Die neue Anlage besteht aus einer zehn Meter hohen Fabrikhalle mit angeschlossenem Pufferlager und Laborbereich sowie einem Logistikzentrum samt leistungsfähigem Hochregallager. Gemäß dem Leitspruch des Unternehmens „In unseren Adern fließt Farbe“ fügen sich diese Baukörper über eine bunte Spange aneinander, in der ein vollautomatisches Fördersystem die bestehenden und die neu errichteten Produktions- und Logistikanlagen verbindet. Der Nachhaltigkeits-Philosophie von ADLER entsprechend sind beide Gebäude mit Photovoltaikanlagen und Grundwasserwärmepumpen sowie umfangreichen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet.

Die modernste Wasserlackfabrik Europas besitzt eine Produktionskapazität für bis zu 30.000 Tonnen pro Jahr, die in einem innovativen und besonders energieeffizienten modularen Produktionsverfahren hergestellt werden. Eine Hightech-Prozesssteuerung und modernste Anlagentechnik mit mehr als 70 Edelstahltanks sorgen dabei für Flexibilität, Effizienz und Qualität.

Die Gestaltung der Baukörper nimmt im Sinne der Corporate Identity Bezug auf die Welt der ADLER -Lacke. Die Idee, die Holzfassaden, die auf dem Sichtbetonsockel im Erdgeschoß aufgelagert sind, mit Holzschutzlasuren der Pullex-Familie – einem der Leitprodukte des Unternehmens – zu behandeln, verlieh dem Neubau eine lebendige, natürliche Anmutung. Die bunte Holzfassade der Verbindungsader zieht sich wie ein Band vom oberen Bereich des Pufferlagers über die Verbindungsbrücken zur Produktion und weiter zur Kommissionierung und umschließt diese. Die Edelstahl-Fassade des Hochregallagers ist ein optisches Highlight. Die matt spiegelnde Oberfläche lässt das große Gebäudevolumen mit der umgebenden Landschaft verschmelzen und sorgt dafür, dass sich der Bau elegant in seine Umgebung fügt. Die Werkserweiterung erfolgte auf Basis einer Masterplanung durch ATP. In einem integralen Planungsprozess entwickelten Architekten, Tragwerksplaner und TGA-Ingenieure gemeinsam und informationsunterstützt durch Building Information Modeling (BIM) ein energieoptimiertes Projekt. Ein Großteil der Konstruktion wurde in Holz ausgeführt. Die Anwendung des BIM-Modells in der Tragwerksplanung führte zur Zeiteinsparung in der Ausführungsphase bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung der Bewehrungspläne.

Moderne Arbeitswelten leben von einem vielschichtigen Angebot unterschiedlicher Arbeitsformen, die folgerichtig unterschiedliche Raumkategorien erfordern. Großflächige Open Space-Bereiche zum gemeinschaftlichen, kollektiven Arbeiten können nicht ohne das Angebot von kleinteiligen Rückzugsräumen zum konzentrierten Arbeiten existieren.

Dementsprechend alterniert die ringförmige Grundrissfigur zwischen L-förmigen Großraumbereichen und zellulären Arbeitsräumen, situiert hinter dem Erschließungs- und Versorgungskern. Offen am Atrium platzierte Balkone bieten eine dritte räumliche Kategorie, die der informellen Kommunikation und dem interdisziplinären Arbeiten dienen. Die Mitte der ringförmigen Grundriss-Struktur bleibt unbesetzt. Ein fünfgeschossiger Luftraum versorgt die Bürobereiche mit Tageslicht, nimmt als Umlauf die Erschließung der verschiedenen Bürobereiche auf und bietet auf Erdgeschossniveau eine flexibel programmierbare Atriumfläche, freigehalten von festen Einbauten. Der Einsatz rahmenloser Verglasungen am Atrium erlaubt transparente Übergänge zwischen den einzelnen Innenräumen sowie Ein- und Durchblicke in die verschiedenen, tageslichtdurchfluteten Arbeitsbereiche. Der zentrale Luftraum wird zum kommunikativen Herz, zur neuen visuellen Mitte des Unternehmens.

Die Grundriss-Disposition ist geprägt von einer strukturellen Offenheit, die als Stahlbetonskelettbau ein maximales Maß an Flexibilität generiert. Das Gebäude ist im Sinne einer spezifischen Neutralität flexibel in seiner Grundstruktur und gleichzeitig differenziert bespielbar in seinem Ausbau und seiner Möblierung. Die Schnitt-Disposition zeigt die Idee verschieden hoher, gestapelter Räume. Die von Geschoss zu Geschoss alternierenden Balkone erlauben intimere, geschützte eingeschossige Raumbildungen oder extrovertierte, doppelgeschossige Raumsequenzen mit starkem visuellen und räumlichen Bezug zum 21 Meter hohen Atriumluftraum.

Die Materialisierung der Innenräume basiert auf der Idee von Architektur als Hintergrund, die gleichsam als Bühne für verschiedenste Entfaltungsmöglichkeiten für Akteure und Aktivitäten im Gebäude dient. Eine

reduzierte Materialpalette aus wenigen qualitativ hochwertigen Materialien für die Gebäudestruktur und den Ausbau lässt Raum für die spezifische Bespielung der neutralen Büroflächen und unterstützt die Veränderbarkeit bzw. Anpassungsfähigkeit des Gebäudes über Zeit. Die Architektur erscheint zeitlos und entzieht sich bewusst Tendenzen von Mode und Zeitgeist.

ARCHITEKTUR

Mit dem Neubau ist ein Produktionsgebäude entstanden, bei dem Gestaltung, Licht, Struktur, Qualität und Nachhaltigkeit eine besondere Rolle spielen.

Das Gebäude gliedert sich in eine zentrale Halle, ein Silogebäude, zwei 2-geschossige Kopfbauten und den Besuchersteg – insgesamt ergeben sich eine Nutzfläche von ca. 8.000,00 m² und eine Kubatur von ca. 90.000 m³.

Das nach Norden ausgerichtete Sheddach interpretiert die bereits vorhandenen Dachformen und die architektonische Analogie zur angrenzenden Landschaft. Das Gebäude wirkt durch die Besonderheit der Dachform kleinteiliger und fügt sich damit besser in die Umgebung und Landschaft ein. In der Halle sorgt es für eine gleichmäßige natürliche Belichtung und eine geringe Sonneneinstrahlung, was dem Klima in der Halle zu Gute kommt.

Die Außenfassade, eine massive Stahlbetonsandwichfassade, unterstützt das Konzept und sorgt durch ihre Speicherfähigkeit für eine ausgeglichene Temperaturbilanz in der Halle. Ergänzt wird die Fassade durch einen an der Süd- und Ostseite vorgehängten Besuchersteg, der von vorgelagerten Baumstützen getragen wird. Ein dazwischen aufgespanntes Edelstahlnetz dient als Halterung für eine flächige Fassadenbegrünung. Die Gebäudeansicht wird sich also mit der Bepflanzung über die Zeit ständig verändern und sich noch mehr in der Umgebung einbetten.

Angelegt als umlaufender Riegel mit verschiedenen Aussichtsplattformen, bietet der Besuchersteg Einblicke in die Nudelproduktion, aber auch Ausblicke in die in Außenanlage mit ihren angelegten Biotopen und der umliegenden Natur.

Der Innenraum lebt von der Natürlichkeit der verwendeten Materialien und der strukturierten Anordnung der Medienleitungen – was insgesamt für eine ruhige Atmosphäre im Raum sorgt. Die in der Halle angeordneten Maschinen werden über die Anbindung an die Medienleitungen zu einer Einheit mit dem Gebäude.

ENERGIEKONZEPT

Die Energieversorgung der Halle und der Produktionsanlagen erfolgt über eine bestehende Hackschnitzelanlage, die durch einen zusätzlichen Heißwasserkessel und einen für den Produktionsprozess erforderlichen Dampfkessel unterstützt wird.

Eine Beheizung der Halle ist nicht vorgesehen, da der Raum durch die Abwärme im Produktionsprozess ausreichend temperiert ist.

Für die Belüftung der Halle wurde eine mechanische Zuluftanlage mit entsprechenden Quellluftauslässen vorgesehen. Die Raumkonditionierung wird unterstützt durch eine Quer- u. Nachtauskühlung der öffenbaren Oberlichter im Dach und in der Fassade.

Als neues Herzstück und zentrale Anlaufstelle für Mitarbeiter und Besucher der Mercedes-AMG entstand das Multifunktionsgebäude „Team Building“, als Kopfbau der bereits bestehenden Motorenproduktion. Neben dem repräsentativen Eingangsbereich mit „History Wall“, der den Besuchern die 50-jährige Geschichte der Mercedes-AMG GmbH nahebringt und den Zugang zur Motorenproduktion darstellt, befinden sich im neuen Gebäude eine Cafeteria „Charge Point“, Konferenzbereiche, ein neues Betriebsrestaurant „Pit Stop“ und ein firmeneigenes Fitnessstudio „Power“. Das Fitnessstudio ermöglicht den Mitarbeitern sich, in der Nähe des Arbeitsplatzes sportlich zu betätigen.

Großzügige Außenbereiche am Betriebsrestaurant und der Cafeteria sowie eine Lounge mit Dachterrasse runden das Gebäudekonzept ab. Ein Gestaltungselement des Gebäudes ist die Begrünung im Außenraum mit schwarzem Bambus „Phyllostachysnigra“. Die Begrünung setzt sich innen über Grünwände und Pflanzenelemente, durch alle Geschosse des Gebäudes fort.

Die außenliegenden Aufenthaltsflächen des Betriebsrestaurants und der Cafeteria bieten zusätzlich zur visuellen, eine physische Verbindung mit dem Außenraum.

Großflächige Grafiken, akzentuierte Beleuchtung, themenbezogene Exponate und in Teilen raue und natürlich belassene Oberflächen vermitteln visuell und haptisch die rohen, ungebändigten Emotionen einer Rennstrecke, ein Markenzeichen der Marke Mercedes-AMG. Es werden vorwiegend authentische Materialien wie Asphalt, Sichtbeton und Stahl verwendet.

Im Innenraum wird durch bewusst platzierte Holz- und Textilelemente bei Böden, Wänden und Möbel, eine warme und freundliche Atmosphäre erzeugt, welche die Aufenthaltsqualität erhöhen.

Ausgangssituation

Die Firma Ofen Renz, ein traditionsreicher Familienbetrieb aus Illertissen, der 1933 gegründet wurde, hat sie auf den handwerklichen Bau von Öfen in bester Qualität spezialisiert. Aufgrund der über die Jahre zu eng gewordenen Lager- und Ausstellungsflächen im Stadtzentrum, wollte der Betrieb unter Leitung von Bernd Renz an den Stadtrand aussiedeln.

Neubau

Der Käufer des Bestandsgebäudes wollte kurzfristig wieder vermieten, der Neubau musste also schnell abgewickelt werden. Deshalb haben sich Bauherr und Planer für eine Holzkonstruktion entschieden. Das neue Gebäude bildet städtebaulich den Auftakt eines 2017 erschlossenen, kleinen Industriegebietes am Stadtrand von Illertissen.

Auf 400 m² bietet Ofen Renz ein exklusives Sortiment an Kaminen, Kaminöfen und Herden. Seit Sieben Jahren ist Renz bereits Ruegg-Studio. (Schweiz) Durch den Neubau konnten auch extravagante Hersteller wie Focus – Kamine aus Frankreich bei der Planung des Neubaus berücksichtigt und für die Ausstellung gewonnen werden.

So pendelt z.B. ein schwarzer Focus Kamin von der 6m hohen Decke ab und wird in der ebenso hohen Fassade zur Schau gestellt. Ein absoluter Blickfang.

Konstruktion

Es handelt sich um eine Holzrahmenkonstruktion mit Brettstapeldecken.
Die Fassade der Halle ist funktional mit Trapezblech-Sandwich-Paneelen verkleidet, Büro- und Verkaufsflächen etwas hochwertiger mit Putz und Glas. Die Halle ist vom Grundkonzept mit der Fläche 40 x 20 Meter so aufgeteilt, daß 50 % Lager und 50 % Verkaufsfläche sind, die Verkaufsfläche ist mit einem oberen Stockwerk versehen, welches mit den Büroräumen ausgestattet wurde. Dieser Bereich ist über den weiß verputzten Kubus mit vorgelagertem Balkon abgesetzt und bildet gleichzeitig den baulichen Sonnenschutz für den Ausstellungsraum. Die Verglasung Richtung Süden beträgt rund 175 qm und wurde mit Sonnenschutzglas ausgeführt. Dieser Bereich wird mit LED-stripes beleuchtet, um auch bei Dunkelheit Aufmerksamkeit zu erregen.

Nachhaltigkeit / Gebäudetechnik

Das Regenwasser wird gesammelt und mittels einer Tunnel-Rigole abgeführt, bzw. versickert. Das gesamte Grundstück wurde bis auf zwei Grünflächen versickerungsfähig gepflastert und bewusst nicht durch Teerflächen versiegelt.

Der Großteil der Baukonstruktion besteht aus Holz, welches aus der näheren Umgebung (Allgäu) stammt. Die Halle wird zur Grundlastheizung mit einer Gastherme versorgt.

Da die Bauweise jedoch die Kfw-55 Kriterien erfüllt, ist der zu erwartende Energieverbrauch – zumal es ja regelmäßig Heizvorführungen mit Holzöfen gibt – sehr gering.

Die erste Gasabrechnung hat dies mehr als deutlich bewiesen. Die Beheizung der Büro- u. Verkaufsfläche erfolgt mittels Fußbodenheizung, bzw. Kernbodenaktivierung im EG. Die Bodenplatte ist flügelgeglättet und versiegelt.

Auf dem Dach haben wir eine PV-Anlage mit 75 kw/p. Seit Juli 2019 erreichen wir hier, in Verbindung mit einer Batterie, die eine maximale Ladekapazität hat, eine Autarkiequote von bis zu 97 % an sonnigen Tagen. Der schlechteste Monat war bisher der Januar 2020 bei dem immer noch eine Autarkie von 65 % erreicht wurde. An einem sonnigen Tag erreichen wir einen verbleibenden Netzbezug von gerade mal 2,26 kw/h u. produzieren währenddessen bis zu 380 kw/h am Tag.

Beleuchtungs- und Temperaturregelung über smart-home

Im gesamten Gebäude wurde die Beleuchtung ausschließlich mit LED-Technik konzipiert, kombiniert mit zahlreichen Bewegungsmeldern und Zeitschaltungen. Wenn z. B. jemand durch den Showroom geht, geht zwar das Licht an, aber wenn der Bewegungsmelder eine gewisse Zeit keine Bewegung mehr registriert, schaltet sich das Licht wieder ab. Gleiches gilt für die meisten Räume, wie Lager, Büro´s, Zwischengänge usw. Zudem wurde über das integrierte Loxone-Smarthome-System eine Gesamtschaltung angebracht, dass wenn die Halle über die Hauptzugangstüre abgesperrt wird, sich alle Lampen u. Beleuchtung im Gebäude abschalten. Über diese Smarthome-Steuerung wurden auch alle Türen u. Fenster mit einem Kontakt versehen, so dass jederzeit von außen auf dem Smarthome geprüft werden kann, ob Fenster geöffnet sind, Licht brennt und welche Raumtemperaturen herrschen. Alle Parameter können dann auch über das Smarthome verändert und ferngesteuert werden, also Licht, Temperatur und Gebäudeüberwachung hinsichtlich Sicherheit.

Gebäudeabsicherung

Durch die exponierte Lage wurde darauf geachtet, dass im EG kein herkömmliches Fenster vorhanden ist, sondern nur ein Lichtband, welches auf 2 Meter Höhe beginnt und nur eine Höhe von 50 cm aufweist. Die einzige Zugangsmöglichkeiten besteht über die Haupteingangs- und separate Studio – Eingangstüre – somit wurde auch einem potentiellen Einbruch bestmöglich ein Riegel vorgeschoben. Das Smarthome-System würde melden, wenn eine Türe oder Fenster geöffnet werden würde. Durch die Bewegungsmelder würde bei unerwünschtem Zutritt in das Gebäude in den jeweiligen Räumen das Licht angehen, durch die Loxone Alarmsteuerung würde im gesamten Gebäude die Beleuchtung zu blinken beginnen, was potentielle Einbrecher hoffentlich ausreichend verscheuchen sollte.

Ein neuer Baubetriebshof. Ein weiterer unscheinbarer Zweckbau? Mitnichten. hochstrasser.architekten haben für den Baubetriebshof der Stadt Ulm eine Material- und Formensprache gefunden, die in ihrer Reduktion der Nutzung des Gebäudes entspricht und zweckmäßig robust ist. Darüber hinaus strahlt der Neubau aber auch eine schlichte Eleganz aus und die sorgfältige Detailierung vermittelt eine angemessene Wertigkeit.

Mit seinen 90 Mitarbeitern ist der Baubetriebshof der Stadt Ulm Dienstleister für städtische Abteilungen und städtische Gesellschaften wie die Entsorgungsbetriebe oder die Stadtwerke. 2006 wurde er durch Umstrukturierung aus verschiedenen, für Unterhalt und Betrieb zuständigen Abteilungen diverser städtischer Ämter gebildet. Anfangs noch auf über 13 Stützpunkte im Stadtgebiet Ulm verteilt, fiel 2013 die Entscheidung für ein Gesamtnutzungskonzept und Zusammenlegung auf neuem Grundstück. Die hierfür notwendige, große Fläche, inklusive Reserve für mögliche Erweiterungsbauten, fand sich im “Kaltwässerle“ im benachbarten Bundesland auf der Gemarkung der Stadt Neu-Ulm. Das ehemalige Grundstück der Stadtgärtnerei Neu-Ulm bot sowohl die Nachbarschaft zu bereits bestehenden Teilen des Baubetriebshofs als auch eine gute Verkehrsanbindung an das Ulmer Stadtgebiet.

hochstrasser.architekten realisierten bereits den ersten Bauabschnitt mit Schreinerei und Montagehalle, den sogenannten Basisbauabschnitt, der im Frühjahr 2014 in Betrieb genommen wurde. In Folge war das Ulmer Büro auch für die Umsetzung des Hauptbauabschnitts BA2 mit Räumlichkeiten für die Bereiche Elektro, Technik, Mobiliar, Verkehr und Schlosserei zuständig. In einem dritten BA ist außerdem geplant, das Sachgebiet Verkehrsfläche ebenfalls im Kaltwässerle zu stationieren.

Lage in Hochwasserzone

Der zweite Bauabschnitt des Baubetriebshofes schließt im Osten direkt an den BA1 an. Da das Gebiet hochwassergefährdet ist wurde bereits für den ersten Bauabschnitt eine Geländeaufschüttung erstellt. Dieser etwa 100 Meter lange und 55 Meter breite „Sockel“ besteht aus Bauschutt und Erde von einem Nachbargrundstück und soll den Baubetriebshof vor künftigen Jahrhunderthochwassern schützen. An der Ostseite erschließen zwei Rampen das erhöhte Gelände, eine 12 Meter breite Umfahrung umgibt das gesamte Gebäude.

Angemessenheit und Reduktion

Schon beim ersten Bauabschnitt haben hochstrasser.architekten gezeigt, dass es möglich ist, vielfältige und oftmals auch gegensätzliche Projektanforderungen unter einem Dach mit angemessen einfachen Mitteln umzusetzen und dabei dennoch eine hohe gestalterische Qualität zu erzielen.

Auf den ersten Blick wirkt der Baubetriebshof zurückhaltend und reduziert. Ein zweiter Blick zeigt die durchdachte, harmonische und an den Funktionen orientierte Ausarbeitung der Fassade. Der BA2 nimmt im Bereich der Werkstätten die Konstruktion und Materialität des ersten Bauabschnitts auf, so dass die beiden Abschnitte miteinander verschmelzen. Lediglich der Kopfbau mit Büros und Sozialräumen setzt sich ab; die Tonalität der Fassade bindet aber auch diesen Trakt in die Gesamtform ein.

Gestalt und Funktion

Auf einer Grundfläche von 46,15 x 33,74 Meter gliedert sich der kompakte, rechteckige Baukörper des zweiten Bauabschnitts in einen 3-achsigen Werkstattbereich mit dazugehörigem Lager und einer Achse mit Büro- und Sozialräumen. Die jeweiligen Nutzungen zeichnen sich nicht nur durch unterschiedliche Geschossigkeit ab – der Werkstattbereich ist über eine lichte Höhe von 5,65 m eingeschossig, der Bürobereich zweigeschossig –, auch die Konstruktion und Fassaden spiegeln die dahinterliegenden Funktionen.

Zusammenspiel von Konstruktion, Material und Gebäudetechnik

Die drei Achsen des Werkstattbereichs sind als Stahlrahmenkonstruktion mit vorgehängten, waagerechten Stahlsandwichpaneelen ausgeführt. Inspiriert von klassischer Industriearchitektur bleibt die Konstruktion ablesbar und die verwendeten Materialien sichtbar. Insbesondere die unverputzt gelassenen Innenwände zur offenen Montagehalle hin aus Mauerwerk HLZ, einem kerngedämmte Poroton-Planziegel, zeugen von der Idee, dass der Ausbauzustand im Prinzip einem Rohbau entspricht – einer robusten, flexibel belegbaren Struktur. Entsprechend wird auch die Gebäudetechnik sichtbar in Trassen im Luftraum geführt, so dass sie jederzeit zugänglich ist und Nachinstallationen möglich sind.

Um optimale Arbeitsbedingungen zu gewährleisten sind die Werkstatträume licht und hoch, Oberlichter ermöglichen eine gleichmäßige Ausleuchtung mit Tageslicht und dienen gleichzeitig der Entrauchung. Da den Werkstätten jeweils direkt Lagerflächen zugeordnet sind, reduziert sich die innenliegende Erschließungsfläche, Abläufe werden optimiert, Produktivität und Flexibilität gesichert. Die Werkstattbüros sind als konfektionierte Einbauelemente als Stahl-/Glaskonstruktion umgesetzt.

Rhythmisierte, poetische Einfachheit

Im Gegensatz zur horizontal liegenden Metallfassade der Werkstattbereiche ist der Kopfbau mit den Büro- und Serviceräumen komplett in Sichtbeton gehalten: Die Fassade ist aus kerngedämmten Stahlbetonfertigteilen, das Tragwerk aus Stahlbetonwänden, -stützen und -decken. Die Innenwände sind in Trockenbauweise ausgeführt. Entsprechend der funktionalen Anforderungen wurden in den Büroräumen und den Fluren abgehängte Akustikdecken installiert, der Fußboden mit grauen Fliesen oder rotem Linoleum belegt.

In ihrer rhythmisierten Anordnung bilden die stehenden Fensterelemente zum einen die dahinterliegende Büronutzung ab. Zum anderen vermittelt ihre harmonische Abfolge eine zurückhaltende Eleganz sowie eine klare, nahezu poetische Einfachheit, die beispielhaft für das ganze Bauvorhaben ist.

Im März 2019 bezog das Architektenbüro Keienburg das neue Domizil in der Stückle-Straße in Ettenheim.

Bürogebäude einmal anders. Das Gebäude aus Brettsperrholzwänden und Decken zeigt Räume mit Charakter. Holzbauten haben im Südbadischen Raum in der Bevölkerung noch immer einen etwas umstrittenen Ruf. Sie gelten als „Öko“, als nicht so wertig und erinnern viele Menschen noch immer an landwirtschaftliche Gebäude.

Dabei ist Holz anderen Baustoffen in vielerlei Hinsicht klar überlegen. Bei der Frage nach geeigneten Baustoffen spielten Kriterien wie Ökologie, Nachhaltigkeit und Lebenszykluskosten eine wichtige Rolle. Holz wirkt ausgleichend, steigert das Wohlbefinden, wächst stetig nach in ausreichender Menge, ist ein natürlicher Kohlenstoffspeicher der CO2 bindet und trägt so aktiv zum Klimaschutz bei. Und nicht zuletzt lässt er sich vollständig ökologisch recyceln.

Als Experten für nachhaltiges Bauen mit einer Weiterbildung in schadstoffarmen Bauen haben die Keienburg Architekten den Anspruch die Gebäude ein bisschen gesünder zu machen, umweltfreundlicher und damit schlicht nachhaltiger.

Mit einer Raumhöhe von fast 4m ist das Gebäude dem Charakter eines Industriebaues näher, als dem Wohnungsbau. Der Einsatz von Stahl unterstützt die Raumwirkung einer Loft die aufgrund des Holzes jedoch Behaglichkeit und Wohlfühlatmosphäre ausstrahlt. Es sind ehrliche Materialien- unbehandelte Holzwände und Decken und den rohen Beton der Bodenplatte. Die Erfahrung des Industriebaus genutzt und umgesetzt für eine wirtschaftliche und kostengünstige Lösung.

Wir brauchen Räume mit frischer Luft ohne Schadstoffe, stimulierende Umgebung, angenehme Temperaturen und Lichtverhältnisse sowie keine Belästigung durch Lärm.

90% ihrer Zeit verbringen Menschen in Innenräumen. Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital, daher ist es für uns unsere oberste Priorität attraktive Lebenswelt zu schaffen, die Kreativität fördert und unser Wohlbefinden und Gesundheit nicht einschränkt. Wir verstehen unser Gebäude als Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Menschen. Der ganzheitliche Ansatz, der parallel zu ökologischen und ökonomischen Aspekten berücksichtigt stellt sicher, dass unsere gesunden Gebäude auch allen weiteren Anforderungen genügen und damit zukunftsfähig sind.

Die Farbwahl spielt genauso eine Rolle wie Lichtplanung, ausreichend Tageslicht und Aspekt der Blendfreiheit, Akustisch eine Umgebung zu schaffen, die es ermöglicht konzentriert und stressfrei produktiv zu sein. Dies wird erreicht durch Zonen der konzentrierten Arbeit und Zonen der Kommunikation. Zusätzlich bieten Akustiksegel einen Beitrag zur Schallreduzierung.

Der Verzicht von Risiko und Schadstoffen im Gebäude hat oberste Priorität. Darüber hinaus ist es das Ziel alle gefährdenden oder schädigende Werkstoffe wie Schwermetalle, Biozide, persistente organische Schadstoffe, Gefahrstoffe o.ä, die Mensch , Flora und Fauna beeinträchtigen oder schädigen können zu reduzieren oder sie gänzlich zu vermeiden. Nur geprüfte Baustoffe fanden den Weg in unser Gebäude. Die Luftmessung, welche nach Fertigstellung durchgeführt wurde unterschreitet die Anforderungen der DGNB an die zulässigen TVOC und Formaldehyde bei weitem.

Große Dachüberstände im Süden dienen der Verschattung im Hochsommer und sorgen neben der Kühlung über Betonkernaktivierung zur Temperierung für ein ausgeglichenes Raumklima. Reduzierung der Technik und Stromgewinnung mittels großer PV-Flächen machen das Gebäude im KfW 55/40 Standard zum Plus-Energiegebäude, welches selbst bei den hohen Temperaturen (39° Celsius)auf einem angenehmen Temperaturlevel bleibt.

Ein sympathischer Empfang mit Wertschätzung für die Besucher, die man sieht und spürt. Dabei bieten die Sichtbetonwände des aussteifenden Betonkerns im Zentrum des Gebäudes eine schlichte, aber hochwertige Eleganz. Die individuelle entworfene Theke, die die Schrägstützen der Fassade in Form von Lichtstreifen setzt die Designelemente von außen nach innen fort.

Der Besprechungsraum- das Ideenreich- hat wiederum seine eigene Sprache. Introvertiert- um Ideen zu finden muss man in sich gehen- daraus entstand ein Besprechungsraum- das Ideenreich, deren Fenster sich nicht ins Freie orientieren, um Ausblicke zu schaffen, sondern lediglich in die eigenen Freibereiche um die Belichtung zu gewährleisten.

Introvertiert, frech und schick zeigt es seine kreative Andersartigkeit. Die Holzfassade zeigt auch nach außen was das Gebäude ist- ein Holzbau. Im Zusammenspiel mit der Wildblumenwiese ein harmonischer Hingucker, der neugierig auf das Innere macht.

DER ENTWURFSGEDANKE

Der Neubau der Fertigungsstätte für Dünnschicht Korrosionsschutz-Systeme der Firma Benseler in Lüdenscheid in direkter Nachbarschaft der Autobahn A45, vereint in einem ein- bis zweigeschossigen Baukörper von 104 x 96 m die Produktions-, Support, Chemie, Labor, Lager, Logistik, IT-Zentrale, Testräume und Labors, Disposition und Vertrieb, Anliefer- und Büros, sowie Anlagen- und Prozesstechnikbereiche auf einer Gesamtfläche von ca. 11.200 m² in einem Bauvolumen von ca. 91.000 m³.

DIE KONSTRUKTION / ÖKONOMIE

Zur Evaluierung einer möglichst nachhaltigen, wirtschaftlichen und effektiven Bauweise, wurde in einem ersten Schritt unterschiedliche Konstruktionsarten vergleichend untersucht. Nach Auswertung der Varianten fiel die Entscheidung unter Berücksichtigung der vorhandenen umwelt- und brandschutztechnischen Auflagen, auf die Ausbildung des Tragwerks in klassischer Stahlbeton-Fertigteilbauweise.

Die Produktionshalle mit einer Grundfläche von ca. 102 x 48 m ist durch eine Stützenreihe in zwei stützenfreie Bereiche mit Spannweiten von je 24 m geteilt. Das mit geringen Neigungen ausgeführte Dach wurde mit Trapezblechen eingedeckt und umfasst die gesamte Produktionshalle. Ausgenommen davon ist der Dachbereich für die technische Nutzung, welcher auf der tieferen Höhe des Zwischengeschosses liegt und in Betonbauweise ausgebildet wurde. Alle Dachbereiche wurden mit umlaufender Attika in Form von Attikaträgern ausgeführt.

DIE FASSADE / GESTALTUNG

Bewusst wurden die unterschiedlichen Funktionen der Produktionsbereiche in der Fassadenwertigkeit und -farbigkeit ablesbar gestaltet. Durch das in seiner Höhenlage und Breite vertikal variierend umlaufende mäandrierende weiße Metallfassadenband, werden die dahinterliegenden Funktionseinheiten gefasst und bilden eine bauliche Einheit. Die somit endlos gestaltete Fassadenhaut tritt als bauliches Pendant in direkte Korrespondenz mit der Dynamik und Bewegung der direkt angrenzenden hoch frequentierten Autobahn A45.

Die Oberflächen der Produktionsstätte, wie auch die der Büro-, Labor- und Nebenbereiche spiegeln die Grundfarben des Oberflächenbeschichtungsspezialisten Fa. Benseler wieder.
Hierbei wurden die Farbwelten mit architektonisch ansprechenden Materialien belegt und in sinnvoller Weise Bauteile oder Konstruktionselemente des Industriebaus pointiert in das architektonische innenräumliche Erscheinungsbild integriert.

DAS RÄUMLICHE KONZEPT

Durch die architektonische Optimierung der Funktionseinheiten auf Grund des großen funktionsbedingten ebenerdigen Flächenbedarfs der Produktionshalle mit den direkt angeschlossenen Technik- und Versorgungsanlagen, dem Warenlager, der Qualitätssicherung mit den benötigten Labors und des Logistikbereiches, in dem durch eine vollständig überdachte Be- und Entladezone bis zu 70 Gigaliner pro Tag witterungsunabhängig abgefertigt werden können, konnte der Turnover des Produktions- und Warenflusses vom Wareneingang bis zum fertigen Produkt von durchschnittlich 48 Stunden und somit um 50% reduziert werden.

ENERGIE EFFIZIENZ / NACHHALTIGKEIT / KFW 70 HAUS

Beim Aufbau der neuen Produktion in Wibschla wurde im Besonderen, neben der Erreichung des KfW 70 Standards, darauf geachtet, die bestmöglichen Lösungen hinsichtlich Umwelt- und Ressourcenschonung umzusetzen. Durch eine entsprechende Kombination von Abluft- und Energierückführtechnik im Bereich der Anlagen und Prozesstechnik, gekoppelt mit einer intelligenten Gebäudetechnik, kann somit ein großer Teil der im Arbeitsprozess entstehenden Abwärme aufgefangen und wiederverwendet werden. Mit dieser Wärmeenergie wird die gesamte Vorbehandlung der energieintensiven Produktion, sowie ein Teil der Einbrennenergie der Öfen eingespart. Darüber hinaus wird durch den Einsatz von Wärmetauscher die benötigte separate Aktivkühlung der Brennöfen und die Klimatisierung des Verwaltungsbereiches, ohne zusätzliche Energieaufwendung, betrieben.

Der Produktionsverbrauch von Erdgas konnte somit drastisch gesenkt und die Energiebilanz massiv verbessert werden. Durch dieses effiziente Energierückgewinnungsverfahren wird die Verbrennung von 750.000 m³ Erdgas pro Jahr verhindert und somit der Ausstoß von 1,5 Mio. kg CO2 reduziert.

Entwurfskonzept

„…auf der Reise durch die Welt von HUGO BOSS“.

Nach dem Betreten durch den „Slow Down Entry“ betritt man eine neue Welt. Durch das Ausblenden der Alltagshektik entsteht eine neue Wahrnehmung. Im Inneren enthüllt sich ein innovativer Kosmos der Markenwelt. Die Wegeführung ist intuitiv. Diese wird digital, grafisch und individuell bespielt. Die einzelnen Markensegmente werden in den Brand Spaces dargestellt. Unter einem großen markanten Dach findet der Besucher die aktuellen Waren, die im Cross-Merchandising-Stil inszeniert sind. Textil, Accessoires, zusätzliche Produkte und Lifystyle-Elemente inspirieren und machen Lust auf mehr. Zusätzlich wird das Erlebnis durch Sonderbereiche ergänzt (Ausstellungen, Schneiderei, Gastro- und Verweilangebote). Die unterschiedlichen Marken von HUGO BOSS werden in eigenständigen Bereichen mit individuellem Charakter unter eigenen Dächern präsentiert. Abgerundet wird das Einkaufserlebnis mit einem modernen, kommunikativen Gastronomiekonzept. Ziel ist ein kleines, aber hochwertiges Angebot an gastronomischen Dienstleistungen in angemessener, entspannter Atmosphäre für den Kunden. Die Zielgruppe ist überregional bis international. Das Gastronomiekonzept ist modern, transparent, unkompliziert und selbsterklärend.

Standort und Quartiersbewertung

Zusammen mit den benachbarten Gebäuden der Holy AG, der durchgängigen TG und den sich in Planung befindlichen Hotels, konnte die Revitalisierung einer jahrelang ungenutzten innerstädtischen Gewerbebrache mitten im Stadtkern Metzingens und unmittelbar am Ermsufer umgesetzt werden. Das Gebäude gliedert den neu entstandenen Platz auf dem ehemaligen Gänslen & Völter Areal Gelände. Durch die klare Fassung gewinnt der Platz an städtebaulicher- und an Aufenthaltsqualität, der die Bürger auch nach den Ladenöffnungszeiten zum Verweilen einlädt. Das neue Areal bekommt als Ergänzung grüne Bereiche wie die Renaturierung der Erms, die Uferterrassen und Parks, die die Stadt um ein weiteres qualitativ und nachhaltig bereichern. Zudem wird eine gute Vernetzung innerstädtischer Quartiere geschaffen.

Nach der Fertigstellung des neuen Firmensitzes in der Nähe des Offenburger Güterbahnhofs gab das 1847 gegründete KRONEN-Brauhaus seinen innerstädtischen Standort auf. Der Umzug in den Neubau im Industriegebiet Offenburg-Rammersweier ermöglichte eine Optimierung interner Prozesse sowie die Überholung der Marke Kronenbrauerei, welche künftig unter dem Namen »Brauwerk Baden« firmieren würde.

Vordringlichstes Ziel am neuen Standort sollte sein, durch die neue Brauanlage viel flexibler zu sein, um dann weitere Biersorten – auch in kleineren Abfüllmengen – anbieten zu können. Zudem sollte sich das neue Brauwerk mit Biergarten, Gastronomie und Schaubrauerei in der Umgebung als Adresse für Feierlichkeiten und Freizeitaktivitäten einen Namen machen.

Die Herausforderung des Entwurfs bestand darin, die unterschiedlichsten Nutzungsbereiche miteinander zu verknüpfen und ein gesamtheitliches Bild der neuen Marke Brauwerk Baden nach außen zu transportieren. Der Produktionsbereich umfasst Sudhaus, Gärkeller, Fassabfüllung und Nebenräume wie Labor, Hopfen- und Malzlager. Daran angeschlossen sind eine Lagerhalle für Voll- und Leergut und die Sozialbereiche für die Mitarbeiter. Außerdem beherbergt der Gebäudekomplex einen Verwaltungstrakt und einen Gastronomiebereich, welcher sich in Gaststätte mit Schaubrauerei und Biergarten sowie Barlounge mit Dachterrasse untergliedert.

Da der Großteil des Gebäudes von der Produktions- bzw. Lagerhalle eingenommen wird, war eine reduzierte Formensprache und die kubistische Gebäudeform maßgebend für den Gesamtkomplex. Als Fassadenmaterial stand Klinker frühzeitig fest. Vor allem der stirnseitige Bereich, wo die Gastronomie verortet ist, sollte dadurch einerseits die Referenz zum alten verklinkerten Brauereigebäude herstellen, andererseits den Werkscharakter des neuen Gebäudes widerspiegeln. Der Hallenbereich ist mit Polycarbonatplatten verkleidet – ein zeitgenössisches Fassadenmaterial für eine moderne Produktion – und verzahnt sich an den Längsseiten des Gebäudes mit der Klinkerfassade. Eine Sichtbetonattika umspannt die verschiedenen Nutzungen und krönt das Gebäude mit dem eingelassenen Schriftzug „Brauwerk Baden“. Auch im Innern wurden die Oberflächen zumeist in Sichtbeton belassen.

Die Formensprache und die Verwendung traditioneller Materialien wie Klinker lassen das Brauwerk als ein Gebäude mit typischem Werkscharakter erscheinen. Durch das Kombinieren mit Elementen aus Stahlbeton und Glas entsteht ein Bauwerk, das traditionelles Brauhandwerk im modernen Kontext verkörpert.

Um eine angemessene Aufenthaltsqualität in dem Industriegebiet für Gastronomie mit Biergarten zu schaffen, wurde der Geländeaushub entlang der Grundstücksgrenze in Richtung Schienen und anderer Lärmquellen als Wälle angelegt. Dadurch wird eine Oase ohne störende Einflüsse von Aussen kreiert und gleichzeitig kann die Steigung als Tribüne für beispielsweise Public Viewing genutzt werden.

Im badischen Rheinau befindet sich der Standort des Möbelherstellers Brunner. Die Erweiterung einer Produktionsstätte integriert neben der Produktion, Versuchs- und Forschungswerkstätten, Büros, ein Bistro und Showrooms in eine kompakte Bauform. In dem zweigeschossigen Gebäudeteil findet die Endmontage der Möbel statt, in der rückwärtigen Halle befinden sich die Werkstatt und der Versand.

