Hintergrund
In der heutigen wettbewerbsintensiven Wirtschaft sehen sich Facility-Management-Organisationen einem zunehmenden Druck von Seiten Markt sowie Kunden ausgesetzt, um ihre Immobilienportfolios sowohl hinsichtlich Kosteneffizienz, der steigenden Umweltauswirkungen sowie des technologischen Fortschritts zu verwalten. Es ist zwar allgemein anerkannt, dass Big Data (Daten, die die Verarbeitungskapazität traditioneller Datenbanksysteme übersteigen), das Internet der Dinge und Analysen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (K.I.) große Möglichkeiten zur Steigerung der Wertschöpfung bieten, jedoch wurden diese Möglichkeiten innerhalb des FM-Sektors noch nicht vollständig erkannt.

Durch die Verknüpfung von dieser drei Technologien kann aus der Vergangenheit gelernt werden, um zukünftige Trends, Verhaltensweisen und Fehlverhalten vorherzusagen. Mit Hilfe der ausgewerteten Daten sind Prognosen möglich, um beispielsweise Energiekosten zu senken, Anlagenausfälle zu vermeiden, das Raumklima zu optimieren oder die operative Leistung des Gebäudes zu verbessern. Die Implementierung der K.I.-Technologie zum Betreiben und Verwalten von Gebäuden gestaltet sich jedoch durch das Merkmal der Einmaligkeit kompliziert und beinhaltet eine Vielzahl von Faktoren, Beziehungen und teilweise unbekannten
Variablen, die bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden müssen. Diese Thesis bietet einen ersten Ausgangspunkt für interessierte Anwender, um aus den bisherigen Erfahrungen zu lernen und sich erfolgreich mit der Nutzung der K.I.-Technologie sowie dem passenden
Datenumgang auseinanderzusetzen.

Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, ob und wie der K.I.-Teilbereich des maschinellen Lernens implementiert werden kann, um den Liegenschafts-/Gebäudebetrieb mit den dazugehörigen gebäudetechnischen Anlagen zu unterstützen und welche Herausforderungen sich dadurch ergeben. Am Ende dieser Arbeit sollen ein ganzheitliches Bild aus der Praxis von den Ansichten der deutschen Facility-Management-Branche gegenüber dem Trend zur Umsetzung der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernen in Unternehmen aufgezeigt und folgende Fragen beantwortet werden:

  1. Wo kann künstliche Intelligenz im Facility Management gewinnbringend implementiert
    werden?
  2. Welche Herausforderungen / Probleme ergeben sich bei der Implementierung im Facility Management?
  3. Was ist der erhoffte wirtschaftliche Nutzen / die Erwartung einer Implementierung?
  4. Wie ist der Umsetzungsgrad in deutschen Unternehmen

Methodik
Es wurde eine qualitative und abduktive Forschungsmethodik mit einem explorativen, sequenziellen Forschungsdesign durchgeführt, bei dem sowohl qualitative als auch quantitative Untersuchungen erfolgten. Die empirischen Daten wurden auf Grundlage von 23 Experteninterviews aus der Branche durchgeführt, das sich mit der Umsetzung, Forschung und/oder Anwendung von künstlicher Intelligenz im Facility-Management-Sektor beschäftigen. Um die Validität der Daten und Ergebnisse sicherzustellen, wurden Testbefragungen vorab durchgeführt.


Ergebnisse
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich die heutige Implementierung der K.I-Technologie in FM-Prozessen in erster Linie in der Vor- oder Frühphase befindet. Die Mehrheit der befragten Teilnehmer war sich dabei über die hohe Relevanz der K.I.-Technologie in den nächsten fünf
Jahren einig.

Die Ziele, die die Unternehmen im Rahmen der K.I.-Implementierung in FM-Prozessen verfolgten, waren die Reduzierung der operativen Betriebskosten, die Reduzierung von Geschäftsrisiken aufgrund datengetriebener Entscheidungen sowie die Erhöhung der Produktivität von Mitarbeitern.

