Das Laborgebäude bildet den Kopf der Anlage, dreigeschossig, mit einem gläsernen Technikgeschoss, das wie eine Klammer den Bau umgreift. Zwischen den Teilen sorgen jeweils Innenhöfe für Ausblicke und gute Belichtung. Es entsteht eine netzartige Anlage, die bestmögliche Funktionalität, Orientierung und Besonnung zulässt. Viel Wert wird auf die Gestaltung gelegt, so daß ein Bau entsteht, der gut funktioniert und gleichzeitig ästhetisch überzeugt. Die Flexibiltität der Struktur ermöglicht eine spätere Erweiterung des AI-Logistik-Bereiches.

Für das ehemalige Werksgelände des Textilunternehmens Gaenslen & Völter im Zentrum Metzingens wurde eine stufenweise Umnutzung und städtebauliche Neuordnung entwickelt. Das durch die Holy AG erworbene, bisher unzugängliche innerstädtische Areal wird durch die Erschließung für die Öffentlichkeit nutzbar und durchgängig. Attraktive fußläufige Verbindungen sowie Grünflächen werten die über die Jahrzehnte heterogen gewachsene und funktional geprägte Struktur auf, schaffen neue Verbindungen zur Innenstadt und erweitern die bestehende Outletcity durch einen repräsentativen Platz, der zum Flanieren und Verweilen einlädt.

Damit Outletcity und Altstadt zu einem Stadtkern verschmelzen und räumlich zusammenwachsen, wurde das Netz aus öffentlichen Räumen, Plätzen, Straßen und Gassen ergänzt und verbunden. Als Strukturgeber und Orientierungslinie spielt dabei die Erms eine besondere Rolle. Durch die Öffnung des bisher auf weiten Strecken verdohlten Flusses entstehen wichtige innenstadt­nahe Grünräume. Die Erms wird so wieder erlebbar und zum öffentlichen sowie ökolo­gischen Rückgrat der Stadt. Wesentliche Bestandteile des neuen Areals sind der zentrale Platz und die Verlegung des Hugo Boss Outlets von der Kanalstraße. Verschiedene gastronomische Angebote komplettieren das Konzept – nicht nur für Outlet-Besucher, sondern auch für die Bewohner Metzingens. Neben einer neuen Tiefgarage mit etwa 240 Stellplätzen entstanden in den meist zweigeschossigen Neubauten sowie Bestandsgebäuden rund 9.500 Quadratmeter zusätzliche Verkaufs- und Bürofläche.

Gestaltbildendes Merkmal für das neue Zentrum in der Outletcity Metzingen sind die Arkaden aus Weißbeton, die die bewusst wertige Inszenierung des Platzes und der anliegenden Neubauten auch in der Materialwahl zum Ausdruck bringen. Als architektonisches Element ermöglichen die Arkadengänge eine vor Wind und Wetter geschützte Einkaufssituation. Im Bereich der gastronomischen Betriebe wurden die Arkaden abgewandelt und den jeweiligen Bedingungen angepasst. Über den neuen Platz hinaus vermitteln die Arkaden an den Schnittstellen zum bestehenden Outlet. Die Häuser bieten den angemessenen Rahmen für die exklusiven internationalen Modemarken aus dem Premium- und Luxussegment, die sie beherbergen – elegant und anspruchsvoll. 

Die Gemeinde Ebikon gehört zum aufstrebenden Gebiet Luzern Ost und liegt zentral zwischen den grossen Ballungszentren wie Zürich, Zug und Luzern. Ein Zentrum der Gemeinde fehlt bis zum heutigen Zeitpunkt. Es gibt keine öffentlichen Aufenthaltsflächen, welche von der Bevölkerung genutzt werden. Durch die Neugestaltung der Zentralstrasse entsteht ein zeitgenössisches urbanes Zentrum im Rontal und schafft Platz zum Leben. Die Idee ist als Alternative zu einem vorhandenen Tunnelprojekt gedacht. Studio UNITE entwickelte ein Zentrum für die Bevölkerung, welche etappenweise, mit günstigen Baukosten und bestehenden Brache liegenden Flächen erstellt werden könnte.