Als Architekt und Generalplaner war für HENN die besondere Herausforderung der Brunner Innovation Factory, unterschiedliche Programme räumlich und funktional zu vereinen. Insgesamt werden Entwicklung, Design, Prototyping, Endproduktion samt Versand, offene Arbeitsräume, Showrooms und Kantine im hybriden Innovationszentrum unter ein Dach gebracht. Von der Kantine oder dem Café als Schnittstelle zur Produktion lassen sich Montageabläufe beobachten; es ist ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Das Konzept beruht auf dem Gedanken eines „Marktplatzes“, der als kommunikatives Zentrum für Mitarbeiter und Besucher gedacht ist.

Das modular aufgebaute Holztragwerk der Produktionshalle stellt ein besonderes Merkmal des Projekts dar. In Analogie zu den Manufakturgedanken und Techniken der Möbelfertigung werden die Träger der Dachkonstruktion an den Knotenpunkten zusammengefügt. Es unterstreicht den hohen Anspruch an Nachhaltigkeit, natürlicher Ästhetik und Aufenthaltsqualität des Projekts.

Die im Hallenraum sichtbare Konstruktion setzt sich aus Holzfachwerkträgern mit Spannweiten bis zu 15,75 m zusammen. Die Träger bestehen aus formstabilen Furnierschichtholzlamellen. Das Tragwerk gliedert sich in Haupt-, Neben- und Tertiärträger. Hierfür ist die Anzahl der Lamellen entscheidend: Die Gurte der Hauptträger haben drei, die der Querträger zwei und die Tertiärträger eine Lamelle. Das Dach konnte frei von Auskreuzungen gehalten werden, indem die Scheibenwirkung des Dachtrapezblechs die Wirkkraft übernimmt. Beleuchtet wird die Halle durch technische Lichter in den Fachwerkträgern.

Ein besonderes Augenmerk wird auf Offenheit und Transparenz des Gebäudes nach außen und innen gelegt. Das Montageverfahren kann in der Halle Schritt für Schritt nachvollzogen werden. Die Glaswände und eine sich durch die gesamte Gebäudelänge streckende Galerie stellen bewusst Sichtachsen zwischen dem Produktionsbereich und den Arbeitsbereichen im Obergeschoss her. Die vielfältig konzipierten Büroräume ermöglichen sowohl ruhiges konzentriertes Arbeiten als auch Besprechungen und Teamarbeit.

Entsprechend seiner prominenten Lage und der damit verbundenen Fernwirkung präsentiert sich der Neubau selbstbewusst und setzt einen deutlichen städtebaulichen Akzent. Neben der Integration eines solchen Funktionsgebäudes in den stadträumlichen Kontext stand die optimale Umsetzung der betriebstechnischen Abläufe im Vordergrund. 2200 der insgesamt 7500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche sind Büro- und Werkstatträumen vorbehalten, die in den beiden oberen Geschossen liegen. Darunter befinden sich auf drei Ebenen Parkraumflächen für 120 Betriebsfahrzeuge und Großgeräte.

Durch die Funktionsverteilung und -bündelung ergeben sich nicht nur kurze Wege, sondern auch eine energetisch und konstruktiv optimale Ausbildung des Baukörpers. Die Klarheit und Übersichtlichkeit der Wegführungen, die Offenheit des Baukörpers, die Farbgebung und die Lichtführung in den Geschossebenen schaffen eine positive räumliche Gesamtatmosphäre.

Die Tragstruktur besteht aus einer feuerbeständigen Betonrahmen-Konstruktion. Im Bereich von Parkflächen und Erschließung legt sich eine perforierte Fassadenhülle um den Baukörper; die Büroräume der oberen Geschosse sind verglast. Die Fassadenkonstruktion ist geschossweise gespannt und benötigt keine zusätzliche horizontale Unterkonstruktion. Die Elemente bestehen aus 2mm starken, perlmausgrau pulverbeschichteten Aluminiumblechen mit einer Segmentierung der Sicken von 260×108 mm. Durch das geschossweise Versetzen der Sicken um jeweils ein Segment werden die einzelnen Gebäudeebenen ablesbar und es entsteht trotz der Homogenität des Materials ein abwechslungsreiches Fassadenbild.

Da der Lochungsanteil der Bleche bei circa 50 Prozent liegt, können die Parkebenen natürlich be- und entlüftet werden. Der hohe Lochanteil erzeugt ein hohes Maß an Transparenz und Durchlässigkeit. Durch die offene geometrische Struktur entstehen Schichtungen sowohl in der Höhe als auch in der Tiefe und lassen durch wechselnde Lichtverhältnisse unterschiedliche Eindrücke und Bilder entstehen. Bei Nacht gleicht das beleuchtete Gebäude einem illuminierten Stadtbaustein.

Leicht ist das Schweben

Eine Schulerweiterung als Protest gegen die Schwerkraft: Mit dem Campus Technik Lienz bringen Hemma Fasch und Jakob Fuchs die Architektur zum Fliegen und erhalten dafür die Auszeichnung des Landes Tirol für Neues Bauen.

Manchmal geht es schnell: Im Februar 2016 trat die Jury des Architekturwettbewerbs für den Campus Technik Lienz zu ihrer entscheidenden Sitzung zusammen; exakt zwei Jahre später, im Februar 2018, fand die Eröffnung statt. Der Campus kombiniert verschiedene Bildungseinrichtungen an einem Standort: eine Tiroler Fachberufsschule, eine private Höhere Technische Lehranstalt sowie eine Außenstelle der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck und der Universität für Medizinische Informatik und Technik in Hall in Tirol.

Abgekürzt zierten die Namen dieser Institutionen das Deckblatt der Wettbewerbsausschreibung und vermittelten den Architekten eine Ahnung von der Komplexität ihrer Aufgabe: TFBS, PHTL, LFUI und UMIT sollten so viele Synergien wie möglich entfalten, aber trotzdem als eigene Institutionen sichtbar und funktionsfähig bleiben.

Die Rahmenbedingungen für diese Aufgabe waren ausgesprochen schwierig. Der Standort am Ufer des Flusses Isel ist bereits mit Bestandsbauten besetzt, die über die Jahre gewachsen sind. Den Anfang machte die Fachberufsschule, zu der später die formal private, de facto aber von Bund, Land und Gemeinde getragene HTL kam, die sich auf Mechatronik spezialisiert hat. Diese bestehenden Einrichtungen sollten erweitert und um neue Räume für die Außenstelle von LFUI und UMIT ergänzt werden.

Flächenmäßig waren rund 3000 zusätzliche Quadratmeter Nutzfläche zu schaffen: Seminarräume, Büros und offene Arbeitsplätze für die Universitäten, neue Klassenräume für die PHTL und dazwischen Labors und eine Bibliothek zur gemeinsamen Nutzung. Ein großes Foyer sollte als Treffpunkt für die Studierenden aller Altersgruppen dienen. Als Standort für die Erweiterung war allerdings ein Grundstück vorgesehen, das die Kette von Bestandsbauten entlang der Uferpromenade mit einem weiteren mehrgeschoßigen Solitärbau fortgesetzt hätte. Diese Lösung hätte den Neubau aber isoliert und weit vom Hauptzugang auf den Campus abgerückt, der sich im Osten des Grundstücks befindet, wo die Uferpromenade und eine Brücke über die Isel zusammentreffen.

Die Architekten Hemma Fasch und Jakob Fuchs schlugen ein völlig anderes Konzept vor: einen auf Stützen über der Uferpromenade schwebenden eingeschoßigen Baukörper, der den bestehenden Gebäuden vorgelagert und durch Brücken mit ihnen verbunden ist. Erfahrungen mit dem Thema einer scheinbar schwebenden Architektur haben Fasch und Fuchs bereits mit der Schiffstation für den Twin City Liner Wien–Bratislava am Wiener Donaukanal gesammelt. Das Projekt in Lienz ist mit seinen knapp über 150 Meter Länge deutlich größer und von seiner Funktion her komplexer. Vor der Länge scheuen sich Fasch und Fuchs nicht, im Gegenteil: Die innere Erschließung läuft schnurgerade über diese Länge durch, während sich zuerst auf der einen, dann auf der anderen Seite die Nutzflächen anordnen und dabei elegant den Bäumen ausweichen, die nach Möglichkeit erhalten bleiben sollten. An einigen Stellen kommt der horizontale „Flieger“ den Baumstämmen erstaunlich nahe, was nur möglich ist, weil sein Brückentragwerk auf wenigen Fundamentpunkten ruht und damit die Wurzeln der Bäume nicht beschädigt. Im Inneren des fliegenden Baukörpers dürfen sich die Nutzer wie in einem Raumschiff fühlen, das gerade an seinem Landeplatz an der Isel angedockt hat. Die Böden sind in einem kräftigen Gelb gehalten, die leichten Trennwände in einem Graublau, das an die Farbe der Dolomiten erinnert, und die Vorhänge im wässrigen Grün des vorbeirauschenden Flusses. Die Fachwerkkonstruktion, geplant von Werkraum Ingenieure, besteht aus runden, weiß gestrichenen Stahlrohren und überwindet die großen Spannweiten mit beachtlicher Leichtigkeit. Für Boden und Decke kamen Stahlbeton-Hohldielen mit bis zu 17 Meter Spannweite zum Einsatz, die zwischen den geschoßhohen Fachwerken an den beiden Längsseiten des Baukörpers gespannt sind.
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Das Ergebnis spricht jedenfalls für sich. Es strahlt einen Optimismus aus, der perfekt zur tollkühnen Idee passt, Lienz zur Universitätsstadt zu machen, indem man einige Büros und Hörsäle hierher auslagert und sie per Videokonferenz interaktiv an die Hauptstandorte in Innsbruck und Hall anbindet. Ob das funktioniert, werden die nächsten Jahre zeigen. Die Raumstruktur, die Fasch und Fuchs geschaffen haben, ist flexibel genug für zukünftige Anpassungen.

Man kann diese schwebende Architektur auf zwei Arten lesen: als raffinierte Antwort auf eine höchst spezifische Situation – keine andere Lösung hätte alle Institutionen so elegant verflochten und gleichzeitig so wunderbare Außenräume entlang der Uferpromenade geschaffen. Man kann sie aber auch als Erinnerung an den alten Traum der Moderne lesen, Ausdruck einer besseren Welt zu sein, in der die Gesetze der Schwerkraft suspendiert sind. Architektur kann diese Utopie konkret machen, braucht dafür aber die nötigen Ressourcen und Fürsprecher. Dass gerade dieses Bauwerk vergangene Woche die Auszeichnung des Landes Tirol für Neues Bauen erhalten hat, ist daher besonders erfreulich.
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copyright text: diepresse, Spectrum 27. Oktober 2018 – Christian Kühn

Neben dem klassischen Weingroßhandel und einer Weinagentur kam dem vor wenigen Jahren geschaffenen Online-Geschäftszweig die größte Bedeutung in der Planung zu. Daher waren die grundsätzlichen Fragestellungen zum einen wie etwas Virtuelles physisch erlebbar gemacht werden kann und zum anderen dabei auch noch ein Mehrwert für die Kunden und das Unternehmen geschaffen wird.

Umgeben von verschieden-formatigen Gewerbebauten, Autohäusern, Kraftwerken und Stadtbahntrassen spiegelt die typische Peripherie einer Großstadt wider. Die heterogene Umgebung wirkt gesichtslos, maßstabslos und nichtssagend – ein Unort. Daher bestand die Herausforderung darin, dem Ganzen etwas entgegenzusetzen und ein klares Bekenntnis zur vorhandenen Umgebung zu formulieren.

Die Antwort auf die Umgebung war Ruhe, Klarheit und das Gebäude auf das Wesentliche zu reduzieren. Diese Haltung wurde sowohl in den Innenräumen als auch bei den Außenbereichen konsequent fortgesetzt. Die klare kubische Gebäudeform, mit gezielt aus dem Innenraum entwickelten, quadratischen Fensteröffnungen, lässt ein gewollt unmassstäbliches Erscheinungsbild entstehen. Materialien, Farben, Öffnungen und Bauelemente wurden auf das Minimum reduziert, um so den absoluten Fokus auf das Produkt Wein und das Unternehmen zu richten.

Im Innenraum werden durch gezielt positionierte Öffnungen Sichtbeziehungen zwischen den Räumen innerhalb des Gebäudes geschaffen. Dabei werden dem Besucher vereinzelt Blicke in Büroräume, Lagerbereiche und die Packstation ermöglicht. Besonders die quadratisch angeordneten Fenster in der Fassade rahmen die umgebende Landschaft wie Postkartenmotive ein.

Für die Gebäudehülle wurden Beton-Fertigteile in Sandwichbauweise gewählt, da die Lagerung von Wein zum einen ein gewisses Temperaturfenster erfordert, zum anderen Temperaturschwankungen nur langsam verlaufen dürfen um die Qualität des Produktes nicht zu gefährden. Möglich wurde dies durch eine sehr große Fläche von Betonoberflächen und Wanddicken, welche sehr träge auf schnelle Temperaturschwankungen reagieren. Dadurch konnte auf eine technische Kühlung verbunden mit einem hohen Energieeinsatz verzichtet werden.

Das Ergebnis ist ein Gebäude, das die funktionalen Grundanforderungen an die Logistik, Büros und Lagerung für das Unternehmen abbildet und nebenbei wirtschaftlich betrieben werden kann. Darüber hinaus ist ein Ort mit besonderen atmosphärischen Qualitäten entstanden, da in Bezug auf Raumdramaturgie, Poesie, besondere Sichtachsen, Konzeption in Materialität und Farbe, Möblierung und Kunst Wert gelegt wurde. Damit hat das Objekt einen neuen Ort definiert.

In unmittelbarer Nähe, außerhalb des Werksgeländes der BASF, gegenüber von Tor 2 verortet, steht ein Hochbunker aus dem 2. Weltkrieg. Das Bauwerk ist während des Krieges als funktionaler Bau für den Zivilschutz errichtet worden: ein mehrgeschossiger Bunker auf einem quadratischen Grundriss mit einer äußeren Hülle aus ca. 2,5 Meter dicken Betonwänden, einem bis zu 4 m dicken Dach und 5 Geschossebenen im Innern. Der Bunker steht unter Denkmalschutz.

Auf diesem Gebäude wurde das Creation Center als zweigeschossiger kubischer Bau mit einer Kantenlänge von 24/24m, leicht aus der Achse gedreht, aufgesetzt. Die Erschließung erfolgt über Brücken, die von einem frei daneben platzierten Treppen- und Aufzugsturm erreicht werden.

Im Obergeschoss des Bunkers sind die Technikzentrale und der Serverraum untergebracht.

Im Inneren der Aufstockung sind um ein zweigeschossiges Atrium Büro-, Konferenz- und Arbeitsräume gruppiert. Eine große Sitztreppe verbindet die beiden Geschosse und ermöglicht Veranstaltungen wie Präsentationen, Foren, Vorträge usw.

Die leichte, mehrschichtige und offene Konstruktion steht in Kontrast zum massiven, schweren, geschlossenen und „roh“ belassenen Bunker. Es entsteht dabei ein Dialog, der viele Assoziationen zulässt und Aufmerksamkeit weckt.

Das „Fundament“ ist der Bunker mit seinen 2,5 m dicken Betonwänden und der bis zu 4 m dicken Betondecke. Auf das Dach wurde ein rechteckiger, geschlossener Mauerring aus ca. 2 m hohen Stahlbetonwänden betoniert. Dieser  Rahmen bildet das Auflager für den pilzförmigen Stahlgitterrost.

Diese ca. 2,5 m über dem Bunkerdach schwebende Plattform ist um 10° leicht aus der Achse gedreht und bildet die Basis für die Aufbauten.

Die zweischichtige Vorhangfassade aus großflächigen, beschichteten Aluminiumpaneelen mit ausgefrästen Lochbildern zieht den Blick des Betrachters auf sich. Die Formfindung der Fassade ist geprägt von den an diesem Ort stattfindenden Aktivitäten und den hier gezeigten Produkten – eine Überlagerung von graphischen Darstellungen, abgeleitet vom Gedanken des Netzwerks, der Ideenfindung über Synapsen und den von BASF produzierten organischen Grundstoffen. Sie wurde aus einer Tragkonstruktion aus oktogonalen U-150mm Rahmen entwickelt. Diese sind beidseitig mit  achteckigen  5 mm dicken, gelochten Aluminiumtafeln beplankt, wie auch die rautenförmigen Passteile.  Die sich leicht abzeichnende kristallförmige Geometrie der Achtecke stellt bewusst eine zweite Ordnung dar.

Das Dach ist begehbar und bietet einen weiten Rundblick über Ludwigshafen, die Pfälzer Berge bis tief ins Werkgelände der BASF mit den imposanten, riesigen Produktionsstätten. Das Creation Center der BASF ist ein Ort, der Raum für Inspirationen und Innovationen zulässt. Kunden können hier die Materialwelt von BASF Performance Materials entdecken und verstehen, interaktive digitale Werkzeuge verwenden und an Workshops zur Ideenfindung und Materialberatung teilnehmen, um gemeinsam mit BASF-Experten neue Produkte und Lösungen der Zukunft zu erschaffen.

Das vorhandene Gebäudeensemble wurde um zwei Produktionshallen, ein Logistikzentrum als Hochregallager und Zentrum der internen/ externen Warenlogistik sowie ein Pförtnergebäude an der neuen Zufahrt erweitert. Die Neubauten dienen der Produktionsoptimierung der Drägerwerke am Standort Lübeck und sollen mit ihrer äußeren Gestalt sowie ihrer inneren Struktur das Selbstverständnis von Flexibilität, Präzision und Qualität in gebaute Wirklichkeit übersetzen. Unter dem Begriff „Zukunftsfabrik“ wurden auch Umbauten in der bestehenden Halle und Neubauten auf dem Werksgelände vorgenommen.

Die Produktionshallen bestehen aus einem Produktionsteil, an den längsseitig ein zweigeschossiger Administrations- und Bürobereich mit zugehörigen Funktions- und Sozialräumen angegliedert ist. Die Ausführung der Fassadenöffnungen sowie die innere Gebäudeorganisation / Rasterung ermöglicht durch ein flexibel gehaltenes System jederzeit eine innere Umnutzung einzelner Bereiche. Das Logistikzentrum ist Anfang und Ende der Warenlogistik in der Dräger Zukunftsfabrik. Es verbindet über die durch den Logistik-Highways alle Produktionsbereiche mit dem Warenein- und ausgang. Die Konstruktion der Halle als dem neuen Herzstück des Werks wurde analog zu den Produktionshallen ausgeführt.

Die Lager- und Logistiktechnik bietet eine vollautomatisierte Regalanlage für Paletten und Kleinteile sowie die Verteilungstechnik mit automatisierten Flurförderfahrzeugen. Im Zuge der Baumaßnahmen wurden sämtliche Verkehrsflächen, Versorgungstrassen, Hausanschlüsse und Freianlagen im Außenraum der Erweiterungsfläche hergestellt und mit der vorhandenen Infrastruktur verbunden. Dieses beinhaltete auch die Herstellung von Feuerwehrumfahrten, Fahr- und Gehwegen. Die Neubauten sind durch eine automatisierte Warenversorgung nach dem Milkrun-Prinzip verbunden und ver- bzw. entsorgt. Sie stellt ebenfalls Verbindungen zu angrenzenden Bestandsgebäuden her.

Die geschlossenen Fassaden der Produktionsbereiche und des Logistikzentrums bestehen aus Wandelementen, die einen architektonisch gestalteten und hinterlüfteten Witterungsschutz enthalten. Die Fensterbänder der Administrationsbereiche wurden als Fenstersystemband in einer thermisch getrennten & gedämmten Aluminiumrahmen-Konstruktion ausgeführt. Im Bereich der Oberlichter wurden als Sonnenschutz feststehende Aluminium-Lichtlenklamellen im Scheibenzwischenraum vorgesehen. Als weiterer Sonnenschutz wurde eine vorgesetzte metallbeschichtete Textilscreen in seitlichen Führungsschienen geplant. Der Sonnenschutz ist motorisiert und wird über die Gebäudeleittechnik angesteuert und überwacht. Der Sonnenschutz an der Pfosten-Riegel-Konstruktion der Nordwestfassade zur Revalstrasse wurde als motorisierte, außen liegende Stahlrohrkonstruktion mit zentral aufgesetzter, gebördelter Aluminium-Großlamelle im separaten Stahlrahmen ausgeführt. Die großflächigen Verglasungen zu den Produktionsbereichen wurden als Pfosten-Riegel-Fassaden geplant.

Ausgangssituation

Der Hauptfriedhof Mannheim wurde im Jahr 1842 angelegt, und mit einer durchgehenden Mauer aus rotem Sandstein eingefasst. Seither erfolgten mehrere Erweiterungen, die mit weiteren Umfassungsmauern versehen wurden. Die Anlage umfasst heute 34,37 ha.

Auf den Standort selbst wirkt der große Baumbestand, der nördliche Grünwall sowie der Friedhof- als Ort der Ruhe. Diesen prägen die Friedhofsmauern, die nicht nur in verschiedenen Höhen und Ausführungen den Friedhof einfrieden, sondern die Entwicklung, Ordnung und Parzellierung des Friedhofes dokumentiert.

Der zentrale Betriebshof am Ende der Hauptachse des Friedhofsgeländes befand sich 2010 in einem überwiegend schlechten baulichen Zustand.

Aufgabe

Die Eigenbetriebe entschieden sich zur Durchführung eines Architektenwettbewerbes, mit dem Ziel die betrieblichen Abläufe zu optimieren und zeitgemäße Arbeitsbedingungen für 25 Mitarbeiter zu schaffen. Das vorhandene Krematorium, Kühlhaus und ein Garagengebäude waren dabei zu erhalten und in die Anlage zu integrieren. Die Ergänzung des baulichen Ensembles sollte sich dabei würdevoll in die Gesamtgestaltung des Hauptfriedhofs einzufügen.

Im Wettbewerbsverfahren mit elf Teilnehmern, wurde motorplan 2014 mit dem ersten Preis ausgezeichnet, und in der Folge mit der Realisierung beauftragt.

Konzept

Die Umfassungsmauern der Erweiterungsfelder sind prägende Bestandteile der baulichen Anlagen des Friedhofsgeländes. Raumhaltige Bauten, wie Friedhofsamt, Urnen- und Aussegnungshalle und eben auch der Betriebshof ordnen sich in diese Mauern ein. Folgerichtig ist auch der Entwurf des neuen Betriebshofs aus dem Motiv der Umfassungsmauer entwickelt.

Die Neubauten wurden in Massivbauweise errichtet und erhielten außenseitig einheitlich eine hinterlüftete Vorsatzschale aus normalformatigen Klinkersteinen im wilden Verband. Ein Mauerwerksornament im gotischen Verband mit auskragenden Kopfsteinen rhythmisiert die großen und überwiegend geschlossenen Fassadenflächen verleiht ihnen eine eigene Identität und Signifikanz. Der Betriebshof präsentiert sich als Bestandteil der Mauer und benötigt keine weitere Abgrenzung. Eine Störung der Friedhofsruhe ist somit ausgeschlossen.

Die nahezu quadratische, eingeschossige Anlage mit einer Kantenlänge von ca. 56m und einer Grundfläche von ca. 2000m² entspricht der EnEV 2014 -30%. Die sehr kompakte und funktional optimierte Konzeption war Grundlage für eine wirtschaftliche Realisierung.

Die Erschließung erfolgt weitgehend über zwei Zufahrten und den innenliegenden Hof. Der Betriebshof mit dem Krematorium ist ein reines Betriebsgelände ohne Besucherverkehr. Der Übergang von der Öffentlichkeit des Friedhofs zur Betriebsamkeit des Werkhofs wird durch einen Wechsel der Fassadenmaterialien von Backstein zu einer hinterlüfteten Aluminiumfassade aus perforierten Trapezblechen verdeutlicht. Die einfache und klare Atriumtypologie mit Ihrer ruhigen Außenwirkung, und den optimierten Betriebsabläufen im Inneren, bildet sich im Kontrast der gewählten Fassadematerialien ab.

Städtebauliches Konzept

Das städtebauliche Umfeld ist von einer sehr dichten und bis zu 36 m hohen umgebenen Bebauung geprägt. Um das Gebäude des Neubaus EHO zu gliedern und somit verträglich in das sehr dichte Umfeld einzufügen, wurde das Gebäude im Bereich der Bürogeschosse durch die mäanderförmige Grundrisskonfiguration sowie die Einschnitte der Atrien gegliedert.

Gebäudekonzept / Gestaltungskonzept

Das Gebäude gliedert sich in die unterschiedlichen Funktionsbereiche. Im 1. UG befindet sich die Tiefgarage mit ca. 200 Stellplätzen sowie die Hausanschlussräume für die Haustechnik.

Im Erdgeschoss des zehngeschossigen Gebäudes befindet sich neben einer kommunikativen Cafeteria eine circa 3.500 Quadratmeter große Werkstattfläche zur Vorbereitung von Technologien und Produktionsprozessen in Echtzeit, im Sinne einer transparenten und erlebbaren Produktionswelt.

Das großzügige zweigeschossige Foyer mit direktem räumlichem Bezug zur Werkstatt und enger räumlicher Verknüpfung zur Cafeteria ist als multifunktionale Ausstellungsfläche sowie als Versammlungsstätte für ca. 600 Personen geplant.

Arbeitswelten

Die großzügig angelegte Bürolandschaft bietet Platz für rund 2.000 Mitarbeiter und zeichnet sich durch ein innovatives Raumkonzept aus: Projekthäuser für Teamwork, Think Tanks für konzentrierte Einzelarbeit, schallreduzierte Sitzecken, informelle Kommunikationsinseln, Besprechungszimmer jeglicher Größe, etc. sorgen für eine außerordentlich dynamische, offene und inspirierende Arbeitsatmosphäre.

Die Grundkonzeption der Bürogeschosse ist darauf angelegt im Haus eine möglichst kommunikative, offene und inspirierende interne Struktur zu schaffen. Die Bürogeschosse sind horizontal über eine zentrale Magistrale, um welche sich mäanderförmig die Bürobereiche anordnen, offen gestaltet. Vertikal erfolgt die Vernetzung über die offenen, in den zweigeschossigen Atrien geplanten Treppen.

Die großzügigen zweigeschossigen Atrien bilden die kommunikativen Herzen des Gebäudes, wobei sich neben den Coffee Points auch temporäre „Zusammenarbeitsinseln“ bilden können.

Insgesamt fördern die hohen und besonderen Qualitäten der Bürowelt die Teamkultur und wirken Identität stiftend. Hierbei steht der Mensch im Mittelpunkt der modernen Arbeitswelten.

Ziel ist es, den südlichen Stadteingang Neheims durch die Darstellung zeitgemäßer und exponierter Architektur aufzuwerten und die Bedeutung Neheims als Handels- und Wirtschaftsstandort zu dokumentieren. Das Gebäude fügt sich einerseits in die gewachsene bauliche Umgebung ein, bildet aber andererseits, aufgrund seiner gestalterischen Präsenz, den architektonischen Wegweiser, der in Richtung Zentrum der Einkaufsstadt Neheim zeigt.

Architektonischer Ansatz

Ausgehend von dem Anspruch einer modernen, skulpturalen Architektursprache, öffnet sich zum Parkplatz ein großzügiger, offen und hoch gestalteter Eingangsbereich des zur Stembergstraße konkav gewölbten, gestreckten Solitärbaukörpers. Das geschwungene Dach fällt in der Höhe von 11,00 m an der Eingangsspitze mit einer Wölbung auf 5,6 m ab und steigt auf 7,5 m am nördlichen Gebäudeabschluss an. Die Fassade der Schauseite ist komplett geschlossen und als Aluminium-Stülpschalung mit verzahnten Blechen ausgeführt. Je nach den Lichtverhältnissen ist die Fernwirkung der Schauseite farblich changierend. Im Gegensatz dazu wurden die abgewandten Nord- und Westseiten des Gebäudes mit einer Sandwichfassade verkleidet.

Das am Stadteingang exponiert gelegene Baugelände weist einen erheblichen Höhenunterschied auf. Zur Stembergstraße besteht eine Böschung, die tiefer liegenden Parkflächen fallen Richtung Westen stark ab. Die neue Planung berücksichtigt die Überwindung des Höhenunterschiedes und sieht die Anhebung der Parkplatzfläche mit 112 Stellplätzen auf das Niveau der Verkaufsfläche vor, wohingegen der von der Stembergstraße abgewandte Gebäudeteil aufgeständert ausgeführt wurde. Die Nordfassade und Teile der Westfassade sind an den Gebäudekanten abgeböscht.
Die Werbung ist zur Betonung der skulpturalen Formensprache bewusst reduziert und nur an den Gebäudekanten eingesetzt.

Innovative Konstruktion und Technik sowie materialgerechter Einsatz des Baustoffes Stahl

Die Herausforderungen in der Planung und Umsetzung des Gebäudes bestanden, sowohl in der Überwindung des deutlichen Höhenunterschieds in Kombination mit der angebotenen Geländefläche auf dem Baufeld, als auch in der statischen Konstruktion des Gebäudeskeletts zur Abbildung und Darstellung der architektonisch exponierten Fassadengestaltung.

Aufgrund der enormen Auskragung des Gebäudes über die Steilböschung im nördlichen Bereich hinaus, musste der gesamte Baukörper oberhalb der Bodenplatte auf ein minimales Gewicht ausgelegt werden.

Gleichzeitig erforderte die konkave Ausbildung der Fassade zur Stembergstraße ein Höchstmaß an Flexibilität, bei notwendigerweise hoher Stabilität und Tragfähigkeit. Die Komplexität der Anforderungen in diesem Bereich wurde durch die geschwungene Dachausführung, die sowohl im horizontalen wie auch im vertikalen Verlauf besondere Materialspezifikationen voraussetzt, deutlich erhöht.

Diese baulichen Herausforderungen ließen sich nur durch den Einsatz von Stahlprofilen, -blechen und -trägern einer technischen und auch wirtschaftlichen Lösung zuführen.
Ebenfalls besondere Anforderungen an die Stahlkonstruktion wurden im Bereich des Eingangsportals gestellt. Freitragend an eine Stahlbetonwand mittels speziell eingegossener Ankerplatten angebracht, trägt dieses, mit einem engen Toleranzfeld konstruierte und gebaute Stahlskelett die, das gesamte Gebäude dominierende, fast sakral ausgebildete Eingangsfassade.

Funktionale Aspekte und Nutzungsflexibilität

Die funktionalen Aspekte werden beim Betreten der Verkaufsfläche deutlich und zeigen, dass ein zweckentsprechender Baukörper mit einem großzügigen, flexiblen und vielfachen Nutzungsmöglichkeiten Platz bietenden Volumen mittels innovativer Konstruktion und Materialität, sowohl architektonisch wie auch wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Das Gebäude öffnet sich hierdurch einer hoch flexiblen Nutzung über seinen gesamten Lebenszyklus.

Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz

Die verarbeiteten Rohstoffe, insbesondere die eingesetzten Metalle, bieten eine hervorragende Nachhaltigkeit, auch über den Lebenszyklus des Gebäudes hinaus. Bereits in der Planung und Ausführung wurde, neben der Minimierung der eingesetzten Materialmassen durch innovative Konstruktion, auf eine spätere konsequente Trennungsmöglichkeit der unterschiedlichen Materialien Wert gelegt. So lassen sich sämtliche Stähle sortengerecht zurückbauen und einem geordneten Recycling zuführen.

Das Bauwerk steht einer Burg gleich in einem peripheren Industriegebiet von Tübingen. Das neue städtebauliche Denken – ein ressourcensparender Umgang mit dem Boden – hat in den vergangenen Jahren die Umgebung unseres Gebäudekomplexes zu einer urbanen Struktur entwickelt.

Das gegenüberliegende Medizintechnikunternehmen hat, nachdem die Ressourcen auf dem eigenen Grundstück ausgeschöpft waren, für seine räumliche Entwicklung den Komplex erworben und nicht nur sukzessive für seine Bedürfnisse umgebaut, sondern darüber hinaus auch umfassend energetisch und brandschutztechnisch saniert.

Der mangelhafte Gebäudezustand erforderte technisch eine umfassende Bestandsaufnahme. Mit zunehmender Auseinandersetzung wurde die „Bestandsaufnahme“ zu einem Annehmen  des Gebäudes im Sinne der Förderung und Unterstützung. Der Prozess war geprägt von der Neugierde und der Bereitschaft  etwas das sich am Rande der Gesellschaft befindet so zu entwickeln, dass es seinen eigenen Platz einnehmen kann. Das „Sorgenkind“ ist nun nach seiner Fertigstellung nicht nur ein eigenständiges, wertiges Gebäude, sondern ein korrespondierendes Gegenüber zu dem inzwischen betriebseigenen Gebäudekomplex.

Das Umstricken des ursprünglichen Brandschutzkonzepts hat je Etage großzügige Nutzungseinheiten ermöglicht. Die Trennwände, notwendigen Flure wurden  aufgelöst und eine zeitgemäße Arbeitswelt mit offenen Arbeitslandschaften, Rückzugsbüro, Besprechungsinseln, Teambereichen mit Ideenarena realisiert. Das broschenartig applizierte  Wintergarten- Eingangsbauwerk  war abgängig und ein neuer Eingang in die gesamte Kubatur eingepasst  errichtet.

Die Fassade erhielt  eine neue Gliederung der burgartigen und schwerfälligen Kubatur. Das clusterartige additive  Aneinanderfügen von Bauabschnitten wurde mit einem umlaufenden dreigeschossigen  Sockel zusammengefasst. Dies erforderte die Überbauung diversen Gebäudefugen. Höhere Bauteile wurden  als „Krone“ auf diesen Sockel aufgesetzt. Der Sockel ist eine horizontal gegliederte Fassade mit einer bandartigen Oberflächenmodulation, die sich um die  stumpfen Ecken des Bestandsgebäudes herumwickelt. Die Krone hat eine silberne, profilierte, vertikale Fassadengliederung.

Als Automobilzulieferer fertigt die Firma Preh Fahrerbediensysteme und entwickelt und produziert Systemlösungen für Montage- und Fertigungsanlagen. Als 2014 neue Räumlichkeiten für das Technikum zur Entwicklung von Prototypen und zusätzliche Büroflächen für die Entwicklungsabteilung notwendig waren, wurde ein Einladungswettbewerb ausgeschrieben. Der Beitrag von Kauffmann Theilig & Partner konnte überzeugen, und das neue Entwicklungsgebäude wurde im Sommer 2017 eingeweiht.

Das neue Entwicklungsgebäude prägt die Ansicht des Unternehmens am Rande des Betriebsgeländes von Südosten und profitiert in dieser Lage von den Qualitäten des Landschaftsraums der Saale. Entsprechend behutsam ist das neue Gebäude in den Kontext der bestehenden Bebauung an der Schnittstelle zur Landschaft eingefügt.

Das bestehende Nachbargebäude im Nordosten ist integriert und über ein Treppenhaus auf allen fünf Ebenen angebunden. Der der Stadt zugewandte, östliche Schenkel des Neubaus ist ein Geschoss niedriger und gibt so den Blick auf die Silhouette der Stadt frei. Das so entstehende Gebäudeensemble öffnet sich zu den Saaleauen und schafft einen attraktiven Außenraum für die Mitarbeiter.

Von den beiden Büroriegeln umgeben, bildet das Technikum das Herzstück des Neubaus. Erschlossen wird das Gebäude aus dem Norden über ein großzügiges Foyer, von dem aus das Technikum als räumlicher und inhaltlicher Mittelpunkt des Neubaus für Besucher und Mitarbeiter einsehbar ist. Die Herstellung der Prototypen im etwa 600 m² großen und 8 m hohen Technikum, ist so direkt für Gäste erlebbar. Die beeindruckenden Maschinen, die Kranbahn und der Gabelstaplerverkehr werden stolz präsentiert.

Die (Ausbildungs-) Werkstatt im Ostflügel und das Prüflabor im Nordflügel ergänzen die Erdgeschossnutzungen. Die unterschiedlichen Bereiche sind statisch, schalltechnisch und geometrisch getrennt. Das erste Obergeschoss ist über eine Galerie räumlich an das Foyer angebunden und stellt, mit einem Showroom, Besprechungsmöglichkeiten und wiederrum dem Blick in das Technikum (aus anderer Perspektive), einen repräsentativen Bereich im Obergeschoss dar. Die Tiefe von etwa 16 Metern in den Büroriegeln sorgt für eine energiesparende Tagesbelichtung. Die Multizone in der Mitte, die offenen Teeküchen, die Besprechungsräume auf allen Geschossen und die zwei Terrassen schaffen einladende Begegnungsmöglichkeiten und werden verschiedenen und zukünftigen Arbeitsweisen gerecht.

Ein großzügiger, beidseitig belichteter Konferenzbereich im obersten Geschoss ergänzt das Raumprogramm des Neubaus. Zwei Aufzüge und breite Flure sorgen für die Barrierefreiheit des Gebäudes.

So sind insgesamt 400 Arbeitsplätze auf etwa 7.000 m² entstanden. Mit einer Bruttogeschossfläche von 8.200 m², bzw. einem bebauten Raum von 35.000 m³ wird das Grundstück effizient ausgenutzt.

Aufgrund des Heilwassers in Bad Neustadt ist der Neubau nicht unterkellert. Die Haustechnik liegt an zentraler Stelle mit kurzen Versorgungswegen im nichtbelichteten Bereich neben dem Technikum. Der Neubau ist behutsam auf Pfählen, mit einer Tiefe von bis zu 18 Metern in den eher heterogenen Untergrund gegründet. Beim gewählten Skelettbau aus Stahlbeton liegen die Stützen in der Fassadenebene um keine Einschränkungen für die Büronutzung zu schaffen.

Die Brüstungen in den Büros sind 50, bzw. 70 cm hoch, so dass auch im Sitzen ein Blick ins Freie besteht. Ein automatisch geregelter Sonnenschutz ist über Prallscheiben windgeschützt und kann Licht- und Sonneneinfall steuern. Die raumweise angeordneten Öffnungsflügel ermöglichen eine natürliche Belüftung mit direktem Bezug nach außen.

Die Speichermasse der Betondecke wird durch eine Niedertemperaturheizung genutzt, die auch zur Kühlung im Sommer herangezogen wird. Ca. 50 % der Deckenflächen sind mit Deckenelementen belegt, die zur akustischen Dämpfung und zu einer reduzierten Geräuschkulisse führt, so dass technisch innovative und kommunikative Arbeitsplätze in guter Atmosphäre und Behaglichkeit entstehen. Die persönliche Eingriffsmöglichkeit in Temperierung, Lüftung, Blend- und Sonnenschutz erlaubt die Anpassung des Raumklimas auf individuelle Bedürfnisse.
Die Fassade schafft, mit einem hohen Anteil an verglasten Flächen, eine hervorragende Tagesbelichtung – auch in der Tiefe der Räume. Die opaken Flächen bestehen aus großformatigen Aluminiumtafeln und schaffen so ein präzises, technisch innovatives Erscheinungsbild und ergeben eine weitgehend wartungsfreie Fassade.