Zudem sieht die FM-Branche in der K.I.-Technologie ihre Chance, den Ruf und die Sichtbarkeit der FM-Leistungen weiter hervorzuheben, indem kundenorientierte sowie effektivere Leistungen angeboten werden. Ein weiterer wichtiger Faktor war die Steigerung bzw. der Erhalt der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt. Bei den befragten Unternehmen herrschte der Konsens, dass in Zukunft der Einsatz der K.I.-Technologie im Rahmen der Digitalisierung essenziell sein wird, um weiter im Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Es wird deshalb erwartet, dass der FM-Sektor reifen wird, da immer mehr Unternehmen die Relevanz der Technologie bereits heute erkennen und mit ihr die organisatorische Effektivität verbessern möchten. Der konservativen Facility-Management sowie Immobilienbranche fällt es
jedoch heute noch schwer, neue Technologien oder digitale Vorgehensweisen in die bestehenden Geschäftsprozesse zu integrieren.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die FM-Branche sich gerade erst auf dem Weg zur Datenkompetenz befindet und die Möglichkeiten der K.I.-Technologie heute kaum ausgenutzt werden.


Fazit
Der Übergang zu einer datenbasierten Welt wird die Branche vor neue Herausforderungen stellen, die zur Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle führen wird und eine strategische Neupositionierung in einer digitalisierten Welt erfordert. Dabei sind die Rahmenbedingungen für die Umsetzung dieser datenbasierten Technologien gegeben. Die Unternehmen müssen nur noch den Mut mitbringen, diesen neuen Weg einzuschlagen. Die K.I.-Technologie wird sich dabei in Zukunft als Innovationstreiber auf sowohl operativer als auch strategischer Ebene erweisen. Effektiv eingesetzt, wird die Technologie die Branche und die Arbeitswelt disruptiv verändern.

Das sind die Kernfragen des Entwurfs „cubes“, einem Innovations- und Gründerzentrum der Bauindustrie Bayern und den ansässigen Hochschulen am Standort Regensburg. Im Rahmen dieser Aufgabenstellung wurde in einer interdisziplinären Arbeit zwischen fünf Studierenden aus den Bereichen Architektur, Bauingenieur- und Umweltingenieurwesen eine Vision für das urbane Leben in der Zukunft entwickelt.

Der Schwerpunkt der Planung lag dabei auf der Untersuchung von alternativen Mobilitäts-, Freiraum- und Energiekonzepten auf Quartiersebene und der Entwicklung von lebenswerten Mischgebieten. Eine Nutzungsmischung aus Wohnen, Forschen und Arbeiten setzt sich auch auf Gebäudeebene fort und lässt Synergieeffekte entstehen. Ein weiterer Fokus richtete sich auf die direkte Verbindung zwischen dem umgebenden Quartier und der Architektur. Der Name „cubes“ beruht auf der Idee, Würfel wie Bausteine aus dem Baukörper zu entnehmen und im Quartier zu platzieren. So werden im Gebäude Öffnungen für Kommunikation und Blickkontakt geschaffen. Die entnommenen sogenannten Cubes agieren als Ausstellungsstücke des Gebäudes und machen Bewohnern sowie Besuchern die neuen Entwicklungen der Baubranche erlebbar.

Darüber hinaus wurde „cubes“ über eine begleitende Lebenszyklusanalyse hinsichtlich ökologischer Folgen betrachtet und entsprechend möglicher Umnutzungs- und Rückbauszenarien optimiert. Ziel des Entwurfs war es, ein Gebäude im Hinblick auf einen zu schließenden Ressourcenkreislauf zu gestalten, welches beispielhaft aufzeigt, wie sich der ökologische Fußabdruck im Bauwesen minimieren und sich die positiven Auswirkungen auf die unmittelbare Umwelt maximieren lassen.

Die Dissertation befasst sich mit den Hochhäusern Westdeutschlands zwischen 1945 und 1980 und stellt die These auf, dass die Wechselwirkung von Gestaltung und Technik die für das Hochhaus prägenden Kräfte sind. Auf dieser Grundlage werden Anstöße für die aktuelle Diskussion um den Bautyp Hochhaus gegeben. Zwar befasst sich die Arbeit damit nicht unmittelbar mit Industriebauten im Sinne der Auslobung, die ersten Hochhäuser nach dem II. Weltkrieg waren jedoch meist Bauten der Industrie. Die Arbeit dokumentiert warum und wie sich die Westdeutsche Industrie für ihre Verwaltungsbauten dem Hochhaus zuwendete. Schlüsselprojekte (z.B. BASF-Hochhaus in Ludwigshafen, Thyssen-Hochhaus in Düsseldorf, BMW-Hochhaus in München, Mannesmann-Hochhaus in Düsseldorf etc.) werden betrachtet. Die Arbeit ist ein Apell für eine enge und bewusste Verwebung von Gestaltung und Technik.