  1. Architektonisches Konzept
    Eine Fläche mit homogenem Bodenbelag verbindet die beiden Seiten der Zentralstrasse zu einer
    grossen zusammenhängenden Fläche. Für Fussgänger freundlich gestaltet, mit Aufenthaltsbereichen ausgestattet
    und dennoch in Verbindung mit öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln.
    z.B.: Keine Parkplätze am Fusse der Nagelfluh, keine hohen Bordsteine, keine Zwischeninseln
  2. Poetisches Konzept
    Eine «Wasserfläche», analog dem nahe gelegenen Rotsee (ein Naturschutz- und Nah-erholungsgebiet), nimmt das
    Zentrum ein und zieht kreisförmige Wasserwellen, die von den vorhandenen Denkmälern aus bildlich erzeugt
    werden: Seerosen aus Ebikons Geschichte.
  3. Historisches Konzept
    Mit diesem neuen, belebten Zentrum entsteht eine Freifläche, von der aus der historische Kern von Ebikon
    als prägendes Bild wahrgenommen wird. Dieses soll als geschichtliches Wahrzeichen in der Gemeinde
    verbleiben. Ebenso stellt Ebikon eine Analogie zur Akropolis von Athen dar, da der Nagelfluh als einen grossen
    natürlichen Sockel angesehen werden kann, der seine Monumente vom Rest der Stadt abhebt und in Szene setzt.
    Diese vorhandene Topografie ist aussergewöhnlich prägend und macht Ebikon zu einem einzigartigen Ort.
  4. Konzeptionelle Abstimmung
    Die Privatkraftfahrzeuge und alle mit der Strasse verbundenen Verkehrselemente dringen in das Bild des heutigen
    Ebikon ein und verunstalten es. Ebikon wirkt wie eine Durchfahrtsstrasse, kein Ort an dem man sich aufhalten
    möchte.
    Der Durchgangs-Verkehr wird mit einer Zentrumsgestaltung mit lebenswerten Räumen aufgewertet. Es
    entsteht eine sauberere urbane Szene, welche die historische Identität angemessenen würdigt und
    miteinbezieht.
    z.B.: Parkplatzgestaltung, aufgeräumtes Signalisationskonzept, Füssgängerbereiche, Freiflächen, Verkehrskonzept
  5. Sonnenverlauf
    Die Sonne ist die Quelle des Lebens. Mit einer CAD Software hat Studio UNITE ein digitales Modell
    des Sonnenverlaufs erstellt und dieses ausgewertet. Die Westseite (Nagelfluh-Seite) der Zentralstrasse weist
    viel mehr Sonnenstunden pro Jahr auf, als die gegenüberliegende Ostseite (Ladengasse- Seite).
    Aus dieser Erkenntnis, welche auf persönlichen Erfahrungswerten und Beobachtungen basierte, ist die beidseitige
    Verbreiterung der Trottoire und die Aktivierung bzw. Umgestaltung von Brache liegenden Parkplatzflächen in
    hochwertige Aufenthaltsbereiche entstanden. Kombiniert mit der Aufwertung des Nagelfluh und gezielten
    Eingriffen entlang und angrenzend zur Zentralstrasse ist eine ansehnliche Zentrumsgestaltung mit
    verhältnismässig geringen Investitionskosten möglich. Die Neugestaltung ist etappenweise umsetzbar und
    verhindert, dass Ebikon zur Jahrelangen Grossbaustelle wird (z.b. Tunnelprojekt Zentralstrasse)

Auf einer Gesamtfläche von rund 54 Hektar entstehen Büro- und Forschungsarbeitsplätze sowie Wohnungsquartiere, die in acht Bauabschnitten bis circa 2030 realisiert werden. Das erste von insgesamt acht Modulen mit einer Fläche von rund 100.000 m² wurde 2019 fertiggestellt. Wir wurden mit dem Masterplan und der Generalplanung für den ersten und zweiten Bauabschnitt beauftragt.