Die gegliederte rhythmische Anordnung der Sonnenschutzelemente und der Öffnungsflügel sorgen für ‚tiefe Oberflächen‘ und unterschiedliche Ansichten. Dabei wird mit den einzelnen Elementen in den beiden Büroriegeln unterschiedlich umgegangen, sodass ein einheitliches, jedoch spannendes Fassadenbild entsteht.

Durch eine raumhohe Pfostenriegelfassade sind Foyer und Technikum lichtdurchflutet und unterstreichen den offenen Charakter des Gebäudes.

Der Firmensitz wird um ein dreigeschossiges Schulungs- und Innovationszentrum erweitert. Im Zugangsgeschoss befindet sich der repräsentative, halböffentliche Bereich mit Besucherverkehr. Er besteht aus dem Seminar- und Schulungsbereich mit flexibel aufteilbaren Seminar- und Webinarräumen sowie der Cafeteria, die von Firmenangestellten und Besuchern gleichermaßen genutzt werden kann. In den beiden anderen Geschossen werden Arbeitsplätze in verschiedenen Konstellationen geplant: Großraumbüro, Gruppen- und Einzelbüros. Jede Etage verfügt über eigene Infrastruktur bzgl. Sanitär, Nebenräumen und pantry.

NUTZER

Die Kernkompetenz der Firma Scholpp Kran und Transport besteht in der Durchführung von Kran,- und Transportleistungen und Dienstleistungen im Bereich der Kranvermietung. Die Hauptnutzflächen werden für die Arbeit rund um die Mobilkrane benötigt, die auf verschiedenste Einsatzgebiete für das Einheben oder Umverlegen schwerer Lasten, wie z. B. Technikkomponenten oder Betonelementen auf Baustellen, vermietet werden.

PROJEKTBESCHREIBUNG

Die Firma Scholpp Kran und Transport GmbH errichtet einen Neubau für eine Mobilkran- und Transport-Niederlassung in Leonberg West. Für die Betriebsstätte ist aufgrund der großen Mobilkrane eine großzügige Außenfläche für das Rangieren und Aufstellen erforderlich. Die Lagerflächen auf der Westseite des Außenbereichs werden für die Zusatzausrüstungen wie die unterschiedlichen Stahlspitzen und Auslegerverlängerungen benötigt. Diese werden im optimalsten Maß über den fest installierten Mobilkran nahezu vollflächig erreicht.

Der Neubau ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt: Die Aufstellfläche für die mobilen Schwerlastkräne ist ausgelegt für 6- bis 9-Achser mit 6 Tonnen Radlast und 12 Tonnen Achslast. Die Betriebstankstelle mit angrenzender LKW-Waschhalle fasst 50.000 Liter Diesel, 10.000 Liter AdBlue und 5.000 Liter Altöl in Bodentanks unter dem Hofgelände. Innerhalb des Gebäudes gibt es Lagerbereiche, eine Werkstatt mit Montagegruben und Bremsprüfstand für die Wartung und Instandhaltung sowie ein Öl- und Batterielager.

Dazu kommen die diversen Bürobereiche mit Dachterrasse und Schulungsbereichen, sowie Personal-, Sanitär und Umkleidebereiche mit Pausenraum und Grill-Logia.

ENTWURFSGEDANKE

Das Gebäude beherbergt streng getrennte Nutzungseinheiten die allerdings für den Erfolg des Unternehmens organisatorisch sehr eng ineinandergreifen müssen. So war es uns wichtig die unterschiedlichen oben beschriebenen Bereiche nicht nach außen ablesbar zu machen, sondern das Gebäude als eine starke Einheit der unterschiedlichen Disziplinen zu präsentieren. Auch die Grundrissorganisation hatte als Leitmotiv die enge Verknüpfung der Zuständigkeitsbereiche über kurze Wege und / oder visuelle Nähe.

FASSADENGESTALTUNG

Den erwähnten Leitgedanken der starken Einheit nach Außen haben wir über eine Alucobond-Fassade als flächiges und bindendes Element über die unterschiedlichen Nutzungen gezogen und erhalten dadurch ein großzügiges und dem Standort angemessenes Gebäudevolumen. Aufgrund der repräsentativen Lage an der stark befahrenen Autobahn A8 und die direkte Zufahrtsstraße wurde dieses hochwertige Fassadenmaterial nicht nur wegen der positiven Werbewirkung, sondern auch aus Gründen der Pflegeleichtigkeit durch die glatte Oberfläche gewählt. Wie bei vielen Projektentscheidungen legte der Bauherr auch bei der Fassade großen Wert darauf die beste langfristige Lösung.

GEBÄUDEKONSTRUKTION

Entsprechend der inhaltlichen Diversität ist auch die Gebäudekonstruktion bei dem Bürogebäude und der Hallengebäude klassisch getrennt. Das Bürogebäude ist vom Kellergeschoss bis zum 3. Obergeschoss als massiven Betonbau und die Hallenschiffe aus einer Stahlbaukonstruktion mit Trapezblechdach errichtet worden.

BAULICHE HERAUSFORDERUNGEN

Eine der zahlreichen baulichen Herausforderungen ist die Lage des Grundstücks im Heilquellengebiet Stuttgart und in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A8. Letzteres erfordert erhöhte Schallschutzmaßnahmen beim Büro und Verwaltungsbereich. Darüber hinaus liegen auf dem Gelände Höhenunterschiede von bis zu 7 Meter vor, die in eine flache Rangierebene und Aufstellfläche für die sehr großen Mobilkräne verwandelt werden müssen.

Eine weitere bauliche Herausforderung: Auf und entlang des Grundstücks befindet sich die Hochdruck-Hauptgas-Versorgungstrasse des Versorgers terranets bw (DN 600). Daher müssen eine Mindestüberdeckung und ein baulicher Sicherheitsstreifen von 10 Metern eingehalten werden.

TECHNISCHE GEBÄUDEAUSSTATTUNG DES KFW 70 GEBÄUDES
HEIZ,- KÜHLKONZEPT

Die Beheizung des Gebäudes erfolgt in der Grundlast über eine reversible elektrisch betriebene Solewasser-Wärmepumpe. Die Spitzenlastabdeckung erfolgt über einen Gasbrennwertkessel. Die Kälteerzeugung erfolgt, solange möglich, über eine passive Kühlung durch das Erdreich. Wenn die passive Kühlung des Erdreiches nicht mehr ausreicht wird aktiv über die reversible Wärmepumpe gekühlt. Der Stromversorgung für den Betrieb der Wärmepumpe wird durch die hauseigene Photovoltaikanlage unterstützt. Die Raumheizung bzw. Kühlung (Spitzenlastkühlung) in den Büroräumen erfolgt über Heiz-Kühldecken. In den untergeordneten Bereichen über eine Fußbodenheizung.

HEIZKONZEPT HALLEN

Die Hallen werden durch raumluftunabhängige Gasdunkelstrahler beheizt.

LÜFTUNG

Die hygienische Lufterneuerung des Bürogebäudes erfolgt über eine Lüftungsanlage mit Rotationswärmetauscher.

Naturholz. Nichts als dieser älteste natürliche Werkstoff, bearbeitet mit traditionellem handwerklichem Wissen und hoher Sorgfalt. Aus diesem Zusammenspiel entstehen bei Kost Kamm seit Generationen hochwertige Kämme: auf das Wesentliche reduzierte, natürliche und dabei hochfunktionelle Produkte.

So entstand ein nachhaltiges, konsequent material- und nutzungsoptimiertes Gebäude für Büro, Versand und Präsentation.

Nachhaltigkeit: Durch klare Formensprache und naturbelassene Holzbaustoffe fügt sich der Neubau dezent in die bestehende ländliche Umgebung ein. Ein neu konzipierter Werkhof verbindet bestehende Gebäude mit dem Neubau und eröffnet flexible Nutzungsmöglichkeiten, wie etwa Ausstellungen. In Holzkonstruktion und Dämmung wird bei diesem Massivholzbau nachhaltig CO² gebunden.

Die langjährige Erfahrung des Unternehmens in der Kammproduktion aus Naturholz setzt die Präliminarien des Gebäudekonzepts. Decken sowie Innen- und Außenwände sind in sichtbaren Massivholzelementen ausgeführt. Anstelle Bekleidungen, Verbundwerkstoffen und Beschichtungen werden bewusst geschliffen und geölt ausgeführt Innenoberflächen eingesetzt. Lediglich der Boden ist mit leicht tauschbaren zementgebundenen Spanplatten belegt. Durch Holzweichfaserplatten gedämmte und mit senkrechten Weißtannenleisten verkleidete Außenwände zeigen den Werkstoff Holz und die Nachhaltigkeit auch nach außen. Die Konsequenz dieses Denkens belegen die Fensterausschnitte: Was ansonsten als Abfall gilt, wurde hier mitgeliefert und im Gebäude als Arbeitstische weiterverwendet.

Die Größe und Anordnung der Fenster definieren die unterschiedlichen Funktionsbereiche. Elektroinstallationen und Heizleitungen sind im Inneren sichtbar gestaltet. Durch die offene Gestaltung im Untergeschoss wird der Einsatz von Betonwänden auf ein Minimum reduziert. Stützen aus Stahl und ein wasserdurchlässig gepflasterter Boden setzen diesen Gedanken fort. Der Verzicht auf Verbundwerkstoffe gewährleistet die Recyclingfähigkeit der Baustoffe.

Eine zentrale Holzscheitheizung in Kombination mit einem Pelletkessel im UG des neu errichteten Firmengebäudes versorgt das neue Gebäude und auch den Bestand aus Werkstatt sowie zwei Wohnhäusern über eine Fernleitung mit Heizungswärme und Warmwasser. Die Holzscheitheizung wird vorrangig mit Holzresten aus der Holzkammproduktion befeuert. Die vorhandene Solar- und die PV-Anlage auf den Bestandsgebäuden wurden in das Gesamtkonzept eingebunden.

Die Südtiroler duka AG ist heute führender Hersteller von hochwertigen Duschkabinen. Der Ein-Mann-Betrieb wurde zu einem 300 Mitarbeiter starken Familienunternehmen ausgebaut, das auf europäischer Ebene agiert und sich zuletzt auf vier Standorte in der Region verteilte. Schon lange wurde damit geliebäugelt, den ganzen Betrieb unter ein Dach zu bringen. 2016 wurde ein geladener Architekturwettbewerb ausgeschrieben, um die Bereiche Produktion, Büro, Lager und Showroom an einem Ort zusammenzulegen. Als Standort dient ein verkehrsgünstig sehr gelegener Platz im Gewerbegebiet von Brixen, gleich neben Bahnlinie, Brennerautobahn und Staatsstraße, und somit von allen Seiten sehr gut sichtbar und präsent.

Das neue Firmengebäude der duka sollte optisch etwas Besonderes werden und die Werte der Marke in zeitgenössische Architektur verpacken. In dem monolithischen Baukörper, der im Wesentlichen aus einer gedämmten Stahlbetonstruktur besteht, finden die Funktionsbereiche Produktion, Lager, Showroom, Schulungsräume, sowie Büro und Verwaltung Platz.

Die riesigen Produktionshallen mit 32.500 m³ Fläche erstrecken sich vom Erdgeschoss bis ins erste Obergeschoss und sind über separate Eingänge erschlossen. Der Eingang für Kunden und Besucher befindet sich an der Südwestseite; das sogenannte „Dukaversum“ verfügt über 7.400 m² Fläche und findet seinen Höhepunkt in einem Showroom auf der obersten Etage. Daran angeschlossen befindet sich auch ein Schulungsbereich, in dem mit den Kunden das Zusammenbauen und Montieren der Duschkabinen erprobt werden kann. Diese Räume sind um einen Innenhof angeordnet. Nördlich des Dukaversums befindet sich der Bürotrakt. Die Büroräume gruppieren sich um mehrere kleine Lichthöfe und einen größeren Mitarbeiterhof, der auch als Aufenthaltsraum dient.

Eine skulptural gestaltete Freitreppe, die in die Fassade eingeschnitten ist, bildet ein wesentliches Gestaltungselement. Sie führt direkt ins zweite Obergeschoss zum Showroom und zum Bürotrakt. Die Fassade besteht aus einer dunklen, perforierten Metallhaut aus Trapezblech, die von der glatten, hellen Sockelzone abgetrennt ist. In den Vertiefungen der Trapezbleche sind vertikale Streifen aus poliertem Edelstahl als dekoratives Element eingesetzt. Sie sollen an abrinnende Wasserspuren auf nasser Oberflächen erinnern.

Testo ist ein weltweit führender Hersteller von portablen und stationären Messgeräten und stellt innovative Messlösungen für Klima und Umwelt bereit. Gleichwertig innovativ zu den technischen Entwicklungen präsentiert sich auch die Architektur des neuen Firmenstandorts, dessen erster Bauabschnitt 2011 und zweiter Bauabschnitt 2019 von Sacker Architekten fertiggestellt wurde. Modern und markant stehen die zwei Gebäude vor der imposanten Kulisse des Schwarzwalds, direkt an der B31 zwischen Titisee und Neustadt. In den kommenden Jahren sollen die zwei Finger um zwei weitere Bauten erweitert werden. Bei Fertigstellung aller vier Gebäudeeinheiten werden die fächerförmig angelegten Gebäudefinger über gläserne Verbindungsstege an den Längsseiten miteinander verbunden sein.

Zurückhaltende Größe

Mit seiner Formensprache setzt das Bauwerk einen deutlichen Akzent in der Landschaft, bettet sich aber sogleich durch die gewählte Materialität harmonisch in die Landschaft ein. Zwischen den späteren vier Baukörpern bleibt genug Freiraum, der immer wieder ein Wechselspiel zwischen Architektur und Natur ermöglicht und den Ausblick auf die Wiesen, Wälder und Berge der Umgebung bietet. Der Neubau der Testo AG zeichnet sich durch sein Gleichgewicht aus: Weder versteckt er sich vor der gewaltigen Naturkulisse, noch drängt er sich durch störende Baumassen in den Vordergrund. Erster und zweiter Bauabschnitt bilden eine Gesamtfläche von 25.700 m². Im Rahmen des ersten Bauabschnitts wurde der zweite Flügel von Westen realisiert. Oberhalb der Tiefgarage und des Sockelgeschosses befinden sich fünf Geschosse inklusive großzügiger Betriebskantine, einem Fitnessbereich für Mitarbeiter und einer Produktionsstätte – nur fünf von den insgesamt sieben Stockwerken sind nach außen hin sichtbar. Zusätzlich beschränkt sich das vierte Obergeschoss auf die südliche Hälfte der Gebäudegrundfläche. Auch die dynamisch nach außen geneigten Nord- und Südfassaden verringern optisch die Gebäudemasse.

Multifunktional unter einem Dach

Testo vereint vielfältigste Funktionen unter einem Dach und bietet Flächen für Verwaltung, Entwicklung, Forschung und Produktion. Die Mitarbeiter, aber auch Besucher der Testo, betreten das Gebäude über ein doppelgeschossiges Foyer im Erdgeschoss, das durch seine Großzügigkeit zum Blickfang im Gebäude wird. Im ersten bis vierten Obergeschoss liegen die Büroräume – Großraumarbeitsplätze als auch Einzelzimmer – die den Ansprüchen nach intelligenten Büroraumsystemen und digitalen Kommunikationstechnologien gerecht werden. Gearbeitet wird auf diesen Ebenen in allen Bereichen, auch in der Entwicklung und der Forschung. Lediglich Labortätigkeiten finden nicht hier, sondern in den geschützten Räumen im Sockelgeschoss statt. Die Büroeinheiten öffnen sich über eine Glasfront zu den begrünten Lichthöfen. Die einzelnen Ebenen wirken in beiden Gebäuden, obwohl getrennt, verbunden. Gemeinschaftsbereiche fördern die Kommunikation der Mitarbeiter.

Auch das Bedürfnis nach Entspannung kommt im neuen Firmensitz der Testo AG nicht zu kurz: Die Mitarbeiter können nicht nur in den Cafeterien, die auf den Brücken im Luftraum angeordnet sind, oder im Betriebsrestaurant mit zugehöriger Terrasse im Erdgeschoss vom Stress der Arbeit abschalten, sondern auch im Fitnessraum im Sockelgeschoss. Von der großzügigen Dachterrasse auf der Vorstandsebene lässt sich der Blick auf die Umgebung genießen.

Materialien, die sich in die Natur einfügen

Die abwechslungsreiche Gestaltung der Fassade wirkt sich günstig auf die optische Verringerung der Baumasse aus. Die glatte Natursteinfassade aus Kirchheimer Muschelkalk wechselt mit den Fensterreihen, einer je nach Größe konstruierten Pfosten-Riegel-, oder Rahmenkonstruktion mit Paneelen aus Messing, die in Teilbereichen geschlossen bleiben. Schallgedämpfte Lüftungsklappen im Fensterrahmen werden automatisch geöffnet, über die der Komplex belüftet und gekühlt werden kann.

Das Konzept „Green Building“

Verantwortungsbewusst zeigt sich der Neubau auch im Umgang mit Umwelt und Ressourcen. Das Klimakonzept sieht eine natürliche Lüftung, Bauteilaktivierung, Nachtauskühlung und die Nutzung von Prozesswärme vor. Ein Sprinklerwassertank dient der Kältespeicherung. Der Gesamtenergiebedarf wird durch diese Maßnahmen insgesamt signifikant gesenkt – ein minimaler Einsatz an Energieressourcen schafft optimale Umwelt- und Arbeitsbedingungen.

Über eine zentrale Regelung wird in Abhängigkeit der Außen- und Innentemperatur die Grundlüftung und Nachtluftspülung gesteuert. Jedoch kann der Nutzer am Arbeitsplatz sein Wunschklima auch lokal selbst steuern, indem er die Fenster öffnet. Die Luft strömt über die Öffnungsflügel in der Fassade ein und zieht über die Dachoberlichter in den Lichthöfen ab. Aber auch bei geschlossener Bürotür ist dieser Luftweg dank integrierter schallgedämmter Überstromelemente möglich.

Die Sichtbetondecke erfüllt mit abgehängten Metalllamellen die Anforderungen an die Raumakustik, zusätzlich agiert die Deckenoberfläche als Speichermasse für die thermische Bauteilaktivierung. Durch umlaufende Verglasungen und die innen liegenden Lufträume mit Oberlichtern werden außerdem alle Arbeitsplätze mit Tageslicht beleuchtet. Außerdem erfüllt das Regenwassermanagement die Anforderungen an das Wasserschutzgebiet. Das Regenwasser wird gereinigt, sodass es kontrolliert ins Grundwasser abgegeben werden kann.

Nach der Fertigstellung der insgesamt vier geplanten Gebäudefinger könnten in Titisee insgesamt 1.200 neue Arbeitsplätze bei der Testo entstanden sein. Dadurch würde der Wirtschaftsstandort Titisee immens wachsen. Trotz dieser Größe stehen jedoch die Belange von Mensch und Natur im Vordergrund.

Tragwerksplanung: SLP Ingenieurbüro für Tragwerksplanung
Fachplanung: Stefano Migliore Planungsbüro für Haustechnik, VDI
BGF: 715 m²
BRI: 5.700 m³
Baukosten: 1,5 Mio EUR

Die Fleischmarkthalle ist das letzte von ursprünglich vier Gebäuden gleicher Bauart, die zwischen 1887 und 1894 entstanden und als Schlachthäuser für Kleinvieh, Schweine und Großvieh genutzt wurden. Aufgrund der hohen Fleischnachfrage wurden die Kapazitäten der Hallen jedoch bald überstiegen und der Schlachtbetrieb wurde in größere Gebäude verlegt. Von den vier Schlachthallen ist einzig die ehemalige Kleinviehschlachthalle heute noch erhalten. Sie wurde vor der Stilllegung des Schlachthofs als Fleischmarkthalle genutzt. In den späten 1970er Jahren wurde angrenzend an der verbliebenen Fleischmarkthalle ein Funktionsbau errichtet, in dem sich zwei Zerlege- bzw. Fleischverarbeitungsbetriebe niederließen.

2017 begann die Ertüchtigung der Fleischmarkthalle und des Anbaus zu einer Plug and Play Veranstaltungshalle mit Nebenräumen und zwei Seminarräumen.

Neben der funktionalen Verbindung der beiden Gebäude sollten diese auch baulich miteinander verbunden werden. Die Gebäudeaußenwand der Wursterei zur Halle hin wurde abgerissen und die Fuge durch eine Pfosten-Riegel-Verglasung geschlossen, die die ehemalige Außenwand der Fleischmarkthalle zur Innenwand umfunktioniert. Beide Gebäude wurden durch zwei Öffnungen in der Außenwand der Fleischmarkthalle miteinander verbunden. Ziel der Baumaßnahme war außerdem die energetische Sanierung der Gebäudehülle der Wursterei sowie der Fleischmarkthalle. Auf den Erhalt des rohen Charakters und die Anwendung ehrlicher Materialien wurde Wert gelegt. Die Außenwände, Stahlstützen und Katzenläufe blieben unbehandelt. Ein neutraler Guassasphaltboden, der sich über den gesamten Komplex erstreckt, vereinheitlicht und veredelt das Raumbild. Die Haustechnik wurde behutsam und aufputz eingebaut.

Fortan bietet die Fleischmarkthalle mit ihrem außergewöhnlichen Ambiente vor allem Raum für öffentliche kulturelle und künstlerische Veranstaltungen, sowie temporäre Ausstellungen.

Vom industriellen Zentrum zur Spitzenforschung
Das Forschungszentrum MAIN als Bespiel eines gelungenen Strukturwandels in Chemnitz

Chemnitz – im 19. Jahrhundert eine der bedeutendsten Industriestädte Deutschlands, ein Zentrum des deutschen Maschinenbaus, die Wiege des deutschen Patentrechts – ist ein Abbild von strukturellem Wandel. Wo rauchende Schornsteine das Bild des „sächsischen Manchesters“ prägten, stehen heute Reinräume, Technikumsgebäude und StartUp-Zentren, die die Innovationskraft der Stadt weit über deren Grenzen hinweg sichtbar machen. Die Technische Universität Chemnitz baut ihre Kompetenzen im Bereich der Materialforschung stetig aus und schafft dabei die Bedingungen für das Forschen im millionsten Teil eines Millimeters. Das Forschungszentrum MAIN – Materials, Architecture and Integration of Nanomembranes – ist ein solcher Baustein, unweit des Chemnitzer Stadtzentrums, zwischen Wohngebäuden und privater Industrie.

Am Anfang des Entwurfsprozesses stand vor allem die Auseinandersetzung mit der Arbeit der Wissenschaftler, die im Forschungscluster MAIN arbeiten. Etwas verbinden: Elemente, Stoffe und Materialien genauso wie Ideen, Menschen und Fachgruppen – darauf fußt die Arbeit der Wissenschaftler und das inspiriert das Projekt auf allen Ebenen. Das Haus macht die international beachtete Forschung der Technischen Universität Chemnitz im städtischen Kontext sichtbar und verleiht deren Anforderungen gleichzeitig einen räumlichen und architektonischen Ausdruck.

Der Projektstandort ist bestimmt durch die historische Entwicklung der Stadt Chemnitz seit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts und deren Mischung aus fragmentierter Blockrandbebauung der Gründerzeit, Nachkriegs-Wohnhäusern der 50er Jahre, Plattenbauten der 80er Jahre und den ortstypischen Industrie- und Gewerbegebieten. Dazu kommt ein denkmalgeschütztes Kontorhaus der Jahrhundertwende. In diesem heterogenen Umfeld schließt der Neubau mit seiner langen Front einen verloren gegangenen Straßenraum, schafft neue Blickbeziehungen im Quartier und markiert einen Eingang zum Technologiecampus der Stadt.

Funktionskonzept – Labor, Büro und Kommunikation

Für die funktionale Gliederung des MAIN waren zwei Prinzipien maßgeblich: die Idee der kurzen Wege und das Anliegen, den Wissenschaftlern mit Ausblicken und Freiräumen einen optischen wie inhaltlichen Kontrast zur konzentrierten Arbeit im Labor zu bieten.

Das Forschungsgebäude beherbergt hochinstallierte Labore und Werkstätten, Büroarbeitsräume, eine Vielzahl an Funktionsflächen sowie dezentral verteilte, frei nutzbare Kommunikationsflächen, die Innovation und Kooperation im Gebäude fördern. Die Labor- und Büroräume sind entlang der Fassaden angeordnet, die Büros im Norden und die Labore im Süden. Die Kommunikationsbereiche schieben sich als räumliche Filter dazwischen.

Boden, Schrankwände und Deckenverkleidung der dort eingestellten Besprechungsboxen sind in Eichenholz ausgeführt, das mit seiner warmen Anmutung den kommunikativen Charakter dieser Bereiche unterstreicht. Ansonsten dominiert im Gebäudeinneren die Farbe Weiß. Die Büroflure werden zusätzlich durch Glasflächen rhythmisiert, die Tageslicht ins Gebäudeinnere bringen und dem Entwurfsgedanken folgend Blicke durch alle Nutzungsbereiche eröffnen.

Freiraum durch Wissensgärten

Der Rhythmus der Arbeitsräume wird an zwei Stellen im Gebäude durch zweigeschossige Aufenthaltsräume mit einer Galerie, den sogenannten „Wissensgärten“, unterbrochen. Mit dem weiten Blick in die umgebende Stadtlandschaft bringen sie einen Ausgleich zum konzentrierten Arbeiten an Geräten und Versuchsaufbauten und fördern den informellen Austausch zwischen den Wissenschaftlern. Eine eingestellte Spindeltreppe aus Stahl schafft zudem eine schnelle Verbindung zwischen den Geschossen.

Homogener Auftritt im Außenraum

Die ruhige Ausstrahlung des Baukörpers wird durch die homogene Gliederung der Fassadenelemente mit einem Raster von 1,20 m unterstrichen. An der Südseite des Gebäudes spiegelt das ausgewogene Verhältnis von offenen und geschlossenen Flächen der Fassade die Labornutzung im Gebäudeinneren wieder. Die geschlossenen Flächen machen den Reinraum, für den keine Anforderungen an Tageslicht existierten, in der Fassade ablesbar.

In seiner Anmutung abstrahiert das Haus den modernen Industriebau mit weißen, gekanteten Metallblechen zu einem hochwertigen Stadtbaustein. Die Präzision der Fassade spiegelt die Hochleistungsforschung im Inneren des Hauses wieder.

Interdisziplinäre Forschung im Nanobereich

Die Technische Universität Chemnitz ist eine relativ junge Hochschule, deren Ruf sich unter anderem auf die hervorragende Forschung in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik stützt. Das neue Forschungsgebäude MAIN bündelt Forschungskapazitäten aus den Fakultäten für Elektrotechnik und Informationstechnik einschließlich des Zentrums für Mikrotechnologien sowie der Fakultät für Naturwissenschaften. Ihr Ziel ist es, eine neue Klasse von Nanomembran-Materialien zu entwickeln, die ein breites Anwendungspotenzial unter anderem in den Bereichen hochleistungsfähiger Elektronik, Magnetelektronik und ultrakompakter Energiespeicher aufweisen.

Für diese Arbeit nutzen die Forscher im MAIN verschiedenste Labore mit sehr hohen Anforderungen an Schwingungsempfindlichkeit, Partikelfreiheit und Klimakonstanz. Mit modernsten technischen Anlagen werden Reinräume und Präzisionsklimalabore im neunen Forschungszentrum betrieben. Um die besonders schwingungsempfindlichen Messgeräte für Nanobereiche, z.B. Raster-Elektronen-Mikroskope und Transmissions-Elektronen-Mikroskope, im gesamten Gebäude störungsfrei nutzen zu können, ruht der Baukörper auf einer extrem steifen, 1,60 m starken Bodenplatte aus Stahlbeton.

Parzelle und Bebauungstruktur

Der Baubereich für den Neubau des Forstwerkhofes der Korporation Alpnach befindet sich im Gebiet Chilcherli, am nordöstlichen Siedlungsrand der Gemeinde Alpnach. Die in der unmittelbaren Nachbarschaft bereits existierenden Gebäude und Anlagen der Korporation (Holzheizwerk, Holzlagerund Umschlagwerk, Spältenhalle) sollen durch den neuen Forstwerkhof ergänzt werden. Der Ort wird durch einzelne, grossmassstäbliche Industrie- und Gewerbebauten, landwirtschaftliche sowie militärische Bauten geprägt. In der Mehrheit besitzen diese Bauten eine einfache, rechteckige Grundrissgeometrie mit einem ortstypischen Satteldach und einer Holzfassade.

Baukörper und Aussenraum

Das Projekt schlägt für den Neubau einen liegenden, hölzernen und zweigeschossigen Baukörper mit einem weit auskragenden Satteldach vor, welcher parallel zur Chilcherlistrasse platziert ist. Dieser erinnert in seiner Kubatur und architektonischen Sprache, sowie der Nutzung angemessen, an ein ortstypisches Landwirtschafts- und Ökonomiegebäude. Durch dessen Präsenz in seiner Längsausdehnung wird eine neue und deutliche Adresse für den Forstwerkhof ausgebildet. Der Zugang zum Forstwerkareal erfolgt über zwei Ein-/Ausfahrten von der Chilcherlistrasse aus. Das Areal wird als eine präzise orthogonale Asphaltebene, auf dem alle Nutzungen (Parkierung, Erschliessung, etc.) stattfinden, innerhalb des Waldareals ausgebildet. Entlang der Chilcherlistrasse dient ein 1.5m breiter Grünsteifen mit Einzelbäumen zur besseren Eingliederung des Areals in die Umgebung sowie als Retentionsfläche für das anfallende Regenwasser.

Grundriss und Nutzung

Mitarbeiter können über den separaten Mitarbeitereingang zum zentralen Infobereich gelangen. Dieser Raum ist konisch ausgebildet und öffnet sich räumlich im Bereich der Infotheke und des Anschlagbrettes. Hier finden die allmorgen- und abendlichen Treffen statt und von hier aus gelangt man in alle notwendigen Nebenräume der Mitarbeiter sowie in die Fahrzeugeinstellhalle. Die letztere als auch die Maschinenhalle und der Schlechtwetterraum sind überhoch ausgebildet und werden mit gleichbreiten Sektionaltoren direkt von Aussen erschlossen. Im hinteren, eingeschossigen Teil dieser Halle sind sämtliche Lagerräume und ein Bereich für den Maschinenunterhalt untergebracht. Besucher gelangen vom Haupteingang in einen repräsentativen, zweigeschossigen Erschliessungsraum von dem eine grosszügige Treppe in das erste Obergeschoss führt. Von dort gelangt man zur Empfangstheke, den Betriebsleiter- und Forstwartvorarbeiterbüros sowie dem grossen Schulungs- und Sitzungszimmer. Zwischen den einzelnen Büros erlauben Türen und grossflächige Fensterflächen visuelle und räumliche Verbindungen untereinander.

Architektonischer Ausdruck und Materialisierung

Die Architektur, wie auch die Materialisierung des Forstwerkhofes sind bewusst schlicht gehalten. Die Grundidee von einer Halle, die verschiedene Nutzungen aufnehmen und sich den zukünftigen Bedürfnissen anpassen kann, wird durch eine klare Struktur von vorfabrizierten Betonstützen, welche die Holzfachwerkbinder tragen in der Fassade sichtbar. Zwischen den Stützen werden geschuppte „Ausfachungen“ eingefügt, die je nach Nutzung dahinter differieren. (Fenster, Sektionaltore, Wandflächen) Durch die Reduktion auf wenige Materialien (Betonstützen, Holzfassade, Wellblechdach) erscheint der neue Werkhof vornehm zurückhaltend. Durch die Verwendung einer unbehandelten Holzverkleidung soll die Nutzung des Gebäudes nach Aussen sichtbar gemacht werden und sich dieses im Laufe der Zeit natürlich verändern. Zudem sollen mit geringstmöglichen Energie-, Arbeits- und Kostenaufwand, Holzprodukte im gesamten Gebäude zum Einsatz kommen, welche die Korporation besitzt und vertreibt.

Statik und Konstruktion

Eine Fachwerkkonstruktion aus Brettschichtholz, die den gesamten Grundriss stützenfrei überspannt, bildet das Primärtragsystem des Werkhofs. Die Fachwerkbinder sind in einem Raster von 4.30 m angeordnet und im gesamten Werkhof identisch damit das Gebäude für spätere Veränderungen und Erweiterungen geeignet ist. Die im gleichen Raster, wie die Fachwerkbinder, erstellten Betonstützen in den Aussenwänden bilden die Auflager der Binder und stellen eine wirtschaftliche Lösung der Lastabtragung dar. Sie sind in Längsrichtung der Halle eingespannt und übernehmen so die Aussteifung. Rundhölzer mit einem Durchmesser von 230 mm bilden das Sekundärtragwerk des Dachs. Nach einer minimalen Bearbeitung von zwei Schnitten liegen so genannte „Model“ vor. Die geringen Abstände der „Model“ von 330 mm erfüllen neben den statischen Anforderungen auch ästhetische und akustische Anforderungen. Die Ausfachung in den Aussenwänden zwischen den Betonstützen wird durch eine einfache Holzständerkonstruktion gebildet. Eine OSB-Platte als innere Bekleidung stellt eine für einen Forstwerkhof zweckmässige Beplankung dar. Im Büroteil besteht die Decke ebenfalls aus sägerohen Rundhölzern, OSB-Platte und Betonüberzug, welcher final geschliffen wird. Zudem kommen beidseitig beplankte Ständerwände in Holzbauweise als Innenwände zum Einsatz. Die Verwendung von wenig bearbeiteten und verfügbaren Rohmaterialien ermöglicht eine hohe Wertschöpfung. Mit dem gewählten Konstruktions- und Materialisierungsvorschlag entstehen in wenigen Arbeitsgängen aus Rohlingen einsatzfähige Produkte.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

Eine abgestimmte Optimierung auf den Ebenen Energie, Baustoffe, Nutzerfreundlichkeit, Erscheinungsbild und Lebenszykluskosten ist das erklärte Ziel dieses Projektes.
Bei der Konstruktion wurde auf eine weitgehende Systemtrennung geachtet, so dass Bauteile entsprechend ihrer Lebensdauer einfach ersetzt werden können. Durch die gewählte Tragkonstruktion ist es möglich, zukünftige räumliche Änderungen und eine allfällige Erweiterung der Halle problemlos zu realisieren. Zudem werden Aussen wie Innen robuste Materialien eingesetzt, welche über eine längere Nutzungsdauer beständig sind und gut altern. Durch serielle und kompakte Fassadenelemente sind günstige Erstellungs- und Energiekosten zu erwarten. Es ist geplant möglichst alle Bauteile aus der näheren Umgebung zu beziehen und so die graue Energie zu minimieren. Mit denen auf verschiedenen Massstäben stattfindenden architektonischen Bezügen zur gebauten Umgebung trägt der neue Forstwerkhof zur Stärkung der Identität des Ortes und zur Imagestärkung der Korporation bei.

Es wurden Abstellpositionen für Winterdienst- und Reinigungsgerät (z.T. überdacht) sowie Funktionsgebäude für den administrativen und operativen Mitarbeiter errichtet.

Die Gebäudeanlage besteht aus einer frostfreien Fahrzeughalle, dem Granulatlager, dem Werkstattgebäude und dem fünfgeschossigen Personal- und Dienstgebäude, sowie den Fahrzeugabstellflächen auf dem Vorfeld. Im Personal- und Dienstgebäude sind Bereitschafts- und Sozialräume untergebracht. Im obersten Stockwerk befinden sich die

Büroflächen und die Flächen für die Einsatzkoordination. In der Ebene 03 befinden sich die Schulungs- und Seminarräume für die internen und die externen MA. Die Schulungs- und Seminarräume können durch mobile Trennwände in unterschiedlichen Raumgrößen konfiguriert werden.

Kennzahlen / Daten

Gebäudeabmessungen: 225 m x 34,25 m

Grundstücksgröße ca. 26.850 m²

Nettogrundflächen (NGF)
NGF Personalgebäude, Werkstatträume ca.4.200 m²
NGF Werkstatt ca.2.200 m²
NGF Frostfreie Fahrzeughalle ca.2.100 m²
NGF Granulat-Lager ca.400 m²

Bruttorauminhalt (BRI) ca. 65.000 m³
Nettogrundfläche (NGF) ca. 8.900 m²
Bruttogrundfläche (BGF) gesamt ca.9.500 m²

Entwurf

Dreitausendeinhundert Bleche in Schwarz, Weiß und verschiedenen Graustufen bilden die mehr als 13.000 m² große Außenhülle des neuen Unternehmenssitzes von Gebäudesystemtechnik-Hersteller Gira in Radevormwald. Sie fassen einerseits die vier Bereiche des Komplexes mit einer durchgehenden Gestaltung zusammen. Andererseits lösen sie die großen Volumina mit einer farblich oszillierenden Oberfläche auf und vermeiden so, die idyllische, kleinteilige Hügellandschaft des Bergischen Lands zu dominieren.

Der Neubau am neuen Standort bündelt nun die vier Hauptbereiche Innovation, Produktion, Logistik und Versand, nachdem die Kapazitäten am bisherigen Standort ausgeschöpft waren. Die vier Bereiche teilen sich eine zentrale Erschließungsachse, die auch in zukünftigen Entwicklungsstadien Bestand haben wird. Der Bürobereich liegt über der Produktionshalle, deren Dach von einem modularen Raster aus Oberlichtern überzogen ist. Diesem Raster entsprechend bilden die Büros Lichthöfe. Bei Erweiterung eines der beiden Bereiche kann das Raster fortgeschrieben und somit stets in gleicher Weise Tagesbelichtung und Außenbezug sowohl für die Halle als auch für die Büros gewährleistet werden.

Das Raumkonzept bietet die Möglichkeit, die vier Bereiche jeweils unabhängig voneinander zu erweitern. Die architektonische Struktur ist so flexibel konzipiert, dass sie nach Bedarf von zunächst 30.000 Quadratmetern auf insgesamt 50.000 Quadratmeter wachsen kann, um sich an die weitere Entwicklung des Unternehmens anpassen zu können.

Ebenso großen Wert wurde auf eine flexible Nutzung der Räumlichkeiten und eine offene Architektur gelegt, die die direkte Kommunikation und enge Zusammenarbeit fördert. Dazu wurde als alles verbindendes Element ein Mezzanin-Geschoss in die Halle eingehängt, das die Bereiche räumlich, visuell und funktional vernetzt. Ein zentraler Konferenzbereich steht dort Entwicklern, Produktionspersonal und Besuchern gleichermaßen zur Verfügung.

Energiekonzept

Das nachhaltige Energiekonzept gewährleistet den ressourcenschonenden Betrieb des Großgebäudes und ein gesundes Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter:innen. Der Neubau erreicht den Energieeffizienzstandard KfW 55. Sein Energieverbrauch liegt damit 45% unter der zur Einreichung geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV 2017).