Die Arbeit unterteilt sich in den theoretischen Teil Frontiers und die daraus ergehende entwurfliche Arbeit New Lands. Durch eine Auseinandersetzung mit vergangenen Entdeckungen und Eroberungen von Räumen und Grenzen während der Menschheitsgeschichte, entstand so die These, dass die Menschheit vor dem nächsten Sprung im Maßstab durch technologischen Fortschritt in eine Zeit der Post-Globalisierung steht. Die Betrachtung des Status Quo der Raumfahrt, mit den privaten Weltraumbehörden, zeigt die Notwendigkeiten neuer Typologien in der Raumfahrt. Im Gesamtkonzept entsteht so ein Tandempartner als wirtschaftlicher Weltraumbahnhof. Durch verschiedene globale, geogprahische, politische, technische und klimatische Parameter verortet sich der Bahnhof auf der exklavischen Halbinsel Gibraltars, die vollgepackt ist mit diversen vorteilhaften Infrastrukturen. Abgeleitet von architektonischen und infrastrukturellen Elementen der Insel und der Raumfahrt entsteht eine neue Typologie, die mit Raketenteilen beliefert werden kann und diese zu Raketen weiterverarbeitet und ins All starten lässt. Ankommende Proben und Ressourcen aus dem Weltall können nach dem höchsten sicherheitstechnischen Standard im Bergmassiv in einer bestehenden Struktur, die zum Labor umfunktioniert wird, untersucht und weiterverarbeitet werden. Der Bahnhof besteht aus dem liegenden Stahlelement, der Werkhalle und den Bays, an denen die Werkhalle hoch und runtergefahren werden kann, und dem massiven und geschlossenen Turm, der für die Erschließung, Mission Control, als Übergang ins Massiv und die Büros genutzt wird. Ergänzt wird das Hauptelement der Ostseite der Insel durch eine 2,5 km lange Mole an der sich das Start- und Landepad befinden. Innerhalb der Mole, die zugleich Wellenbrecher ist, befinden sich die Erschließungen der Pads für die Astronauten.

DJI steht für Präzision, Leidenschaft, Gemeinschaft und Erlebnisse teilen. DJI ist stolz auf sein Herkunftsland China und möchte „Made in China“ neu definieren. Die Technologie, die hinter der komplexen Drohne steckt, ist durch die einfache Handhabung kaum wahrnehmbar. Das Design ist simpel, geradlinig und präzise. Genau dieser Kontrast zwischen komplexer Technik und simplen Design hat uns auf unsere architektonische Idee gebracht: Das Origami. Beim Origami werden scheinbar einfache Formen durch langes und vielseitiges Falten erzielt. Das Mountain-Valley-Diagramm, eines der ältesten Falttechniken, wurde in den Grundriss gebracht und dreidimensional in den Raum gezogen, sodass durch die Höhen und Tiefen zwei Ebenen entstehen.

Das Gebäude ist als elementierter Holzbau konzipiert, dessen nachhaltige Holzkonstruktion eine sortenreine Rückbaubarkeit der Elemente ermöglicht. Durch eine maximale Flexibilität der Grundrisseinteilung wird eine ebenso breite Vielfalt an (Folge-)Nutzungen möglich. Die produzierenden Bereiche befinden sich in den unteren beiden Etagen, darüber erstrecken sich die privateren Entwicklungs- und Verwaltungsgeschosse. Die Fassade aus Profilglas eröffnet ein spannendes Spiel aus Ein- und Ausblicken und sorgt für eine optimale Raumausleuchtung.

Aufgabenstellung war der Entwurf und die tragwerkstechnische Ausarbeitung einer Meteorologischen-Station im Ahornboden / Österreich auf ca. 1100 m Höhe. Diese ist rein zum Arbeiten und Wohnen der zwei
wissenschaftlichen Mitarbeiter gedacht, begrenzt auf einen Zeitraum von 6 Jahren.

Das Gebäude steht selbstbewusst zwischen Mautstraße und Enger Bach im großen Ahornboden. Die Klarheit der Form wird durch die sägeraue Lärchenholzfassade in seiner Schlichtheit bestärkt und verbindet sich somit mit dem umliegenden Landschaftsraum. Gleichzeitig wird die Vertikale betont, durch die Stapelung der 3 Bereiche: Technik, Wohnen und Beobachten.

