sie gelten als „Öko“, als nicht so wertig und erinnern viele Menschen noch immer an landwirtschaftliche Gebäude.

Dabei ist Holz anderen Baustoffen in vielerlei Hinsicht klar überlegen. Bei der Frage nach geeigneten Baustoffen spielten Kriterien wie Ökologie, Nachhaltigkeit und Lebenszykluskosten eine wichtige Rolle. Holz wirkt ausgleichend, steigert das Wohlbefinden, wächst stetig nach in ausreichender Menge, ist ein natürlicher Kohlenstoffspeicher der CO2 bindet und trägt so aktiv zum Klimaschutz bei. Und nicht zuletzt lässt er sich vollständig ökologisch recyceln.

Als Experten für nachhaltiges Bauen mit einer Weiterbildung in schadstoffarmen Bauen haben die Keienburg Architekten den Anspruch die Gebäude ein bisschen gesünder zu machen, umweltfreundlicher und damit schlicht nachhaltiger.

Mit einer Raumhöhe von fast 4m ist das Gebäude dem Charakter eines Industriebaues näher, als dem Wohnungsbau. Der Einsatz von Stahl unterstützt die Raumwirkung einer Loft die aufgrund des Holzes jedoch Behaglichkeit und Wohlfühlatmosphäre ausstrahlt. Es sind ehrliche Materialien- unbehandelte Holzwände und Decken und den rohen Beton der Bodenplatte. Die Erfahrung des Industriebaus genutzt und umgesetzt für eine wirtschaftliche und kostengünstige Lösung.

Wir brauchen Räume mit frischer Luft ohne Schadstoffe, stimulierende Umgebung, angenehme Temperaturen und Lichtverhältnisse sowie keine Belästigung durch Lärm.

90% ihrer Zeit verbringen Menschen in Innenräumen. Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital, daher ist es für uns unsere oberste Priorität attraktive Lebenswelt zu schaffen, die Kreativität fördert und unser Wohlbefinden und Gesundheit nicht einschränkt. Wir verstehen unser Gebäude als Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Menschen. Der ganzheitliche Ansatz, der parallel zu ökologischen und ökonomischen Aspekten berücksichtigt stellt sicher, dass unsere gesunden Gebäude auch allen weiteren Anforderungen genügen und damit zukunftsfähig sind.

Die Farbwahl spielt genauso eine Rolle wie Lichtplanung, ausreichend Tageslicht und Aspekt der Blendfreiheit, Akustisch eine Umgebung zu schaffen, die es ermöglicht konzentriert und stressfrei produktiv zu sein. Dies wird erreicht durch Zonen der konzentrierten Arbeit und Zonen der Kommunikation. Zusätzlich bieten Akustiksegel einen Beitrag zur Schallreduzierung.

Der Verzicht von Risiko und Schadstoffen im Gebäude hat oberste Priorität. Darüber hinaus ist es das Ziel alle gefährdenden oder schädigende Werkstoffe wie Schwermetalle, Biozide, persistente organische Schadstoffe, Gefahrstoffe o.ä, die Mensch , Flora und Fauna beeinträchtigen oder schädigen können zu reduzieren oder sie gänzlich zu vermeiden. Nur geprüfte Baustoffe fanden den Weg in unser Gebäude. Die Luftmessung, welche nach Fertigstellung durchgeführt wurde unterschreitet die Anforderungen der DGNB an die zulässigen TVOC und Formaldehyde bei weitem.

Große Dachüberstände im Süden dienen der Verschattung im Hochsommer und sorgen neben der Kühlung über Betonkernaktivierung zur Temperierung für ein ausgeglichenes Raumklima. Reduzierung der Technik und Stromgewinnung mittels großer PV-Flächen machen das Gebäude im KfW 55/40 Standard zum Plus-Energiegebäude, welches selbst bei den hohen Temperaturen (39° Celsius)auf einem angenehmen Temperaturlevel bleibt.

Ein sympathischer Empfang mit Wertschätzung für die Besucher, die man sieht und spürt. Dabei bieten die Sichtbetonwände des aussteifenden Betonkerns im Zentrum des Gebäudes eine schlichte, aber hochwertige Eleganz. Die individuelle entworfene Theke, die die Schrägstützen der Fassade in Form von Lichtstreifen setzt die Designelemente von außen nach innen fort.

Der Besprechungsraum- das Ideenreich- hat wiederum seine eigene Sprache. Introvertiert- um Ideen zu finden muss man in sich gehen- daraus entstand ein Besprechungsraum- das Ideenreich, deren Fenster sich nicht ins Freie orientieren, um Ausblicke zu schaffen, sondern lediglich in die eigenen Freibereiche um die Belichtung zu gewährleisten.

Introvertiert, frech und schick zeigt es seine kreative Andersartigkeit. Die Holzfassade zeigt auch nach außen was das Gebäude ist- ein Holzbau. Im Zusammenspiel mit der Wildblumenwiese ein harmonischer Hingucker, der neugierig auf das Innere macht.