Im Mittelpunkt steht die Optimierung der Erzeugung und Nutzung von Energie: Als zentraler Wärmeerzeuger kommt ein Blockheizkraftwerk zum Einsatz, das zugleich Strom für den Eigenbedarf liefert. Zudem wird auf systematische Wärmerückgewinnung aus der Drucklufterzeugung gesetzt. Für die Kühlung des Komplexes wandeln Absorber die Wärme in Kälte um. Ein Teil der Kälte wird zudem über natürliche Verdunstungskühlung mit Regenwasser aus einer 400-Kubimeter-Zisterne erzeugt. Auch die Sprinklertanks werden als Zwischenspeicher ungenutzter Kalt- und Warmenergie in das Energiekonzept integriert.

Effiziente Luftauslässe temperieren die Büro- und Besprechungsbereiche in Kombination mit Kühldecken. Der Heiz- und Kühlboden in den Bereichen Produktion und Versand wird im Winter nahezu komplett über die Abwärme aus dem Bereich der elektrischen Lastversuche versorgt. KNX-Steuerungstechnologie von Gira sorgt nutzungs- und nutzerbezogen für eine energieeffiziente Regulierung der Beleuchtung und Verschattung.

Konstruktion

Die Produktionshalle, der größte Abschnitt der 266 Meter langen Anlage, besteht aus einem Haupttragwerk aus Stahlfachwerkträgern im Abstand von rund 9 Metern, die auf Stahlbetonstützen auflagern. Die vier Meter hohen Fachwerkträger überspannen bis zu 26 Meter und wurden für die volle Ausbaustufe bemessen, die eine nahezu komplette Flächenbelegung des 2. Obergeschosses mit Büros vorsieht. Für die erste Ausbaustufe sind die Träger daher teilweise überbemessen. Die Halle unterteilt eine zweigeschossige Mittelspange aus Stahlbeton. Nebenträger dienen als Auflager für die das Bürogeschoß tragende Decke aus Beton-Halbfertigteilen mit Ortbetonschicht. Die Außenwände bilden Betonfertigteile. Eine reversible Leichtbaufassade an der Südwestfront des Gebäudeabschnitts schafft die Möglichkeit einer baulichen Erweiterung auf den angrenzenden Parkplatzflächen. Die 16 Oberlichtöffnungen im Warmdach messen jeweils 60 m² und sind mit Verschattungslamellen ausgestattet.

Eine leichte Stahlskelettkonstruktion auf den Obergurten der Stahlfachwerkträger bilden zusammen mit einer Blechkassettenausfachung als Außenwand und Trapezblechen für den Warmdachaufbau die Büroräume im 2. Obergeschoss. Die nicht überbauten Bereiche sind für eine nachträgliche Büroerweiterung vorgerüstet.

Der Logistikabschnitt ist das am höchsten aufragende Volumen des Komplexes. Hier befinden sich ein Kasten- und ein Hochregallager links und rechts der Mittelachse. Seine Lichte Höhe misst 23 Meter und wird von 1,60 Meter hohen Stahlfachwerkträgern auf Stahlbetonstützen gebildet. Das Hochregallager ist um rund vier Meter ins Erdreich abgesenkt und von einer Brandwand aus Betonfertigteilen zu den angrenzenden Gebäudeabschnitten umschlossen. Ein Systemdach mit Trapezblechen bildet das Warmdach des gesamten Abschnitts, die Leichtbau-Außenwände bestehen aus Blechkassetten.

Das Konstruktionsraster der Versandhalle von 8 Metern bestimmt der Abstand der 13 Ladebrücken. Auch sie wird von über 4 Meter hohen Stahlfachwerkträgern getragen, auf deren Untergurten teilweise ein Zwischengeschoss für Büros und Haustechnik eingefügt ist. Die Außenwände bestehen aus einer Stahlskelettkonstruktion mit Blech Kassettenausfachung.

Alle Außenwände, ob massiv oder Leichtbaukonstruktionen, sind mit einer mindestens 20 cm stark gedämmten, hinterlüfteten Kaltfassade aus pulverlackierten Stahlblechkassetten verkleidet.

Green Life respects the environment and brings the person back to the center because, as a common denominator of the entire project, it has a sensitivity towards both energy and human resources

ENVIRONMENT AND ARCHITECTURE

The new headquarter volumes, generated by the geometries of the original settlement of Vico Magistretti, maintained as evidence of an era, are arranged around the perimeter of the area to house a large park in the center.

Architecture arises from the context and enhances it by making itself the expression of a city, a society and a history, and at the same time taking on new character and personality: it is an intervention with a minimal ecological footprint that manifests a new environmental and entrepreneurial awareness.

The complex is divided into three volumes: the two EcoUffici connected through a Forum covered by a ‘green hill’. The car parks and facilities are instead underground to have the maximum area for the park.

The Forum, a multifunctional space and meeting place, hosts a reception, a refreshment point and a new company restaurant that is characterized by different set-ups and furnishings that can also be used as meeting area: a flexible and diversified ‘landscape’ that, immersed in the greenery of the park, enjoys plenty of natural light.

EcoUffici are bioclimatic according to the ‘minimum, simple and green’ energy strategy. Formal and constructive choices reduce maintenance thanks to the use of durable and recyclable details and materials.

HUMAN RESOURCES: SMART-LIVING OFFICES

The offices have been designed with a view to smart-working to meet the needs of a new way of working flexible and able to bring the person back to the center.

Welcome point, break and relaxation areas of the latest generation, a new auditorium and new multifunctional catering spaces, open-space offices and technological meeting rooms, personal lockers, focus room, telephone boot, extended wi-fi connection, dematerialized fax for less paper and more interactivity.

The design by Frigerio Design Group is in tune with the change that Crédit-Agricole has put in place: from the environment to the work-environment, from smart-working to smart-living, from collaboration to sharing.

The interior design becomes a communication tool for a new corporate culture that thinks about the wellbeing of workers as an added value and a powerful growth factor.

GREEN RESOURCES: THE GREAT PARK

The ‘Arboretum Crédit Agricole’ Park, of great landscape and environmental quality, rich in contents and possibility of use for all bank employees, is not only used for its landscape and environmental value but also as a summer microclimate generator.

In addition to the 500 new trees of the arboretum, thousands of shrubs and ornamental plants in a new square, in an amphitheater with a garden of flowers, are a green lung of over 7 hectares, which compares with the major city parks, size, value biomass and high biodiversity content.

ENERGY AND SUSTAINABILITY

At the climatic level, the strategy adopted was to maximize passive energy aspects to minimize active energy supplies, and for the energy required to use renewable sources: ‘energy saving’ also intended as a contribution to environmental improvement.

Radiant ceiling panels integrated with air changes on the perimeter, natural ventilation in the mid-seasons and night-time ‘free cooling’: for the various interiors the project introduces the concept of ‘sensory comfort’, that is the optimization of the quality of the spaces in hygrothermal, acoustic and lighting engineering terms.

The complex is powered by a geothermal plant of 800 KW and a photovoltaic system of 428 KW, with an estimated energy saving for the entire Management Center of over 16%.

The complex is certified Leed Platinum.

Green Life is an eco-sustainable headquarter both for the external environment of nature and for the internal ‘human’ one of a Company made up of people and shared values, expression of the new ‘smart and green’ approach with which Crédit-Agricole has renewed its brand identity.

Tragwerksplanung: BECKER ARCHITEKTUR + INGENIEURBÜRO
Fachplanung: Stefano Migliore Planungsbüro für Haustechnik, VDI
BGF: 1.200 m²
BRI: 6.600 m³
Baukosten: 1,5 Mio EUR

Die ehemalige Großmarkthalle besteht aus drei Abschnitten: Die Verkaufshalle und die Kühlräume, die in den 1980er Jahren erbaut wurden, und der denkmalgeschützte Altbau aus der Gründerzeit.

2015 wurde das Gebäudekomplex mit einem knappen Budget umfangreich saniert. Zu den Umbaumaßnahmen der Halle gehörten unter anderem ein neuer Dachaufbau mit großzügige Lichtbänder zur Lichtgewinnung, der Einbau von Ateliermodulen aus Sichtbetonelemente in die Verkaufshalle, eine hinterlüftete Fassade aus Dreischichtplatten für die Porenbetonwände sowie der Einbau eines einheitlichen Gussasphaltbodens. Außerdem wurde der Altbau unter den Auflagen des Denkmalschutzes saniert mit der Wiederherstellung der historischen Fassade sowie der Einbau einer zeitgenössischen technischen Ausrüstung. Die neuen Ergänzungen und Interventionen wurden aus Sichtbeton, verzinktem Stahl oder lichtdurchlässigen Doppelstegplatten erbaut. Wärmere Akzente wurden mit Hilfe von Holz-Fensterbänken und die gelben Industrie-Stahltüren sowie durch die hinterlüftete Fassade aus großformatigen Dreischichtplatten geschaffen. Die Haustechnik wurde behutsam und aufputz eingebaut.

Im Gebäude sind Räume für das Kunsthandwerk (z.B. Goldschmiedekunst, Instrumentenbau, Schreinerei, Lichtkunst, Porzellanbauer, Modedesign oder ein Fotoatelier) entstanden.

Der Typus des mehrgeschossigen Industriebaus als Stahl-Holz-Stahlbeton-Hybridkonstruktion mit außenliegendem Tragwerk erreicht beinahe stützenfreie Fertigungsflächen.

Der Anforderungswert EnEV 2016 zum Jahresprimärenergiebedarf ist um ≥ 46 % unterschritten, der KfW-55-Standard dokumentiert. Rund 25 % des Gebäudegesamtenergiebedarfs (Heizung, Kälte, Lüftung und Licht) werden photovoltaisch gedeckt.

Holz als Werkstoff mit positivem Primärenergieinhalt erreicht atmosphärisch prägende Arbeitsplatzqualitäten, erreicht für den Arbeitsplatz Mitarbeiterindentifikation, Mitarbeitermotivation sowie Mitarbeiterbindung.

Die Firma Chemoform

Die Chemoform AG gehört zu den großen Anbietern für die komplette Palette leistungsfähiger und innovativer Produkte für Sauberkeit, Hygiene und Pflege in Schwimmbädern. Zur Firma gehören auch eine ganze Reihe weiterer Unternehmen in den Bereichen Schwimmbadwasserpflege, Sauna/Wellness, Pools und Zubehör, die auch komplette Schwimmbadsysteme sowie -technik entwickeln und fertigen.

Ersatz einer Lagerhalle

Auf dem Areal werden Produkte und Zubehör von anderen Standorten zwischengelagert und final an die Kunden ausgeliefert. Die Lagerhalle aus den 1960er Jahren war in die Jahre gekommen und konnte Anforderungen an Brandschutz und Anlagensicherheit  nur mit großem Aufwand erfüllen. Um den Leitgedanken Sicherheit der Firma Chemoform auch in den Gebäuden umzusetzen, wurde die bestehende Lagerhalle zu einem Großteil abgebrochen und an gleicher Stelle ein Neubau platziert. Die bisherige Nutzung wurde mit einer Verwaltungsstruktur zur Bündelung der Standorte ergänzt. Abläufe und Warenströme wurden ebenso optimiert mit Einbindung der Versorgung der Produktion, sowie der Lagerkapazitäten.

Lange, große Flachdachbauten und Sheddach-Konstruktionen, sowie die angrenzende Bahnstrecke der Neckar-Alb Bahn prägen das Areal. Der Neubau bildet durch die Körnung und Gliederung des Baukörpers eine moderne Architektursprache aus, nimmt Bezug auf die Industriearchitektur der angrenzenden Bestandsgebäude, und schafft ein entsprechendes, kräftiges Signet. Das Erscheinungsbild ist geprägt durch eine reduzierte und geordnete Materialwahl. Hierzu zählen die transparenten Glasfassaden, die im Erdgeschoss im Bereich der geschlossenen Fassaden durch einen anthrazitfarbenen Sockel ergänzt werden, sowie die weißen Oberflächen der vorgehängten Glasfassade und Fassadenbänder.

Die Oberlichter der Logistikhalle prägen als Taktgeber den Rhythmus des Daches und gewährleisten durch transluzente Palycarbonatplatten die natürliche Belichtung der Logistikhalle. Nahezu unbehandelte Holzwerkstoffplatten und auch das sichtbare Holztragwerk innerhalb der Logistikhalle erzeugen eine nahbare Atmosphäre. Das Wechselspiel von rauer und unbehandelter zu glatter und bearbeiteter Oberfläche im Innenraum nimmt Bezug auf den ursprünglichen Industriecharakter des Gebäudes und der Umgebung. Die sorgfältige Anordnung von Arbeitsplätzen, Fitnessbereich und Mitarbeiterverpflegung im Verwaltungsbereich führen zu einer zeitgemäßen Arbeitsplatzgestaltung.

Energie und Klimaschutz

Der ressourcenschonende Umgang mit Materialien, Umwelt und Baustoffen wurde von Anfang an in den Entwurfsprozess mit eingebunden. So wurden Abbruchmaterialen aus dem Bestandsgebäude zerkleinert und als Tragschicht unterhalb der Bodenplatte wiedereingebaut. Das Tragwerk der Logistikhalle und Galerien wurde als Holztragwerk und somit als CO2 Speicher ausgebildet.

Der Gesamtenergiebedarf des Neubaus wird durch ein innovatives Energiekonzept abgedeckt. Es werden mehrere Komponenten zur Bereitstellung von Wärme und Kälte verwendet. Flächendeckend wird über eine Bauteilaktivierung in den Decken der Wärme und Kühlbedarf des Gebäudes reguliert. Die notwendige Versorgung findet über Fundamentabsorber im Bereich der Tiefgarage und Hochregallagers statt. Aufgrund der Einbindung in den Schwankungsbereich des Grundwassers werden die Leitungen nur mit Wasser gefüllt. Die zusätzliche Wärmeversorgung wird durch eine Holzvergaseranlage abgedeckt.

Die gesamte Anlage wird vorwiegend natürlich be- und entlüftet. Vereinzelt wird über dezentrale Lüftungsgeräte die Zu- bzw. Abluft zur Verbesserung der Luftströmung ergänzt.

Technikplanung: EWS Energie GmbH, Herr Dr. Daniel Weiß
Bauwerkskosten: 2.230.000€ (300/400)
BGF (A): 304 m2
BRI (A): 1674 m3

Die an der Römerstraße am Rande des Neubaugebietes Hohe Straße neu entstandene Heizzentrale ist ein wichtiger Bestandteil des Nahwärmenetzes der Stadtwerke Weil am Rhein. Die unmittelbare Nähe zum angrenzenden Vitra Campus veranlasste die Stadtwerke Weil am Rhein in Zusammenarbeit mit den Architekten und unter Beratung der EWS ein Gebäude zu konzipieren, das sowohl den komplexen technischen Anforderungen als auch der gestalterischen Verpflichtung gerecht wird.

Mit einer einfachen Architektursprache und einer Reduktion auf wenige Materialien entsteht ein Gebäude mit einer klaren Ästhetik, die über die rein funktionale Unterbringung der technischen Anlage hinausgeht.

Der Sichtbetonbaukörper der Heizzentrale schafft die Städtebauliche Präsenz an der Römertraße, der darunter platzierte Glaskörper gibt dem Gebäude eine Leichtigkeit. Die reduzierte Architektur aus Sichtbeton und Profilglas präsentiert sich selbstbewusst an der Ortseinfahrt und setzt ein Städtebauliches Zeichen. Die transparente Hülle lässt bewusst die technischen Komponenten nach außen wirken und ermöglicht den Passanten Blicke in die innovative technische Anlage aus Heizkessel und ausgeklügelter Filtertechnik.

Auf Grund des knappen Grundstücks, wird die Anlagentechnik auf 4 Ebenen gestapelt. Dadurch wird die Anlage und das Gebäude sehr kompakt gestaltet und die Abläufe von der Anlieferung, über die Verbrennung der Biomasse bis zur Ausleitung der gefilterten und gereinigten Abgase effektiv
hintereinandergeschaltet.

Knapp zweidrittel des gebauten Volumens befindet sich unter der Erde. Der quer zum Gebäude liegende unterirdische Hackschnitzelbunker mit einem Fassungsvermögen von ca. 150 cbm wird über die Römerstraße angedient. Dadurch wird das aktuell entstehende Wohngebiet Hohe Straße nicht durch den LKW Anlieferungsverkehr beeinflusst. Die verschlossenen Aschecontainer werden über eine Kranbahn im überdachten Bereich der Ausfahrt auf den LKW abgesetzt und werden der weiteren Verwertung zugeführt. Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaikanlage.

Die neue Heizzentrale mit einer Leistung von ca. 1600 kW ist ein wichtiger Baustein beim Ausbau des Nahwärmenetzes der Stadtwerke Weil am Rhein. Zusammen mit dem BHKW können durch das Nahwärmenetz ca. 3.000 Haushalte sowie einige Großabnehmer wie Schulen, Rathaus, etc. mit einem umweltfreundlichen Mix aus Holzenergie und hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung versorgt werden. Mit dem Weiler Wärmenetz können mehr als 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Dies entspricht dem jährlichen Ausstoß von etwa 2.000 durchschnittlichen Autos. Die Erweiterung des Wärmenetzes ist ein wichtiger Baustein der Klimaschutz-politik der Stadt Weil am Rhein.

Das Wärmenetz der Stadtwerke Weil am Rhein wird laufend ausgebaut und umfasst derzeit eine Länge von ca. 3,6 Kilometern. Bei der Erschließung des angrenzenden Baugebietes „Hohe Straße“ wurden Wärmeleitungen so verlegt, dass alle neuen Gebäude problemlos die umweltfreundliche Wärme aus dem Netz beziehen zu können.

Die eingesetzten Holzhackschnitzel werden aus Grünschnitt und Restholz der Wälder im Landkreis Lörrach hergestellt. Besonderen Wert wurde in der Anlagenplanung auf höchste Effizienz des Systems sowie optimale Abgasreinigung gelegt. Neben einem großdimensionierten Elektrofilter der die Feinstaubemissionen um über 90 % reduziert kommt ein Kondensationswärmetauscher zum Einsatz der die Restwärme des Wasserdampfes im Abgas nutzt und so den Wirkungsgrad der Anlage um 10 bis 20 % erhöht. Ein positiver Nebeneffekt dieses System ist es das eine sichtbare Abgasfahne an der Kaminmündung vermieden wird.

Holz setzt bei der Verbrennung nur so viel CO2 frei, wie der Baum bei dessen Wachstum gebunden hat. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern ergibt sich mit der Energieholznutzung ein geschlossener CO2-Kreislauf. Ein weiterer Vorteil von Holz als Energieträger ist: Die regionale Wertschöpfung wird gesteigert. Es ist schlichtweg unwirtschaftlich, Energie über weite Strecken zu transportieren. Deshalb sind regionale Lieferanten im Vorteil und sorgen dafür, dass die Wertschöpfung aus der Energiebereitstellung vollständig in der Region bleibt.

Ein mittelständisches Holzbauunternehmen wächst ständig. Als Vision 2008 geboren nahm das Projekt langsam Gestalt an. Über die Jahre wurden viele Varianten entwickelt, die letztendlich 2017 als Zukunftswerkstatt konkretisiert wurden. Die Halle ist ein multifunktionaler Ort an dem von klassischen Holz-Abbund-Arbeiten, über Modulbauproduktion bis zu Robotik Arbeiten in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart unter einem Dach stattfinden können. Das Gebäude gliedert sich in eine große Halle, die umlaufend ein großzügiges Vordach erhält und einen Anbau für die Verwaltungs- und Sozialräume. Das Vordach gliedert das hohe Gebäude in zwei Teile. Im oberen Bereich wurden Holzdielen montiert die durch unterschiedlich breite Abstände die Fläche gliedern. Die Flächen unter dem Vordach wurden komplett dunkel gehalten. Konsequent ist das Gebäude in Holzbauweise errichtet worden, lediglich die eingespannten Stützen und die Bodenplatte wurden in Stahlbeton ausgeführt. Der komplette Hallenraum wird natürlich über großzügige Oberlichter belichtet. Das Tragwerk der Kranbahn wurde erstmals mit unterspannten Baubucheträgern realisiert. Das Vordach wurde aus recycelten Brettschichthölzern konstruiert. Das Nebengebäude wurde aus verschiedenen Brettsperrholzarten realisiert, Fichte, Zirbe oder Birke prägen die Innenräume. Die Fassade des Anbaus wurde mit recycelten Aluminiumverbundplatten verkleidet.

Von ehemaliger, langjährig als Parkplatz genutzter, Brache zum neuen Wahrzeichen der Stadt Aalen.

Die i Live Unternehmensgruppe ist einer der führenden und innovativsten Anbieter von Lifestyle-Apartments in Deutschland und mittlerweile auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. i Live versteht sich dabei als Systemdienstleister, der seine Projekte von der Idee über die Entwicklung, den eigentlichen Bau bis hin zu Betrieb und Betreuung des Standorts steuert. Diese Gesamtleistung spiegelt die Firmenphilosophie wider: Die i Live Gruppe baut nicht nur Gebäude, sondern füllt diese mit Leben und Spirit – genau das wird auch im neuen i Live Tower widergespiegelt.

Sowohl architektonisch als auch im Innendesign ist man hier der Philosophie von i Live treu geblieben. Als neues Headquarter der i Live Unternehmensgruppe zeigt das Unternehmen damit seine Kompetenzen in Entwicklung, Planung und Bau auf: Dieses Projekt war somit ein wichtiger Meilenstein für zukünftige Großprojekte.

Mit dem i Live Tower gehören Platzmangel und Mehraufwand der Vergangenheit an und effizienteres sowie modernes Arbeiten werden ermöglicht. Dies gelingt hier zum einen durch das außergewöhnliche Innendesign, das Spiel mit naturnahen Materialien und den geschaffenen Brain-Reset-Orten zum „Auftanken“ und zum anderen durch die Umsetzung von einigen Highlights wie dem Sportfeld auf der Dachterrasse, dem Fitnessbereich und den Familienzimmern.

Die aus 16.000 unterschiedlichen Einzelteilen zusammengesetzte Fassade und die mit neun Etagen, die übliche Bebauung Aalens, weit überragende Architektur macht den i Live Tower nicht nur zu einem visuellen Statement, sondern auch zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt Aalen und dient zur Revitalisierung von Aalen Süd. Denn Heimat finden im neuen i Live Tower außerdem branchennahe Unternehmen sowie zwei der renommiertesten Gastronomen der Region, die den Stadtteil zum Anlaufpunkt für viele Aalener und Besucher machen.

Eine konsequente Nutzung von nachhaltigen und recyclebaren Materialien, das intelligente Energiemanagement, die kontrollierte Be- und Entlüftung aller Geschosse und ein Wärmerückgewinnungskonzept stehen für die Zukunftsorientierung des Gebäudes.

Das Gebäude besteht aus zwei Gebäudeteilen: Einem dreigeschossigen massiven Gebäude für Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf der Stirnseite zur direkt angeschlossenen über 100m langen und 50m breiten eingeschossigen Montagehalle in Stahlskelettbauweise.
Im Forschungs- und Entwicklungsgebäude entstehen auf über 1.000m² neue Innovationen der Firma, während in der angeschlossenen Montagehalle Bewegungstherapiegeräte auf einer Grundfläche von über 5.000m² montiert werden.

Der Material- und Produktfluss ist in der Gebäudeorganisation linear ablesbar. Die zentrale Anlieferung ist witterungsunabhängig stützenfrei überdacht und sorgt für Nachschub für die anschließende Montagehalle,
die für hochwertige Medizinprodukte mit ihren ständig neuen gesetzlichen Anforderungen ein Maximum an Flexibilität für die Organisation der Fertigungsstraßen bietet. Der Auslieferungsbereich am Ende der
Montagebereiche gewährleistet über sieben modernen Ladebrücken die Produktauslieferung in hoher Zahl in alle Welt.

Die vorhandene Topografie wird geschickt für die notwendigen Rampensituationen genutzt, der Geländeeingriff wird dadurch minimiert.
Open- Space- Office. In räumlich offenen Bürokojen („Open- Space- Office‘‘) wird in kleinen Mitarbeitergruppierungen konzentriert die Forschungs- und Entwicklungsarbeit betrieben. Das durchweg offene Konzept ermöglicht nahzugeordnet Kleinlabor- bzw. Testlaufsituationen mit Prototypen. Der Auf- und Umbau bleibt, da räumlich praktisch nicht begrenzt, zu jeder Zeit flexibel anpassbar

Es werden durchweg ressourcenschonende und vor allem langlebig- haltbare Materialien eingesetzt. Ein über das Jahr hin ausgeglichenes Klima für sämtliche Nutzungsbereiche sowohl in der Montage als auch in der Entwicklung wird über Erdsonden praktisch emissionsfrei gewonnen. Höchsten Komfort bietet die kontrollierte Lüftungsanlage in Kombination mit Heiz- Kühldecken.

Energiearmes konstantes Nordlicht über Lichtbänderflächen sorgt für maximaler Tageslichteintrag. Sonnenschutz und Tageslicht werden bedarfsorientiert intelligent gesteuert.

Regenwasser wird über Retentionsflächen mit Bewuchs abgeführt. Die notwendigen ökologische Ausgleichsflächen werden als Pausenbereiche im Grünen innerhalb des eigenen Betriebsgeländes genutzt.

Mit modernen Büros, Laboratorien und Fertigungsarbeitsplätzen schafft der neue „ZEISS Innovation Hub @KIT“ vor allem Raum für Innovationen und Kooperationen. Eine Aufgabe, die in die Zukunft weist. Auf einer Nutzfläche von 12.000 Quadratmetern und sieben Geschossen rücken am KIT neue Perspektiven in den Fokus. Der ZEISS Innovation Hub @KIT soll nicht nur die Ansiedlung von Hochtechnologie- und Digital-Start-ups sowie die ZEISS Innovationsaktivitäten fördern, sondern auch dem KIT Raum zur Forschung bereitstellen. So eröffnen sich auf allen Seiten neue Chancen, gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Ein Weitblick, der auch architektonisch umgesetzt wurde.

Strukturen neu denken

Seeing beyond – diesem Grundsatz von ZEISS folgend war die Leitidee des Neubaus, Grenzen zu überschreiten und gängige Strukturen zu verwischen. Um bereits in der Ansicht tradierte Vorstellungen zu brechen, wurde die klassische Aufteilung eines Baukörpers verändert und die sieben Ebenen des Gebäudes in drei Kuben mit jeweils zwei und einmal drei Stockwerke gefasst. Somit erhält der Baukörper eine skulpturale, klare und überraschende Haltung. Die Fassadengestaltung folgt ebenfalls den Leitlinien der Brand Identity von ZEISS: Präzision und Purismus spiegeln sich in dem großvolumigen Baukörper und der scharfkantigen Metallfassade wider, die auf offene, transparente Glasflächen trifft. Angelehnt an die japanische Architektur erhält die Offenheit jedoch nur ihren Wert durch das Geschlossene. Deshalb komplementieren die weitläufigen Öffnungen entsprechend große geschlossene Flächen, die in unterschiedliche Richtungen versetzt angeordnet sind. Neben der ästhetischen Wahrnehmung unterstützt der Entwurf auch einen funktionellen Aspekt: Dort wo zukünftig High-Tech gedacht und geplant wird, benötigt die Gebäudetechnik entsprechende Flächen. Dass diese nicht wie ein Fremdkörper auf dem Dach sitzen, ist die gesamte siebente Etage allein der Technik vorbehalten. Durch die Gebäudegliederung sowie der in Teilen geschlossenen Metallfassade, fügt sich das Technikgeschoss ganz bedachtsam ins Gesamtkonzept ein.

Von der Industriehalle zur Stadtlandschaft

Dass Büroarbeitsplätze in ehemaligen Industriebauten durchaus attraktiv gestaltet sein können, zeigen zahlreiche Beispiele. Diese zumeist sehr offen gehaltenen Lofts mit wenigen Arbeitsplätzen und reduzierter Möblierung konnten dem Vorhaben bei der Heidelberger Druckmaschinen AG jedoch nicht als Vorbild dienen. Denn mit einer Größe von 300 x 120 Metern, also 36.000 m² Grundfläche oder umgerechnet fünf Fußballfeldern spielt die mitten im Werksgelände liegende Halle in einer anderen Dimension.

Auf dieser Fläche ein weltführendes Innovationszentrum der Druckmaschinenbranche mit 1.000 Arbeitsplätzen für Forschungs- und Entwicklungsingenieure einzurichten, stellte daher eine besondere Herausforderung dar. Eine dezidierte Planung der raumphysikalischen Parameter Akustik, Licht und Klima zur Sicherstellung einer hohen Arbeitsplatzqualität waren somit vorrangige Planungsaufgabe. Parallel dazu gab es jedoch eine weitere spannende wie anspruchsvolle Aufgabe: die Konzern-Mitarbeitenden als künftige Nutzer des Objekts davon zu überzeugen, dass sie nicht in eine ausgemusterte Montagehalle abgeschoben werden, sondern dass sie Teil eines innovativen und einmaligen Vorhabens sein dürfen, welches ihnen herausragende Arbeitsbedingungen bietet. Und nebenbei mit jeder Menge Charme aufwartet, anstatt sich mit den Standards eines typischen Bürogebäudes zu begnügen.

Die Planungspartner congena und Renz Solutions entwickelten dazu gemeinsam ein Konzept, wie diese Herausforderung in den gegebenen Randbedingungen bewältigt werden konnte. So entstanden 16 Quartiere, die sich als Stadtlandschaft um einen zentralen Park anordnen. Jedes Quartier besteht wiederum aus einzelnen Häusergruppen, welche den Mitarbeitenden Heimat und Identifikation bieten. Baulich konnten diese Quartiere durch ein speziell entwickeltes Integralkonzept realisiert werden, bei dem alle Gewerke vom Doppelboden über das Deckensystem und die Wandsysteme bis hin zu allen technischen Gewerken wie Lüftung, Klima, Elektro, Akustik, etc. ineinander greifen und optimal aufeinander abgestimmt sind. Dadurch entstanden nicht nur große wirtschaftliche Vorteile gegenüber konventionellen Bauweisen, sondern auch eine hohe Flexibilität des Ausbausystems für spätere Veränderungen. So sind beispielsweise die meisten Wände lediglich ins Deckensystem eingesteckt und ermöglichen so minutenschnelle und zerstörungsfreie Umbauten unter vollständiger Wiederverwendung der vorhandenen Bauteile. Dies generiert nicht nur eine unerreichte Wirtschaftlichkeit für den gesamten Lebenszyklus der Immobilie, sondern unterstreicht ebenso den Anspruch der Nachhaltigkeit dieses besonderen Projekts – im Kleinen wie im Großen.

Die neue Produktionsstätte führt nicht nur die Fertigung von Werkteilen, Manufakturwerken und Gehäusen an einem Standort zusammen und verbessert so die Produktionsprozesse. Besucher können auch hautnah erleben, wie die Uhren entstehen. Die Architektur verkörpert dabei den Geist der Marke IWC mit den fünf Markenwerten (Engineered, Confident, Imaginative, Active, Responsible).

Gebaut wurde also kein herkömmliches Produktionsgebäude, sondern eine exquisite Manufaktur. Die Arbeitsplätze finden sich in großen, lichtdurchfluteten Hallen. Diese geräumigen Produktionsstätten erleichtern die Zusammenarbeit und können für künftige Herausforderungen in der Produktion auch flexibel angepasst werden.

Das Werk wurde als Sockelbau mit Glasscheiben und überhängenden Vordächern realisiert. Dank dem automatischen Verschattungssystem und der mathematisch berechneten Verkargung der Vordächer entstand so ein flexibel nutzbarer Raum mit viel Tageslicht, das jedoch nie blendet. Glasflächen mit schwarzen Profilen und weiße Vordächer schaffen einen Farbkontrast, wie man ihn auf vielen IWC-Zifferblättern findet. Der hölzerne Kern des Gebäudes und warme Steinböden vermitteln ein Gefühl von Wärme und Luxus. Das warme Herz der Manufaktur schafft Raum für Erfindungen und Innovationen. Es wird ummantelt von der kühlen, fast laborartigen Atmosphäre in den Produktionsräumen. Diese Gegenüberstellung drückt die Essenz von IWC aus.

Zentral waren die Nachhaltigkeitsaspekte: Die komplexe Technik am Dach ist kaum sichtbar ist. Weite Bereiche nimmt eine Photovoltaikanlage ein, die einen großen Teil der benötigten Energie bereitstellt. Der hohe Energiebedarf wird weiter über Wärmerückgewinnung aus Luft und Wasser sowie durch die Nutzung des Grundwassers für Kühl- und Heizzwecke gedeckt. Alle wärmedämmenden Maßnahmen orientieren sich am Minergie-Standard.

Das IWC-Manufakturzentrum wurde von ATP mittels eines detaillierten digitalen Gebäudemodells mit Building Information Modeling (BIM) geplant. Diese Methode bildet Bauwerke anhand eines detailgetreuen digitalen Gebäudemodells mit allen relevanten Informationen in einer Datenbank ab. Dieser digitale Zwilling wird über den gesamten Planungsprozess von allen Projektbeteiligten mit Informationen angereichert und unterstützt so eine bessere Planung, Ausführung und spätere Bewirtschaftung des Gebäudes.

Die Kiesel GmbH ist ein Großhändler für Bau-, Umschlag- und Gebrauchtmaschinen, Exklusivpartner von Hitachi, Bell und Tobroco Giant in Deutschland und Österreich sowie von Fuchs in 17 Ländern Europas. Kiesel beschäftigt rund 900 Mitarbeiter an 37 Standorten in Deutschland (europaweit ca. 1.000 Mitarbeiter).

Aufgabe

Die Entwurfsaufgabe bestand darin, ein „Baumaschinen-Technikzentrum“ mit unterschiedlichen Nutzungs-anforderungen zu entwickeln.

Die zu realisierende „Kiesel Technik Welt“ sollte Zentrum der Bau- und Umschlagmaschinenbranche für Aus- und Weiterbildung, Test und Training, Vorführungen, Seminare und Ausstellung in einem werden. Ergänzt wird dieses Forum mit Räumlichkeiten für Verwaltung und Gastronomie. Besondere Herausforderung hierbei war das zur Verfügung stehende, begrenzte Budget.

Die Hersteller der Bau- und Umschlagmaschinenbranche sowie deren Verbände und ihre Mitglieder können nun die Kiesel Technik Welt als Plattform für sich nutzen.

Lösung

Unser Vorschlag zur Kiesel Technik Welt verfolgt eine „Alles-unter-einem-Dach“ Lösung, die in einem pavillonartigen Gebäude alle geforderten Nutzungsarten unterbringt. Auf eine materialgerechte und zeitlose Architektur wurde großer Wert gelegt.

Eine umlaufende Glasfassade ermöglicht den notwendigen Bezug von Innen- und Außentätigkeiten, wie Bagger-vorführungen-/ Schulungen sowie ganzjährig nutzbare Ausstellungsflächen. Ganz besonders wichtig ist die spezielle Gestalt des Hauses, da sie den, bis zum Zeitpunkt der Bebauung beliebigen Ort, städtebaulich neu markiert und dadurch eine eindeutige Adresse definiert.

Zum einen war elementar, eine klare räumliche Trennung zu erreichen – bei maximaler Transparenz und gemeinschaftlichem Arbeiten. Zum anderen sollte das Projekt eine besondere kreative Note bekommen – bei gleichzeitig begrenztem Baubudget und maximaler Kostensicherheit.

Hierzu wurde durch die Bauherrn zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Firma projekt holzbau immobilien aus Bissingen einbezogen. Einem Generalübernehmer welcher den Baustoff Holz in und auswendig kennt.

Der daraus entstandene Entwurf spiegelt die Kreativität aber auch Geradlinigkeit der Arbeitsweise aller drei Firmen wieder und unterstreicht durch die verwendeten Baumaterialien (vornehmlich Holz) in großteils sichtbarer Ausführung und Installation sowie eine gestalterisch klare Sprache die innovative Kraft der Bauherrn bei verantwortungsvollem Umgang mit Budgets. Schwarz als dominierende Farbe war von Anfang an gewünscht.

Das zweigeschossige Bürogebäude mit Werkhalle ist als Holzbau in Fertigteilbauweise auf einer Betonbodenplatte errichtet. Die Tragkonstruktion der Halle besteht aus Leimbindern mit Holzstützen. Eine Aufstockung des Bürogebäudes um ein weiteres Stockwerk ist möglich!

Bei der Gestaltung der Grundrisse und Baukörper wurde durchgehend darauf geachtet eine Verbindung aller Arbeitsbereiche herzustellen. Daher reichen zum einen die Bürobereiche nahtlos in die Produktion bis hin zu einer von außen sichtbar übergriffigen Holzfassade der Verwaltung in die Hallenbereiche.

Die durch ihre schwarze Farbe und die einzigartig geschwungene Ausführung der Holzfassade auffällig aber doch zurückhaltend gestaltete Fassade soll ein Zeichen setzen und gleichzeitig den kreativen und innovativen Anspruch der drei Firmen nach außen sichtbar machen. Kurz: Architektursprache in Schwarz mit auf die Kontraste Stahl, Glas, Holz, Beton reduzierte Materialität.

Bereits ohne Anrechnung der PV-Anlage liegt der Primärenergiebedarf des Gebäudes 15-20% unter EnEV-Anforderung, u. a. auch durch die sehr guten U-Werte der Holzkonstruktion.

Der verwendete Baustoff Holz bietet mit dem kompakten Grundriss eine sehr geringe Differenz von BGF zu NF – das heißt eine extrem effektive Ausnutzung der Flächen. Die Gesamtbauzeit betrug 8 Monate.

Der Entwurf verfolgt das ‚Haus im Haus’ Prinzip, wobei für beide Baukörper unterschiedliche Materialien gewählt wurden.

Der zweigeschossige Einbau beinhaltet im Erdgeschoss die Büro- und Sozialbereiche der angestellten Mitarbeiter sowie die Schweiß- und Elektrowerkstatt. Im von außen separat erschlossenen Obergeschoss des Kopfbaus wurden ein Aufenthaltsraum, die Sanitärräume für die Soldaten und der zentrale Hautechnikraum angeordnet. Im zweigeschossigen Hallenteil befinden sich die Lagerbereiche.

Konstruktion

Das Gebäude wurde in Holz- Ständerbauweise errichtet. Alle Außenwände wurden in 1,875m breiten und gebäudehohen Wandstreifen elementweise vorgefertigt. Die raumseitig sichtbare Verkleidung der Wände und der eingestellte Beton– Kopfbau dienen der Horizontalaussteifung.

Wände, Hülle

Die Außenwände wurden mit hinterlüfteten weißen Faserzementtafeln im Regelformat 125cm x 300cm verkleidet. Die Wandflächen wurden mit einem Ständerabstand von 62,5cm errichtet. Die Zwischenräume der Holzständer wurden mit 20cm Mineralwolle kerngedämmt, die Innenseiten mit 21mm starken 3-S Tafeln aus Fichtenholz verkleidet. Nach außen wurden die Ständer mit einer 16mm starken bituminierten Weichfaserplatte verkleidet.

Dach

Das Dach wird von schmalen Holzrippen aus BSH in den Abmessungen 8 x 24cm getragen. Die Dachfläche besteht aus im Innenbereich sichtbaren, 32mm starken 3-S Platten aus Fichtenholz. Die Dachdämmung besteht aus Mineralwolle und einer Abdichtung aus Bitumenbahnen.