Die 3 Bereiche Technik, Wohnen und Beobachten werden aufeinandergesetzt und bilden ein dreigeschossiges Gebäude mit Flachdach. Stützen und Balken aus Lerchenholz bilden die Tragstruktur. Die Raumsequenzen (,,Eis“) werden um ein zentrales, vertikales Treppenmöbel organisiert (,,Stiel“). Gezielt gesetzte Punktstützen nehmen die Lasten auf und fassen sie in einem Einzelfundament (,,Hand“) zusammen.

Um einen möglichst effizienten und ressourcenschonenden Materialeinsatz zu gewährleisten, besteht der Innenraum des Gebäudes aus Fichtenholz, das Tragwerk, welche eine Zangenkonstruktion darstellt, ist aus Lärche. Der Boden besteht aus einer mineralisch ummantelten Trockenschüttung, die als Hohlraum- und Ausgleichschüttung verwendet wird (Beispiel Hersteller CEMWOOD). Die Holzständerwände sind mit einer ESB (Elka-Strong-Board) versehen. Welche einer OSB-Platte nahe kommt, nur der ökologische Aspekt tritt in den Vordergrund.

Es handelt sich um eine Skelettbauweise, bzw. Zangenkonstruktion mit eingesetzten Holzständerwänden als aussteifende Elemente. Diese bilden den äußeren, sowie den inneren Raumabschluss. Sechs Hauptstützen mit dem Querschnittsmaß 36×36 und Nebenträger mit einem Querschnitt von 16×20 leiten die Lasten in das Punktfundament. Die Aussteifung lässt sich als Z-Muster beschreiben und zieht sich durch die 4 Ebenen. Die Raumsequenzen werden um ein zentrales Treppenmöbel organisiert. Dieses zieht sich durch die Hauptstützen nach oben. In Längsrichtung, sowie in Querrichtung steifen jeweils Holzständerwände aus.

Im 3.OG ist es eine sichtbare Stahlauskreuzung. Die Deckenscheiben überspannen die jeweiligen Räume. Das Fundament ist ein großes Einzelfundament, das die Last der 6 Punktstützen aufnimmt und in die Erde leitet. Pfostenträger mit Riffeldollen verbinden die Holzkonstruktion mit dem Betonfundament. In den Wand- und Deckenaufbauten wird die Wärmedämmung integriert. Eine Installationsebene im Küchenbereich vereinfacht die Führung der Gebäudetechnik in den Technikbereich im 1.OG. Eine Aufsparrendämmung verringert den Wärmeverlust durch das Dach. Die Attika wird durch eine Blechumrandung geschützt.

Auf der angrenzenden, ca. 10 Hektar großen Landfläche soll beispielhaft ein ökologisch bewusster Lebensmittelanbau mit Hilfe innovativer Technologien umgesetzt werden. Die Anbauflächen werden entsprechend altbekannter Fruchtfolgeregeln und nach Kenntnissen guter Pflanz- Nachbarschaften in extrem kleinteiligen Einheiten gesetzt. Die in der aktuellen Landwirtschaft entstehenden ökologischen Probleme riesiger Monokulturen werden so vermieden. Um dennoch gewinnträchtig Wirtschaften zu können, soll intelligent und zielgenau arbeitende, algorithmisch gesteuerter Robotertechnik zum Einsatz kommen: Auf Schienen laufende Sä- Bewirtschaftung- und Erntemaschinen können mit Hilfe von Roboterarmen zielgenau kleinste Bodeneinheiten bewirtschaften.