Als eigenständiger Stadtteil bietet der Campus neben öffentlichen Räumen und Dienstleistungen auch neuen Wohnraum für Erlangen. Das Zusammenspiel von öffentlichem Leben mit dem geschäftigen Treiben des Innovationsclusters von Siemens erzeugt eine urbane Dichte. Der Campus ist durchzogen von begrünten Boulevards, Plätzen und Parks, die Lebens- und Arbeitsraum im Freien bieten. An den Plätzen befinden sich Sonderbauten, die öffentliche Funktionen konzentrieren und sich durch ihre Form von der übrigen Bebauung abheben. Für den Siemens Campus wurde eine nachhaltige Blockstruktur entwickelt. Die Besonderheit liegt in der Teilbarkeit ihrer Flächen, um flexibel einzelne Flächen an andere Unternehmen vermieten und so die Entwicklungspotenziale des Stadtteils nutzen zu können. Die Blockinnenbereiche können je nach Nutzung individuell gestaltet werden. Zentraler Platz des Stadtteils ist das Siemens Forum, das vom denkmalgeschützten Ensemble aus einem Riegelbau mit vorgelagertem Wasserbecken dominiert wird. Flankiert wird das Ensemble vom Showroom und einem Wissenschaftsforum.

Im Oktober 2019 wurde der Grundstein für das Modul 2 gelegt, das auch das repräsentative Empfangsgebäude beinhaltet als zukünftige, zentrale Anlaufstelle für den neuen Campus. Das Empfangsgebäude sowie alle weiteren Gebäude des zweiten Abschnitts werden in der innovativen, nachhaltigen Holz-Hybrid-Bauweise errichtet. Innovativ ist außerdem die Planung mit BIM. Dank seriell vorgefertigter Elemente verkürzt sich die Bauzeit um ein Fünftel. Außerdem wird im Vergleich zur konventionellen Baumethoden 80 Prozent an CO2 eingespart.

Im Jahrtausend der Städte versuchen viele Firmen systemische Lösungen für nachhaltige Stadtentwicklung auf den Markt zu bringen. Wie besser könnte sich eine lokal verankerte, aber global agierende Firma repräsentieren als durch ein Stück lebendige Stadt, in der Produkte und Dienstleistungen ein natürlicher Teil des Alltags sind und so gezeigt, geprüft und verbessert werden können?

V-Zug als innovativer Hersteller von Haushaltsgeräten kann diese Vision konkret umsetzen, das Areal wird zum öffentlich einsehbaren Labor. Die Arealtransformation zum Tech Cluster Zug bedeutet für V-Zug nicht nur ein Portfolio von Immobilien, sondern durch die Ansiedlung verwandter Firmen und Start-Ups sowie von Wohnnutzungen auch ein Netzwerk von Beziehungen, Ideen und Lernmöglichkeiten, welches nachhaltig über die Zeit aufgebaut und gepflegt werden kann.

Dichte und Massstab urbaner Industrie

Der Entwurf für das TCZ weist eine hohe Dichte auf (AZ bzw. GFZ bis 3.0). Räumlich werden Produktion, Arbeiten, Wohnen und gemeinschaftliche Funktionen an einem engmaschigen Netz von Gassen, Plätzen und intimen Höfen angeordnet. Die Erdgeschosse bleiben dabei grossteils der Industrie vorbehalten, werden an Schnittstellen zur Stadt jedoch mit urbanen, publikumswirksamen Nutzungen ergänzt. Jedes Baufeld wird von mehreren, unterschiedlich hohen Gebäudetypologien gebildet, die rings um einen Hof zu einer Einheit zusammengeschlossen werden. Dies gewährleistet in den Gassen und Plätzen einen angenehm menschlichen Massstab trotz industrieller Grossformate.