Energie

Da in der Liegenschaft keine Erdgasversorgung vorhanden ist, wird das Gebäude durch einen stationären Erdöltank versorgt. Der Hallenbereich wird über Deckenstrahlplatten, die übrigen Räume durch Röhrenradiatoren beheizt. Auf dem Dach wurde eine Solarthermieanlage installiert, welche die Erwärmung der Heizung und des Brauchwassers solar unterstützt. Im Aufenthaltsraum wurde eine dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung vorgesehen. Der Wärmebedarf des Gebäudes unterschreitet die Forderungen der EnEV 2009 für ‚Nicht- Wohngebäude’ um 12%.

Die LEWA GmbH ist Hersteller von Dosier-Membranpumpen, Prozesspumpen sowie kompletten Dosiersysteme und -anlagen. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren vom reinen Technologie- zum Lösungsanbieter entwickelt. Im Zuge der Neustrukturierung des LEWA Werksgeländes in Leonberg ist der Neubau von Werkhalle 5, Hochregallager, zentralem Wareneingang und zugehörigen Büroflächen ein wichtiger Baustein für eine Aufwertung der Produktions- und Verwaltungsstrukturen.

Geschickte Verteilung

Die parallele Positionierung zur bestehenden Werkhalle 3 bietet eine optimale Flächenausnutzung des östlichen Produktionsbereichs. Mit der Schaffung eines zentralen Wareneingangs an der Ulmer Straße entspannt sich die kritische Andienung der bisherigen Annahmestellen. Er bedient die Schnittstelle von Lagerfläche und Produktion, hierdurch werden kurze Wege geschaffen und interne Abläufe optimiert. Das Zwischengeschoss mit der Qualitätssicherung schafft räumliche Nähe zum Wareneingang, ohne wichtige Logistikflächen rund um die Warenannahme zu blockieren, eine Voraussetzung für ein handlungsfähiges Funktionieren auch über das prognostizierte Wachstum hinaus.

Um einen flexibel nutzbaren Innenraum der Werkhalle zu ermöglichen sind produktionsbedingte Nebenräume, wie Lackiererei und Prüfstandstechnik seitlich an der Schnittstelle zur bestehenden Werkhalle 3 angelagert. Dies setzt das Prinzip der bestehenden Hallenstruktur fort, entwickelt es weiter und schafft gleichzeitig wichtige Redundanzen für die Produktionsbereiche. Durch das Aufgreifen von vorhandenen Strukturen und Materialen wird aus Bestand und Neubau funktionell und städtebaulich eine Einheit geschaffen.

Die Einführung der Fließproduktion ermöglicht der LEWA GmbH den Wettbewerbsvorteil einer deutlich schnelleren Produktion, gleichzeitig können die Flächen auch konventionell als „fallback“-Option genutzt werden.

Kurze Wege

Angelagert an die Werkhalle 5 befinden sich die produktionsnahen Büros. Eine Kommunikation auf kurzem Wege wird gezielt gefördert. Der Bürobereich des Versands z.B. hat sein direktes Pendant am westlichen Ende des Hallenbereichs. Neben den Büroräumen für leitende Angestellte befinden sich außerdem Pausenräume sowie Einrichtungen der Ersten Hilfe im Büroriegel. Umkleidebereiche im Untergeschoss können von den Mitarbeitern der Produktion ebenfalls auf kurzem Wege erreicht werden. Wegen der zentralen Lage an der Ulmer Straße sind die Umkleiden auch von Mitarbeitern nutzbar, welche den Arbeitsweg mit dem Fahrrad bestreiten.

Fassade

Die Außendarstellung der Bürobereiche hebt sich von der Optik der Produktionshalle ab, greift aber die vertikale Struktur der Doppelstegfassade wieder auf. Die moderne Fassadengestaltung mit raumhohen Glaselementen dient der optimalen Belichtung der nach Nord-Westen orientierten Büros und spiegelt gleichzeitig den Anspruch einer auf ihrem Gebiet weltweit führenden Firma wider.

Werkhalle, Lager und Wareneingang

Kurze Wege garantieren optimale Produktionsabläufe zwischen Warenannahme und Qualitätssicherung sowie den Flächen für Produktion und Lagerung. Die Anlieferzone im Osten des Geländes bedient direkt den Wareneingang, von dem aus die Güter direkt zur Qualitätssicherung (Zwischengeschoss), zum Lager (Süden) und zu den Produktionsflächen (Westen) weitergeleitet werden können. Im Norden grenzen die produktionsnahen Büros an.

Energiekonzept

Für die Wärmeversorgung der neuen Werkhalle 5 und Werkhalle 6, der neuen Lackieranlage und weitere geplante Gebäude wurde im Untergeschoss der Werkhalle 5 eine Energiezentrale geplant. Für den ersten Bauabschnitt erfolgt die Wärmeerzeugung mit 2 Gasbrennwertkesseln und einem BHKW. Für eine Erweiterung ist Platz für einen weiteren Gasbrennwertkessel und ein weiteres BHKW eingeplant. Der regenerative Anteil für die beiden Neubauten (Werkhalle 5 + 6) gemäß EEWärmeG wird von dem erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerk erbracht. Durch die Integration des BHKW wird zugleich die EneV um mindestens 15 % unterschritten. Die Beheizung der Werkhalle 5 und der Werkhalle 6 erfolgt über eine Betonkerntemperierung (Industriefußboden-heizung), die Bürospange wird über eine Fußbodenheizung beheizt.

Die Bauaufgabe war eine möglichst flexible Halle in wirtschaftlicher Bauweise und dennoch hohem energetischen Standard zu errichten.

Die Lager- und Logistikhalle erweitert den bestehenden Betriebshof der Spedition Hamprecht und schließt den Ortsrand von Kemmeten städtebaulich nach Süd-Westen ab. Der vorgeschriebene Abstand zwischen Baukörper und Landesstraße wird durch den ca. 20 m tiefen Verladehof genutzt.

Das Bestandsgelände wies einen Höhenunterschied von ca. 10 m auf eine Länge von ca. 150 m auf. Durch die intensiv abgestimmte Planung der Höhenlage konnte ein Massenausgleich zwischen Aushub und Anschüttung erreicht werden und es musste weder Fremdmaterial bezogen noch Erdmaterial entsorgt werden. Dies schaffte die Basis für eine wirtschaftliche Umsetzung des Vorhabens.

Die Ausbildung des Baukörpers folgt dem wirtschaftlichen Ansatz. Die Büroflächen wurden über den Verladerampen angeordnet und entsprechen im Obergeschoss der notwendigen Fläche des Verladebereichs im Erdgeschoss.

Der Baukörper wurde durch zwei kontrastierende Grautöne horizontal gegliedert. Das Dachtragwerk ist so in seiner Höhe nach außen hin ablesbar. Der helle Grauton verschwimmt mit den Himmelsfarben. Der dunklere Grauton findet sich in der Fernwirkung der dahinter liegenden Wälder der Hohenloher Ebene wieder.

Die Hallenkonstruktion erfolgte in Stahlskelett Bauweise. Der Verladebereich mit insgesamt 18 Verladerampen wurde im Erdgeschoss mit gedämmten Stahlbeton Sandwichpaneelen errichtet. Die Lagerfläche mit einer Länge von ca. 105 x 72 m wird nur durch eine Mittelstützen Reihe getrennt. In der Mittelstützreihe wurde zusätzlich durch entsprechende Wechsel auf jede zweite Stütze verzichtet.

Die Dachbinder überspannen so jeden der beiden Hallenteile ca. 52 m stützenfrei und bieten eine maximal flexible Lagerfläche. Die Lagerguthöhe von 8.00 m erforderte den Einbau einer Sprinkleranlage. Durch diese Kompensation konnte der Stahlbau in der Brandschutzqualität F0 errichtet werden.

Die Fassade besteht aus 140 mm starken PU Sandwichpaneelen (WLG 024). Die Dächer wurden mit 200 mm Mineralwolle (WLG 040) gedämmt. Durch die thermisch sehr gute Gebäudehülle in Verbindung mit einer innovativen Haustechnik konnte der KfW Standard 70 erreicht werden.

Der Lagerbereich wird durch eine 200 m² großes Solar-Luftsystem an der Südfassade mit kostenloser Sonnenenergie versorgt. Die durch die Sonne erhitzte Luft in den Solarpaneelen wird durch Einzellüfter angesaugt und in die Halle eingeblasen. Zwei Ventilatoren mit knapp 5m Durchmesser sorgen für eine Luftumwälzung von bis zu 200.000 m³/h.

Der Kommisionierbereich wird durch sechs Dunkelstrahler für die kurzfristige Lufterhitzung versorgt. Die Bürobereiche werden über Deckenkassetten beheizt bzw. gekühlt. Versorgt werden diese durch eine Gasmotorwärmepumpe mit 65 KW Heiz- und 56 KW Kühlleistung.

Das gesamte Gebäude ist so konzipiert dass die Büroflächen und die Lagerflächen an bis zu vier verschiedene Nutzer vermietet werden könnte. Dies wird durch eine durchdachte Erschließung und Situierung der notwendigen Fluchttreppenhäuser erreicht.

Nutzflächen: ca. 9.500 m² Lager, ca. 500 m² Büro
Lagerguthöhe: 8.00 m lichte unter Dachtragwerk
BGF: ca. 9.750 m²
BRI: ca. 96.500 m³
Grundfläche: ca. 105 x 82 m

MC Bauchemie aus Bottrop lobte als eines der weltweit führenden Unternehmen für Beton und Betonrezepturen im Herbst 2014 einen Architektenwettbewerb aus, der eine Werkserweiterung mit den Themen Büro und Logistik zum Inhalt hatte. SSP ging als Sieger hervor. Die Begründung der Jury zielte sowohl auf die Komposition des gewählten Baukörpers, der Anordnung des Office als „Krone“ als auch auf die vorgeschlagene Farbe und Materialität ab. Das Konzept, das bis Ende 2018 fertig umgesetzt wurde, sieht die Verwendung von carbonverstärktem und grau eingefärbtem Beton vor (Beto-Shell). Das Besondere: die gelochten dünnen Platten, die den Logistikflächen im 1. OG Licht geben, sind Fertigungen mit Einzelzulassungen. Die Rezeptur von MC Bauchemie, die Elemente-Fertigung der Firma Hering, die Montage der Gesamtfassade durch die Firma Hölscher gingen mit der architektonischen Planung von SSP auf vorbildliche Art und Weise Hand in Hand. Die Innenräume sind als moderne und zukunftsorientierte Kommunikationsbüros umgesetzt und die Behaglichkeit der Räume werden durch den Einsatz von Heiz-/Kühl-Deckensegeln, einer mechanischen Be- und Entlüftung sowie mit ergonomischen Büromöbeln erfüllt.

Die Messehalle 10 (Paul-Horn-Halle) komplettiert das bislang asymmetrische Ensemble der Neuen Messe Stuttgart, direkt gegenüber dem Stuttgarter Flughafen, die 2007 in Betrieb genommen wurde. Der Neubau, dessen Mittelschiff von 68 Meter langen Holzleimbindern überspannt wird, bietet eine Ausstellungsfläche von ca. 14.500 qm. Mit seiner Form entwickelt er die Silhouette der bestehenden Messehallen weiter.

Die besondere Herausforderung des Entwurfs bestand darin, eine Messehalle zu planen, die den geschwungenen Charakter und die Maßstäblichkeit zu den bestehenden Hallen der Stuttgarter Messe aufgreift, jedoch in ihrer Dimension weder die einer Standardhalle (10.500 qm) noch die der Hochhalle (20.900 qm) besitzt. Aus dieser Startposition entwickelten wir das Konzept der dreischiffigen Messehalle mit einem markant geschwungenen Dach über dem Mittelschiff, das in Holz ausgeführt wurde. Die Größe des Mittelschiffs übernimmt dabei die Maßstäblichkeit der Standardhallen.

Der Entwurfsgedanke aus dem Wettbewerb im Jahr 2000, auf der Nord- und Südseite die gleiche Hallenanzahl zu realisieren, wurde somit zu Ende geführt. Mit der Erweiterung wurde auch der Westeingang aufgewertet, der beim Bau der Neuen Messe nur als Provisorium konzipiert war. Diesem vorgelagert entstand nun eine neu gestaltete Plaza, die Anschluss an die Stadtbahnlinie U6 erhalten soll.

Das mittelständische Unternehmen MetaLine ist auf die Weiterentwicklung, Vermarktung und Anwendung von synthetischen Reparatur- und Beschichtungswerkstoffen spezialisiert. Aufgrund des Wachstums wurde ein moderner, repräsentativer Erweiterungsbau an das Bestandsgebäude angeschlossen.

Klare Architektursprache

Der rechteckige, zweigeschossige Baukörper ist auf dem Firmengelände in südlicher Richtung an das Bestandsgebäude angeschlossen und über einen gläsernen Verbindungsgang verbunden. Eine hellbraune Keramikfassade strukturiert mit rechteckigen, vertikalen Tafeln das Gebäude. Durchgehende und an der Südseite bodentiefe Fensterbänder schließen sich im 1. Obergeschoss bis zum gebogenen Dach an und schaffen eine helle Raumumgebung. Mitarbeiter und Gäste kommen über einen offenen und weitläufigen Außenbereich in eine einladende, überdachte Eingangssituation. Klar getrennte Nutzungsbereiche strukturieren das Gebäude.

Vielfältiges Raumprogramm

Die Erweiterung gliedert sich in die Nutzungsbereiche Werkhalle und Verwaltung. Neben dem repräsentativen Empfangsbereich befinden sich im Erdgeschoss eine Werkstatt, die Technikräume sowie eine hauseigene Ausstellungsfläche für Produkte und Anwendungsmöglichkeiten. Über ein Treppenhaus mit schwarzem Naturstein werden die vier Büroeinheiten der Verwaltung erreicht. Eine angenehme Arbeitswelt entsteht durch den hohen Tageslichtanteil und die in der gebogenen Gipsdecke integrierten Akustikelemente. Eine verstärkte Geschossdecke ermöglicht im 1. Obergeschoss die Unterbringung einer privaten Oldtimersammlung.

Individualität

Das Gebäude überzeugt nicht nur aufgrund der klaren Architektur, sondern besonders durch die vielen individuellen Akzente. Einzelne vertikale Fenstergitter durchbrechen die einheitliche Fassadenstruktur. Im Außenbereich platzierte Skulpturen, die Grünanlagen und Erholungsbereiche erzeugen einen repräsentativen Firmensitz. Die Ausstellungsflächen im Erdgeschoss sowie die Oldtimersammlung im 1. Obergeschoss bieten Gästen auf beiden Etagen interessante Raumnutzungen. Eine auf dem Dach realisierte 700 m2 große Photovoltaikanlage, eine passive Kühlung und eine Geothermieanlage machen die Erweiterung CO2-neutral.

Auf dem Grundstück entlang der Hermann-Mitsch-Straße in Freiburg entstand ein Multifunktionsgebäude für das Autohaus Märtin. Das Grundstück hat eine Größe von ca. 15.000 m² und ist dreiseitig erschlossen.

Das Gebäude besteht aus zwei gegeneinander verschobenen kubischen Riegeln, sowie einem separaten Baukörper als Räder-Lager und einem Parkdeck zur Unterbringung der Neuwagen. Im nördlichen Teil des Gebäudes sind im Erdgeschoss die Ausstellungen von BMW und Mini untergebracht. An der Trennwand zum rückwärtigen Werkstattgebäude hängt ein Galeriegeschoss mit Büroräumen. Im südlichen Gebäuderiegel finden sich außer der Werkstatt, das Teilelager, verschiedene Serviceflächen sowie Sozialräume. Im Obergeschoss befindet sich größtenteils eine Multifunktionsfläche, die gemäß den Vorstellungendes Bauherrn sowohl als Büro- und Konferenzbereich (auch Drittnutzer/Mieter) als auch als Garage für „Sonderfahrzeuge genutzt wird. Im Untergeschoss befinden sich eine Tiefgarage mit Stellplätzen für die Mieter im Gebäude, Arbeitsplätze für die Fahrzeugaufbereitung und die Fahrzeugauslieferung bzw. die Gebrauchtwagen-Ausstellungsfläche (Tiefhof).

Der im Sommer 2018 unter Moderation von Barbara Schöneberger eröffnete Neubau ist ein gelungenes Beispiel für die enge und intensive Zusammenarbeit in anspruchsvollen Aufgaben mit unseren oftmals privaten Bauherren.

Vor 20 Jahren entwickelte Frank Herzog, der Erfinder des LaserCusing-Verfahrens, seinen ersten Prototypen und gründete das Unternehmen Concept Laser. Seit Dezember 2016 ist dieses Teil von GE Additive, einer Division des weltweit führenden digitalen Industrieunternehmens General Electric, und ist einer der weltweit führenden Anbieter von Maschinen und Anlagentechnik für den Metall-3D-Druck. Auf den von Herzog entwickelten Maschinen werden Triebwerk- und Turbinenteile für Flugzeuge, Motorenkomponenten für Kraftfahrzeuge oder zahnmedizinische Implantate gedruckt.

Auf 11,4 Hektar Gelände entsteht mit insgesamt ca. 42.200 m² der neue 3D-Campus. Dieser wird das weltweite Zentrum von General Electric für die Forschung, Entwicklung und Produktion von 3D-Metalldruckern. Der 3D-Campus ist insgesamt 420 m lang, 95 m breit und bis zu 22 m hoch. Direkt an der Autobahn gelegen bietet der neue Standort optimale logistische Voraussetzungen. Der Neubau besteht aus einem spitzwinkeligen Bürogebäude mit Schenkellängen von 180 und 130 Metern, sowie einer in diesen Winkel eingebetteten Produktionshalle mit 280 m Länge und 56 m Breite. An der Westseite schließt eine Parallelogramm-förmige Technik-Zentrale (Powerhouse) mit einer Überdachung der Pforte (Dach ca. 49 x 24 m) die Bebauung ab. Die Produktion ist an zwei Stellen über Verbindungsgänge an die Verwaltung angedockt.

Da sich das Gebäude im Schwemmgebiet des Obermains befindet, besitzt der Untergrund nur eine geringe Tragfähigkeit. Die Bodenplatte der Produktion wurde als Decke ausgebildet, die auf einem Trägerrost aufliegt. Dieser wird wiederum auf fast 500 Bohrpfählen abgelastet. Der Baugrund befindet sich außerdem auf historischem Gebiet, dort lebten einst die Kelten. Tatsächlich wurden Siedlungsreste aus verschiedenen Epochen – von der Bronzezeit bis zum Spätmittelalter – entdeckt. 400 m neben den Siedlungsresten legten die Archäologen zudem eine „kleine Grabgruppe“ frei. Einen besonderen Fund stellte ein 4.500 Jahre altes Körpergrab aus der „Glockenbecherzeit“ dar: Es belegt, dass rund 1.500 Jahre vor der Urnenfelderzeit bereits Menschen im Raum Seubelsdorf lebten.

Der neue Gebäudekomplex ist auf bis zu 700 Arbeitsplätze ausgelegt. Zuerst werden die rund 450 Mitarbeiter, die zurzeit noch in 21 verschiedenen Gebäuden arbeiten, an einem Standort vereint. Der Verwaltungsteil des 3D-Campus wird 2021 in Betrieb genommen.

Gemäß amerikanischem Standard läuft der komplette Zugang über die Pforte, die rund um die Uhr besetzt ist. Sowohl Besucher als auch Zulieferer melden sich hier an und werden in einem separaten Schulungsraum eingewiesen.

Die Produktion, gegliedert in zwei Hallenschiffe und einen mittigen Spine, besteht aus Stahlfachwerkträgern mit darüberliegendem akustisch gelochten Trapezblech. Metallkassetten mit vorgehängter Metallfassade aus individuell gekanteten Blechen sowie eine Pfosten-Riegel-Fassade und das Foliendach bilden den räumlichen Abschluss der Produktion. In südöstlicher Richtung ist ein uneingeschränkter Blick auf den oberfränkischen Gottesgarten mit der Basilika Vierzehnheiligen möglich.

In der untersten Ebene des Spine befinden sich dort, in unmittelbarer Nähe zu den Montagebereichen, produktionsnahe Büros, Besprechungsräume und Teeküchen für die Mitarbeiter der Produktion. Im 1. Obergeschoss sind die Sozialbereiche angeordnet. Umkleiden, Duschen, Toiletten sowie weitere Teeküchen, ein Game Room und Pausenräume sind ebenfalls dort zu finden. Die oberste Ebene des Spine ist reine Technikfläche. Hier erfolgt die Verteilung aller Medien zwischen Power House, Produktion und Verwaltung. Jede zweite Hallenstütze dient als Mediensäule und Anschlussmöglichkeit für Maschinenmontageplätze.

Auf einer Nutzfläche von fast 18.200 m² bietet die neue Produktionshalle ausreichend Platz für Montagearbeitsplätze unter modernsten Bedingungen. Alle Hallenbereiche sind mit großen Krananlagen mit 20 Tonnen Traglast ausgestattet. Weiterhin erleichtern Konsolkräne mit 1,6 Tonnen Traglast die tägliche Arbeit. In einem separaten Hallenteil kann die Abteilung „Research & Development“ die zukünftigen Produkte des Unternehmens weiterentwickeln und testen.

Eine integrierte Kalthalle ermöglicht witterungsunabhängig Be- und Entladevorgänge der LKWs. Die Krananlagen der Produktionsbereiche können durch Kranklappen auch diesen Bereich anfahren und beispielsweise fertig montierte Maschinen direkt auf das Fahrzeug zum Abtransport absetzen. Des Weiteren ermöglichen vier Verladerampen mit Unterfahrt mühelose Ladevorgänge von Fahrzeugen.

Das Powerhouse liefert die Technik für den gesamten 3D-Campus und ist über eine Medienbrücke mit dem restlichen 3D-Campus verbunden. Der Wärme-Kälte-Verbund besteht aus drei Stufen. Die erste Stufe beinhaltet eine reversierbare Wärmepumpe für Niedertemperaturwärme von 45/35°C. Die Primär-Wärmequelle ist die Maschinenabwärme aus der Produktion, die Abwärme aus dem Produktionsprozess wird voll ausgenutzt. Die Sekundär-Wärmequelle ist die Außenluft bis +6°C (Nutzung von Umweltenergie). Die Wärmepumpe besitzt im Heizfall eine Leistung von 1.200 kW. In der zweiten Stufe wird die Abwärme aus der Drucklufterzeugung mit Hochtemperaturwärme 70/50°C genutzt. Damit wird das Warmwasser für die Sozialräume und die Küche erzeugt. Es werden Lastspitzen im Heizfall abgedeckt. Diese Stufe wird bei Ausfall der Wärmepumpe überflüssig. Die Leistung aus der Abwärme beträgt 240 kW. Die dritte Stufe besteht aus einem Gasbrennwertkessel mit Hochtemperaturwärme 70/50°C und deckt im Heizfall die Spitzenlast ab, was zu einer Redundanz von Stufe 1 und 2 führt. Die Leistung beträgt 2.000 kW.

Auch die Kälteerzeugung erfolgt dreistufig. Stufe 1 beinhaltet Free Cooling für Maschinen und die Raumkühlung sowie eine Adiabate-Kühlung über Rückkühler. Die Leistung beträgt bis zu 3.000 kW. Stufe 2 kühlt durch den Entzug von Wärme über die reversierbare Wärmepumpe bzw. Kältemaschine. Bei gleichzeitiger Erzeugung von Wärme wird eine Kälteleistung von 1.200 kW erzeugt. Stufe 3 erzeugt Kaltwasser mit gleitender Kaltwassertemperatur mit einer Leistung von 2.400 kW.

Raumlufttechnische Anlagen für die Produktionshalle zur Deckung des hygienischen Außenluftwechsels und zur Wärme und Schadstoffabfuhr sind installiert. Die Wärmerückgewinnung der Abwärme aus der Produktion beträgt 75 – 80 % über Wärmeräder. Die Beheizung der Produktionshalle erfolgt mit Niedertemperatur 45/35°C über Betonkernaktivierung der Bodenplatte.

• Ca. 1500qm Büro-/ Produktionfläche
• Sichtbetonfertigteile (HG), Holzrahmenbauweise (EG)
• Holz-Pellett-Heizung, PV-Anlage, Lüftungsanlage, Betonkernaktivierung/ Fußbodenheizung

Das Gebäude gliedert sich klar in zwei Bereiche und spiegelt dies auch offen nach außen in der gestalterischen Konzeption wieder. Die Trennung der Funktionsbereiche (Büro/ Produktion) sind in Material und Erscheinung deutlich ablesbar. Ein klares, effizientes und dennoch hochwertig anmutendes Gebäude war die Grundlage der Gestaltung.

Die Konstruktion baut sich in zwei Bereiche als Hybrid auf. Auch durch die starke Topografie, sehr unüblich für Industriegebiete bildete sich schnell die Hybridvariante als sinnvoll ab. Das Hanggeschoss in Massiver und sehr roher Bauweisen aus zweischaligen Betonfertigteilen welche innen und außen sichtbar belassen sind. Auch die Bodenplatte wurde durch Betonkernaktivierung ausschließlich geschliffen und Wasserglasversiegelt und ansonsten roh belassen.

Dies bietet die optimale Gestalt in ökonomischer und ökologischer Sicht für die Produktion der ökologischen Sprühgeräte. Im ebenso barrierefreien Erdgeschoss, welches sich in Holzrahmenbauweise auf den Massiven Kern stülpt, befinden sich die Büroräumlichkeiten.

Das Gesamte Gebäude ist mit Fußbodenheizung versehen, welche durch eine Holz-Pelletheizung betrieben wird. Das große Flachdach wurde mit einer PV Anlage zum Eigenbedarf und zur Einspeisung versehen. Die hauseigenen Elektroautos werden mit dem eigens produzierten Strom beladen, wie auch die umfangreiche Lüftungsanlage des Gebäudes. Somit konnte nicht nur ein ökonomisch, sondern auch ein ökologisch funktionierendes Gebäude für diesen mittelständischen Betrieb errichtet werden.

Die Privatkellerei Rolf Willy hat ihren Ursprung und Firmensitz im Ortskern von Nordheim. Im Verlauf der Jahre, bedingt durch das stetige Firmenwachstum, bot das Grundstück innerhalb der Ortschaft keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr.

Es entstanden am Ortsrand von Nordheim, und heutiger Hauptsitz, nach drei Erweiterungen Flaschenlager, Barriquekeller, Kelterei und Flaschenabfüllung sowie die Verkaufts-, Büro- und Veranstaltungsräume. Aufgrund des stetigen Wachstums der Firma, im Jahr 2018 waren es ca. 2,5 Millionen verkaufte Flaschen, reichten die Kapazitäten nicht mehr aus.

Die Aufgabe war also ein Gebäude zu schaffen, dass genügend Platz für die neue Traubenannahme aus ca. 250 ha Rebfläche, die Weinbereitung und das Tanklager bot und vereinte. Entstanden ist ein Gebäude mit einem Bruttorauminhalt von 33.800 m³, sowie eine Nutzfläche von 4.600 m², die sich auf verschiedene Ebenen verteilen.

Funktion

Platz für den Neubau bot das gegenüberliegende Gelände mit 9 Meter Höhenunterschied, worin auch die Schwierigkeit bei der Entwurfsplanung gelegen ist.

Es entstanden 4 Ebenen, die den natürlichen Ablauf der Kelterei wieder spiegelt und für kurze Wege im Betrieb sorgen. So beginnt ebenerdig, auf oberster Ebene, die Traubenannahme gefolgt von der „gläsernen Produktion“ über Pressen und Tanklager bis zum Barriquekeller, intern erschlossen über einen Lastenaufzug.

Um den Neubau an den Bestand anzubinden war ein 70 Meter langer Tunnel erforderlich, der dazu diente, die Gebäude fußläufig und stufenlos zu verbinden und auch zur Leitungsführung zwischen den Gebäuden genutzt werden konnte.

Auf oberster Ebene entstand eine Veranstaltungslounge mit Dachterrasse mit einem herrlichen Blick über ganz Nordheim und die Weinberge.

Konstruktion, Gestaltung und Ökonomie

Die tragende Konstruktion besteht aus Stahlbeton. Maßgebend waren hier die hohen Lasten und die großen Raumhöhen, erforderlich für das spätere Einbringen der Edelstahltankanlagen.

Die Dachkonstruktion besteht aus Leimholzbindern aus natürlichem Material (nachwachsender Rohstoff), ausgerichtet in Nord-/ Südrichtung als Sheddach-Konstruktion, so dass hier eine blendfreie, natürliche Belichtung der Innenräume geschaffen wurde und gleichzeitig ein Richtung Süden ausgerichtetes Dach, welches ausreichend Fläche für die dort installierte Photovoltaikanlage geboten hat.

Die Fassadenverkleidung besteht aus wartungsfreien HPL-Platten welche durch verputzte Gebäudeteile aufgelockert wurde. Die Keltereitechnik wurde nach dem neuesten Stand der Technik eingebaut. U.a. wurde durch eine eigene Brunnenanlage mit Rückführung über einen Schluckbrunnen in das Grundwasser, das Kühlwasser für die großen Tanks generiert.

Die Fertigstellung der Baumaßnahmen war im Juli 2019, nach knapp zwei Jahren Bauzeit.

Die Fa. NUBERT electronics GmbH agiert weltweit als vielfach ausgezeichneter Entwickler und Hersteller von hocheffizienten und qualitativ absolut hochwertigen Lautsprechersystemen.

Projektstart

Als wir mit dieser interessanten Aufgabe betraut wurden, beginnt parallel zum Projektstart im Büro auch sofort die Überlegung und das Eruieren, welche weiteren „üblichen Verdächtigen“ zur Durchführung eines Projektes dieser Größenordnung erforderlich werden und wer Interesse an der Mitwirkung bekundet- immer im Sinne der Bauherrschaft, als deren Vertreter man als beauftragter Planer agiert. Im Klartext heißt das, nicht nur fachlich kompetente Partner auszuwählen, sondern auch solche, die immer das sinnvolle Kosten- Nutzen- Verhältnis vor dem immer bedeutender werdenden Hintergrund der „Nachhaltigkeit“ in Kombination im Auge haben.

Mit eingebunden wurden also neben der immer erforderlichen Tragwerksplanung auch die Fachplaner zum Thema Brandschutz, Energieberatung, PV-/ Solar, TGA Elektro sowie TGA H-L-S. In der Planungsabwicklung bedeutet es aber auch, zwischen den einzelnen Fakultäten dahingehend zu moderieren, dass aus den jeweiligen „Maximalforderungen“ immer ein vernünftiger Konsens bzw. Kompromiss erzielt wird, der ein in sich schlüssiges Gesamtkonzept am Ende des Tages ausweist. Soviel vorab.

Entwurf/ Städtebau

Die Form des Gebäudes ergab sich zum einen aus dem Zuschnitt des Grundstückes, welches in der Form eines Rechteckes aufgrund seiner Lage im ausgewiesenen Technik- Park Gmünd- West durch die Umrahmung der Erschließungsstraßen im Norden und Osten sowie der Hauptverbindung nach Stuttgart (B 29), zum anderen aus den inneren Firmenabläufen heraus- das klassische „Form- follows-Function“ also…

Im Bereich der Hauptzufahrt Ecke Nubert- Straße/ Konrad- Zuse- Straße sollte dementsprechend ein markanter Punkt gesetzt werden- das wurde in Form des etwas vorgelagerten Empfangsbereiches mit übergeordnetem Kunden- Hörraum, erschlossen durch gefälligen Treppenaufgang zur vorgelagerten, verglasten Galerie…

Zur öffentlichen Seite hin wurde die Verwaltung (Richtung Nord) sowie die Entwicklung (Ost) über den im Erdgeschoss befindlichen Abwicklungsbereichen wie Wareneingang/ Kontrolle/ Reparaturen etc. gesetzt- somit also zweigeschossig und durch längsorientierte Glasflächen mit Brüstung ind den Fassaden gestaltet. Im rückwärtigen Bereich dahinter wurde die eingeschossige Lager-/ Versandhalle situiert, jedoch aufgrund der benötigten Lagerkapazitäten in derselben Höhe wie die beiden Riegel Nord/ Ost ausgeführt. Gedeckelt wird der Gesamtkomplex durch ein Flachdach, aus Brandschutzgründen in den jeweiligen Übergängen entsprechend getrennt.

Dachbegrünung wurde untersucht- am Ende des Tages war feststellbar, dass eine extensive Begrünung zwar „Grün“ ist, jedoch aufgrund der eher steppenartigen Bepflanzung lange nicht der Qualität einer intensiven Begrünung entspricht. Diese wiederum auszuführen widersprach zum einen der möglichen und zulässigen statischen Belastung des Tragwerks, zum anderen auch dem Vorhaben, bei gegebener Zeit das gesamte Flachdach mit PV-/ Solaranlagen nachzurüsten- die Anschlüsse hierfür wurden bereits bei Ausführung vorgesehen und mit verbaut.

Zur Reduktion des Energieaufwandes durch ständig betriebene Leuchtkörper zur Ausleuchtung der Flure im OG wurden in gewissen rasterabständen Oberlichtkuppeln gesetzt, die zum einen angenehmes Tageslicht einbringen und eben den Energieaufwand reduzieren helfen. In den Bürobereichen wie schon erwähnt finden sich in den Außenfassaden Glasfelder- innenliegende Büro-/Arbeitsräume zur Halle hin wurden vermieden- hier sind lediglich Nebenräume und zwei temporär zu nutzende Besprechungsräume untergebracht.

Ökonomie / Fassadentechnik

Fassadenausführung: Grundsätzlich vorgehen waren von vornherein Wärmedämm- Verbundsysteme, um dem Energieverlust als auch Energieeintrag mit dem Zwang zur Kühlung keinen Vorschub zu leisten. Die Fensterflächen wurden mit außenliegenden Alu- Raffstores (Außenjalousien) versehen, die entsprechend über Steuerungsanlagen/Windwächter bei eingestelltem Energieeintrag zufahren/Windaufkommen öffnen. Das kann hin und wieder etwas problematisch werden, da das eine das andere nicht unbedingt ausschließt.

Die Fassade der rückwärtigen Halle wurde im Anfahrtsbereich auf die Höhe von 2,50 m mit sog. Sandwich- Fertigteilen versehen- d.h. außen Stahlbeton 14 cm, dazwischen Dämmstreifen mit 8 cm und innen wiederum Stahlbeton mit 10 cm- ermöglicht durch reduziertes Hallen- Klima mit Temperaturreduktion auf 15 ° C. Die innenliegenden Tore sind daher neben den Brandschutztoren als Schnelllauftore ausgeführt und trennen die Bereiche ohne Komplikationen sauber voneinander ab.

Die über den Sandwich- Fassadenteilen im EG aufgehende weitere Hallenfassade wurde entsprechend den Vorgaben aus dem Konzept der Energieberatung ausgeführt- ursprünglich aus Gründen der „Nachhaltigkeit“ in der Fertigung als Blechkassetten- Wand mit Mineralwolle- Füllung und Innenkassette mit Sekundär-Stahlkonstruktions- Rahmen vorgesehen, ergab die Untersuchung entgegen den Erwartungen jedoch, dass sog. MICROLine- Fertigelemente (Schaumgefüllte Blechkassetten) wesentlich bessere Werte in der tagtäglichen Gebäudenutzung (Energieverlust/Energieeintrag) erzielen als das vorgenannte System.

Hier war im Hinblick auf Kosten abzuwägen bzw. gegenüberzustellen, wie sich der finanzielle Unterschied zwischen Herstell- Kosten/ Verkaufskosten der beiden unterschiedlichen Produkt-Systeme und dem aus dem zunächst simulierten Tagesbetrieb mit Energieverlust/ Energieeintrag auswirken würde- gewonnen hat eindeutig das System MICROLine.

Die energetische Untersuchung (Simulation) der Fassadenbereiche der Entwicklung (OG OST) als auch der Verwaltung (OG NORD) wies entsprechend ähnliche Ergebnisse auf- die Entscheidung war daher klar- Werte des Tagesbetriebes des Unternehmens klar im Vorteil gegenüber dem zunächst positiven Gedanken eines umweltverträglicheren Herstellungsgedankens.

Das gesamte Flachdach der Halle wurde in Form einer Trapezblechlage mit MW- Dämmung und Folienabdichtung ausgeführt- die später angedachte Aufstellung der PV-/ Solaranlage ist ohne weiteres möglich.

Ökonomie / Gebäudetechnik

TGA- ELT: Aus Gründen der Nachhaltigkeit wurden sämtliche Elektroleitungen in halogenfreier schadstofffreier Ausführung vorgeschrieben. Beleuchtungen über LED´s.

TGA- H-L-S: Ausführung des Heizkonzeptes wie folgt:
Automatischer Biomassekessel (Holzpellets) / zusätzl. Gas- Brennwert- Kessel modular regelnd zur Abdeckung der Lastspitzen
Gas- Brennwert- Gerät mit Trinkwasser- Ladespeicher für separate Hausmeister- Wohnung
Zu-/ Abluft nach entsprechenden Berechnungen der Fachplaner ausgeführt.
Konstruktion/ Tragwerk

Komplettes Gebäude als Stahlbeton- Skelettsystem/ Köcherfundamente mit StB- Trägern vorgespannt und vorgehängten Fassadensystemen entsprechend dem Beschrieb zuvor.

Vorhanden sind eine Produktionshalle mit gewölbten Jetdächern und eine Produktionshalle mit Flachdach. Der Abstand zwischen den bestehenden Hallen beträgt ca. 65m. Zwischen den bestehenden und den neuen Hallen befindet sich die Umfahrungs- und Abladefläche der Zulieferer. Die neuen Hallen sollen als Stahlkonstruktionen ausgeführt werden und sich jeweils der funktionalen Nutzungen entsprechen zuordnen

Planung von 2 Lager- bzw. Produktionshallen mit der Einfügung zw. die vorhandenen Produktionshallen. Die einzelnen Hallen sind aufgrund der Funktionalität den jeweils gegenüberliegenden vorhandenen Hallen mit Maschinenbau und Labortechnik zugeordnet. Der Hallenzugang 1 auf der Seite der Labortechnik und der Hallenzugang 2 befindet sich auf der Maschinenbauseite. Halle 1 umfasst neben der Hochregellagernutzung (Verschiebeschienenregal) eine Produktionsstätte. Die Produktionsfläche liegt auf der Nordseite der umläufigen Erschließungsstraße. Halle 2 wird als reine Lagernutzung mit Abstell- und Ladefläche für Gabelstapler konzipiert.

Baubeschreibung
Neubau von 2 Lagerhallen
Halle 1 Weiß Fläche ca. 945 m² Hallenhöhe 10,00 m
Halle 2 Anthrazit Fläche ca. 460 m² Hallenhöhe 7,20 m

Kubatur
Halle 1 9.450 m³
Halle 2 3.312 m³
Nutzungen:
Halle 1 Verschiebeschienenregale und Produktionsräume
Halle 2 Lagerhalle
Kosten:
Gesamtkosten Baukosten 2,21 mio. € bei 12.762 m³ mit 173 €/m³ incl. Ausbau Halle 1

Dachkonstruktion
Beide Hallen besitzen ein flachgeneigtes Foliendach mit 3° Neigung. Die Attika läuft in gleicher Höhe um die Dachflächen. Die Entwässerung erfolgt über eine innenliegende Unterdruckentwässerung.