Für die Produktivität der Roboterarbeit ist es unerheblich, ob sie immer wieder exakt die gleiche Aktion ausführen oder sensorgesteuert und mit wechselnden Endeffektoren bei jeder Aktion andere Bewegungen und Aktionen vollziehen. Pflanzen können im Wechsel der Jahreszeiten und im Abgleich mit passenden Nachbarpflanzen gesetzt und geerntet werden,
Wildkräuter können ohne Einsatz von Pestiziden mechanisch entfernt werden, bedarfsgerechte Düngung sowie notwendige Bewässerung kann ebenfalls per Roboterarm erfolgen – alles 24 Stunden am Tag. Die zur Ernte reifen Produkte werden in eine Datenbank eingepflegt, die online per App abgerufen werden kann. Mögliche Kunden aus der Umgebung sind so aktuell informiert welche Gemüsesorten jeweils zur Erne bereit sind. Diese können per App bestellt und just in time geerntet werden um schließlich in der angeschlossenen Verkaufshalle von einem Fließband abgeholt werden zu können. Zwischen Ackerfläche und Kundenabholung werden die geernteten Produkte in Kisten über ein Schienensystem automatisiert in ein Zwischenlager gebracht. Weitere Roboter stellen, je nach Kundenbestellung, Gemüse aus Wahlen zusammen, die in der Verkaufshalle abgeholt und bezahlt werden können. Ein Zusatzgebäude fungiert als Werkstatt und technisches Lager. Ein Seitenflügel des Hofes wird zu einem aus den saisonal vorhandenen Produkten Speisen zubereitenden Gastwirtschaft umgebaut. Die automatisiert betriebenen landwirtschaftlichen Flächen können einem Hightec-Park ähnlich von den Besuchern über eine Aussichtsbrücke und einen angelegten Rundweg besichtigt werden.

Als derzeitiger Leitfaden dient das umfassende Fachkonzept Produktive Stadt in Auftrag gegeben von der Stadt Wien. Das Konzept soll 5% der Gesamtfläche als Betriebsflächen in Wien sichern und es somit produzierenden Betrieben erleichtern sich in der Stadt anzusiedeln oder weiter auszubauen.

Dieses bildet den Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit und den daraus abgeleiteten und erweiterten Erkenntnissen. Ausgehend von dem Versuch einer Definition urbaner Produktion im Allgemeinen, und der Erläuterung aktueller einflussreicher Trends auf Produktion, werden besonders die Herausforderungen bezüglich Ökonomie, Kultur, Ökologie und rechtlicher sowie technischer Grundlagen erhoben. Daraus folgt eine Evaluierung einerseits von Chancen und Risiken und andererseits von Maßnahmen und Hindernissen, die für die erfolgreiche zukunftstaugliche Umsetzung des Konzeptes der Produktiven Stadt von entscheidender Bedeutung sind.
Die [Re]lntegration von Produktion in die moderne zukunftsorientierte Stadt macht veränderte Denkprozesse notwendig. Eine der Schlüsselkomponenten ist es, das kollektive Bewusstsein von Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit zu stärken und den Veränderungswillen aller Beteiligten in eine gemeinsame Richtung zu leiten. Das Konzept der Produktiven Stadt leistet einen wichtigen Beitrag für eine effiziente, zukunftstaugliche urbane Nutzungsmischung.

Der Recherchen zufolge ergeben sich folgende Grundlagen, die für das Funktionieren von Produktionen innerhalb des städtischen Gefüges unabdingbar sind. Einerseits ist Flächensicherung unerlässlich, sodass es Betrieben weiterhin möglich ist sich anzusiedeln, zu erweitern oder zu modernisieren. Des Weiteren bedarf es nachhaltiger Konzepte Architektur und Produktion betreffend, die sich gut in die urbane Umgebung eingliedern lassen. Daraus ergibt sich häufig die Notwendigkeit der Anpassung von rechtlichen Bedingungen, um das erfolgreiche Zusammenspiel von Wohnen, Arbeiten, Erholung und Produktion möglich zu machen. Ökologische Verkehrs- und Energiekonzepte sind integraler Bestandteil der Stadtentwicklung der Gegenwart und unumgänglich für die Zukunft.

Eine wesentliche Erkenntnis aus bereits umgesetzten Projekten innerhalb des Stadtgefüges ist eine aktive Öffentlichkeitsarbeit mittels partzipativer Prozesse, um nachträgliche Konflikte zu vermeiden. So steigt die gesellschaftliche Wertschätzung für lokal produzierte Güter und das Handwerk im Allgemeinen, woraus sich wiederum eine positive wirtschaftliche Wertschöpfung des Standortes ergibt. Andererseits kommt man nicht umhin festzuhalten, dass dem produzierenden Gewerbe in der Stadt Grenzen gesetzt sind. Für gewisse Produktionsarten, die aufgrund von Lärm-, Feinstaub- und Kohlendioxidbelastung bereits aus dem Stadtraum verschwunden sind, müssen entweder andere Standorte gefunden werden oder deren Produktionsprozess neu durchdacht und mittels modernster Technologien stadttauglich optimiert werden. Trotzdem wird Letzteres aufgrund der urbanen Verdichtung nicht für alle Produktionen möglich sein.