Das Areal weist zwei verschiedene Typen von Freiräumen auf: Angrenzend an die umgebenden Strassen gibt es kleine städtische Plätze mit Baumgruppen, die als Schnittstellen mit der umgebenden Stadt fungieren. Hier befinden sich publikumswirksame Nutzungen und die Adressen der Firmen. Im Arealinneren gibt es von Aussen nicht direkt einsehbare, offene Platzflächen, die flexibel und informell nutzbar sind und auch der urbanen Industrie zur Verfügung stehen.

Transformation «am offenen Herzen»

Eine Arealentwicklung braucht Zeit. Noch länger dauert es aber Wertschöpfungsketten, Netzwerke und Stadtatmosphäre an einem Ort anzusiedeln und sich entwickeln zu lassen. Heute befindet sich ausschliesslich die Produktion der V-Zug auf dem Areal – in Zukunft wird sich diese auf etwa ein Drittel der Arealfläche konsolidieren und nur noch ein Player innerhalb des neu entstehenden Tech Cluster Zug werden. Schritt für Schritt wird das Areal freigelegt und öffentlich zugänglich, zunächst für Zwischennutzungen als Inkubatoren im Bestand, später für Neubauten.

In einem ersten Schritt wird in die existierenden Hallen das Gassen- und Platzgefüge der späteren Überbauung eingeschnitten und das Areal öffentlich zugänglich gemacht. Start-up Firmen finden hier erste günstige Flächen; schrittweise können existierende Hallen mit neuen Gebäudegruppen ersetzt werden. V-Zug agiert als Intendanz, so dass Beziehungen, Synergien und Potenziale in der Transformation nicht verloren gehen. Das Areal entwickelt sich zu einem Mosaik unterschiedlicher Möglichkeiten und Raumangebote.

Mit jeder verwirklichten Etappe verwebt sich der Technologiecluster mehr mit seiner städtischen Umgebung. Es wird offener und durchlässiger. Neue Mitarbeiter und Bewohner beleben das Quartier, haben Lunch im Tech-Café, lassen ihre Wäsche reinigen oder bringen den Nachwuchs in die Kita. In der Umgebung können sich in der Folge weitere kleine Dienstleister ansiedeln. Das TCZ dient als Vorbild für Produktion im urbanen Umfeld. Die Wertschöpfung im Quartier steigt.

Das Ziel der Transformation ist der CO2-freie Betrieb des Areals. Im Untergeschoss wird in einem das Areal vernetzenden Motherboard ein Energienetz gelegt, das an den See angeschlossen ist. Aufgrund der Mischnutzung können synergetische Effekte durch die Kaskadierung von Energieflüssen genutzt werden.

Nachhaltige Mobilität für das Quartier – versteckte Logistik im urbanen Umfeld

Das Areal ist ein Vorreiter für nachhaltige Mobilität. Der zum Tech Cluster gehörende Mobility Hub Zug Nord am Rande des Siedlungsgebiets fängt den MIV ab, von dort erreicht man das TCZ einfach zu Fuss. Ergänzend gibt es einen selbstfahrenden E-Kleinbus (derzeit in der Erprobungsphase mit Fahrer), der das TCZ direkt an den Bahnhof Zug anbindet. Der ÖV wird so gestärkt.

Das Mobility Hub weist im Erdgeschoss eine Ladennutzung und ein Bistro auf. Im 1.OG befindet sich eine Übergabestation für autonome Fahrzeuge, die selbständig in den weiteren Obergeschossen parken können. Von dort führt eine Fussgängerbrücke direkt weiter in die Stadt hinein und zum TCZ. Hosoya Schaefer plant den Mobility Hub, er befindet sich in der Ausführungsplanung und soll 2022 fertiggestellt werden.