Hallenkonstruktion
Stahlkonstruktion mit Aluminiumsandwichelementen 120 und 200mm

Belichtung
Die Hallen werden über ein Lichtband mit integrierten RWA´s in der Dachfläche belichtet. Weitere Hallenbelichtung erfolgt über die Eckverglasungen der Kuben.

Beleuchtung
Die Beleuchtung erfolgt über LED Lichtbänder

Beheizung
In den Hallen sind zentral Gasdunkelstrahler für die Beheizung der Hallen installiert.

Gestaltung
Die Hallen schaffen als klare Baukörper zwischen den vorhandenen Produktionsstätten einerseits eine Verbindung, welche die bestehende Architektur eingliedert, besitzen andererseits jedoch aufgrund ihrer zentralen Lage eine eigenständige Architektursprache. Dies betonen die einzelnen Baukörper, die sich aufgrund der räumlichen Anordnung und der farblichen Differenzierung klar von der nachbarlichen Architektur abheben. Die Kuben oder auch Würfel stehen zusätzlich durch ihre Farbgestaltung im Spannungsfeld zu einander und führen eine eigenständigen Insellage in dem gesamten Produktionsumfeld.
Die vorhandene, mittige Achse in den bestehenden Produktionsgebäuden

Bauherrschaft

Die Herrmann GmbH ist in den Tätigkeitsfeldern Zerspanungstechnik, Spritzgusstechnik, Kabel-konfektion und Baugruppenmontage stetig gewachsen. Um die wechselnden und sich verändernden Aufgabenbereichen des Unternehmens zukünftig bewältigen zu können war die Umsiedlung in eine neue, maßgeschneiderte Produktionshalle erforderlich. Besonderes Augenmerk beim Neubau war auf die Flexibilität der komplexen Herstellungsprozesse gerichtet.

Baukörper

Mit ihren quadratischen Maßen von 50 Metern Länge und Breite sowie einer Höhe von 13,5 Metern umschließt die Produktionshalle einen umbauten Raum von 34.000 Kubikmetern und bietet mit einem Seitengebäude eine Nutzfläche von 3.400 Quadratmetern. Dominiert wird der Gesamtbaukörper vom voluminösen Quader der Produktionshalle. Das an der Ostseite direkt angefügte, geschossweise abgestufte und turmartig auslaufende Nebengebäude ist von der Architektur und Nutzung bereits so konzipiert, dass es bei einer spiegelbildlichen baulichen Erweiterung als Achse und Gelenk für den späteren Gesamtkomplex dienen wird. Diese architektonische Funktion wird bereits jetzt von der Außenhaut betont, die sich mit puristisch grauen Sichtbetonflächen streng von der gerasterten Hallenarchitektur abgrenzt.

Konstruktion

Ein wertbeständiges Gebäude sollte der Neubau werden, mit einer effizienten Gebäudehülle und Gebäudetechnik nach dem KfW-55 Effizienzhausstandard. Als Basis der Gesamtfläche dient eine an der Oberfläche rohe und unbeschichtete, jedoch unterseitig gedämmte Industrie-betonbodenplatte. Ein Skelett aus eingespannten Stahlbetonstützen bildet die Tragkonstruktion, die in zwei Feldern von Stahlbeton-Dachträgern überspannt wird. Auf rund neun Metern Höhe laufen auf Konsolen zwei Portalkräne, die beim Wechsel von Produktionslinien die Installations- und Umsetzzeiten der Maschinen minimieren. Auch ein auf halber Höhe umlaufender Stahl-Wartungsgang dient der Effizienz betrieblicher Abläufe und gleichzeitig als zentrale Medientrasse in der Halle.

Fassadengestaltung

Im Vergleich zur formalen Zurückhaltung des Baukörpers spielen die Vorhangfassaden des Hallenquaders regelrecht mit ihrer eigenen Variabilität und mit der Geometrie des rundum nahezu geschlossenen Baukörpers. Im spannenden Wechsel von Rasterung und Farbigkeit nehmen die dadurch kleinteilig wirkenden Flächen dem großen Volumen die Massigkeit. Zugleich erhält jede einzelne Fassadenfläche und in deren Addition das gesamte Gebäude eine eigene hohe Gestaltungsqualität. Dabei sorgt eine um das Gebäude geführte horizontale Dreiteilung der Flächen für eine optische Reduktion der Gebäudehöhe. Diese Empfindung beruht auf betonten Einschnürungen durch Horizontalfugen, die mit der vertikalen Fassadenrasterung korrespondieren. Die Fassadenteilung in der Sockelzone markiert ein rund drei Meter hoch gezogener Sichtbetonstreifen, der in der Erschließungs- und Rückfassade zu einem Fensterband aufgelöst wurde.

Gebäudetechnik

Bei der Produktion kommt eine Vielzahl an hochmodernen Maschinen zum Einsatz, z. B. für spanende Bearbeitung, Kabelkonfektionierung oder Kunststoffspritzen. Die hierfür erforderliche Energie wird in Form von elektrischem Strom benötigt und letztendlich durch den jeweiligen Fertigungsprozess in Wärme umgesetzt. Die „Abwärme“ muss über Kühlsysteme abgeführt werden, um ein Überhitzen der Maschinen und Produkte zu vermeiden. Das heißt, zum einen fällt viel Abwärme an und zum anderen tut sie das auf einem moderaten Temperaturniveau zwischen 20 °C und 30 °C. Aus diesem Grund basiert das entwickelte Heiz- und Kühlkonzept auf zwei wesentlichen Prinzipien:

  1. In der Heizperiode wird möglichst viel „Abwärme“ aus Maschinenpark und Serverbetrieb über eine Wärmepumpe in das Heizsystem übergeführt und kann so weiter im Gebäude genutzt werden. Der hohe energetische Standard der Gebäudehülle unterstützt diese Systematik indem Wärmeverluste nach außen geringgehalten werden. Zusätzlich sind die Heizsysteme auf ein niedriges Temperaturniveau mit ≤ 40 °C Vorlauftemperatur ausgelegt, damit die Wärmepumpe möglichst effizient arbeitet und damit möglichst wenig Strom benötigt. Die „Abwärme“ aus den Druckluftkompressoren kann auf einem Temperaturniveau von 45 °C direkt genutzt werden.
  2. Wegen des hohen Temperaturniveaus der Maschinenkühlung sind auch die Klimakälteverbraucher, wie Flächenkühlsysteme (Industrieflächenkühlung, Fußboden-kühlung) und Lüftungsregister auf hohe Vorlauftemperaturen von 18 °C ausgelegt. Dies ermöglicht, dass alle Kälteverbraucher mit „natürlicher Kälte“ aus einem Brunnensystem und teilweise optional aus einem Verdunstungskühlturm versorgt werden können und keine weitere maschinelle Kühlung benötigt wird. Das Brunnenwasser ist dabei durch eine Systemtrennung mit Hilfe von Wärmetauschern vollständig vor Verunreinigungen geschützt.
    Die Lüftungs-, Kälte-, und Wärmeversorgungssysteme sind so konzipiert, dass sie möglichst wenig Verluste verursachen. So ist das Lüftungssystem mit runden Querschnitten geplant worden, da hier das Verhältnis von Reibungsfläche zu durchströmter Querschnittsfläche minimal ist und damit Reibung und Druckverlust niedriger sind. Und somit der Stromverbrauch der Lüftungsventilatoren reduziert wird. In den Kälte- und Wärmeverteilnetzen sind die Pumpen bedarfsgeregelt, um auch hier den Pumpenstromverbrauch niedrig zu halten. Zusätzlich führen die bereits genannten niedrigen Heizwassertemperaturen und die hohen Kaltwasser-temperaturen zu geringen Energieverlusten an die Umgebung.

Die Verteilsysteme der Versorgungsmedien wurden so geplant, dass sie eine möglichst flexible Gestaltung der Produktion bieten. So werden Klimatisierungskälte und –wärme über Flächen-temperiersysteme und die Lüftung eingebracht, damit keine weiteren, den Produktionsbereich beeinträchtigenden wartungsintensiven Übergabegeräte benötigt werden. Die Luftverteilung erfolgt von der Decke aus und die Auslässe sind auf mindestens 2,5 m Höhe angeordnet, um den Produktionsbereich nicht zu stören. Dabei handelt es sich um spezielle Verdrängungsauslässe, welche die kalte Luft während des Kühlbetriebs horizontal als Kaltluftsee abgeben, der dann langsam absinkt. Im Heizbetrieb wird die warme Luft vertikal impulsbehaftet nach unten abgegeben, sodass sich am Boden ein Warmluftsee bildet, der dann langsam aufsteigt. So werden auch Zugerscheinungen im Aufenthaltsbereich vermieden.

Die R. Neddermann GmbH ist ein Unternehmen der Elastormertechnik und produziert Präzisions- Gummiformteile für unterschiedliche Branchen, wie Automobil- Elektro- und Maschinenindustrie etc. Der Neubau der Firmenzentrale der R. Neddermann GmbH fasst Büro/ Verwaltung, Produktion und Sozialräume unter einem Dach zusammen. Ziel bei der Planung des Gebäudes war es Produktionsprozesse zu optimieren und effizienter zu gestalten sowie hochwertige und qualitätsvolle Arbeitsplätze zu schaffen.

Der Neubau

Die neue Firmenzentrale der R. Neddermann GmbH befindet sich im Industriegebiet „In den Weiden“ in Esslingen Altbach, in unmittelbarer Nähe zum Heinrich Mayer Park in einer landschaftlich reizvollen Umgebung. Der Gebäudekomplex besteht aus drei Teilen in welchen die unterschiedlichen Funktionsbereiche wie Verwaltung, Produktion und Sozialbereiche untergebracht sind. Die Bereiche sind dabei klar voneinander getrennt und verfügen über eine kompakte innere Organisation mit kurzen Wegen.

Im Westen und Osten befinden sich die beiden 2 geschossige massive Baukörper, die durch die mittig angeordnete, stählerne Produktionshalle miteinander verbunden werden. Produktions-, Montage-, Lager- und Werkbereiche sind im Erdgeschoss unter dem Gesichtspunkt der optimierten Wege und des Arbeitens auf einer Ebene angeordnet. In den Obergeschossen sind auf der Westseite die Büros und Verwaltung, auf der Ostseite die Sozialräume und Umkleidebereiche sowie eine Reservefläche für die Produktion untergebracht.

Die Erschließung der Anlage erfolgt im Westen des Grundstücks über die Straße „In den Weiden“. Über die zentrale Zufahrt werden die Parkplätze im Westen, die Anlieferung im Süden und weitere Mitarbeiterparkplätze mit Wertstoffhof im Osten erschlossen.
Der gepflasterte Parkplatz im Westen mit seinen Begrünungselementen wie Baumreihe, Rosengarten und Teich schaffen eine großzügige und einladende Freifläche, das Entree zur Anlage. Der im Obergeschoss gelegene Verwaltungsbereich orientiert zu dieser Freifläche und bildet mit dem auskragenden Baukörper den „Kopf“ der Anlage.
Die gesamte Logistik für die Produktion erfolgt kreuzungsfrei auf der Südseite des Gebäudes über einen überdachten Anlieferbereich. Hier sind Wareneingangs- und Warenausgangsgangslager in unmittelbarer Nähe zur Produktion angeordnet. Ein außenliegendes Rolltor und das innenliegende Schnelllautor trennen die Produktion und Anlieferung thermisch.

Die Baukörper des Bürotrakts und Sozialbereichs sind vorwiegend in Massivbauweise ausgeführt. Der Bürotrakt verfügt auf der Westenseite über eine raumhohe Verglasung, die die Büros mit ausreichend Tageslicht versorgt und die natürliche Be- und Entlüftung gewährleistet.
Die mittig angeordnete, eingeschossige Produktionshalle verfügt über eine lichte Höhe von 8,00 m und bietet damit ausreichend Volumen und Platz für technische Installationen wie Luftabsaugung der Spritzgussmaschinen etc.
Die Gebäudehülle der Produktionshalle wurde im Erdgeschoss ebenfalls in Massivbauweise ausgeführt. Großflächige, bis zum Boden eingeschnittene Glaselemente auf der Nordseite gewähren den freien Ausblick in die Landschaft.

Die in die Glasfassade integrierten Türelemente erlauben den Mitarbeitern darüber hinaus Zugang zu den Außenanlagen und zum Heinrich- Mayer- Park. Durch die Verwendung von transluzenten Lichtbauplatten im oberen Teil der Produktionshalle kann ein Großteil der Gebäudehülle zur Nutzung von natürlichem Tageslicht aktiviert werden. Die Fassadenelemente bestehen aus mehrkammerigen Polycarbonat Lichtbauplatten und bilden eine kostengünstige Gebäudehülle die pauschal unterschiedliche Anforderungen sicherstellt:

Durch das konsequente Tageslichtkonzept wurde ein anregendes, die Arbeitskonzentration förderndes Arbeitsumfeld geschaffen. Es werden arbeitsphysiologisch positive Akzente in einem angenehmen Arbeitsumfeld gesetzt, was einen wichtigen Beitrag zum Arbeitsschutz und Mitarbeiterzufriedenheit leistet.

Energie

Die energetische Grundversorgung des Gebäudes erfolgt über Fernwärme deren wesentlicher Anteil aus erneuerbaren Energien besteht.

Bei der Produktion von Gummiteilen entsteht ein sehr hoher Anteil an Abwärme, die durch Wärmerückgewinnung zur Konditionierung der nachströmenden Luft in Übergangszeiten genutzt wird. Die Abwärme wird im Sommer zudem über eine adiabate Fortluftkühlung zur Kühlung der Halle und anderer Bereiche genutzt.

Die massiven Bauteile wie Bodenplatte, Betondecken, Mauerwerkswände dienen dabei als Wärme- oder Kältespeicher. So wird im Sommer über Öffnungen in Fassade und Dach eine kontrollierte Nachtluftspülung hergestellt und massive Bauteile mit kalter Luft gekühlt, um die tagsüber anfallenden Wärmelasten zeitversetzt auszugleichen.

Im sächsischen Wilsdruff entstand für die B. Braun Melsungen AG die
modernste „Fabrik 4.0“ Europas. Der weltweit tätige Konzern wird in den Reinräumen der neuen Hightech-Anlage Blutwäschefilter für Dialyse-Geräte produzieren.

Der Neubau liegt verkehrsgünstig an der Autobahn A4 westlich von Dresden. Kern des Projekts ist die 143 mal 62 Meter großen Produktionshalle, in der unter Reinraumbedingungen die Dialysatoren zusammengebaut werden. Büro- und Gemeinschaftsflächen, Bereiche für die Logistik sowie das rückwärtige, leicht versetzt angeordnete Kesselhaus vervollständigen das Industrieensemble.

Neugebauer Rösch Architekten gewannen 2015 den von B.Braun ausgelobten Architekturwettbewerb. Die Jury lobte u. a. die „angemessene Balance zwischen repräsentativem Auftritt und Funktionalität“, die das Planungsbüro gefunden hatte.

Klare Architektursprache aus Beton, Metall und Glas

Sichtbeton, Metall und Glas charakterisieren den Fabrikneubau. Die klare, unaufgeregte Architektur zieht sich durch alle Bereiche des Neubaus. Mit einer großflächigen, transparenten Glasfassade öffnet sich das Fabrikgebäude zum Vorplatz, über den sich Mitarbeiter und Besucher dem Gebäude nähern. Durch die zum Vorplatz hin zurückgesetzte Fassade entsteht im Eingangsbereich eine einladende, geschützte Fläche. Filigrane Stützen unterstreichen die wirkungsvoll
reduzierte Architektursprache des Industriebaus. Die transparente Glasfassade ermöglicht Einblicke in das Foyer, die Cafeteria und die Galerie-Ebene mit den dahinter liegenden Büroflächen.

Da sich die Unterscheidung zwischen den Arbeitsplätzen an einem Schreibtisch im Büro und den Tätigkeiten in der Montage und Produktionshalle zukünftig immer weiter auflösen wird, ist die gleichwertige Gestaltung beider Arbeitsumgebungen essentiell da beides untrennbar zusammengehört.

In ihren Pausen können die Büromitarbeiter eine begrünte Dachterrasse nutzen. Aber auch für die im Halleninneren gelegenen, hermetisch abgetrennten Reinräume haben die Planer einen Bezug zur Aussenwelt vorgesehen: Über zwei Lichthöfe gelangt nicht nur Tageslicht in die Hightech-Arbeitsräume. Die dort platzierten
Schiefersteinfindlinge sind ein wohltuender Kontrast zu den sterilen Arbeitsräumen und bieten den Augen der Mitarbeiter im Spezialanzug kleine „Auszeiten“ während der Produktion der Dialyse-Filter.

Hohe Architekturqualität aus Tradition

Qualitätvolle Industriearchitektur spielt für das Unternehmen B.Braun traditionell eine wichtige Rolle. Schon beim Neubau des Firmensitzes in Melsungen (1992) wurde der renommierte Architekt Sir James Stirling engagiert.

Besonders Sichtbeton hat bei den hochwertigen Industriebauten von B.Braun einen hohen Stellenwert. In der neuen Filterfabrik wird dies unter anderem an den großflächigen, mit Trägerschalungen realisierten Sichtbetonoberflächen im Foyer deutlich, welche mit ihren lebendigen Grautönen das Erscheinungsbild beim Betreten
des Hauses prägen. Die großen Sichtbetonwände – wie der ganze Bau im Achsraster von 2,4 Metern hergestellt – korrespondieren sehr gut mit den den großformatigen Glaselementen und dem ebenfalls flächig hergestellten Terrazzo-Fußboden.

Hybridbau aus Ortbeton, Betonfertigteilen und Stahlskelett

Insgesamt kann das Gebäude als Hybridbau aus Ortbeton, Betonfertigteilen und Stahlskelett bezeichnet werden. Statisch interessant ist das aussteifende „Rückgrat“ der Anlage, in dem sich der Besuchergang und die zentrale Infrastruktur befinden: Es
ist als Ortbetonkonstruktion ausgeführt und hochbewehrt, um die Horizontalkräfte aus den großen Dach- und Fassadenflächen aufzunehmen. Große Betonfertigteile – ebenfalls im strengen 2,4-Meter-Raster – prägen die Fassaden der technischen Nebengebäude. Hier sind u. a. die Sprinklerzentrale sowie komplexe Produktionstechnologien untergebracht.

Konsequente Weiterführung des architektonischen Konzepts

Mit über 3.000 Mitarbeitern weltweit produziert die EMAG Fertigungssysteme für präzise Metallteile. Auf dem Firmengelände in Salach bei Göppingen, dem Stammsitz der Unternehmensgruppe, hatten Neugebauer Rösch Architekten bereits Anfang 2003 eine Kombination aus Montagehalle und Bürogebäude gebaut. Werk- und Bürobereiche gehen nahtlos ineinander über. Dieses Konzept der Verbindung von Büroarbeitsplätzen mit der Fertigung und den Logistikflächen wurde nun für die Süderweiterung des Kernstandortes der EMAG konsequent weitergeführt.

Auch äusserlich spiegelt sich diese Weiterführung des architektonischen Konzepts wider: Die neue Montagehalle ist mit dem gleichen horizontal verlegten Trapezblech verkleidet wie die bestehenden Hallen, die vorgehängte Aluminium-Glasfassade des Bürotrakts führt das Fassadenbild des benachbarten Bestandgebäudes weiter.

Direkte Sichtbeziehungen zwischen Büros und Fertigung

Der Neubau aus Montagehalle und Büroriegel schliesst im 90-Grad-Winkel direkt an die bestehenden Büro- und Hallenflächen an. Die drei Hallenschiffe mit 24,00 m bzw. 22,50 m Breite und 9 m „Hakenhöhe“ sowie eine quer dazu angeordnete Logistikfläche zum Verladen der neuen Maschinen haben rund 10.000 qm Bruttogeschossfläche.

Zu den Montagebereichen sind die Bürogeschosse dank vollflächiger Verglasung komplett geöffnet. Durch die filigrane, visuell kaum wahrnehmbare Verglasung geht der hohe, hellweiß gestrichene Luftraum der Hallenschiffe direkt in die Arbeitsbereiche des Büroriegels über.

Die direkte räumliche Verbindung von Büro und Fertigung, welche im Industriebau eher selten ist, entspricht allerdings der Firmenphilosophie des Familienunternehmens; man sieht sich gegenseitig und arbeitet auf Augenhöhe zusammen.

Rund 4.000 qm Bruttogeschossfläche stehen auf den drei oberirdischen Geschossen und im Untergeschoss des Büroriegels zur Verfügung. Im Untergeschoss befinden sich Umkleideräume, Heizung und Lüftung. Im Erdgeschoss ist das Schulungszentrum untergebracht. Hier finden Schulungen für Kunden statt, in unmittelbarer Nähe zu den in der Montagehalle aufgebauten Maschinen.

In den beiden oberen Bürogeschossen sind ca. 140 Arbeitsplätze vorgesehen, u. a. für die Konstruktionsbüros. Auch hier profitieren die Mitarbeiter von der direkten Sichtbeziehung zwischen Planung und Ausführung: Oben wird konstruiert, unten wird montiert.

Montagehalle und Büroriegel bilden einen Brandabschnitt

Auch in der Konstruktionsweise orientiert sich der Neubau an den Bestandsbauten. Die Montagehalle ist als Stahlskelettkonstruktion ausgeführt, das Bürogebäude als Massivbau in Stahlbeton mit vorgehängter Fassade.

Da die neuen Hallenschiffe die Nutzflächen erheblich vergrößern, musste zum Bestand eine Brandwand errichtet werden. Dafür wurden Stahlbetonfertigteilstützen auf teilweise vorhandene Fundamente gestellt und mit Gasbetonelementen ausgefacht. Zwei Tore, die im Brandfall automatisch schließen, verbinden den Erweiterungsbau mit dem Bestand.

Für die großflächig verglasten Wände des Bürogebäudes bestehen keine Brandschutzanforderungen. Der Neubau konnte daher als ein Brandabschnitt ohne Unterteilung realisiert werden. Lediglich das Untergeschoss ist davon abgetrennt.

Das Seehasenfest wird als Kinder- und Heimatfest seit 1949 in Friedrichshafen gefeiert. An verschiedenen Aktivitäten und am Festumzug sind bis zu 4500 Schüler und viele ehrenamtliche Helfer beteiligt. Viele Requisiten, Festwägen und Kleidungsstücke, die rund um das ganze Fest benötigt werden, sollen in einem geeigneten Lagergebäude (Zentrallager/Zentraldepot) zusammengeführt werden.

Die Aufgabe der Stadt Friedrichshafen an uns Architekten und Ingenieure bestand darin, ein neues Gebäude mit Arbeitsräumen für den Seehasenfundus, sowie eine Halle für Fahrzeuge (Festwägen) und andere Requisiten zu planen und zu realisieren. Darüber hinaus waren in der Halle noch Lagerflächen für Requisiten des Kulturbüros (Kulturufer) zu integrieren.

Der Entwurf gliedert sich in zwei Baukörper: den Seehasenfundus mit Arbeitsräumen und Lagerräume für Kostüme / Requisiten und in eine Halle für Fahrzeuge und Requisiten.
Die gestellte Zielvorgabe lag in der Entwicklung eines klimaneutralen Gebäudes in einfacher und robuster Ausführung, das mit dem begrenzten Budget realisierbar war. Die spezifischen klimatischen Anforderungen resultierten aus den teilweise empfindlichen Requisiten und der gleichzeitigen Schaffung von Arbeitsplätzen und Räumen für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Schneiderei und Wäscherei und im
Büro.
Hieraus entstand die Idee, die beiden Bauwerke in Holz zu konstruieren und die Materialität auch sichtbar zu machen. Die Reduktion auf das Notwendige bot zugleich eine Chance: Durch die geringen Anforderungen an den Schall- und Wärmeschutz konnten alle Bauteile auf das Notwendigste reduziert werden. Einfachstes und ressourcenschonendes Bauen konnte umgesetzt werden.

Das viergeschossige Fundusgebäude ist in einem Raster aus Stützen und Unterzügen aufgebaut, die zur Bildung der Dach- und Geschossdecken mit Brettsperrholzplatten belegt sind. Aus diesem industriellen Produkt sind auch sämtliche Aussen- und Innenwände gefertigt, die innen komplett sichtbar sind und somit dem Haus seinen Charakter geben.

Im Bereich des stützenfreien Anprobe- und Mehrzweckraumes im 1. OG wurden die darüberliegenden Lagerräume mittels Baubuchenträger als abgehängte Sonderkonstruktion ausgeführt.

Alle Installationen sind konsequent nachrüstbar und sichtbar geführt. Die
Befestigungsmöglichkeiten an Decken und Wänden könnte einfacher nicht sein. Der notwendige Feuerwiderstand wurde über Abbrandraten im Brandfalle nachgewiesen. Die geforderten nichtbrennbaren Oberflächen im notwendigen Treppenhaus wurden mit nichtbrennbaren Materialien bekleidet.

Die Fahrzeughalle ist ein zweischiffiger Hallenbau nach Industriebaurichtlinie. Es sind die gleichen Werkstoffe wie im Fundusgebäude verwendet worden. Die Konstruktion als filigraner Holzskelettbau wurde mit Einfeldträgern im Raster von 2.50m ausgeführt. Im Vordergrund stand die Entwicklung von immer wiederkehrenden Details, verbunden mit dem Ziel einer sauberen Durchbildung der gesamten Holzkonstruktion.

Insgesamt stellt das Projekt sicher einen Beitrag zum mehrgeschossigen und klimaneutralen Holzbau dar.
In Anbetracht zunehmend notwendiger Ressourcenschonung und steigender Baupreise liegt die wahre Chance in der Reduzierung, Vereinfachung und im Verzicht.

Auf der Seite des Bauherrn – des Staatlichen Hochbauamtes Karlsruhe – bestand der Anspruch, in den Punkten Gestaltung, Ökonomie und Nachhaltigkeit nach hohen Standards zu bauen.

Bauherr und Architekt verfolgten nach zahlreichen Untersuchungen die Verwendung des Materials Dämmbeton (Leichtbeton) als Sichtbeton. Das innovative Material Dämmbeton sollte dergestalt Verwendung finden, dass seine Eigenschaften nachvollziehbar bleiben und seine Oberflächenwirkung die elegante und ruhende

Form des Gebäudes unterstützt.

Der Baukörper spiegelt die innenräumliche Situation wider. Der in seiner Längsrichtung geteilte Grundriss besitzt unterschiedliche Anforderungen an die Raumhöhen. Es entstanden ein hoher und ein niedriger Körper. Diese Höhenstaffelung erzeugt ein Spannungsverhältnis der Baumassen zueinander, obgleich dem Auseinanderfallen durch die glatten, verbindenden Stirnseiten in Sichtbeton entgegengewirkt wird.

Der Einsatz von Dämmbeton ermöglicht eine monolithische, einschalige Konstruktion der Außenwände. Dies ist insofern innovativ, als dass die gängige Praxis des mehrschaligen, gedämmten Wandaufbaus obsolet wird. Der mehrschalige Wandaufbau erweist sich zunehmend in baulogistischer, baukonstruktiver und bauphysikalischer Hinsicht, aber auch unter dem Gesichtspunkt der späteren Entsorgung der Baumaterialien nach Abbruch des Gebäudes als problematisch. Hier bedeutet die Verwendung von Dämmbeton eine deutliche Vereinfachung.

Auch aus ökonomischer Sicht kann die einschalige Bauweise als vorteilhaft betrachtet werden, trotz vergleichsweise hoher Herstellungskosten. Da anders als bei der zweischaligen Sichtbetonkonstruktion sowohl der Arbeitsschritt der Kerndämmung, als auch derjenige des erneuten Schalens der Wandaußenseite entfällt, werden Terminrisiken und potenzielle Mängel verringert. Weniger Gewerke sind beteiligt, was die Taktung der Arbeitsschritte vereinfacht und das Risiko infolge von Schnittstellen unterschiedlicher Gewerke deutlich verringert.

Das neue Krematorium ist in direkter Nachbarschaft zum Bestandsgebäude in Stahlbetonbauweise mit einer vorgehängten Sichtmauerwerkfassade entstanden. Die Fassade schafft aufgrund des Materiales „Stein“ eine Verbindung zum Bestandsgebäude mit Muschelkalk-Fassade. Die geradlinige Struktur des Klinkersteins sowie die dunkle Farbe schaffen einen spannenden Kontrast, der das Zusammenspiel der zwei Gebäude belebt.

Um der Umgebung in der Nutzung gerecht zu werden, erhielt der Neubau zwei Seiten. Zum denkmalgeschützten Friedhof hin befindet sich die „Ruhige“ Seite mit geschlossenen Fassadenflächen und dem Eingang für die Angehörigen. Auf der Waldseite findet man dagegen die „Operative“ Seite, mit verschiedenen Zugängen für Bestatter, Angestellte, Lieferanten und Techniker. Hier können Wartungen und Überführung problemlos parallel zum Tagesbetrieb ablaufen, ohne dass sich die unterschiedlichen Aktionen gegenseitig stören. Auf der Friedhofsseite ist von diesem ganzen geschäftigen Teil nichts wahrzunehmen.

Das Gebäude wird von zwei schräg gegeneinander laufenden Dachflächen bestimmt. Dieses Dach führt die unterschiedlichsten Raumhöhen zusammen und bildet einen schlichten, schiefwinkligen Baukörper, der sich unaufdringlich in die sensible Umgebung einfügt.

Die Fassade hat große, in weiß hervorgehobene Ausschnitte, welche die Eingänge definieren und die Fassade gliedern.

Die Herausforderungen der Bauaufgabe waren vielfältig. Die sensible, denkmalgeschützte Umgebung, der pietätvolle Umgang mit Verstorbenen und die verschiedensten Anforderungen von Seiten der Mitarbeiter, Bestatter und Besucher sowie aufgrund der komplexen Technik zu erfüllen.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden wurde das neue Krematorium in drei Bereiche unterteilt:

Den Technikbereich bildet in der Hauptsache die mehrgeschossige Anlagenhalle. Sie beinhaltet die Einäscherungsanlage mit der umfangreichen Filtertechnik sowie die Platzvorhaltung für eine zweite Anlage. Mit einer Raumhöhe von bis zu 10 Metern nutzt die Anlagenhalle die Thermik im Innenraum und führt die anfallende Wärme bei Bedarf durch das RWA-Lichtband nach draußen. In sämtlichen Technikräumen wurde sehr viel Wert auf eine strukturierte und schlichte Gestaltung gelegt. Daher wurden die verwendeten Materialien auf ein Minimum reduziert und die Leitungswege akribisch geplant. Es wurde ausschließlich mit Sichtbeton an Decke und Wänden mir großen Schalelementen gearbeitet. Auch hier wurde auf ein stimmiges, durchgängiges Schalbild geachtet.

Ein weiterer Teil des Technikbereiches bildet die Überführungszone. Hier haben die Bestatter Tag und Nacht die Möglichkeit die Verstorbenen zu überführen. Mit der geschaffenen Durchfahrt und dem direkt angrenzenden Kühlraum erwartet die Bestatter höchster Komfort bei ihrer anspruchsvollen Arbeit.

Den zweiten Bereich bildet der Verwaltungs- und Personalbereich. Er beinhaltet die Personalräume sowie die Büroräume und die Steuerzentrale. Hier wurde großer Wert auf die Sichtverbindungen gelegt. Die Mitarbeiter haben von jedem Arbeitsplatz aus Einsicht auf den Innenhof, über den die Bestatter anfahren. So kann der Kontakt zu den Bestattern gesucht werden und das Gebäude erhält einen übersichtlichen Charakter. In den Büro- und Personalräumen wurde mit viel Holz gearbeitet um eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. So wurden sämtliche Türen, der Parkettboden und die eigens geplanten Möbel in Eschenholz ausgeführt.

Den anspruchsvollsten der drei Bereiche bildet die Abschiednahme. Sie besteht aus einem Foyer, dem Abschiedsraum für die Angehörigen sowie dem Bestattungsraum. Da sich die Angehörigen in einer Extremsituation befinden musste ein Ort geschaffen werden, der Ruhe und Geborgenheit ausstrahlt und einen sakralen Charakter besitzt. Daher wurde hier in der Gestaltung nicht mit Farben, sondern mit Materialien gearbeitet. So gibt es hier ausschließlich Sichtbetonwände mit einem auf die Raumproportionen abgestimmten Schalbild. Der Boden wurde mit großformatigen Fliesen belegt, in die sich die Einfahrmaschinen harmonisch einfügen ohne das Fliesenraster zu stören. Der Blick auf die Friedhofsanlage wird durch eine Glasfassade ermöglicht. Auf der Außenseite hingegen verhindern große Lamellen geschickt die Sicht vom Friedhof auf den Sarg. Die in zwei Richtungen schräge Decke wurde aus Eschenholz verschiedener Querschnitte nach den Plänen des Architekten erstellt. Sie wird von Lichtbändern durchkreuzt, die keinem Raster folgen und dem schiefwinkligen Raum dadurch eine ganz besondere Atmosphäre geben. Der Abschiedsraum wird vom Bestattungsraum nur durch eine große Glasscheibe getrennt die bewusst ohne Rahmen, Brüstung oder Sturz in der Decke, den Wänden und im Boden verschwindet. So hat der Besucher das Gefühl, er stehe in einem großen Raum und ist ganz nahe beim Verstorbenen und der Bestattung. Die eindrucksvolle Holzdecke verbindet die beiden Räume und wird durch Sitzhocker aus demselben Holz ergänzt. Gemeinsam geben diese Elemente dem Raum die nötige Wärme und bieten einen angenehmen Kontrast zum Sichtbeton. Einzigartig ist die Verkleidung der Kremationsanlage, die in Naturstein ausgeführt wurde. Sie wird durch die schwarze Wand hervorgehoben, nimmt der Anlage den technischen Charakter und wird zum Blickfang des Abschiedsraumes. So ist ein hochwertiger, ansprechender Raum entstanden, der den Angehörigen den angemessenen Rahmen gibt, um sich von dem Verstorbenen zu verabschieden. Die Heizlast des Neubaus sowie des Bestandsgebäudes kann im Normalbetrieb recourcenschonend über die Abwärme der Kremationsanlage abgedeckt werden. Hierfür wurde ein Pufferspeicher mit 16m³ Volumen und einer Höhe von 8,60m ins Gebäude eingebracht. Bei der Lüftungsanlage wurde bewusst auf ein Kühlaggregat verzichtet und stattdessen ein Luft-Erdwärmetauscher umgesetzt. Dieser sorgt neben der kühlen Luft im Sommer dafür, dass Spitzenlasten in der Heizperiode reduziert werden. Die Kühlräume wurden in kleinere, separat steuerbare Bereiche eingeteilt, um auch hier nach Möglichkeit Energie einzusparen.

„Sie umsorgen Ihre Gäste. Wir umsorgen Sie.“ Seit mehr als 85 Jahren bietet das traditionsreiche Familienunternehmen hochwertige Gesamtlösungen für Hotel-, Klinik- und Objekteinrichtungen mit eigener Fertigung. Heute leistet zieflekoch mit über 120 Mitarbeitern von der Planung über die Produktion bis hin zur Lieferung und Montage alles aus einer Hand und erreicht bei Branchenbewertungen regelmäßig beste Platzierungen in Bezug auf Image und Service.

Die stetige Expansion verlangte bereits 2010 eine Erweiterung der Produktionshalle. Mit dem Erwerb eines benachbarten Grundstücks war diese Planung möglich geworden. Im gleichen Zuge sollte das gesamte Areal umstrukturiert werden. Um künftige Bauten sinnvoll zu integrieren, entwarfen Schmelzle+Partner einen Masterplan, der neben der neuen Produktion auch die Zufahrt, Parkplätze sowie Anlieferung und Versand neu organisierte.

Während die „alten“ Gebäude ihrer Bestimmung gemäß weiter betrieben werden, soll der Gesamtkomplex modular wachsen. Das 250 m lange zieflekoch-Areal ist im Norden begrenzt durch eine NATO-Pipeline, im Süden und Osten durch eine Kreis- bzw. Landstraße, im Westen teils durch Wohnbebauung. Wachstum ist nach Norden und Westen möglich. Hier stehen noch ca. 120 m Grundstückslänge für Erweiterungen zur Verfügung.

Mit der Erstellung der Produktionserweiterung als Bauabschnitt 6 des Masterplans wurde gleichzeitig eine neue architektonische Corporate Identity definiert. Nach Aussage des Bauherrn sollte das Gebäude mit einer „nicht übertriebenen, aber besonderen und eigenen Architektursprache“ den Mittelstandscharakter des international tätigen Unternehmens widerspiegeln. Als charakteristisches Gestaltungselement – und gleichzeitig Sinnbild für das Schreinerhandwerk – sollte das Element Holz eine bedeutende und wiederkehrende Rolle in künftigen Gebäuden spielen. Umgesetzt wurde diese Anforderung von den Architekten durch schräg stehende Baumstamm-Stützen. Die lediglich geraspelten Eichenstämme sitzen mit jeweils 25 cm Durchmesser statisch tragend hinter der Glasfassade der Produktionshalle. Auch im Neubau des Lagers wurde dieses Element mit eingebaut.

Brandschutztechnisch bietet die neue Lagerhalle mit einer Fläche von 60 x 60 m und einer Höhe von 6 m als Bauabschnitt 7 einen Brandabschnitt mit der Produktionshalle und dem integrierten automatischen Plattenlager. Ziel war es, Platz für die Logistik des expandierenden Unternehmens zu schaffen, alltägliche Lageraufgaben zu automatisieren und durch Spannweiten größer als 20 m eine dauerhaft flexible Nutzung des Lagers zu ermöglichen. Entsprechend dimensionierte Stahlträger mit HEA-Profil überspannen den gesamten Grundriss stützenfrei, sodass die Halle flexibel nutzbar ist. Frei von Innenwänden beinhaltet sie Lagerregale sowie einen zentral positionierten Lagerlift, der die Halle um 11 m überragt. Der Lagerlift lagert per Computerpanel gesteuert vollautomatisch Klein- und Halbfertigteile ein und stellt sie – quasi an den Bauabschnitt 6 angedockt – auf Knopfdruck für die Produktion bereit.

Im Bauabschnitt 7 findet zudem die gesamte An- und Auslieferung statt. Der Betonboden, der mit einer Betonkernaktivierung im Niedertemperaturbereich versehen ist, ist auf Schwerlast (5 t/m²) ausgelegt. Die Halle verfügt zudem über ein 8 m breites Zentraltor auf Hallenbodenniveau, das über eine Rampe angedient werden kann. LKW können auf beiden Seiten gleichzeitig be- und entladen werden. Zusätzlich besitzt das Lager sechs Laderampen mit Überladebrücken. Deren Anfahrt liegt 1,2 m unter Hallenboden auf Hofniveau. Mit Sektionaltoren, die auf Hofniveau herunterfahren, sind die Laderampen komplett thermisch getrennt, das Be- und Entladen findet hier also im warmen Innenraum statt.