Im erarbeiteten Masterplan fließen die vorher genannten Erkenntnisse mit ein. Auf einer von der Stadt Wien als gewerbliches Mischgebiet ausgewiesenen und gesicherten Fläche entsteht ein zukunftsorientiertes urbanes Gebiet, das ein unmittelbares Miteinander von Produktion, Arbeit und Wohnen ermöglicht. Ein modernes Verkehrs- und Grünraumkonzept runden die Planung ab.

Für die künftig erfolgreiche Umsetzung der Idee der Produktiven Stadt bedarf es weiterführender intensiver Forschung an technischen Umsetzungsmöglichkeiten sowie der Evaluierung bereits umgesetzter Pilotprojekte. Erfolgversprechend sind technologischer Fortschritt und Vernetzung. Ein allgemeines Umdenken und Umgestaltungsbereitschaft aller Stadtakteure bleibt auch in Zukunft erforderlich, um innerhalb der Produktiven Stadt einen ausgeglichenen und nachhaltigen Lebensraum zu gewährleisten.

Die heutige Art zu bauen muss sich ändern. Ressourcenknappheit, Energiewirtschaft und Nachhaltigkeit rücken mehr und mehr in den Vordergrund. In meinem Projekt habe ich mich mit den Veränderungen unserer Umwelt bis zum Jahre 2050 auseinandergesetzt. Zweidrittel der Menschen werden laut einem UN-Bericht in den Städten leben. Das Klima wird sich verändern, die Wetterlagen werden extremer, Ressourcen werden knapper und manche, wie Beton und Fossile Energieträger werden komplett wegfallen. Wie kann man Architektur schaffen, die mit den Problemstellungen der Zukunft zurechtkommt.

Die Nutzung von bestehenden Strukturen ist ein Erster Schritt. Um die zunehmende Bodenversieglung zu verhindern müssen Bestandsgebäude umgerüstet und vertikal nachverdichtet werden.

Weiterhin werden vertikale Farmen ein fester Bestandteil der neuen Architektur werden. Durch den Einsatz von Farmen können urbane Zentren geschaffen werden, die für eine regelte Nahversorgung sorgen werden. Durch das Zusammenspiel eines Wohnturms und einer vertikalen Farm können die Bewohner*innen selbst ihren Lebensunterhalt erarbeiten und durch minimalen Einsatz das Maximum für die Gemeinschaft der Bewohner*innen erwirtschaften.

Außerdem werden neue Technologien und Innovationen das Ressourcenmanagement grundlegend verändern. Durch Bioreaktoren und Brennstoffzellen können Fassaden genutzt werden um Strom zu generieren. Ziel ist es durch eine Vielzahl von Energieerzeugern einen Energiemix zu schaffen, der eine durchgehende Energieversorgung gewährleisten kann.

Ein sozialer Aspekt wird unabdingbar sein in der Zukunft. Weg von der immer kleinteiliger werdenden Bevölkerungsstruktur, wieder hin zur großen Gemeinschaft. Bewohner*innen können in der Zukunft ihren Lebensraum selbst bestimmen und bauen. So soll es möglich sein die Architektur den Lebensbedingungen der Bewohner*innen anzupassen. Der private Wohnraum verändert sich je nach Lebenslage. Entstehende Partnerschaften, Familienzuwachs, Barrierefreiheit und vieles mehr sollte reaktiv von der Architektur bewerkstelligt werden.

Die Vorteile der neuen Architektur sollten keinesfalls nur für seine Bewohner*innen sein. Durch ein öffentliches Erdgeschoss wird das umgebene Quartier dazu eingeladen teilzuhaben. Reparaturcafés, Gastronomie, Vorträge, Kulturveranstaltungen, Kooperationen mit anderen Akteur*innen. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollten keine Möglichkeiten ausgelassen werden um Know-How nach außen zu tragen und die Welt jeden Tag besser zu machen.