Die Logistik urbaner Industrie belastet oft die Umgebung. Zwei interne, parallele Gassen mit Wende-Loops auf den inneren Plätzen wickeln den LKW-Verkehr im TCZ effizient ab, so dass empfindliche Stadtnutzungen nicht beeinträchtigt werden. Auf der Nordseite am Siedlungsrand gibt es eine zentrale Arealein- und -ausfahrt.

Ablauf und Stand der Planung 2020

Hosoya Schaefer gewann den Wettbewerb im Jahr 2013. Anschliessend wurden von Hosoya Schaefer drei mögliche Entwicklungsszenarien für das Quartier entwickelt, auf denen die Vorgaben des Bebauungsplans aufgebaut wurden. Dieser wurde 2017 verabschiedet. Seitdem wurde im Norden des Areals der flexibel nutzbare, mehrgeschossige Industriebau «Mistral» errichtet und 2019 fertiggestellt.

Im Bau befindet sich die neue Presserei der V-Zug, in Planung befinden sich das Bürogebäude «Zephyr» und der Mobility Hub. Der Transformationsprozess ist aufgrund der laufenden Produktion komplex – Hosoya Schaefer plant und koordiniert diesen Prozess für das gesamte Areal fortlaufend unter Einbezug aller Fachplaner. Das Planungsteam:

Das seit Firmengründung im Jahre 1893 in Bad Urach ansässige Unternehmen URACA ist einer der Pioniere im Bereich der motorbetriebenen Hochdruckpumpen. Das Familienunternehmen agiert flexibel und global und hat mit seinen Innovationen maßgeblich zur Weiterentwicklung der Pumpentechnologie beigetragen. URACA setzt konsequent auf den Standort Deutschland und bietet hier eine ungewöhnlich hohe Fertigungstiefe.

Integrierte Gesamtplanung Neuordnung des Standorts

Nach den Anfängen in einer kleinen Werkstätte in der Stadt war das heutige Firmenareal an der Sirchinger Straße im Jahr 1937 erworben und bezogen worden. Der Standort war in den zurückliegenden Jahrzehnten kontinuierlich ausgebaut worden und hatte in der räumlich beengten Situation die Grenzen der Expansionsmöglichkeiten erreicht.

Gemeinsam mit HANK + HIRTH Freie Architekten wurde die Neuordnung des Standorts entwickelt und eine Gesamtplanung erarbeitet. Der Masterplan wurde in mehreren Steps von 2009 bis heute realisiert. Dadurch konnten die Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte Produktion und Administration geschaffen und gewährleistet werden. Der Standort Bad Urach wurde durch Um- und Neubauten – bei laufendem Betrieb – konsequent neu geordnet und für die Zukunft und weitere Entwicklungen ausgerichtet.

Chronologie

2009
Erweiterung Produktionsbereich Schleiferei
BRI 15.740 m³ / BGF 1.900 m²

2011-13
Neubau Hauptverwaltung mit Kantine
BRI ca. 21.500 m³ / BGF ca. 6.400 m²

2013-14
Neubau Montagehalle BA 1 (Montage, Lehrwerkstatt und Versand)
BRI ca. 50.000 m³/ BGF ca. 5.400 m²

2015
Abbruch der alten Bestandsgebäude (Verwaltung/Produktion, gesamt ca. 28.000 m³)
Sicherstellung Hochwasserschutz (Verlegung des Nottenbachs, Bau der Fischtreppe und Spundwand)

2015-16
Neubau Montagehalle BA 2 (Reparatur)
BRI ca. 14.000 m³/ BGF ca. 1.200 m²

2019-20
Neubau Halle für Bearbeitungszentren (nach Abbruch Bestand ca. 5.000 m³)
BRI ca. 10.500 m³ / BGF ca. 1.300 m²

Architektur – Funktion und Gestaltung

Der U-förmig ausgebildete Baukörper des neuen Verwaltungsgebäudes empfängt Mitarbeiter und Besucher mit zwei weit geöffneten Gebäudeflügeln. Auf vier Ebenen sind Büros sowie Besprechungs- und Sozialräume angeordnet. Im Untergeschoss befinden sich Flächen für Haustechnik, Archive, Garagen etc.