Für ein Gebäude dieser Art ungewöhnlich ist der hohe Tageslichtanteil, der durch Oberlichter, Fenster zwischen den sechs neuen Überladebrücken, das transparent ausgeführte, 8 m breite Sektionaltor und nicht zuletzt durch die sich nach Süden öffnende, auf den Betonsockel aufgesetzte Glasfassade erreicht wird. Abgesehen von den erwähnten Öffnungen ist die außen schwarz, innen weiß gestrichene Betonfassade komplett geschlossen, da das Unternehmen den Platz an den Wänden für Regale braucht. Aus diesem Grund wurde auch der Glasdurchbruch erst in einer Höhe von 2 m vorgenommen; im Bereich darunter stehen ebenfalls Regale. Der Glasfassadenausschnitt darüber greift wieder das Motiv der fast rohen Eichenstämme aus Bauabschnitt 6 auf: die 27 schrägen Holzstützen sind, mit tragender Funktion und statisch aussteifend, auf der 2 m hohen Betonfassade aufgesetzt.

Die Dachkonstruktion der Halle besteht aus einer Stahlkonstruktion mit akustisch gelochtem Trapezblech – zur Minimierung der Lärmbelastung –, Mineralwolle und Folienabdeckung. Auch Fotovoltaik wurde auf dem Dach umgesetzt. Geheizt wird das Gebäude durch eine Holzhackschnitzelanlage, welche durch eigene Holzabfälle, die in zwei 20 m hohen Silos lagern, betrieben wird. Auf dem eigenen Gelände hat das Unternehmen auch ein System zur Regenwasserrückhaltung und -versickerung realisiert. Eine Herausforderung beim Bau stellte die Topographie des Grundstücks dar: Um das Gelände zu halten und den neu organisierten Hof möglich zu machen, planten die Architekten eine 8 m hohe Stützmauer aus Bruchsteinen.

Das Bauvorhaben wurde außerdem dazu genutzt, um eine AdBlue-Tankstelle für die Lastkraftwagen des Unternehmens einzurichten und südöstlich weitere Parkplätze für Besucher, Gäste und Firmenfahrzeuge zu schaffen. Damit wird das Firmengelände an dieser Stelle sinnvoll räumlich abgerundet.

Bis dato sitzen auf dem Gelände insgesamt sieben Gebäude. An Nutzungen sind hier Verwaltung und Büros, Sozialräume, Lager, die automatisierte Möbelproduktion, eine Ausstellung sowie die Tankstelle untergebracht. Die Planungen für eine erneute Erweiterung der Verwaltung, Produktion und Showroom sind derzeit aber bereits im Gange und sollen bis 2022 umgesetzt werden. Zudem nimmt der Hotel- und Objekteinrichter aktuell eine komplette Erneuerung der Energieversorgung vor und modernisiert die technische Infrastruktur des Gesamtkomplexes.

Seit 1926 steht FreiLacke für innovative Farben und Lacke. Das Familienunternehmen wird bereits in dritter Generation geführt und entwickelt am Standort Döggingen / Schwarzwald maßgeschneiderte Lösungen für Kunden aus den Bereichen Räder, Fahrzeugbau, Maschinen- und Apparatebau, Lohnbeschichtung, Funktionsmöbel, Lagertechnik sowie Bau und Sanitär. Die Produktpalette von Europas führendem Systemlack-Anbieter umfasst das gesamte Spektrum von Industrielacken, Pulverlacken und Elektrotauchlacken bis hin zu Durelastic-Oberflächenlösungen für Composites.

Dem modernen Familienunternehmen ist die langfristige Sicherung des Stammsitzes sehr wichtig. Mit dem Neubau „Phase I – Produktion und Logistik“ wurde der erste Meilenstein des mit Schmelzle+Partner Architekten entwickelten Masterplans für den Unternehmensstandort umgesetzt. Im Vorfeld des Bauvorhabens sind logistische Beziehungen analysiert und Materialflussoptimierungen erarbeitet worden. Als einer der bereits mehrfach ausgezeichneten Top Arbeitgeber Deutschlands hat das Unternehmen außerdem sehr hohe Ansprüche an die Qualität der neuen Arbeitsplätze formuliert. Weitere Bauabschnitte im Rahmen des Masterplans sind vorbereitet.

Der klar strukturierte Baukörper in Massivbauweise öffnet sich nach Osten hin mit einer großzügigen Glasfassade, nimmt dabei die Linienführung des Bestands auf, abstrahiert sie und schafft damit die neue, klare und überzeugende architektonische Corporate Identity von FreiLacke. Das Alucobond-Passepartout umrahmt den Sozialtrakt, der produktionsnahe Büros, Schlosserwerkstätten, Besprechungs- und Pausenräume beinhaltet. Durch die konisch zulaufende Fassade wird eine sichtbare Tiefe erzeugt. Ein Lichthof zwischen Bestand und Neubau sorgt dafür, dass die Mitarbeiter an den Dauerarbeitsplätzen in der Abfüllung nun unter Tageslicht arbeiten können. Die Aufenthaltsqualität in den Außenbereichen wird durch einen Freiluftpausenplatz gesteigert. Dieser ist mit umfassender Bepflanzung sowie gemütlicher Möblierung, die das Farbschema des Unternehmenslogos aufgreift, gestaltet.

Das Dach der Halle besteht aus einer weitspannenden Stahlkonstruktion mit akustisch gelochtem Trapezblech. Für nachhaltige Stromerzeugung sorgt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Mehr als 62 % des Strombedarfs sind dadurch gedeckt. Das gesamte Projekt ist KfW 55-gefördert. Das Fensterband an der Westseite sowie die Lamellenfenster im Sozialtrakt dienen zur Nachtauskühlung. Über die Gebäudeleittechnik werden die Lamellenfenster und der Sonnenschutz vollautomatisch gesteuert, sodass das Gebäude nachts auskühlen kann und der Energieeintrag der Morgensonne minimiert wird.

Im Neubau wurden seitens der Haustechnik eine Kälteerzeugung über offene Verdunstungskühlanlagen (2,5 MW), Kühlwasserbecken (ca. 500 m³), sowie Kältemaschinen (1,0 MW) installiert, welche gemeinsam mit der bestehenden Kälteerzeugung die Bestands-Verbraucher wie auch die neu installierten Kälteverbraucher versorgt. Für die Temperierung des Hochregallagers und der Logistikfläche ist eine Betonkerntemperierung installiert. Zur Spitzenlastdeckung wird der bestehende Kessel mit 300 kW verwendet.

Eine Raumlufttechnische Anlage zur Be- und Entlüftung des Gebäudes mit Wärmerückgewinnung aus den Produktionsprozessen wurde verbaut. Die RLT-Anlagen versorgen die Produktion (31.000 m³/h), die Logistikfläche (8.000 m³/h) sowie die Sozialräume (7.000 m³/h). Die Prozessluft der Produktionsanlagen wird mit fünf dezentralen Anlagen (je 5.760 m³/h) auf 11°C gekühlt und die Abwärme aus der Produktion über ein WRG-Gerät (47.500 m³/h) wieder dem Heizungssystem zugeführt. Für die Staubaspiration wird eine bestehende Filteranlage in den Neubau umgezogen, sowie eine neue dezentrale Staubsauganlage installiert. Ein 300 m³ großes Becken dient als Pufferbehälter für die Wasserspeicherung. Das gesammelte und aufbereitete Regenwasser wird für die Nachspeisung im Kühlwasser und der Adiabaten Abluftbefeuchtung verwendet.

Produktion

In der fünfgeschossigen, voll unterkellerten Produktion findet der gesamte Produktionsablauf linear von oben nach unten statt. Zu Beginn werden die Rohstoffe im Bestandsgebäude nach Rezeptvorgabe eingewogen. Die Rohstoffmischung wird dann in einem Sammelbehälter an der Produktaufgabestation angedockt (Maschinenbestückung). Mittels Fallrohr gelangt die Rohstoffmischung zur Bestückung des Extruders und wechselt vom 1. Obergeschoss in das Erdgeschoss. Nach der Abkühlung wird die Produktion in kleine Chips gebrochen. Nach diesem Arbeitsschritt erfolgt der Übergang in die neue Produktion.

Die Pulverlackchips werden mittels pneumatischer Förderung angesaugt und zur Mühle transportiert. Diese befindet sich im 2. und 3. Obergeschoss des neuen Produktionsgebäudes. In einem Zyklon wird das Fertigprodukt in die gewünschten Korngrößen abgeschieden. Im Nachgang erfolgt der Arbeitsgang „Sieben“ im 1. Obergeschoss sowie als letztes die Abfüllung der Fertigware in diverse Liefergebinde im Erdgeschoss. Im Bereich der Südachse des neuen Produktionsgebäudes finden dann nachgelagerte Prozesse statt, die sich ebenfalls über mehrere Stockwerke erstrecken. Dazu gehören bspw. das Umfüllen von Sackware in Container, Nachmischprozesse oder der Veredelungsprozess Bonding. Anschließend wird das Endprodukt entweder verladen oder eingelagert. Durch Verbindungsbrücken zwischen Produktion und Lager kann das Hochregallager direkt angefahren werden.

Aus dem Bestand wurden die offenen, linearen und über zwei Ebenen verlaufenden Produktionslinien in sogenannte Produktionstürme verlegt, die so eingehaust sind, dass die Bestückung der Maschinen, das vermahlen, das Sieben und Abfüllen des Pulvers trennscharf und ohne Verschmutzung der Umgebung erfolgen können. Sie werden über Krananlagen angedient.
Das gesamte Untergeschoss wurde auf Grund der anstehenden hydrogeologischen Verhältnisse als „Weiße Wanne“ ausgeführt. Die neue Produktionshalle stellt einen eigenen Brandabschnitt dar und ist durch den Lichthof brandschutztechnisch vom Bestand getrennt.

Logistik

Südlich schließt sich die Logistik an die neue Produktion an, die von Osten her über Laderampen angedient wird und von wo aus Rohstoffe einlagert und fertige Produkte in die ganze Welt verschickt werden. Westlich davon ist das neue, große Lager entstanden. Für reibungslosen Lieferverkehr wurde südliche eine neue Zufahrt inkl. Wendehammer geschaffen.

Zwei separate Rohstofflager mit je einem 6 m hohen Turm für spezielle Lacke wurden in einem abgetrennten Bereich im Lager realisiert. Beim Blick in den Logistikbereich fällt besonders die Stirnseite des Hochregallagers auf. Die einzelnen Regale sind zur Produktion gerichtet bunt gefärbt und bilden das Farbspektrum des Firmenlogos ab.

Die ALMÜ Präzisionswerkzeug GmbH ist spezialisiert auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Präzisions- und Sonderwerkzeugen für die spanende Fertigung. Stetiges Wachstum führte zu erhöhtem Flächenbedarf mit neuen technischen Voraussetzungen. Zum Gebäudebestand zählen eine Produktionshalle sowie ein Anbau für die Büroräume. Dieser hat mit seinem Schmetterlingsdach und blauverspiegelten Gläsern eine markante Außenwirkung.

Gelungene Integration von Form und Fassade in Bestand, Produkt und Natur

MÖRK regte als planendes wie auch ausführendes Unternehmen die Gestaltung eines elliptischen Gebäudes an, um eine anspruchsvolle Kommunikation mit dem Bestandsgebäude herzustellen und die zur Verfügung stehende Fläche optimal zu nutzen. Der Bauherr identifiziert mit der Ellipse seinen Arbeitsprozess einer schrägen Bohrung. Die organische Anmutung der Form ermöglicht die natürliche Einfügung in die Landschaft.

Die Ellipse als gestalterisches Element erscheint in verschiedenen Radien und in sich gedreht drei Mal. Die Hauptellipse erstreckt sich über das EG und OG und ergibt die Grundfläche der Dachterrasse. Das Dachgeschoss als kleinste Form bildet sich aus einer schräg versetzten Ellipse, um zur Natur hin eine große Dachterrasse zu definieren. Zuletzt ist das Dach elliptisch, wodurch sich im Anbau eine selbstreferentielle Aktivität ergibt.

Die Fassade ist der Bestandsfassade angeglichen und unterstützt die Integration des Anbaus zum Bestand und in die Natur. Das Blau der Fenster greift die Farbe des Himmels auf und spiegelt das landschaftliche Bild wider. Es entsteht die Anmutung eines sich stetig verändernden Kunstwerkes, welches durch die feine Segmentierung der Fassade grafisch unterteilt wird.

Nutzung der Bereiche

Die ehemaligen Büroräume erfahren eine Umnutzung zur Versandabteilung. Im Anbau befindet sich der eingeschossige Eingangsbereich, welcher für Produktpräsentationen genutzt wird. Als Verbindungsbau zwischen den ehemaligen Büroräumen und der neuen Produktion hat dieser Teil des Anbaus eine verbindende wie gleichzeitig trennende Funktion. Der Anbau auf Seiten der ehemaligen Produktion dient dem Materialfluss in Richtung der Ellipse, welche im Erdgeschoss als Produktionsfläche genutzt wird.

Im Obergeschoss der Ellipse befinden sich die Büroflächen, aufgeteilt in einen offenen Bereich und vier Einzelbüros. Das Büro des Geschäftsführers liegt im hinteren Teil der Ellipse. Dies ermöglicht einen ständigen Kontakt mit den Mitarbeitern und zeigt Wertschätzung und Offenheit.

Im Dachgeschoss liegt die Dachlounge als Aufenthaltsbereich für alle Mitarbeiter. Auf der großzügigen Dachterrasse wird die spannungsvolle Formensprache der drei in sich verdrehten Ellipsen als Kontrast zur ruhigen Landschaft wahrnehmbar.

Das neue Erscheinungsbild von ALMÜ zeigt eine enge Verbindung des modernen Anbaus mit dem ursprünglichen Bestand. Es passt sich an die heutigen Gegebenheiten an, bei gleichzeitiger Gründung auf dem Erfahrenen.

AF hat im Vorfeld für die Firma MADER eine Machbarkeitsstudie einer bestehenden Gewerbeimmobilie erarbeitet, um vor dem Kauf die zukünftigen Anforderungen des firmeninternen Raumprogramms zu verifizieren. Dabei kam heraus, dass dem bestehenden Gebäude ca. 600m2 Bürofläche fehlten. Die Produktions- und Logistikfläche war mit 3.830m2 ausreichend dimensioniert. Die Baukörper wurden in mehreren Bauabschnitten von 1977 bis 2013 erbaut.

Der Entwurfsansatz war, dass der Neubau und der Bestand zukünftig als ein Baukörper lesbar sein sollen. Da der bestehende Verwaltungsbau über einen ca. 120m höher gelegten Splittlevel erschlossen wurde und der Neubau aus Kostengründen nicht unterkellert werden konnte, musste eine Lösung gefunden werden, welche diese Sprünge für den Betrachter ausblendet.

Mit der Vorgabe energetisch effizient zu sein und den zuvor beschriebenen Zwängen zwischen Bestand und Neubau, entstand eine Gebäudehülle mit vertikal in ihrer Lage springenden Photovoltaik-Paneelen.

Heute deckt die PV-Fassade des zur Straße hin vorgelagerten Verwaltungsgebäudes 70% gesamten Strombedarfs der Firma. Darüber hinaus werden noch rund 10.000 Kilowattstunden in das Stromnetz eingespeist. Dies leisten die 397 verbauten Solarmodule, von denen jedes einzelne individuell in seiner Lage geplant werden musste. Ungewöhnlich war diesbezüglich der Planungsverlauf, da bevor der Rohbau festgelegt werden konnte die Planung der PV-Module abgeschlossen sein musste. Der Gesamtenergiebedarf der Produktions- und Logistikhalle konnte durch den Einsatz einer Pelletheizung um jährlich 200 Tonnen CO2 gesenkt werden. Das notwendige Treppenhaus, platziert zwischen Bestand und Neubau, übernimmt den optischen Ausgleich der sieben verschiedenen Ebenen-Niveaus. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass erst nach fertiggestellter Planung der PV-Module, mit der Werkplanung des Rohbaus begonnen werden konnte.

Der neue und junge Unternehmenssitz der MADER GmbH & Co. KG ist jüngst neben den „Iconic Awards 2020“ auch mit dem begehrten Preis des Landes Baden-Württemberg als „Ort voller Energie“ ausgezeichnet worden und wird im Landkreis als positives Beispiel für den Umgang mit bestehender Bausubstanz diskutiert.

Das stete Wachstum erforderte für den Hersteller von kosmetischen Produkten und Geräten einen Neubau, der einerseits alle Nutzungen unter einem Dach vereinen, andererseits auch baulich sichtbar den Wertvorstellungen des Unternehmens entsprechen sollte.

Die Herausforderung für die Architekten bestand darin, das umfangreiche Programm mit unterschiedlichen Anforderungen an Raumhöhen und Zugänglichkeit so zu organisieren, dass eine effiziente Flächenausnutzung möglich ist und das Bauwerk trotzdem als eine Einheit erlebbar bleibt. Der kompakte Baukörper untergliedert sich in zwei Bereiche. Auf der einen Seite befinden sich die Produktions- und Lagerflächen, deren Raumhöhe durch die Funktion des Hochregallagers definiert ist. Der andere Gebäudeteil, der sich über drei Etagen entwickelt, beinhaltet die öffentlichen Bereiche, die Forschung, die Verwaltung und die hauseigene Gastronomie. Verbunden werden die Funktionen über zwei Innenhöfe, die auf verschiedenen Ebenen die großformatige Struktur des Baukörpers aufbrechen.

Architektur + Fassade

Die Lage am Übergang vom Gewerbegebiet mit den typischen gesichtslosen Zweckbauten ist in diesem Fall eine Chance, eine qualitätvolle Architektur zu realisieren, die als bauliches Erscheinungsbild die Werte des Unternehmens visualisiert. Analog zu den Corporate Identity des Unternehmens wurde für die plastischen Fassadenelementen nach einem Material gesucht, das eine Assoziation zum cleanen, auf Farbe verzichtenden Look von Reviderm herstellt. Gefunden wurde eine Betonmischung aus gesäuertem und hydrophobierten Weißzement, die das gewünschte Erscheinungsbild wiederspiegelt. Zudem wurde eine Sandwichkonstruktion aus Fertigteilen, bestehend aus einer tragenden Wandschale aus 180 mm tragende Stahlbeton-Elemente mit Wärmedämmung und einer 80-230 mm starken dreidimensional geformte Wetterschale mit einer Oberfläche aus Weißzement, gewählt, die im Werk präzise vorgefertigt werden und als fertige Bauteile vor Ort montiert werden konnte. Die Materialität der Fassade fasst die unterschiedlichen Funktionsbereiche und Gebäudehöhen zu einem homogenen Baukörper zusammen. Je nach Sonneneinfall und Tagesstimmung zeigt sich eindrucksvoll die Plastizität der Gebäudehülle.

Produktionsstätten sind keine reinen Nutzbauten mehr

Die 2017/18 in Lauchheim entstandene neue Landeszentrale mit einem 900 m² großem Verwaltungstrakt und einer 1.100 m² großen Logistikhalle basiert auf der Idee, dass Produktionsstätten zunehmend die Aufmerksamkeit auf gute Architektur als Summe von Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz, Ökologie und Corporate identity lenken. Das Konzept sieht einerseits eine funktionale Logistikhalle mit effizienten Abläufen vor, andererseits wurde großer Wert auf die Gestaltung des repräsentativen Verwaltungsgebäudes gelegt.

Gute Integration in die Umgebung

Die zunächst schwierige Geländesituation wurde durch die optimale Anordnung der Gebäude zueinander gelöst und das Projekt perfekt in die Umgebung eingebunden: es entstand eine angemessene Balance zwischen repräsentativem Auftritt und Funktionalität. Das Bürogebäude mit seiner 3-Geschossigkeit, das teilweise in den Hang integriert ist, präsentiert sich gut sichtbar an der Hauptstraße. Die Lagerhalle auf der Ebene 0 ist mit seinen zwei Geschosshöhen von hier nicht erkennbar.

Ausgewogenheit von Gestalt und Funktion

Das Kopfgebäude – zur Hauptstraße sind nur zwei Geschosse sichtbar – wirkt durch die klare Anordnung der Fensterbänder sehr leicht und transparent. Die flexibel gestaltbaren Büros erhalten dadurch viel natürliches Licht. Dem steht die eher geschlossene Fassade der Lager-/Logistikhalle gegenüber. Natürliches Licht kommt hier durch ein Oberlichtband.

Durch das farblich dunkel abgesetzte untere Geschoss mit den Seminarräumen schwebt das Bürogebäude scheinbar über dem Gelände. Die beiden Gebäudeteile sind durch einen überdachten Weg miteinander verbunden.

Ökonomie der Konstruktion

Die schlichte Gestaltung der großen Halle basiert auf einem Raster von 6 x 6,75 m. Für eine effiziente Bauzeit wurde sowohl bei der Halle als auch der Fassade mit vorgefertigten Bauteilen gearbeitet. Die kurze Bauzeit, die Verarbeitung vorgefertigter Fertigteile, der Einsatz weniger aber hochwertiger Materialien, sowie die klare, einfache Form der Baukörper trugen dazu bei, dass das Projekt ökonomisch rentabel abgeschlossen werden konnte.

Nachhaltigkeit

Neubauten sind nachhaltig, wenn eine Nutzung von vielen Jahrzehnten möglich wird: Gebäude, die immer an die neuen Anforderungen angepasst werden können, weil sie gut geplant, flexibel und mit wertigen Materialien solide gebaut werden. Diese Architektur erreicht über die jahrelange Nutzung eine ökologisch und ökonomisch dauerhafte Verwertung.

Das Nutzfahrzeug Center mit einer Nettonutzfläche von ca. 2.900 m² und einem umbauten Raum von ca. 22.500 m³ wurde auf zwei gegenüberliegenden Grundstücken gebaut und besteht aus drei Gebäuden mit folgenden Nutzungen:

Gebäude Showroom und Werkstatt

Gebäude Reststoffe

Gebäude Waschanlagen

Die drei Gebäude bilden auch wegen der konsequent durchgängigen Gestaltung und Detaillierung der Fassaden mit vorgehängten Alucubond-Elementen eine begreifbare gestalterische Einheit und ordnen den ansonsten heterogenen Straßenraum der Hegenheimer Straße. Die Fassade wurde mit vorgehängten horizontal aus-gerichteten Alucubond-Platten, Echtglastoren, Metallfenstern und im Bereich des Showrooms mit einer Pfosten-Riegel Fassade mit großformatigen horizontal liegenden Glaselementen erstellt.
Der Publikumszugang zum Nutzfahrzeug Center in den Showroom wird durch den in der Konzeptfarbe schwarz ausgeführten Eingangswürfel in der großen verglasten Hauptfassade eindeutig markiert. Der Showroom wurde nach dem neuesten Konzept von Mercedes-Benz MAR2020 für die Nutzfahrzeugsparte als einer der Ersten dieser Art in Europa ausgeführt.
Der Werkstattbereich wurde mit der technischen Organisation der Infrastrukturmedien sowie der Einrichtung der Prüfstände, Hebegeräte, Kranbahn nach dem neuesten Stand der Technik ausgestattet. Die Erschließungswege im Gebäude sind für eine optimale und effektive Verknüpfung des Kundenbereichs mit dem Werkstattbereich ausgelegt.
Heizung und Kühlung der Gebäude Showroom und Werkstatt erfolgen autark ohne Anschluss an Energie-versorger über 5 Wärmepumpen und eine Photovoltaikanlage mit Fußbodenheizung und Bauteilaktivierung der Bodenplatte im Werkstattbereich. Das Gewerbegebäude erfüllt den Standard Effizienzhaus 55. Die Dachflächen sind begrünt.
Eine besondere Herausforderung stellte die Lage der Grundstücke im Bereich der ehemaligen Lipps-Grube mit einer durchgängigen Tiefe von ca. 6 m dar. Hier mussten umfangreich erheblich belastete Böden entsorgt werden

Mit insgesamt 3.750 m² Nutzfläche beherbergt der 3-geschoßige Neubau 550 m² Büro- sowie 2200 m² Produktions- und Lagerflächen.

Die realisierte Produktions- und Büroerweiterung ist die erste Etappe in einem Ausbauszenario zur Schaffung eines neuen „Dr. Grandel“ Headquarters. Als Ausgangslage der Gesamtplanung rückte der städtebauliche Kontext des neuen Firmensitzes in den Mittelpunkt. Das Dr. Grandel-Gebäude orientiert sich am baulichen Bestand im Umfeld und beabsichtigt damit einen Abschluss bzw. eine Präzisierung des öffentlichen Raumes.

Der innerstädtischen Lage gemäß, entwickelte sich das neue Objekt aus der Typologie eines Verwaltungsbaus. Als nahezu orthogonal zur Straßenflucht gestreckter Baukörper, greift der Firmensitz zuerst die Kamm- und Hofstrukturen der Hochschule auf und schließt diese zum bestehenden Betrieb Dr. Grandel ab. Die Unternehmenszentrale bildet den Abschluss des parkartigen Areals der Hochschule; dabei verstärkt es den Campus-Charakter dieser. Der bestehende Industriebau der 1970er und 1980er Jahre wird von Dr. Grandel ausgeblendet.

Durch das Bilden einer klaren, räumlichen Grenze bei gleichzeitigem „Vorspringen in den Straßenraum“, wird der zurückgesetzte Neubau der Hochschule betont.

Der realisierte Dr. Grandel-Firmensitz verdeutlicht den Übergang zwischen dem innerstädtischen Bereich mit seinen öffentlichen Funktionen zur Wohnbebauung gegen Osten.

Die nächste Etappe ist ein genehmigtes, in der Grünanlage gelegenes Parkdeck. Zwischen der bestehenden Produktion und dem Parkdeck am Abschluss, liegt ein projektierter Verwaltungskörper.

Im Inneren des Neubaus werden Besucherinnen und Besucher über einen Rundgang durch die Eingangshalle an der Produktion vorbeigeführt. Der markenbildende „Beauty Walk“ des Kosmetikherstellers bietet Einblicke in die Herstellung der hochwertigen Kosmetika unter Sauberraumbedingungen, ohne diesen betreten zu müssen.

Die Architektur des Bauwerks „Dr. Grandel“ wird demnach nicht nur dem Anspruch der Konkretisierung des Stadtbildes im Kontext des baulichen Bestandes gerecht; das Objekt steht gleichermaßen als Sinnbild der hohen Qualitätsansprüche des Unternehmens. Peneder Business Bau beweist damit die Fähigkeit, erfühlte Begehrlichkeiten des Kunden umsetzten zu können und gleichzeitig ein Gebäude zu erschaffen, das vermag, ein städtisches Gesamtbild abzuschließen.

Das Betriebskonzept des neuen Gebäudes umfasst einen medizintechnischen Vollbetrieb mit den Betriebsfunktionen Forschung, Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Verwaltung. Diesen Funktionen entsprechend verfügt das Gebäude über vier grundsätzlich verschiedene Arten von Nutzflächen für den Geschäftsbetrieb innerhalb des Gebäudes: Büro, Labor und Produktion, sowie Lager und Logistik.

Ziel des Bauvorhabens war, die auf unterschiedliche Gebäude in der Stadt verstreuten Betriebsräume zusammenzufassen und in einem gemeinsamen Haus zu bündeln. Neben rein funktionalen Vorteilen – kompakter Gebäudebetrieb (technisch, organisatorisch, Unterhaltungskosten betreffend), kurze interne Wege und örtliche Auffindbarkeit, hatte die Bündelung von Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb in einem gemeinsamen Haus eine identitätsstiftendeWirkung. Es galt die Philosophie des Unternehmens architektonisch umzusetzen, die von der Partizipation aller Mitarbeiter an der Entstehung und dem Vertrieb seiner High-Quality-Produkte geprägt ist – in welchem Teil des Prozesses diese auch immer beschäftigt sind

Kommunikation“ war der zentraler Leitgedanke. Kommunikation als Basis für die Kooperation aus Forschung, Entwicklung, technischer Umsetzung und den Anforderungen, welche Produktion und Vermarktung stellen.

Dieser Anspruch an gute Vernetzung wird im Gebäude besonders im Erschließungskonzept, der Abfolge von Flächen zum Arbeiten, Relaxen, zum Treff und Austausch umgesetzt.

Um den technischen Charakter des Gebäudes, als Entwicklungs- und Produktionsstätte von Hightech-Produkten zu unterstreichen, wurden die Fassaden mit Metallelementen eines Herstellers für Industrie-Systemfassaden ausgeführt. Obwohl es sich um ein erprobtes, robustes und relativ preiswertes Produkt handelt, sollte die Anmutung der Flächen hochwertig und der Außendarstellung des Unternehmens entsprechend angemessen ausgeführt werden.

Die hochwertige Wirkung wird vor allem durch die sorgfältige Setzung und Detaillierung der Fugen, Sicken und Stöße zwischen den Metallpaneelen, sowie durch die Addition von scharfkantig gefalteten Elementen als feststehender Sonnenschutz.

Die Bauteile sind eine bewusste Reminiszenz an Aufsatzprodukte Invasiv medizinischer Geräte, welche im Unternehmen gefertigt und „Clips“ genannt werden. Diese transportieren das Credo der Ovesco Endoscopy AG nach außen: Innovation und Präzision.

Der Neubau umfasst eine Montagehalle und ein Bürogebäude, welches mit einer umlaufenden Fensterfront den Verwaltungsbereich klar von der Produktion abgrenzt und für moderne und helle Arbeitsräume sorgt. Dem zweigeschossigen Büro- und Verwaltungsbau ist eine Produktionshalle angeschlossen, in der sich die Lagerbereiche und die Montagehalle für die Herstellung der Kälteanlagen befinden.

HHP Hartwich Huber Poll Architekten GmbH mit Pharmaproduktionsgebäude der Firma Takeda GmbH in Singen. Die Aufgabenstellung für das Planungsteam, das auch aus einer großen Zahl von Fachplanern bestand, war die Entwicklung eines Gebäudes, in dem sehr komplexe Produktionsabläufe, die meist in Reinräumen erfolgen, auf mehreren Ebenen unterzubringen, um ein kompaktes Gebäude auf einer Restfläche, zwischen Bestandsgebäuden, unterzubringen.

Das Gebäude musste in die Logistikspange mit zentralem Materialförderband zum Hauptlager angebunden werden. Die Produktionsabläufe waren durch verglasten Flurwänden flurseitig einsichtbar zu machen.

Da das Gebäude mitten zwischen andere Produktionsgebäude einzufügen war, musste bei der Gründung auf eine erschütterungsarme Bohrpfahlgründung zurückgegriffen werden. Das umfangreiche Lastenheft wurde in einem Entwurf umgesetzt und es entstand das Produktionsgebäude W35/W36.

Der interne Kürzel W35/W36 steht für ein Gebäude, in dem ein Impfstoff für eine der großen Plagen der Zeit produziert werden soll, sobald die Zulassung dazu erfolgt. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist von der Infektionskrankheit betroffen, die nach WHO zu den 20 unterschätzten Krankheiten der Weltbevölkerung zählt.

Das Gebäude hat eine Kubatur von ca. 110.000 m³ und stellt somit einen großen Komplex in einem klein gegliederten Industriegebiet dar. Damit die tatsächliche Größe des Gebäudes nicht auf den ersten Blick erkannt wird, sind jeweils mehrere Geschosse zu einem Geschoss so zusammengefasst worden, damit aus einem Gebäude mit 8 Ebenen, incl. Untergeschoss optisch ein Gebäude mit 3 Geschossen wurde, die für den Betrachter weitaus kleiner erscheinen als es in Realität tatsächlich ist. Das Auge des Betrachters setzt bekannte Strukturen wie Geschossigkeit eines Gebäudes mit geistig hinterlegten Proportionen zusammen und realisiert somit ein bedeutend kompakteres Gebäude.

Aus dem vorgegebenen Produktionsablauf und der dafür notwendigen Platzierungen der Technik entstand ein Gebilde, dass eine zerklüftete Kubatur aufwies, die mit gestalterischen Maßnahmen so geordnet werden konnte, dass ein nahezu homogener Kubus entstand.

Die technischen Anlagen die zwingend im Freien stehen müssen, wurden mit Textilen Strukturen, die eine gewünschte Durchsicht aufweisen, überspannt. Diese Art von Sichtschutz lässt ein raumbildendes Element entstehen, das das gesamte Raumgefüge zusammen führt wodurch und die sehr einfache Gebäudeform entsteht.

Die Hülle des Gebäudes konnte somit sehr einfach gestaltet werden, was die Verwendung von großformatigen Ganzglasplatten zuließ. Die Oberfläche des Gebäudes ist damit eine leicht zu reinigende Struktur die später recycelt werden kann, da der Grundstoff Glas in einer sehr reinen Form vorliegt.

Die Umgebung, die für ein Industriegebiet sehr grün vorhanden ist, spiegelt sich in der Fassade im wahrsten Sinne des Wortes wider. Die Stimmung des Hegaus mit der häufigen Wolkenbildung wird direkt als Reflektion in der Fassade widergegeben.

Da die Produktion für 24/7 ausgelegt ist, wurde das Nachtdesign in die Ausarbeitung des Entwurfs einbezogen, damit auch im Dunkeln die einzelnen Gebäudeteile außen klar ablesbar und verständlich sind. Das Gebäude befindet sich parallel zu einer Einfallsstraße und markiert somit den bebauten Rand des Industriegebiets der dadurch besonders im Dunkeln zu erkennen ist, da die restlichen Industriebauten nachts nicht beleuchtet sind.

Die Fundamente des Gebäudes sind auf Grund der schlechten Bodenverhältnisse mit einer Pfahlgründung versehen. Die Struktur selbst ist eine Stahlbetonstützenkonstruktion mit Stahlbetonflachdecken, die in einigen Geschossen partiell gegen Stahlkonstruktionen ausgetauscht wurden. Im eigentlichen Dachgeschoss, das ein reines Technikgeschoss darstellt, wurde auf eine leichte Stahlkonstruktion als Dachtragwerk gewechselt.

Die Versorgung des Gebäudes mit den notwendigen Medien erfolgt über die Technikgeschosse mit den direkten Verbindungen zu den Produktionsgeschossen, die somit im Wechsel zueinander angeordnet sind und dadurch die kürzeste mögliche Verteilung ermöglichen.

Zur Energieeinsparung wird in kleinen Teilen das in Zisternen gepufferte Regenwasser verwendet, soweit die Produktionsprozesse dies zuließen. Ansonsten ist die Hülle mit sehr niedrigen U-Werten ausgeführt worden.

Die nachträgliche Bestückung der einzelnen Produktionsebenen von außen wird durch ein variables Plattformsystem gewährleistet, das so aufgebaut ist, dass jede der Plattformen unabhängig ausgebaut werden kann, um die Einbringung schwerster Gerätschaften bis 30 t in die oberen Geschossen ermöglichen zu können. Die dahinterliegenden Fassadenelements sind als öffenbare Tore in der bestehenden Fassadenrasterung konzipiert, dass diese nicht als solche erkannt werden.

Im Inneren des Gebäudes sind große Teile in den verschiedenen Reinraumklassen ausgeführt, die der Zulassung des Produktionsprozesses geschuldet sind, gleiches gilt für die Ausführung der Lüftungsanlagen und anderer technischer Anlagen, die hier nicht näher beschrieben werden.

Neben den Produktionsstätten mit deren Sanitärzonen sind auch die dafür notwendigen Bürostrukturen um diese Bereiche mit transparenten Glasflächen angeordnet, damit die Sichtbeziehungen direkt bestehen. Eine ganzheitliche Transparenz für Mitarbeiter und Besucher während der Produktion wurde von Anfang an angestrebt.

Das Gebäude wurde im Herbst 2019 feierlich übergeben und seit dem laufen die Zulassungsprozeduren für die Produktionsfreigabe des darin demnächst gefertigten Impfstoffes.

Die Planung erfolgte im 3D Modell und wurde per IFC Dateien an die beteiligten Fachingenieure und Bauherrn weitergeleitet, damit deren Planungen und Revisionsunterlagen darauf abgestimmt werden konnten.

Die Firma HERMA hatte in der Vergangenheit Standortlösungen für notwendige Erweiterungsabsichten in Asien, Europa, sowie am Standort Filderstadt untersucht. Mit dem Erwerb des Gutperle-Areals in Filderstadt hat der in drei Geschäftsbereichen (Haftmaterial GBH, Etiketten GBE, Etikettiermaschinen GBM) operierende Selbstklebespezialist eine in mehrfacher Hinsicht zukunftsweisende Entscheidung getroffen.

Ohne Versiegelung neuer Flächen, konnte eine in weiten Teilen brachliegende Industriefläche sinnvoll und nachhaltig genutzt werden. Das Areal, in direkter Nachbarschaft zum bestehenden Stammsitz, generiert Synergieeffekte in allen Aspekten der Geschäftsstruktur. Zukünftige Expansionsmöglichkeiten aller Geschäftsbereiche sind in einer Masterplanstudie angedacht worden.

Die vorgefundene Situation lässt sich als ziemlich unvermitteltes Aufeinandertreffen eines großen Industriebetriebes mit starker Verkehrsbelastung und einer kleinteiligen, dörflichen Baustruktur beschreiben. Dorf und Gewerbe – ein archetypisches Problemfeld, für das hier eine gleichermaßen praktikable wie architektonisch hochwertige Lösung erarbeitet wurde. Die vorher über das gesamte Werksgelände verteilten Verwaltungsbereiche der Firma wurden nun im Sinne der Betriebsstrukturen optimiert zusammengefasst.

Zentrales Anliegen unseres Entwurfs für ein neues Verwaltungsgebäude der PWO AG war uns deshalb, eine auf städtebaulicher wie auch funktionaler Ebene wirksame, gut austarierte Schnittstelle zwischen den gewaltigen Dimensionen der Werkanlage und der Kleinteiligkeit der dörflichen Bebauung von Stadelhofen zu entwerfen.

Wir verzichteten bewusst darauf, einen weithin sichtbaren Eyecatcher mit großen Prestigeambitionen auf der grünen Wiese zu planen, sondern engagierten uns – auch im Interesse von Nachhaltigkeit und Ökologie – die beengten Ressourcen im Norden des Werksgeländes, quasi mitten im Dorf gelegen, optimal zu akquirieren; dort wo vor hundert Jahren die Firmengeschichte ihren legendären Anfang als Luftpumpenwerk nahm.

Neben den städtebaulichen Notwendigkeiten war es Zielvorgabe, den Schwerlastverkehr, der vorher durchs Dorf zum Werk donnerte, aus dem Ort herauszubringen. Es galt also, eine Großform mit 70 Metern Länge, die Raum für 150 Mitarbeiter bieten sollte so zu gliedern, dass ein Anschluss an die kleinteilige Umgebung stattfinden kann, ohne den Anspruch auf eine sich überzeugend artikulierende Gesamtform aufzugeben. Es sollte ein Gebäude entstehen, das groß und klein zugleich ist.