In diesem Kontext bietet das Konzept zum dezentralen Corporate Network Coworking eine Perspektive für Unternehmen in der Stadt Region Stuttgart, um Ressourcen zu bündeln und gemeinschaftlich Innovationen voranzutreiben. So sollen, verteilt über die Region Stuttgart, eine zeitgemäße Form der Arbeit ermöglicht und damit auf die sich verändernden Verhältnisse in der Arbeitswelt und in der Industrie eingegangen werden. Neue Wettbewerber hinsichtlich technischer Innovationen und der Gewinnung und dem Halten neuer Talente zwingen die Unternehmen neue Wege zu gehen. Es sollen Orte geschaffen werden die einen schnellen Austausch unter flexiblen Bedingungen fördern und eine bessere Vereinbarkeit von Arbeiten, Wohnen und Freizeit ermöglichen um auch in Zukunft als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Dabei geht es vor allem darum, sich einer veränderten Einstellung der Menschen bezüglich ihrer beruflichen Tätigkeit zu stellen. Selbstverwirklichung, Handlungsfreiheit, Selbstbestimmung und Identifikation mit einer Gemeinschaft, also auch einem Unternehmen, sind Kernthemen der Entwicklung, die durch den Begriff „New Work“ geprägt wird.

Ausgehend von dem steigenden Bedürfnis der Menschen sich mit dem Unternehmen bei dem sie arbeiten identifizieren zu können muss sich auch im Umkehrschluss für die kooperierenden Unternehmen die Frage stellen wie sie ihre gemeinsame Identität hinsichtlich eines Corporate Network Coworking formulieren möchten.  Es gilt eine Formensprache für ein modulares Arbeitsplatzsystem zu entwickeln, das jeden einzelnen Standort als Teil der Organisation erkennbar macht und identitätsstiftend für den gemeinsamen Auftritt von verschiedenen Unternehmen in der StadtRegion Stuttgart ist.

Zur Untersuchung der Anwendbarkeit des modularen Systems auf jedmögliche Situation werden unterschiedliche Beispielflächen betrachtet. Das entwickelte modulare System soll durch seine einzelnen zylindrischen Grundelemente mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen. Es generiert raumbildende- und trennende Module, übernimmt Funktionen des Mobiliars, sowie Möglichkeiten der Präsentation und des gemeinsamen kreativen Arbeitens. Des Weiteren soll ein Großteil der Haustechnik, wie z.B die hygienische Be- und Entlüftung sowie die Kühlung und Heizung integriert werden.

Die vorwiegenden aus Aluminium hergestellten Grundelemente, ein halber und ein ganzer Zylinder sollen durch ihre Erscheinung die technische Kompetenz der Firmen und die Präzision und Hochwertigkeit ihrer Arbeit widerspiegeln. Kombiniert zu längeren, linearen und geschwungenen Elementen lassen sich einzelne Module schaffen die in einem, frei collagierten Duktus, nach dem Prinzip der Raum-Platz-Folge im Grundriss angeordnet werden können. Diese Module können entsprechend der Anforderungen frei aus den Grundelementen konfiguriert werden oder man bedient sich an dem entwickelten Modul-Katalog der alle Grundfunktionen für das Corporate Network Coworking anbieten soll. Dort finden sich Module für unterschiedliche Formen der Einzelarbeit, wie kleinere Booths die ein Rückzugsort für konzentriertes und abgeschottetes Arbeiten ermöglichen, flexibel belegbare Hot-Desks und Hochtische, als auch abgeschirmte Räumlichkeiten für gemeinsame Arbeit in der Gruppe. Der Katalog bietet auch verschiedenste Lösungen für Kommunikation und Austausch. Es gibt Module die dem klassischen Bild des Besprechungsraumes entsprechen, aber auch Stehbesprecher für den kurzen und vielleicht auch spontanen Austausch. Für gemeinsames Entwickeln von Ideen und das Halten von Präsentationen gibt es Module mit integrierten White-Boards, Pinnwänden als auch Bildschirmen. Sondermodule, die Funktionen wie den Empfang, einer Cafebar oder ein mobiles Spindsystem integrieren, runden das Angebot des Kataloges ab.

Durch zwei verschiedene Höhen lassen sich die Module auf alle Grundrisse der drei untersuchten Beispielstandorte anordnen. Die Anordnung der einzelnen Funktionen folgt hierbei einem festgelegten Schema das sich in drei Modul Pakete aufteilt. Mit ihnen wird ein Nutzungsmix für den Empfang, die klassischen Arbeitsplätze und den Café- und Veranstaltungsbereich bestimmt.