Die Rasterkonstruktion mit Stützen und variabel versetzbaren Trennwänden macht die Flächen flexibel nutzbar, so dass auf geänderte Anforderungen jederzeit reagiert werden kann. Hoher technischer Standard und optimale Arbeitsbedingungen bieten dabei beste Voraussetzungen für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

Eine Bauteilaktivierung ermöglicht die Beheizung bzw. Kühlung der Räume über die Decken. Die Energie hierfür wird mittels Wärmepumpe aus dem Wasser des Nottenbachs gewonnen. In Verbindung mit der Abwärme aus dem Prüfstand können so mehr als 70% des Energiebedarfs abgedeckt werden. Nur zur Spitzenwertabdeckung (extreme Minusgrade) kommt für den Verwaltungsbau eine kleine Gas-Brennwertanlage zum Einsatz.

Automatische Lichtsteuerung, hohe Energieeffizienz, werthaltige Materialien und Baustoffe sind weitere positive Aspekte der Nachhaltigkeit und einer optimierten Ökobilanz.

Die Montagehalle, realisiert in zwei Bauabschnitten, bietet Flächen für Montage und Reparatur von Hochdruck-Plungerpumpen/Aggregaten, Industrieanlagen sowie Serien- und Zubehörteilen. Die Produktionsbereiche haben Deckenhöhen bis zu 13,5 m. Moderne Industriekrananlagen mit Traglasten von mehr als 60 to und die hohe Belastbarkeit der Bodenplatte bis zu 2,5 to/m² ermöglichen einen optimalen Workflow. Der schwierige Baugrund erforderte hier eine Tiefengründung mit bis zu 15 m tiefen Pfählen.

Jetzt aktuell fertiggestellt wurde im zunächst letzten Step eine Produktionshalle für die Bearbeitung von Großteilen bis zu einem Stückgewicht von 20 to. Mit einer sehr aufwendigen Fundamentgeometrie und speziellen Aussparungen für die schweren Bearbeitungszentren war dies noch einmal eine große planerische und konstruktive Herausforderung.

Ökonomie und Ökologie

Die Weiterentwicklung des Standorts erfolgte unter Einbeziehung des Hochwasserschutzes in enger Abstimmung mit der Stadt Bad Urach und dem Landratsamt Reutlingen. Dadurch ist es gelungen, in einer herausfordernden Geländesituation, zwischen Bundes- und Landstrasse, im engen Ermstal den Um- und Ausbau bei laufendem Betrieb zu realisieren. Es entstand durch die ansprechende Gewerbearchitektur nicht nur ein bemerkenswerter Beitrag zur Baukultur, sondern darüber hinaus eine Gesamtlösung, mit der URACA, die Stadt Bad Urach und die Wasserbehörde den Hochwasser-schutz nicht nur für den Betrieb sondern auch für die Gemeinde nachhaltig verbessert haben. Eine seit 1920 bestehende Wasserkraftanlage wurde ertüchtigt, die Durchgängigkeit der Erms durch den Bau einer Fischtreppe verbessert.

Die gelungene Realisierung des Flächenrecyclings wurde durch die Auszeichnung mit dem Sonder-preis „Flächenrecyclingpreis Baden-Württemberg 2019“ gewürdigt.

Über die optimale Realisierung des Flächenrecyclings hinaus konnte URACA in Zusammenarbeit mit HANK + HIRTH Freie Architekten hier den Standort mit anspruchsvollen Randbedingungen nachhaltig sichern und weiterentwickeln. Das Potential an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sowie Wertschöpfung sind so der Raumschaft erhalten worden. Wirtschaftsstrukturelle, baukulturelle und ökologische Belange wurden harmonisch in Einklang gebracht.