Das vierstöckige Bauwerk reduziert seine Masse durch ein eingezogenes Sockel- und ein zurückgestuftes Attikageschoss optisch wirksam auf zwei Stockwerke, deren üppige Glasflächen von einem kraftvollen Rahmen gefasst werden. Ein fest installierter Sonnenschutz detailliert die rießigen Verglasungen, schafft eine feine horizontale Schichtung und verhindert den Eindruck eines klotzigen Glaspalastes, der meist mit ziemlicher Härte in die Umgebung strahlt.

Ein lichtes, komplett bis oben durchgestecktes Foyer empfängt den Besucher mit eleganter Geste, wozu vor allem eine filigrane Treppenanlage, die raumbetonenden, nach oben entschwindenden Lichtsegel und auch der gläserne Aufzugsturm beitragen. Quadratische Bodenfließen in einer stattlichen Abmessung von 120 cm evozieren Großzügigkeit beim ersten Eindruck.

Die Arbeitsbereiche sind geprägt von kommunikativ konzipierten Großraumsituationen, die durch intime, schallabsorbierende Ruhe- und Gesprächsinseln einen individuellen und phantasievollen Gegenpool erhalten.

Von den Terrassenflächen des zurückspringenden Attikageschosses lässt man den Blick nach Süden über das gesamte Werksgelände gleiten oder aber man entspannt die Gedanken beim Weitblick nach Norden über die Dächerlandschaft von Stadelhofen bis zu den Höhenzügen des Schwarzwalds.

Das in seinen Rundungen frei geformte hölzerne Restaurant, erhält so ein schützendes Dach unterhalb des 33 Meter breiten „Baldachins“. Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden ausreiseseitigen Flugdach für die LKW Betankungen bilden diese beiden Bauwerke das Tor nach Vorarlberg. Die weißen Stützen und das Weiß der Dachuntersicht verschmelzen sanft miteinander. Dadurch wird am Tage ein starkes Zeichen gegen den Himmel gesetzt, in der Nacht hingegen fungiert die weiße Dachuntersicht als riesiger Lichtreflektor zur Beleuchtung der Gesamtanlage.

Zum einen sorgt die neue Logistikhalle – 51.000 m² BGF – mit aktuellster Lager- und IT-Technik für hocheffiziente Abläufe; zum anderen bietet das spektakuläre Ausstellungsgebäude Raum für Anwendungsbeispiele, Beratungsinseln und einer multifunktionalen Fläche.

Gute Integration in die Umgebung

Verkehrstechnisch gut angebunden liegt das Zentrallager in einem Industriegebiet an der A81 und der B464. Die Anordnung der Gebäude ist dem langen und schmalen Zuschnitt des Geländes angepasst. Die Lagerhallen nehmen fast die gesamte Breite des Grundstücks ein; jedoch verjüngen sie ihre Form zum Verwaltungsgebäude, dem „Kopf“ des Ensembles, der alles überragt.

Ausgewogenheit von Gestalt und Funktion

Das viergeschossige Ausstellungsgebäude mit seiner offenen Glasfassade und dem Glaskubus befindet sich an der Spitze des gesamten Komplexes. Dem gegenüber steht die ca. 280 m lange relativ geschlossene Fassade des Logistikzentrums. Die Architekten haben die beiden Gebäudeteile so miteinander verbunden, dass ein homogenes Gebilde entstehen konnte, die Funktionen aber nach außen sichtbar blieben.

Ökonomie der Konstruktion

Trotz der unterschiedlichen Nutzungen der Logistikhallen konnte ein einheitliches Raster fast durchgehend verwendet werden. Für eine kurze Bauzeit wurde mit vorgefertigten Bauteilen gearbeitet und durch Verwendung von Trapezprofilen auf eine zusätzliche Hinterlüftung verzichtet.

Ein unterirdischer Wassertank versorgt das komplett mit Sprinkleranlagen ausgestattete Gebäude. Riesige Kassettenelemente prägen die Fassade des Verwaltungstrakts. Kurze Bauzeiten, die Verarbeitung vorgefertigter Elemente, der Einsatz weniger, hochwertiger Materialien, sowie die einfache Form der Baukörper trugen dazu bei, dass das Projekt ökonomisch rentabel abgeschlossen werden konnte.

Nachhaltigkeit

Nachhaltige Gebäude zeichnen sich u.a. durch Flexibilität aus, weil sie über lange Jahre veränderbar sind und somit dauerhaft bestehen können: In einem Teil des 1. Obergeschoss wurde ein Zwischengeschoss realisiert, das für einen Personalzuwachs als Büroeinheit ausgebaut werden kann. Des Weiteren garantieren Ladestationen für Elektroautos, Intelligente Lichtlösungen, sowie Oberlichtbänder in den Hallen eine positive Energiebilanz.

Hightech-Unternehmen, das innovative, hochwertige Fassaden- und Glaskonstruktionen herstellt, die weltweit im Einsatz sind. Ein weiterer Unternehmensschwerpunkt ist die Entwicklung alternativer Antriebskonzepte und die Produktion von elektrischen Energiespeichern.
Seit 2011 entwickelt die Firma ihren neuen Firmencampus im Gewerbegebiet Lerchenäcker in Backnang. Die architektonische Grundidee basiert dabei auf einem sehr klaren, modular aufgebauten Gestaltungskonzept, das sowohl in der städtebaulichen Anordnung der Gebäude, als auch im Design und den konstruktiven Details der einzelnen Gebäude zum Ausdruck kommt.

Für alle Gebäude und ihre städtebauliche Anordnung wurde ein klar strukturierter, modularkonstruktiver und additiver Baukasten entworfen, der sowohl den gestalterischen als auch betrieblichen Ansprüchen Rechnung trägt. Mit wenigen standardisierten und elementierten Bauteilen können Gebäude mit unterschiedlichen Größen- und Nutzungsanforderungen gebaut werden.

2018 wurde die dritte Produktionshalle mit einer Nutzfläche von ca. 15.000 m² errichtet. Die große zusammenhängende Fläche der Halle mit konstruktiven Spannweiten von 24 x 24 m in Stahlbauweise, wird damit fast stützenfrei gehalten und bietet eine maximale Flexibilität für wechselnde Produktionsprozesse. Die Fassaden basieren auf einem 6 Meter Konstruktionsraster und sind als Ganzglasfassaden mit dreifachverglasten Einzelscheiben mit einer Größe von 6,00 x 2,20 m ausgeführt. Durch diese konsequente Tageslichtnutzung entstehen anspruchsvolle Industriearbeitsplätze, die eine hohe Arbeitsplatzqualität und Ausblicke in die schöne landschaftliche Umgebung und die anspruchsvoll gestalteten Freiflächen bieten.

In der Halle befindet sich ein zweigeschossiger Büroeinbau, der freistehend im Haus-im-Haus-Prinzip errichtet wurde und alle nicht-produktionstechnischen Funktionen vereint, mit Laborarbeitsplätzen und Besprechungsraum im Erdgeschoss und dem technischen Büro im Obergeschoss. Außerdem befinden sich hier die Sozialräume mit Umkleiden, Kantine, Sanitärbereichen und einem Fitnessraum.

Organisatorisch ist jede Halle auf dem Firmengelände damit ein eigener autonomer Sub-Kosmos. Zur thermischen Konditionierung der Halle werden Bauteil- und Speicheraktivierung des Hallenbodens für Niedertemperatursysteme (Fußbodenheizung und -kühlung), in Kombination mit aktiv betriebener Nachtabsenkung im Sommer genutzt. Zum konsequenten Einsatz kommt auch ein bivalentes und regeneratives Energiesystem mit zwei erdgasbetriebenen BHKWs, das die Hallen mit Strom, Fernwärme und Kälte versorgt. Ab Mitte 2020 werden die Hallendächer außerdem vollflächig mit Photovoltaik ausgerüstet, um sich weiter dem mittelfristigen Ziel der weitgehenden Energieunabhängigkeit anzunähern.

Die in Verbindung mit der PV geplante Stromspeicherung in Großbatterien soll dann einen betrieblichen Zweitagesbedarf puffern. Die neue Fertigungshalle ist ein weiterer Baustein der Riva GmbH Engineering für einen modernen Firmensitz mit qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen, einer hohen Energieeffizienz und der als Referenzraum die eigenen Produkte erlebbar macht.

Für das neue Bürogebäude der international agierenden SAP haben wir gemeinsam mit dem Bauherrn bisherige Standards hinterfragt und ein Konzept entwickelt, das sowohl auf die Unternehmenskultur des Kunden, als auch auf die Anforderungen unserer Zeit reagiert und einem starken Unternehmenswachstum mit ebenso qualitätsvoller wie unkonventioneller Lösung begegnet: Die Architektur greift die modulare Idee in der Kubatur auf und entsteht vor dem Hintergrund eines agilen und kollaborativen Arbeitsplatzkonzeptes.

Das Stahlskelett des viergeschossigen Baukörpers wurde in der Werkshalle angefertigt und vor Ort errichtet, wodurch die Rohbauphase lediglich acht Wochen in Anspruch genommen hat. Die einzelnen Module gruppieren sich auf allen Geschossen zu zwei unterschiedlich tiefen und sich gegenüberliegenden Gebäudespangen, die an eine verbindende Mittelzone angegliedert sind. Dadurch entstehen zwei mit Glas überdachte Innenhöfe, die als vertikale Lufträume mit Aufenthaltsqualität dienen. Zusätzlich sind die gruppierten Module stellenweise zueinander verschoben, wodurch Balkonrückspringe entstehen und die Modularität des Gebäudes in seiner charakteristischen Architektur ablesbar bleibt. Auch die seriell gefertigte Lochblechfassade, mit welcher der Rohbau umschlossen wurde, unterstützt die Performanz des Industriellen. Die unterschiedliche – und anhand eines Sonnenstandmodells errechnete – Lochmusteranordnung verleiht den horizontal verschiebbaren Fassadenelementen nicht nur eine individuelle Gestaltung und hochwertige Optik, sondern dient gleichzeitig der Verschattung und ermöglicht dadurch den Verzicht eines Raffstores.

Eine gestalterische Hybridität ist dem Gebäude allerdings nicht nur von außen abzulesen, sondern zieht sich auch nach innen und wird zur formalen Visitenkarte der Architektur. Warme Materialien und dezent gehaltene Farben kontrastieren die kühlen, industriellen Elemente und spielen auch hier wieder mit der Kombination von Werk- und Maßanfertigung. Das Raumangebot leitet sich aus der programmatischen Vielfalt der Arbeitsprozesse im Unternehmen ab und berücksichtigt dabei die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter – die noch vor dem Entwurf durch nutzerzentrierte Ansätze analysiert wurden. Open Space Bereiche, Collaboration Spaces, Think Tanks und zahlreiche Sonderräume erlauben eine agile und flexible Nutzung der Fläche und unterstützen die Kreativität und Kommunikation der Mitarbeiter. Neben der Dachterrasse und dem Work-Café im Erdgeschoss ist die, sich auf jeder Etage befindende, Mittelzone das Herzstück des Gebäudes. Als Haupterschließung und „Social Hub“, werden hier zufällige Begegnungen und Ad-hoc-Besprechungen durch diese einladende Gestaltung forciert.

Fa. Schulz GmbH + Co. KG stellt Komponenten und Baugruppen für den Präzisionsmaschinenbau, die industrielle Messtechnik, Medizintechnik und für die Halbleiterindustrie her. Im Gewerbegebiet Schwabäcker in Welzheim fand das Unternehmen einen geeigneten Standort mit großen Erweiterungsmöglichkeiten. Neben der Produktionshalle, einem Messraum und Reinräumen wurden Verwaltung und Sozialräume in einem Neubau untergebracht.

Die Hangsituation ausnutzend wurde der Verwaltungs- und Feinbearbeitungsbereich überwiegend zweigeschossig konzipiert. Die großzügig verglaste Halle ermöglicht den Blick in die Landschaft und schafft so eine angenehme Arbeitsatmosphäre.
Das äußere Erscheinungsbild mit den blau-türkis eloxierten Lamellen des Verwaltungstrakts sind architekturbestimmender Ausdruck der Technologie des Unternehmens.

Die innere Organisation des Gebäudes spiegelt sich in den drei Volumina der Baukörper wieder, Verwaltung mit Sozialräumen als Stahlbetonkörper, Anlieferung und Produktionshalle als stützenfreier Stahlbau.

Der Stahlbetonbau bildet als zweieinhalb-geschossiger Riegel den städtebaulichen Abschluss des Gewerbegebiets, das dem Naturschutzgebiet Schwäbischer Wald gegenüberliegt.  

Die Produktionshalle ist innenräumlich bestimmt durch eine raumhohe Pfosten-Riegel-Glasfassade über die gesamte Hallenbreite, die wie ein überdimensionales Bild der Landschaft bis tief in das Gebäude hineinwirkt. Strukturbildende Stahlschwerter an der Außenfassade spielen mit Licht und Schatten.

Der silberne Baukörper der Anlieferung legt sich L-förmig auf den Verwaltungsbau. Die eigentliche Anlieferung liegt zurückgesetzt unterhalb des Dachs und bildet an den Schnittstellen zu den anderen Gebäudeteilen Eingang und Erschließungsflächen.

Die äußere Hülle des Verwaltungsgebäudes findet in Unter- und Obergeschoss seine materielle Entsprechung der Primärkonstruktion durch die Sichtvorsatzschale aus Stahlbeton. Die Fassade des über die anderen Geschosse hervorstehenden Erdgeschosses ist als massiver Quader mit dunkel verputzter Außendämmung bestimmt durch blau-türkis eloxierte, zumeist starre Aluminiumgroßlamellen, die durch die Ausrichtung der Fassade nach Norden als nachhaltiger außenliegender Sonnenschutz dienen und sowohl außen- als auch innenräumlich identitätsstiftend wirken.

Auf dem Dach der Produktionshalle befindet sich eine vollflächig installierte PV-Anlage, über die das Unternehmen in erster Linie Strom für den Eigenbedarf erzeugt. Die hochwärmegedämmte Gebäudehülle und die innovative Gebäudeversorgungstechnik mit Wärmepumpen ermöglicht eine Unterschreitung der ENEV um 45%. Das Gebäude schafft so eine CO2– Einsparung von 88 to./Jahr.

Der Außenraum um das Gebäude ist gleichwohl materiell wie formal reduziert und funktional gestaltet. Bunt bepflanzte Streifen von bläulich blühenden heimischen Kräutern, und Sträuchern schaffen ein über das Jahr abwechslungsreiches und einladendes Bild im Eingangsbereich.

Im 2017 fertiggestellten „Center for Soft Nanoscience (SoN)“ auf dem Wissenschaftscampus in Münster forschen Biologen, Physiker, Chemiker und Molekularbiologen aus aller Welt. Die Architekten Kresings haben den markanten Riegel geschaffen, der unter sehr speziellen Bedingungen funktioniert, die nur ein maßgeschneidertes, hochfunktionales und hochtechnisiertes Gebäude bieten kann.

Das dreigeschossige Gebäude wirkt von außen wie eine technische Apparatur: silberglänzend, glatt, funktional und dynamisch durch die schräg verlaufende Fassade im Süden. Im Kontrast dazu steht das andere Fassadenende, das von einem wild blühenden Hügel umschlossen ist. Auf einer Gesamtfläche von fast 8.000 m² wurden 140 Arbeitsplätze geschaffen.

Die 100 Meter Länge des Institutsgebäudes betonen Fensterbänder in den Obergeschossen, der Baukörper selbst ist mit silbergrünschimmernden Aluminiumverbundplatten verkleidet.

Das SoN wird über ein großzügiges Atrium im abgeschrägten Fassadenende erschlossen. Die wissenschaftlichen Nutzungen des Erdgeschosses, der Reinraum, die Physiklabore und das Herz des Instituts, der Mikroskopiebereich, sind – ihren Lageanforderungen entsprechend – hintereinander angeordnet.

Große Gestaltungsspielräume hatten die Architekten hier nicht, vielmehr kam es darauf an, die jeweiligen spezifischen Gegebenheiten optimal zu organisieren. So erfordert der Reinraum eine deutlich über der Norm liegende Gebäudetiefe. Die fünf Labore für Versuche in partikelfreier Luft sind umgeben von einem Grauraum, der nur über Schleusen für Mensch und Material zuganglich ist. Um das Tageslicht trotz der großen Tiefe optimal zu nutzen, legten Kresings alle Büros an die lange Westflanke des Gebäudes. Den Laboren kam die große Gebäudetiefe sehr zugute, denn so sind die Computerarbeitsplätze am Fenster angeordnet, direkt dahinter und durch eine Glasschiebetür getrennt, liegen die Laborarbeitsplätze.

Gen Norden verschwindet der lange Riegel in einem ansteigenden Erdwall. Das eingeschossige Fassadenende steckt komplett in dem glasfaserbewehrten grünen Hügel, auf dem im Frühjahr der Mohn, im Sommer die Schafgarbe blüht. Draußen ist ein wenig Wildwuchs gestattet, aber in dem darin verborgenen Mikroskopiebereich gelten strengste Vorgaben. Der Wall reduziert die äußeren Wärmelasten und die magnetische Strahlung. Um Schallübertragung und Schwingungen zu unterbinden, ist der Bereich vom übrigen Haus vollkommen abgekoppelt und mit einem glasfaserarmierten Fundament separat gegründet. In einem der Labore kann die Bodenplatte auf Luftkissen gelagert werden, um ein vollkommen schwingungsfreies Podest für ein Spezialmikroskop zu bilden.

Das Stuttgarter Tor bildet den Auftakt für die Entwicklung des Stuttgarter Tor Quartiers innerhalb der City Nord in Reutlingen und übernimmt eine stil- und stadtbildprägende Funktion. Das Hochhaus-Projekt ist mit seiner atemberaubenden Aussichtslage und der Innenstadtnähe den Ansprüchen an modernes Wohnen und Arbeiten in spektakulärer Weise gerecht geworden.

Durch die drei gesonderten Zugangsfoyers werden dabei neue Maßstäbe für das Arbeiten und Wohnen gesetzt. Ein besonderes Merkmal ist dabei die klare Trennung der Nutzungen „Wohnen“ und „Gewerbe“. Das Wohnen im Stuttgarter Tor fängt bereits im Foyer an, welches durch sein einladendes Design dafür sorgt, dass man sich bereits beim Reinkommen wohlfühlt. Durch diese Trennung ist die gesamte Erschließung innerhalb des Gebäudes dergestalt strukturiert, dass die Wohnungseigentümer neben dem eigenen Hauszugang auch über ein eigenes Tiefgaragengeschoss und einen eigenen Aufzug verfügen. Mit dem ab dem Jahr 2020 entstehenden Hotel, dem städtischen Platz mit Mobilitätszentrum sowie weiteren vorgesehenen Büro- und Wohnimmobilien entlang der Burkhardt+Weber Straße ensteht ein komplett neues Stadtgebiet.

Der Slogan „Stuttgarter Tor – Zuhause mit Weitsicht“ unterstreicht wofür das Stuttgarter Tor steht. Ein Ort, an dem sich alle Menschen wilkommen und wohlfühlen werden – ein Zuhause nicht nur für die Nutzer sondern für jeden der eintritt.

Das Hochhaus hat mit seinen insgesamt 20 Stockwerken eine Höhe von rund 64 m erreicht. Auf einer Gesamtfläche von ca. 10.000 m² gibt es Büro- und Praxisräume, sowie Gastronomieflächen und Wohneinheiten mit einem Ausblick über Reutlingen bis in Richtung Stuttgart und Albtrauf. Hinzu kommt eine eigene Tiefgarage auf zwei Geschossen mit 81 Stellplätzen. Durch die zentrale Lage an der Ecke Burkhardt+Weber-Straße / Unter den Linden gegenüber des Hauptbahnhofs, verfügt das Stuttgarter Tor über ideale Infrastrukturanbindungen. Somit ist es möglich, mitten in der Innenstadt zu wohnen und zu arbeiten.

Weil die gebaute Struktur auch als Anschauungsbeispiel für die Anwendung der hauseigenen Produkte dienen soll, entsteht ein außergewöhnlich hoher Anspruch an die Qualität und Ausführung des Industriebaues.

Die Produktionshalle erstreckt sich über eine Länge von 114 m und eine Breite von 96,5 m. Diese enormen Dimensionen werden von einer fünfschiffigen Dachstruktur überspannt. Sie wird von acht 3,8 m hohen Fachwerkbindern getragen, die jeweils auf nur einer einzigen zentralen Stütze aufliegen.

Um mit schlanken, filigranen und leichten Konstruktionselementen arbeiten zu können, wird der Furnierschichtträger Baubuche GL75 aus regionalem Hartholz verwendet. Diese Wahl ist auch ein deutliches Signal für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Durch präzise aber auch couragierte Planungsarbeit in Verbindung mit einem innovativen Werkstoff ist es gelungen, das weltweit größte Dachtragwerk aus BauBuche zu realisieren.

Damit alle Kräfte im Fachwerkknoten aufgenommen und übertragen werden können, entwickelten die Tragwerksplaner einen reinen Kontaktanschlussknoten, der wie ein dreidimensionales Puzzle aussieht.

Über eine Platzsituation betritt man das offen und transparent gehaltene Eingangsfoyer, das durch eine eingestellte markante Treppenkonstruktion die unterschiedlichen Ebenen anbindet.

Durch die windende Struktur entsteht eine skulpturale Figur, die von einem Oberlicht im Dach abgeschlossen wird. Der Blick richtet sich automatisch zur Lichtquelle und lenkt die Bewegungen nach oben. Das Atrium dient so nicht nur als wichtiger Erschließungspunkt, sondern präsentiert sich auch als einladender öffentlicher Treffpunkt innerhalb des Gebäudes. Es entsteht ein Raum als Kommunikationszone mit Aus- und Einblicken.

Eine großflächig stützenfreie Konstruktion formt einen offenen Grundriss, der maximale Flexibilität und Variabilität für die verschiedenen Nutzungen bietet. Der Technologiebereich des Firmengebäudes der Walter AG umfasst öffentliche Präsentationsräume im Erdgeschoss, Seminar- und Fortbildungsbereiche in den Obergeschossen sowie eine Cafeteria im Dachgeschoss. Den einzelnen Nutzungsbereichen sind Terrassen und Loggien zugeordnet.

Der Kubus orientiert sich mit den inneren Nutzungen zu den Außenräumen und lässt die Inhalte des Unternehmens durch Form und Materialwahl direkt erfahrbar werden. Ein transparentes Fassadenkleid schafft vielseitige Blickbeziehungen mit dem Firmengelände. Hierfür kamen vorgehängte Lochbleche zum Einsatz, deren Öffnungen in Größe und Anzahl variieren und so ein abwechslungsreiches äußeres Gesamtbild erzeugen. Die gewählte Materialität, einer das Gebäude umhüllenden metallischen Plattenstruktur unterschiedlicher Durchlässigkeit ermöglicht differenzierte Belichtungssituationen und sorgt für die notwendige Verschattung der Innenräume.

Die Kompaktheit des Baukörpers wird durch großzügige Glasbänder in der Fassade akzentuiert. Geschützte, in die Gebäudestruktur integrierte Außenbereiche erweitern den Innenraum in Form von Loggien und Terrassen, die Platz für Austausch und Kommunikation abseits der Arbeit bieten. Mit dem gewählten Entwurfsansatz entsteht eine räumliche Klärung auf dem Grundstück, wachsen Bestand und Neuplanung zu einer Gesamtkonzeption zusammen und stärken in dieser Entwicklung den Corporate Identity der Walter AG.

Der neue Fußgängersteg über die Gerlinger Straße verbindet zwei Betriebsareale des Hauptsitzes der Firma TRUMPF in Ditzingen und soll den Mitarbeitern eine sichere Überquerung der viel befahrenen Landstraße ermöglichen.

Die Brücke ist eine leichte Schalenkonstruktion, die aufgrund der hohen Effizienz des Tragwerks aus nur 2cm dünnen, doppelt gekrümmten Edelstahlblechen hergestellt werden konnte. Der Schalenrand wurde zur Stabilisierung durch Aufkantungen verstärkt, welche sich zu den vier Fußpunkten hin verdrehen und dreieckige Lagerpunkte formen. Auf weitere Aussteifungen in der Schalenfläche konnte vollständig verzichtet werden. Der Nutzer läuft direkt auf der Stahlschale, die im Laufbereich rutschfest beschichtet wurde. In die Schale wurden dem Kraftfluss entsprechende Löcher mit TRUMPF-Lasermaschinen geschnitten. Die Größe und Dichte der Öffnungen orientiert sich dabei an dem Ausnutzungsgrad des Tragwerks. Im Bereich der Lauffläche wurden die gelaserten Öffnungen durch ca. 14.300 kleinere, mit Glas gefüllte Bohrungen ersetzt.

Die Brücke wurde vor Ort aus mehreren Einzelteilen zusammengeschweißt und per Schwerlastkran in ihre endgültige Position gehoben. Die Leichtigkeit der Brücke wird durch die sehr transparenten und entspiegelten Ganzglasgeländer noch unterstrichen.

Bei diesem Projekt wurden wir durch das Büro Barkow Leibinger
(Berlin) architektonisch beraten.

Die TTR Technologieparks Tübingen-Reutlingen GmbH, eine 100%-Tochter der L-Bank Baden-Württemberg, entwickelt zwischen Reutlingen und Tübingen einen Technologiepark mit dem Schwerpunkt auf Hochtechnologie-Produkten. Parallel zur B28 entsteht entlang der Gerhard-Kindler-Straße eine campusartige Parkanlage aus Einzelgebäuden in mehreren Bauabschnitten. Die Gebäude bieten für Existenzgründer und kleine Unternehmen multifunktionale Büroflächen. Die Grundrisse sind so konzipiert, dass im gesamten Gebäude neben normalen Büroräumen auch Laborräume bis hin zu Reinräumen betrieben werden können. 

Der fünfte Bauabschnitt definiert gemeinsam mit dem in den Jahren 2013 bis 2014 von uns realisierten vierten Bauabschnitt die zukünftige Mitte des Technologieparks in Reutlingen. Aufgrund seiner besonderen Lage und der optionalen gastronomischen Nutzung im Erdgeschoss zum Platz hin, wurde die für die Gründerzentren als Ideal empfundene H-förmige Grundrisstypologie im Bereich der zentralen Erschließung leicht modifiziert und weiterentwickelt. Der Neubau setzt dadurch bewusst von den sonst stark symmetrisch ausgebildeten Nachbargebäuden ab. Die U-Form des Baukörpers ermöglicht die Einteilung in flexible Mieteinheiten, die über den zentralen Kern erreicht werden. In den beiden oberen Ebenen ist die Ausbildung einer für sich abgeschlossenen Mietfläche in Ost, Süd und West Richtung möglich. Im Untergeschoss sind Parkplätze vorhanden, die über eine Schleuse direkten Zugang zum Foyer erhalten.

Der dreigeschossige Baukörper nimmt im vorderen Bereich und im 2.OG die Verwaltungs- und Mitarbeiterräume auf. Im Erdgeschoss schiebt sich eine zweigeschossige Halle in den Baukörper und verschränkt sich mit den restlichen Funktionen. Das Gebäude wird als schlichter langgestreckter Körper verstanden, der eine einheitliche Aluminium-Fassade erhält.

Teamtechnik ist als Anlagenhersteller weltweit präsent und mit seinen innovativen Produkten aus den Bereichen Photovoltaik, Automotive und Medizintechnik von einem 3-Mann-Unternehmen auf inzwischen über 1000 Mitarbeiter weltweit gewachsen. Nach stetigem Wachstum wurden zusätzliche Büroflächen für Forschung und Entwicklung benötigt. Der 2.600 m² große Bau ist eine moderne Denkfabrik für hochqualifizierte Ingenieure und repräsentiert zugleich das Headquarter für Kunden und Geschäftspartner aus der ganzen Welt.

Im heterogenen Umfeld des Gewerbegebiets wurde mit dem 4-geschossigen Gebäude ein markanter Ankerpunkt realisiert. Trotz Anbau an das vorhandene Bürogebäude, wirkt der klare und prägnante Neubau für ankommende Besucher als Solitär und gibt dem Firmenareal eine klare Ausrichtung.

Die Architektur der neuen Bürozentrale wird durch eine klar strukturierte Fassade mit präziser Detailausbildung geprägt. Ein repräsentatives Vordach leitet den Besucher in das helle, großzügige Foyer. Die vorhandene Topografie ermöglichte im Eingangsbereich eine großzügigere Raumhöhe als in den Erdgeschossflächen des Bestands vorhanden war. Das alle Geschosse verbindende Atrium mit Luftraum, Treppe und Glasaufzug unterstützt den großzügigen Raumeindruck des sonst äußerst kompakten und wirtschaftlichen Gebäudes.

In dem weit auskragenden Obergeschoss befindet sich das Kundencenter, in dem Konferenzen, Schulungen und Events für Kunden und Geschäftspartner veranstaltet werden.
Der Glaskubus ist mit einem Verbindungsbau an das bestehende Bürogebäude angeschlossen. In der zurückspringenden Gebäudefuge dominieren dunkelgraue Blechverkleidungen das Erscheinungsbild. Die hinterlüftete Kaltfassade besteht aus Aluminiumblechen vor einer thermisch getrennten Unterkonstruktion.

Der hochwertige Bürokomplex ist komplett klimatisiert, um die unterschiedlichen internen Wärmelasten abzudecken. Die Lüftungsanlage ist unauffällig in die Fassade integriert, ohne deren homogene Optik zu stören. Die repräsentativen Gebäudefronten sind ohne Öffnungsflügel festverglast. Um die geradlinige Architektursprache nicht zu stören, wurden Blend- und Sonnenschutz im Scheibenzwischenraum integriert. Trotz des hohen Verglasungsanteils kann der sommerliche Wärmeeintrag durch eine automatische Steuerung der Verschattung minimiert werden. Die Regulierung durch das Bussystem schließt eine individuelle Steuerung durch die Mitarbeiter dennoch nicht aus. In Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage werden die Anforderungen der EnEV weit unterschritten. Das energetisch optimierte Hightec-Bauwerk kongruiert harmonisch mit seiner Funktion als Denkfabrik und Think Tank eines Hochtechnologie – Unternehmens.

Das komplette Büro wurde während der Bauzeit in Containern untergebracht.

Nachdem dann die neue Halle und Container bezogen wurden, konnte Anfang 2018 der Abbruch erfolgen. Die ersten Rüttelstopfsäulen (Tiefengründung) wurden dann im Mai 2018 gebohrt. Die Fertigstellung für das Verwaltungsgebäude (ca. 400m² auf 3 Geschosse) und die Halle + Büros (ca. 1600m²) war dann im Juni 2019 (13 Monaten).

Technik: Wärmepumpe mit Betonkernaktivierung und Fußbodenheizung (heizen & kühlen); Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung; Klimanalage

Als weitere Funktionen waren eine Fahrzeugeinstellhalle für die Hausmeisterdienste, eine Betriebstankstelle und ein wettergeschützter Fahrradunterstellplatz zu integrieren.

Die verschiedenen Funktionsbereiche erfordern unterschiedliche lichte Höhen und fügen sich unter den zwei horizontalen Stahldachkonstruktionen in den ansteigenden Geländeverlauf ein. Stahlbetonkonstruktionen im unteren Gebäudebereich sind den robusten Alltagsanforderungen des Betriebs gewachsen und ermöglichen die konstruktive Einbindung in das Gelände. Als Wetterschutz und Dach dienen mit Photovoltaikelementen eingedeckte Shedkonstruktionen.

Mit dem Bau einer Straßenbahnanbindung werden zukünftig die Hauptzugänge des Campus direkt an dem Gebäudeensemble entlangführen. Es bildet damit den äußeren Abschluss des universitätseigenen Heizkraftwerks- und Betriebsareals. Spanngewebe aus dem Landwirtschaftsbau bieten als Fassaden den erforderlichen Wetterschutz der Hofflächen.

Konstruktionen und auch Betriebsabläufe bleiben durch die halbtransparenten Eigenschaften des Gewebes gefiltert erkennbar.

Diese Hüllkonstruktion umschließt den Neubau und eine bestehende Produktionshalle. Im Gebäude findet sich eine offene Arbeitswelt, ein Konferenzbereich mit Kantine und eine Produktionserweiterung. Die große Gebäudetiefe des Obergeschosses wird durch eingestellte Lichthöfe gelöst.

Grundidee des Haustechnikkonzepts ist ein robustes Gebäude mit einfacher Handhabung durch den Nutzer und hoher Flexibilität gegenüber Veränderungen in den Arbeitsabläufen. Die Fassade mit ihrem außenliegenden und trotzdem windstabilen Sonnenschutz sorgt zusammen einer Betonkerntemperierung mit Aktivierung der gesamten Speichermassen für eine bedienerfreundliche und wartungsarme Raumtemperierung. Die Zufuhr von Frischluft im Quellluftverfahren kann sich auf den hygienisch notwendigen Luftwechsel beschränken und vermeidet unerwünschte Zugerscheinungen. Die Geometrie des motorisch betriebenen Sonnenschutzes ermöglicht in der geparkten Position eine störungsfreie Aussicht der Nutzer und bei Verschattung einen immer noch relativ hohen Tageslichteinfall.

WIKUS Spangenberg hat den Neubau pünktlich zum 60. Firmenjubiläum im Oktober 2019 unter dem Titel WI.com in Betrieb genommen.

Die Brutto-Grundfläche der Verwaltung beträgt 6.910 m2, die der Produktion umfasst 10.580 m2. Im Untergeschoss der Verwaltung befindet sich eine Tiefgarage mit 72 Stellplätzen sowie Lademöglichkeiten für 3 E-Autos und 6 E-Bikes.

Seit über 100 Jahren entwickelt und produziert die Karl Wörwag Lack- und Farbenfabrik hochwertige Lacke für unterschiedlichste industrielle Anwendungsbereiche. Die Innenraumgestaltung der Innenarchitekten Ippolito Fleitz Group spiegelt dies konzeptionell in lebendigen Farbspielen wieder. So wurden z.B. die Heiz-Kühldecken über den Arbeitsplätzen wie Farbfächer ausgebildet, welche nach außen und hauptsächlich bei Nacht in verschiedenen Farbtönen leuchten. Das Herzstück des Neubaus liegt im Erdgeschoss der Verwaltung und beinhaltet eine moderne großzügig gestaltete Versammlungsstätte mit einladender Kantine und täglich frischer Küche. Treffpunkt ist der „Coffee-Point“ – hier können sich Mitarbeiter und Kunden austauschen und unterhalten. Der Kantinenbereich lässt sich durch Drehflügel in den Stoßzeiten abtrennen um Geräusche und Gerüche zu minimieren. Im Empfangsbereich gibt es eine Lounge als Wartebereich sowie eine Ausstellungsfläche für Prototypen/Bauteile die mit den Farben der Firma Wörwag lackiert wurden. Umkleiden sowie Duschen für die Produktionsmitarbeiter sind im Verbindungsbau untergebracht. Der Außenbereich bietet weitere Besucherparkplätze sowie bis zu 26 Fahrradstellplätze. Im Sommer kann die außenliegende Terrasse auf der Südseite der Verwaltung auch bestuhlt werden um die Mittagspause im Freien zu verbringen. Alle Bereiche auf dem Grundstück, die das Gebäude umgeben, wurden vom Infrastrukturbüro Fritz Spieth geplant und großflächig begrünt u. a. mit Stauden, Sträuchern, Ahorn und Vogelkirsche.

In den drei Obergeschossen der Verwaltung befinden sich Büroflächen mit Arbeitsplätzen für 160 Mitarbeiter, Einzelbüros und Konferenzräume. Auf jedem Geschoss gibt es zwei Ankommenspunkte mit Garderobe und Teeküche sowie einen Druckerraum, Telefonboxen und Bereiche für informelle Kommunikation mit Sitzgelegenheiten. Die Arbeitsplätze liegen entlang der Glasfassade und verfügen über höhenverstellbare Tische, persönlichen Stauraum, eigene Beleuchtung und Akustikpaneele. Die Besprechungsräume liegen variabel verteilt in der Mitte der Fläche und lockern die Bewegung im Büroraum spielerisch auf. Sie verfügen über neuste Kommunikationstechnik und können über digitale Raumbuchungssysteme belegt werden. Im gesamten Gebäude wurden zur Verbesserung der Luftqualität immer wieder Pflanzen positioniert. Auf dem Dach der Verwaltung wurde zur eigenen Energiegewinnung eine großflächige Photovoltaikanlage installiert. Die Dachflächen aller Gebäudeteile sind extensiv begrünt.

Eine verglaste Brücke verbindet die Verwaltung mit dem Produktionsgebäude. Je Geschoss verfügt die Produktion über eine Fläche von etwa 3500 m2. Die Bereiche Lager, Logistik und Pigmentkommissionierung liegen im Erdgeschoss. Hier findet über 8 Sektionaltore in der Ostfassade die Be- und Entlieferung von Waren statt. Drei der Tore liegen im Tiefhof und sind für die in der Höhe variable LKW Anlieferung mit hydraulischen Ladebrücken ausgestattet. Ebenfalls auf der Ostseite liegt zentral platziert das Büro des Wareneingangs und der Zugang zum Haupttreppenhaus. Auf der gegenüberliegenden Westseite liegen jeweils die Technikräume für Elektroinstallation und Heizung-Lüftung-Sanitär. Die beratenden Fachplaner für die Technischen Gewerke sind das Ingenieurbüro LDS Stockhammer und Greipl + Roche. Im 1. Obergeschoss der Produktion befinden sich Lagerflächen für Leer-, Ein- und Mehrweggebinde sowie Palettenstellplätze. Alle Stockwerke sind über 2 großräumige Lastenaufzüge und einen Personenaufzug miteinander verbunden. Im 2. Obergeschoss sind die Abteilungen Paint Film (Folienplotten) und das Prüflabor eingezogen. Der innovative Bereich Paint Film schneidet und konfektioniert im neuen Gebäude bereits Spezialfolienprodukte für einen Großauftrag bei Volkswagen für das neue Elektroauto ID.3. Das unabhängige, akkreditierte Prüflabor wurde als zertifizierter Bereich ausgebildet und verfügt über anspruchsvolle technische Prüfgeräte, die hohe Qualitätsmaßstäbe auch von externen Firmen sichern. Dies setzte auch hohe Ansprüche im technischen Ausbau z.B. an ein konstantes Raumklima und Luftfeuchtigkeit. Das Labor prüft nach nationalen und internationalen Normen. Zu den Prüfungen gehören die chemische- u. physikalische Prüfung, Mikroskopie, Haftprüfung, Bewitterungstests, Steinschlag und Fotodokumentation.

Organisatorisch begleitet wurde der Bau von den Projektsteuerern NPS GmbH. Die Investitionssumme des Bauvorhabens beträgt 32 Mio. €. Die Umsetzung erfolgte innerhalb einer Bauzeit von zwei Jahren. Das Baubudget wurde eingehalten, die Wörwag Lack- und Farbenfabrik konnte das Gebäude wie geplant zum Jahreswechsel 2019/2020 beziehen.